Die Situation in den österreichischen Alpen ist angespannt: „Es ist eine sehr gefährliche Zeit für Wintersportler abseits der Pisten“, warnt Matthias Walcher von der Lawinenwarnzentrale Tirol. Besonders nach den jüngsten Schneefällen steigt die Lawinengefahr in Österreich. Touren im freien Gelände sind riskant, selbst vermeintlich harmlose Hänge können von Lawinen erfasst werden. Lawinen österreich steht dabei im Mittelpunkt.

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Was ist die aktuelle Lawinengefahr in Österreich?
Die aktuelle Lawinengefahr in Österreich, insbesondere in Tirol und Vorarlberg, ist als erheblich einzustufen. Dies bedeutet, dass spontane Lawinenabgänge möglich sind und bereits geringe Zusatzbelastungen, wie beispielsweise durch Skifahrer oder Snowboarder, Lawinen auslösen können. Die Situation wird durch Neuschnee und starken Wind zusätzlich verschärft, was zu gefährlichen Schneeverfrachtungen führt.
Die Schneedecke in den österreichischen Alpen wächst weiter an, was die Situation zunehmend verschärft. Allein in Tirol wurden an einem einzigen Tag über 30 Lawinen gezählt. Wie Stern berichtet, warnen Experten eindringlich vor Touren im freien Gelände.
Die Lawinenwarnzentrale Tirol rechnet bis zu diesem Freitag mit weiteren 50 Zentimetern Neuschnee in einigen Gebieten Tirols. Matthias Walcher betont, dass selbst mäßig steiles Gelände trügerisch sein kann, da Lawinen aus steileren Hängen auch diese Bereiche erreichen können. (Lesen Sie auch: Lawinenunglück österreich: Tote und Gefahr in Tirol)
Die jüngsten Lawinenunglücke in Tirol und Vorarlberg forderten drei Todesopfer. Zwei der Toten stammten aus Baden-Württemberg, das dritte Opfer aus den Niederlanden, wie Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.
International
- Die Lawinengefahr betrifft vor allem Wintersportler aus Deutschland und den Niederlanden, die in Österreich Urlaub machen.
- Die Situation in den Alpen hat Auswirkungen auf den Tourismus in der Region.
- Die Lawinenwarnungen sind auch für die angrenzenden Länder relevant, da sich das Wettergeschehen nicht an Staatsgrenzen hält.
- Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Lawinenwarndienste ist entscheidend für die Sicherheit.
Wie entstehen die gefährlichen Schneeverfrachtungen?
Starker Wind spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von gefährlichen Schneeverfrachtungen. Der Wind transportiert den Neuschnee und lagert ihn an Leehängen, in Mulden und Rinnen ab. Dort bilden sich sogenannte Triebschneeansammlungen, die oft schlecht mit der Altschneedecke verbunden sind. Diese Triebschneeansammlungen können bereits durch geringe Zusatzbelastung, wie beispielsweise durch einen Skifahrer, als Lawine abgehen.
Viele ältere Bergführer bestätigen, dass der Aufbau der Schneeschichten seit Jahrzehnten nicht mehr so ungünstig war. Der schneearme Winter hat keine stabile Grundlage geschaffen, und die jüngsten Niederschläge wurden von starkem Wind begleitet, was die Situation zusätzlich verschärft.
Besonders kritisch ist, dass die erwartete Warmfront am Wochenende keine Entspannung bringen wird. „Die ist nicht in Sicht“, so Walcher. Die steigenden Temperaturen können die Schneedecke zusätzlich destabilisieren und das Risiko von Nassschneelawinen erhöhen. Dies ist auch für deutsche Urlauber relevant, da viele die Weihnachtsferien für einen Skiurlaub in Österreich nutzen. (Lesen Sie auch: Lawinenunglück österreich: Deutscher Stirbt in Lawine)
Schneeverfrachtungen entstehen, wenn Wind Schnee aufnimmt und an anderen Stellen wieder ablagert. Diese Ablagerungen sind oft sehr locker und bilden eine instabile Schicht, die leicht als Lawine abgehen kann.
Welche tragischen Lawinenunglücke haben sich ereignet?
Eines der Lawinenunglücke ereignete sich im Tiroler Navistal. Zwei Skiwanderer, die sich aufgrund der Lawinengefahr bereits auf dem Rückweg befanden, wurden von einem Schneebrett erfasst. Einer der beiden, ein 43-Jähriger aus dem Ostalbkreis, wurde vollständig verschüttet und starb. Sein Begleiter konnte sich retten und alarmierte die Einsatzkräfte.
Ein weiterer Deutscher kam im Bundesland Vorarlberg ums Leben. Ein 42-jähriger Snowboarder aus dem Landkreis Lörrach war mit seinem 15-jährigen Sohn im Skigebiet Sonnenkopf abseits gesicherter Pisten unterwegs, als er von einer Lawine mitgerissen wurde. Der Sohn blieb unverletzt und konnte die Rettungskräfte verständigen.
Die Bergrettung Tirol und Vorarlberg sind im Dauereinsatz, um nach Vermissten zu suchen und Lawinenopfer zu bergen. Die Einsatzkräfte warnen eindringlich davor, gesperrte Pisten und ungesichertes Gelände zu befahren. Die Lawinenwarndienste bieten aktuelle Informationen zur Lawinengefahr und geben Empfehlungen für sichere Tourenplanung. (Lesen Sie auch: Tierschutz: 32 tote Geckos bei Halter in…)

Abseits der gesicherten Pisten besteht Lebensgefahr! Informieren Sie sich vor jeder Tour über die aktuelle Lawinensituation und beachten Sie die Warnhinweise der Lawinenwarndienste.
Welche Rolle spielt der Klimawandel bei der Lawinengefahr in Österreich?
Der Klimawandel beeinflusst die Lawinengefahr in Österreich auf vielfältige Weise. Steigende Temperaturen führen zu einer Veränderung der Schneeverhältnisse. Die Schneefallgrenze steigt, und es gibt häufiger Perioden mit Tauwetter, auch im Winter. Dies kann die Stabilität der Schneedecke beeinträchtigen und das Risiko von Nassschneelawinen erhöhen. Zudem können extreme Wetterereignisse, wie Starkschneefälle und Stürme, häufiger auftreten, was die Lawinengefahr zusätzlich verstärkt.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die alpinen Regionen ist intensiv. Studien zeigen, dass die Veränderungen im Niederschlagsmuster und die steigenden Temperaturen langfristig zu einer Verschiebung der Lawinenaktivität führen werden. Einige Gebiete werden möglicherweise weniger schneesicher, während andere durch extreme Schneefälle und instabile Schneeverhältnisse gefährdeter werden.
Die österreichischen Behörden und Lawinenwarndienste beobachten die Entwicklungen genau und passen ihre Strategien zur Lawinenprävention und -warnung kontinuierlich an. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Schutzmaßnahmen, wie Lawinenverbauungen, und die Verbesserung der Vorhersagemodelle. Auch die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Wintersportler für die Gefahren des alpinen Geländes spielt eine wichtige Rolle. Die Tiroler Landesregierung informiert umfassend über die aktuelle Lage und gibt Sicherheitstipps. (Lesen Sie auch: Prozess Großglockner: „Tut Mir Unendlich Leid“, sagt…)
| Fakt | Details |
|---|---|
| Todesopfer | Drei Todesopfer in Tirol und Vorarlberg |
| Neuschnee | Bis zu 50 cm Neuschnee erwartet |
| Gefahrenstufe | Erhebliche Lawinengefahr |
Die aktuelle Situation in den österreichischen Alpen zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Tourenplanung und die Beachtung der Lawinenwarnungen sind. Wintersportler sollten sich vor jeder Tour über die aktuelle Lawinensituation informieren, die Verhältnisse vor Ort genau einschätzen und im Zweifelsfall auf eine Tour verzichten. Die Berge sind schön, aber auch gefährlich, und die Sicherheit sollte immer an erster Stelle stehen. Die Lawinengefahr in Österreich bleibt somit ein Thema, das uns auch in Zukunft beschäftigen wird.



