Guido Maria Kretschmer: Er Duldet Keine Widerworte!

Wenn Guido Maria Kretschmer von Glück spricht, meint er oft die einfachen Momente mit Ehemann Frank Mutters: Spaziergänge durch die Wattwiesen, eine Tasse Tee nach der Ankunft auf Sylt und das Gefühl, angekommen zu sein. Im GALA-Interview wird der Designer überraschend persönlich.
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Wenn Guido Maria Kretschmer von Glück spricht, meint er oft die einfachen Momente mit Ehemann Frank Mutters: Spaziergänge durch die Wattwiesen, eine Tasse Tee nach der Ankunft auf Sylt und das Gefühl, angekommen zu sein. Im GALA-Interview wird der Designer überraschend persönlich.

Symbolbild zum Thema Guido Maria
Symbolbild: Guido Maria (Bild: Picsum)

Das eigene Zuhause ist für Guido Maria Kretschmer, 61, weit mehr als nur ein Rückzugsort, es ist eine Oase der Ruhe und puren Lebensfreude. Wie essenziell solche geschützten Wohlfühlorte für die eigene Kraft sind, hat der beliebte Modedesigner im vergangenen Jahr auf schmerzhafte Weise erfahren müssen: Nach einer lebensgefährlichen Blutvergiftung hat sich sein Blick auf das Leben spürbar verändert.

Dazu gehört für den „Shopping Queen“-Star auch seine tiefe Liebe zum Norden, deren ganz besondere Frische er am liebsten überall um sich hat. Passend dazu hat er im April 2026 aufgrund der großen Nachfrage seine eigene Lenor Limited Edition „Nordseebrise“ zurückgebracht. Im GALA-Interview spricht der Publikumsliebling ganz offen darüber, warum Rosen bei ihm künftig Hausverbot haben und wieso Ehemann Frank Mutters, 71, ihm in Sachen Interior Design blind das Ruder überlässt.

Ursprünglich berichtet von: Gala

Guido Maria Kretschmer im GALA-Interview über sein Nordsee-Idyll mit Frank Mutters

GALA: Die „Nordseebrise“ von Lenor bringt Ihren Wohlfühlort Sylt in jeden Kleiderschrank. Sie verbringen viel Zeit im Norden. Was ist das Erste, was Sie tun, wenn Sie nach einer stressigen Woche die Meeresluft riechen?
Guido Maria Kretschmer:  Wenn ich ankomme, gehe ich erst einmal in den Garten und wandere mit den Hunden durch die Wattwiesen. Ich begrüße die Pferde und die Schafe. Danach gehen wir meistens spazieren. Vorher räume ich oft noch ein bisschen auf, weil sich manchmal etwas verändert oder verschoben hat, während wir nicht da waren. Dann werden die Hunde angeleint und es geht los. Danach gibt es einen Tee. Frank wirft dann immer diese kleinen Kristallzuckerwürfel hinein und dann sind wir angekommen. (Lesen Sie auch: Mette Marit: -: Hof will Vorerst Keine…)

Zuhause im Norden: Auf Sylt tanken Frank Mutters und Guido Maria Kretschmer Kraft.
© instagram.com/guidomariakretschmer

Das klingt nach einer wohltuenden Routine.
Ja, wir haben da schon unseren festen Rhythmus. Mittlerweile ist die Nordsee so ein bisschen mein neues Mittelmeer geworden. Ich mag die Wildheit, die Ursprünglichkeit und rieche wahnsinnig gerne diese ganz besondere Frische. Jedes Mal, wenn ich von der See komme, nehme ich etwas davon mit. Und wenn dieses Gefühl nachlässt, denke ich: Ach, jetzt könnte ich mal wieder hinfahren.

Gibt es eine Lieblingsanekdote von einem Ihrer Ausflüge an die See?
Ja, da gibt es einen schönen Moment: Frank ist ja ein passionierter Müllsammler am Strand. Wir nehmen alles mit, was dort nicht hingehört. Irgendwann hatten wir so viel Müll dabei, dass Frank die Hunde kaum noch halten konnte. Dann kam jemand vorbei und fragte: „Mein Gott, was machen Sie denn hier?“ Frank hatte so viel Müll in den Händen, dass er völlig überladen war. Das fand ich wirklich süß und irgendwie sehr amüsant. Solche Momente bleiben einem einfach in Erinnerung.

Bei der Einrichtung macht der Designer keine Kompromisse

Wäschewaschen hat ja fast etwas Meditatives. Welcher Teil der Hausarbeit ist für Sie purer Luxus?
Wäschewaschen hat für mich tatsächlich etwas sehr Beruhigendes, fast Meditatives. Ich liebe Stoffe sehr – für mich sind sie echte Wunderwerke. Wer seine Textilien gut behandelt, hat einfach länger Freude daran. Dazu gehört auch, dass man sich ein bisschen mit ihnen beschäftigt, die Waschanleitung ernst nimmt, Kleidung vorbereitet und bewusst wäscht. Das ist für mich kein Aufwand, sondern eher ein kleines Ritual der Wertschätzung. Ich würde sagen: Wenn Dekorieren zur Hausarbeit zählt, dann mache ich das sehr, sehr gern.

Wenn Ihr Ehemann Frank und Sie sich mal nicht einig sind über die Deko oder den Duft im Haus: Wer von Ihnen gibt zuerst nach?
Frank würde nie mit mir darüber diskutieren, weil es meistens so gemacht wird, wie ich es gerne hätte. Und Frank findet es dann auch gut. Er sagt manchmal nur: „Ah, das ist schon ein intensiver Duft.“  (Lesen Sie auch: Spotted Ausflug: !: In Madrid!)

Dann sage ich: „Ach, mein Schatz, daran wirst du dich gewöhnen.“ Nein, aber tatsächlich wird es häufig so gemacht, wie ich es gerne hätte. 

Er sagt zwar manchmal: „Nee, ich will das nicht“, aber ich glaube, das höre ich dann gar nicht. (lacht) Wir sind schon so lange zusammen, da kennt man sich einfach sehr gut. Man merkt schnell, was dem anderen wichtig ist. Und wenn doch mal jemand die bessere Idee hat, dann darf der andere auch gern nachgeben.

Nach schwerer Sepsis: „Die Erkrankung ist ja nicht einfach vergessen“

Nach dem Dornenstich einer Rose auf Sylt kam es bei Ihnen zu einer Sepsis. Wenn Sie heute die „Nordseebrise“ einatmen, fühlt sich dieser Duft anders an?
Nach allem, was ich gesundheitlich erlebt habe, hat sich meine Wahrnehmung tatsächlich verändert. Düfte und Momente wie die Nordseeluft sind für mich heute noch intensiver – fast wie kleine Erinnerungen daran, wie wertvoll Gesundheit und Zeit sind. Es ist weniger ein Urlaubsgefühl als vielmehr ein sehr bewusstes Gefühl von Leben. 

Detailansicht: Guido Maria
Symbolbild: Guido Maria (Bild: Picsum)

Für mich ist dieser Duft ganz eng mit Zuhause verbunden – früher wie heute. Die Erkrankung ist ja nicht einfach vergessen. Aber dieser Duft gibt mir immer das Gefühl: Ich bin zu Hause. Ansonsten habe ich heute eher ein anderes Verhältnis zu Rosen. Rosen muss man mir nicht mehr schenken. Ich finde sie toll, aber fasse sie nicht mehr an. (Lesen Sie auch: Amira Moderatorin: Aly: Zeigt)

Wenn man eine solch lebensgefährliche Situation übersteht, sortiert man oft neu. Gibt es Dinge, von denen Sie sich danach ganz bewusst getrennt haben, um Platz für mehr Leichtigkeit zu schaffen?
Ich glaube, solche Erfahrungen bringen automatisch Klarheit. Man schaut anders auf Freundschaften, auf Beziehungen und auch auf das eigene Morgen. Ich möchte Dinge tun, die mir Freude machen, und weniger das, was man nicht mit voller Leidenschaft tut. In meinem Zuhause bedeutet das zum Beispiel, dass ich Dinge mit Spitzen nicht mehr so gern habe. 

Hier ist Heilung möglich: Nach den gesundheitlichen Strapazen genießt das Paar die Zweisamkeit heute intensiver und bewusster denn je.
© instagram.com/guidomariakretschmer

Aber wenn Tony Cragg [ein britisch-deutscher bildender Künstler, Anm.d.Red.] sagen würde: „Herr Kretschmer, ich möchte Ihnen eine wunderschöne Skulptur schicken“, dann hätte ich keine Angst vor Spitzen. Ich würde sie natürlich nehmen. (lacht) Ich fasse aber einfach nicht mehr so gern irgendwo ins Grüne, wo Dornen versteckt sein könnten.

Was ist Ihr wichtigster Rat an Menschen, die gerade eine schwere Zeit hinter sich haben und versuchen, ihr Zuhause wieder in einen Ort der Lebensfreude zu verwandeln?
Mein wichtigster Rat: sanft mit sich selbst sein. Sich kleine Ecken schaffen, in denen man ganz bei sich ist. Orte, die geschützt sind, an denen man Ruhe erleben kann. Das ist für gesunde Menschen genauso wichtig wie für kranke. Aber gerade für Kranke ist es besonders wichtig, einen Ort zu haben, an dem der Rücken geschützt ist, an dem es warm ist und an dem man weiß: Wenn ich hier sitze, dann ist Heilung möglich.

Ein Zuhause muss nicht perfekt sein, um schön zu sein – es muss sich gut anfühlen.  (Lesen Sie auch: Jonas: Joe: Joe überrascht mit Worten)

Am Ende ist es wichtig, dass sich jeder persönlich wohlfühlt, mit schönen Momenten und vielen Erinnerungen. Und manchmal beginnt Lebensfreude genau dort wieder, wo man sich erlaubt, Dinge neu zu sortieren und sich selbst wieder Raum zu geben. Ich finde, jeder Mensch sollte so einen Ort in seinem Leben haben. Schon als Kind. Warum haben Kinder so gerne kleine Höhlen? Weil sie dort leichter groß werden als auf einer großen, offenen Fläche. Genau so ist es.

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Symbolbild: Guido Maria (Bild: Picsum)
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