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Hillary Clinton prägt seit Jahrzehnten die politische Landschaft der USA und der Welt. Als ehemalige First Lady, Senatorin für New York, US-Außenministerin und erste weibliche Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei hat sie eine beispiellose Karriere durchlaufen. Auch im Jahr 2026 ist ihre Stimme in globalen Debatten von großer Bedeutung, wie ihre jüngsten Auftritte in Europa zeigen.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Wer ist Hillary Clinton?
- Von der First Lady zur eigenen politischen Macht
- Präsidentschaftswahl 2016: Historischer Kampf ums Weiße Haus
- Welchen Einfluss hat Hillary Clinton heute?
- Politische Positionen im Überblick
- Kontroversen und Kritik
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Das Vermächtnis einer politischen Pionierin
Das Wichtigste in Kürze
- Politische Pionierin: Hillary Clinton war First Lady (1993-2001), US-Senatorin für New York (2001-2009) und 67. US-Außenministerin (2009-2013).
- Historische Kandidatur: 2016 war sie die erste Frau, die von einer großen US-Partei für die Präsidentschaft nominiert wurde.
- Wahlergebnis 2016: Sie gewann die Mehrheit der Wählerstimmen („Popular Vote“), unterlag jedoch Donald Trump im Wahlleutekollegium („Electoral College“).
- Aktuelles Engagement: Auch 2026 ist sie eine aktive politische Stimme. Im Februar 2026 warnte sie in Berlin vor einem wachsenden „transatlantischen Bündnis der Autokratie“.
- Akademischer Hintergrund: Sie ist Absolventin des Wellesley College und der Yale Law School.
- Autorentätigkeit: Clinton hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter ihre Autobiografie „Gelebte Geschichte“ („Living History“).
- Einflussreiche Rede: Ihre Aussage „Menschenrechte sind Frauenrechte und Frauenrechte sind Menschenrechte“ auf der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking ist weltweit bekannt.
Wer ist Hillary Clinton?
Hillary Diane Rodham Clinton, geboren am 26. Oktober 1947 in Chicago, Illinois, ist eine der bekanntesten und einflussreichsten Politikerinnen der modernen US-Geschichte. Ihre Laufbahn begann nach ihrem Jurastudium an der renommierten Yale Law School, wo sie ihren späteren Ehemann Bill Clinton kennenlernte. Bevor sie ins nationale Rampenlicht trat, war sie als Anwältin, Professorin und First Lady von Arkansas tätig, wo sie sich besonders für Bildungsreformen und Kinderrechte einsetzte.
Ihre politische Karriere ist geprägt von zahlreichen Meilensteinen: Sie war die erste First Lady mit einem eigenen Büro im West Wing des Weißen Hauses und die erste, die selbst in ein hohes politisches Amt gewählt wurde. Diese einzigartige Kombination aus Erfahrung an der Seite eines Präsidenten und eigener politischer Macht hat ihre Perspektive und ihren Einfluss maßgeblich geformt.
Von der First Lady zur eigenen politischen Macht
Als Hillary Clinton 1993 als First Lady ins Weiße Haus einzog, definierte sie die Rolle neu. Sie übernahm die Leitung der „Task Force on National Health Care Reform“ und engagierte sich stark für die Verabschiedung des „State Children’s Health Insurance Program“ (SCHIP), das Millionen von Kindern eine Krankenversicherung sicherte. Ihre berühmte Rede auf der 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen 1995 in Peking, in der sie erklärte, dass Frauenrechte Menschenrechte seien, hallt bis heute nach.
Im Jahr 2000 startete sie ihre eigene Wahlkampagne und wurde zur ersten weiblichen Senatorin des Bundesstaates New York gewählt. In ihrer Amtszeit bis 2009 setzte sie sich unter anderem für die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001 ein und war maßgeblich daran beteiligt, Hilfsgelder in Milliardenhöhe für den Wiederaufbau zu sichern. Nach ihrer ersten Präsidentschaftskandidatur 2008, bei der sie Barack Obama unterlag, ernannte dieser sie 2009 zur Außenministerin. In dieser Funktion besuchte sie 112 Länder und gestaltete die amerikanische Außenpolitik maßgeblich mit.
Präsidentschaftswahl 2016: Historischer Kampf ums Weiße Haus
Die Präsidentschaftswahl 2016 markierte einen Höhepunkt in der Karriere von Hillary Clinton. Am 26. Juli 2016 wurde sie auf dem Parteitag der Demokraten offiziell als erste Frau in der Geschichte der USA zur Präsidentschaftskandidatin einer großen Partei nominiert. Ihr Wahlkampf stand unter dem Motto „Stronger Together“ (Gemeinsam stärker).
Obwohl sie bei der Wahl am 8. November 2016 landesweit fast drei Millionen Wählerstimmen mehr erhielt als ihr republikanischer Konkurrent Donald Trump, verlor sie die Wahl. Der Grund dafür liegt im US-Wahlsystem, bei dem nicht die absolute Stimmenzahl, sondern die Mehrheit im Wahlleutekollegium („Electoral College“) entscheidet. Trump sicherte sich 304 Wahlleute, Clinton nur 227. Dieses Ergebnis unterstreicht die Besonderheiten des amerikanischen Wahlsystems, über das wir auch in unserem Artikel zum politischen Aschermittwoch und den dortigen Traditionen berichtet haben.
Welchen Einfluss hat Hillary Clinton heute?
Auch nach ihrer Niederlage 2016 ist Hillary Clinton eine wichtige Stimme in der nationalen und internationalen Politik geblieben. Sie engagiert sich weiterhin über die von ihr und ihrem Mann gegründete Clinton Foundation für globale Themen. Seit 2023 ist sie zudem Professorin an der Columbia University und Mitbegründerin des dortigen „Institute of Global Politics“.
Ihre Relevanz wurde im Februar 2026 erneut deutlich. Bei der Konferenz „World Forum 2026“ in Berlin warnte Hillary Clinton eindringlich vor einem „transatlantischen Bündnis der Autokratie“, das von Kräften wie Wladimir Putin gefördert werde und die Demokratien in Europa und den USA untergrabe. Ihre Analysen zur globalen Sicherheitslage, ähnlich den komplexen Situationen, die im Artikel zum Krieg in der Ukraine beleuchtet werden, finden international Beachtung.
Politische Positionen im Überblick
Hillary Clintons politische Haltung wird oft als zentristisch oder progressiv-moderat innerhalb der Demokratischen Partei beschrieben. Ihre Positionen haben sich über die Jahre weiterentwickelt, doch einige Kernthemen ziehen sich durch ihre gesamte Karriere.
| Politikfeld | Positionen und Initiativen |
|---|---|
| Gesundheitspolitik | Starke Befürworterin einer allgemeinen Gesundheitsversorgung; maßgeblich an der Schaffung des Kindergesundheitsprogramms (SCHIP) beteiligt. |
| Frauen- & Menschenrechte | Verfechterin der Gleichstellung; prägte den Satz „Frauenrechte sind Menschenrechte“; Einsatz gegen Gewalt an Frauen. |
| Wirtschaftspolitik | Unterstützung für Steuererhöhungen für hohe Einkommen; Programme zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Stärkung der Mittelschicht. |
| Außenpolitik | Befürworterin eines starken internationalen Engagements der USA und transatlantischer Bündnisse; gilt als Verfechterin des „American exceptionalism“. |
| Klimaschutz | Anerkennung des Klimawandels als reale Bedrohung; setzte sich für eine Reduzierung von Treibhausgasemissionen und den Ausbau sauberer Energien ein. |
Kontroversen und Kritik
Die lange Karriere von Hillary Clinton war nicht frei von Kontroversen, die ihr Image und ihre Wahlkämpfe beeinflussten. Zu den bekanntesten gehören:
- E-Mail-Affäre: Während ihrer Zeit als Außenministerin nutzte sie einen privaten E-Mail-Server für dienstliche Kommunikation. Dies führte zu einer langanhaltenden Untersuchung durch das FBI und warf Fragen zur Sicherheit und Transparenz auf.
- Bengasi-Anschlag 2012: Als Außenministerin musste sie sich für den Umgang mit dem Terroranschlag auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi verantworten, bei dem vier Amerikaner, darunter der Botschafter, ums Leben kamen.
- Clinton Foundation: Kritiker warfen ihr vor, dass Spender der Familienstiftung bevorzugten Zugang zum Außenministerium erhalten hätten, was den Anschein von Interessenkonflikten erweckte.
Diese Themen wurden von politischen Gegnern intensiv genutzt und trugen zu einem Image bei, das von Teilen der Öffentlichkeit als wenig vertrauenswürdig wahrgenommen wurde.

Video-Empfehlung: Hillary Clintons Rede bei der UN-Weltfrauenkonferenz 1995
Um einen Eindruck von einem der prägendsten Momente ihrer Karriere zu bekommen, empfiehlt sich die Aufzeichnung ihrer Rede in Peking. Suchen Sie auf YouTube nach „Hillary Clinton Women’s Rights Are Human Rights Beijing 1995“.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie alt ist Hillary Clinton?
Hillary Clinton wurde am 26. Oktober 1947 geboren.
Welche politischen Ämter hatte Hillary Clinton inne?
Sie war First Lady der USA (1993–2001), US-Senatorin für New York (2001–2009) und US-Außenministerin (2009–2013).
Warum hat Hillary Clinton die Wahl 2016 verloren?
Obwohl sie die Mehrheit der Einzelstimmen („popular vote“) gewann, verlor sie die Wahl, weil Donald Trump mehr Stimmen im Wahlleutekollegium („Electoral College“) auf sich vereinen konnte, das in den USA den Präsidenten wählt.
Was macht Hillary Clinton heute beruflich?
Sie ist weiterhin politisch aktiv, hält Reden, engagiert sich in der Clinton Foundation, ist Kanzlerin der Queen’s University in Belfast und Professorin an der Columbia University in New York.
Hat Hillary Clinton Kinder?
Ja, sie hat eine Tochter, Chelsea Victoria Clinton, die 1980 geboren wurde.
Fazit: Das Vermächtnis einer politischen Pionierin
Hillary Clinton bleibt eine der bedeutendsten und gleichzeitig polarisierendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Politik. Ihre Karriere ist ein Beleg für Ausdauer und den Willen, politische Barrieren zu durchbrechen. Von ihrer Arbeit als Anwältin für Kinderrechte über ihre prägende Rolle als First Lady bis hin zu ihrer historischen Präsidentschaftskandidatur hat sie den Weg für Frauen in der Politik nachhaltig geebnet. Auch 2026 beweist Hillary Clinton mit ihren klaren Analysen zur Weltlage, dass ihr politischer Einfluss ungebrochen ist und ihre Stimme in den großen Debatten unserer Zeit weiterhin Gewicht hat.
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Autor: Dr. Klaus-Peter Richter, Politikwissenschaftler und USA-Experte. Dr. Richter analysiert seit über 20 Jahren die politische Landschaft in den Vereinigten Staaten und hat mehrere Fachartikel zur Rolle von Frauen in der US-Politik veröffentlicht. Seine Expertise stützt sich auf langjährige Forschung und regelmäßige Aufenthalte in Washington D.C.