Franchise Krankenkasse: Erhöhung der Mindestfranchise

Der Bundesrat in der Schweiz plant eine Erhöhung der Mindestfranchise bei Krankenkassen von 300 auf 400 Franken. Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Versicherten zu stärken und kurzfristig den Anstieg der Krankenkassenprämien zu dämpfen. Kritiker befürchten jedoch eine stärkere Belastung von Senioren und Menschen mit geringem Einkommen.
netanyahu

Die Schweizer Krankenkassenlandschaft steht vor einer Veränderung: Der Bundesrat hat beschlossen, die Mindestfranchise, also den Betrag, den Versicherte jährlich selbst tragen müssen, von derzeit 300 auf 400 Franken zu erhöhen. Diese geplante Anpassung der Franchise Krankenkasse hat eine öffentliche Debatte über die Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger ausgelöst.

Symbolbild zum Thema Franchise Krankenkasse
Symbolbild: Franchise Krankenkasse (Bild: Picsum)

Hintergrund der Erhöhung der Franchise Krankenkasse

Die Franchise im Schweizer Gesundheitssystem ist ein wesentliches Element zur Kostenbeteiligung der Versicherten. Sie legt fest, bis zu welcher Höhe sich der Versicherte an den Kosten für medizinische Leistungen beteiligt, bevor die Krankenkasse die darüber hinausgehenden Kosten übernimmt. Neben der Mindestfranchise von aktuell 300 Franken können Versicherte auch eine höhere Franchise wählen, um ihre monatlichen Prämien zu senken. Der Selbstbehalt beträgt 10 Prozent der Kosten, die über die Franchise hinausgehen, maximal jedoch 700 Franken pro Jahr.

Das Schweizer Gesundheitssystem ist hier ausführlich erklärt. (Lesen Sie auch: Simon Gosejohann: "Let's Dance" rückt seine Ex-Beziehung)

Aktuelle Entwicklung: Bundesrat will Mindestfranchise anheben

Der Bundesrat argumentiert, dass die Erhöhung der Mindestfranchise auf 400 Franken die Eigenverantwortung der Versicherten stärken soll. Es wird erwartet, dass Versicherte durch die höhere Kostenbeteiligung bewusster mit medizinischen Leistungen umgehen und weniger schnell einen Arzt aufsuchen. SRF berichtet, dass sich der Bundesrat von diesem Schritt auch eine kurzfristige Dämpfung des Prämienanstiegs verspricht, da ein größerer Teil der Gesundheitskosten direkt von den Versicherten getragen wird.

Die Erhöhung der Mindestfranchise ist nicht die erste Anpassung dieser Art. Seit 2004 wurde die Mindestfranchise nicht mehr erhöht, obwohl Löhne und Teuerung gestiegen sind, so Josef Dittli, FDP-Gesundheitspolitiker und Ständerat.

Reaktionen und Kritik an der Erhöhung der Franchise Krankenkasse

Die Pläne des Bundesrates sind nicht unumstritten. Während aus den Reihen der FDP und SVP Zustimmung signalisiert wird, gibt es vor allem von linker Seite Kritik. Befürchtet wird, dass die Erhöhung der Mindestfranchise vor allem Menschen mit geringem Einkommen und Rentnerinnen und Rentner stärker belasten wird. Kritiker argumentieren, dass diese Gruppen ohnehin schon jeden Franken zweimal umdrehen müssen und eine höhere Kostenbeteiligung sie davon abhalten könnte, notwendige medizinische Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Blue News zitiert Stimmen, die der SP vorwerfen, mit solchen Maßnahmen die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich zu belasten. (Lesen Sie auch: BMW IX3: Das erste Modell der "Neuen…)

Die NZZ schreibt, dass dies erst der Anfang sei und weitere Erhöhungen folgen könnten.

Franchise Krankenkasse: Was bedeutet das für Versicherte? / Ausblick

Die Erhöhung der Mindestfranchise bedeutet für viele Versicherte zunächst eine höhere finanzielle Belastung im Krankheitsfall.Es ist jedoch ratsam, die individuellen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zu prüfen und gegebenenfalls die Franchisehöhe anzupassen. Wer selten zum Arzt geht, kann durch die Wahl einer höheren Franchise Prämien sparen. Wer jedoch häufig medizinische Leistungen in Anspruch nimmt, sollte eher eine tiefere Franchise wählen, um die Kosten im Krankheitsfall besser planbar zu halten.

Die Debatte um die Kosten im Gesundheitswesen und die Beteiligung der Versicherten daran wird jedoch weitergehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik tragfähige Lösungen findet, die sowohl die Kostenentwicklung im Griff behalten als auch den Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleisten. (Lesen Sie auch: Aigner Geschwister dominieren die Paralympics in Cortina)

Detailansicht: Franchise Krankenkasse
Symbolbild: Franchise Krankenkasse (Bild: Picsum)

Eine ausführliche Erklärung des Schweizer Gesundheitssystems bietet Wikipedia.

Aktuelle Prämien der Franchise Krankenkasse im Vergleich (Beispiel)

Ein Vergleich der Prämien verschiedener Krankenkassen kann helfen, die individuell passende Versicherung zu finden. Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel für die Prämien verschiedener Anbieter mit unterschiedlichen Franchisehöhen. Bitte beachten Sie, dass die tatsächlichen Prämien je nach Alter, Wohnort und gewähltem Versicherungsmodell variieren können. Es ist ratsam, individuelle Angebote einzuholen und die Leistungen der verschiedenen Kassen genau zu vergleichen.

Krankenkasse Mindestfranchise (300 CHF) Höchste Franchise
Beispielkasse A 350 CHF 200 CHF
Beispielkasse B 380 CHF 220 CHF
Beispielkasse C 330 CHF 190 CHF
R

Über den Autor
✓ Verifiziert

Redaktion

Online-Redakteur

Unser erfahrenes Redaktionsteam recherchiert und verfasst täglich aktuelle Nachrichten und Hintergrundberichte zu relevanten Themen.

📰 Redaktion
✓ Geprüfter Inhalt

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.

Illustration zu Franchise Krankenkasse
Symbolbild: Franchise Krankenkasse (Bild: Picsum)
Previous Post
Next Post
Advertisement