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Die Stadtteilschule Flottbek ist als inklusive, teilgebundene Ganztagsschule im Hamburger Westen ein wichtiger Bildungsstandort. Mit einem klaren Fokus auf individueller Förderung, sozialem Lernen und Berufsorientierung bietet sie Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, alle staatlichen Schulabschlüsse bis hin zum Abitur zu erlangen. Aktuelle Entwicklungen wie die Teilnahme am Startchancen-Programm unterstreichen das Engagement der Schule für eine zukunftsorientierte Pädagogik.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Schulform: Die Stadtteilschule Flottbek ist eine teilgebundene, inklusive Ganztagsschule im Hamburger Stadtteil Groß Flottbek.
- Abschlüsse: Alle staatlichen Schulabschlüsse, einschließlich des Abiturs nach 13 Jahren, können erworben werden.
- Schulleitung: Kommissarischer Schulleiter ist Michael Fliedner.
- Aktuelles Projekt: Die Schule nimmt am Startchancen-Programm teil und setzt das Entwicklungsmodell „Lernräume für Verantwortung“ um.
- Pädagogische Schwerpunkte: Im Fokus stehen soziales Lernen, individuelle Förderung, Berufsorientierung und digitale Bildung.
- Oberstufe: Seit 2022 befindet sich eine eigene Oberstufe im Aufbau; der erste Jahrgang absolvierte im Juli 2025 das Abitur.
- Besonderheit: Eine enge Kooperation mit der Universität Hamburg im Bereich Universal Design for Learning (UDL) fördert die Chancengerechtigkeit.
Profil und pädagogisches Konzept der Stadtteilschule Flottbek
Die Stadtteilschule Flottbek im Hamburger Bezirk Altona hat sich seit ihrer Gründung zu einem etablierten Lernort entwickelt. Als teilgebundene Ganztagsschule gestaltet sie den Schulalltag strukturiert, wobei montags und mittwochs der Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend bis 15:15 Uhr dauert. An den übrigen Tagen gibt es offene Betreuungsangebote. Das pädagogische Konzept ruht auf mehreren Säulen, die das Schulleben prägen.
Ein zentraler Baustein ist das soziale Lernen. Die Schule versteht Vielfalt als Bereicherung und fördert ein respektvolles Miteinander. Maßnahmen wie der Klassenrat, Anti-Mobbing-Wochen und ein spezielles Curriculum zum sozialen Lernen in den Klassen 5 bis 7 sollen die Persönlichkeit der Schüler stärken und ein positives Lernklima schaffen. Zudem wird Inklusion aktiv gelebt, indem Kinder mit unterschiedlichen Hintergründen und Förderbedarfen gemeinsam lernen.
Die Berufs- und Studienorientierung ist ein weiterer Schwerpunkt. Bereits ab Jahrgang 7 wird der Lernbereich Arbeit und Beruf unterrichtet. In den höheren Klassen folgen mehrere Praktika, Kompetenzfeststellungsverfahren und Bewerbungstrainings. Kooperationen mit Betrieben und der Jugendberufsagentur bereiten die Jugendlichen praxisnah auf die Zeit nach der Schule vor. Dieser Fokus spiegelt sich auch in der Möglichkeit wider, handwerkliche Fächer wie Metall-, Holz- und Textiltechnik zu belegen.
Aktuelle Projekte und Entwicklungen 2026
Auch im Jahr 2026 bleibt die Stadtteilschule Flottbek in Bewegung. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Teilnahme am bundesweiten „Startchancen-Programm“. In diesem Rahmen erhielt die Schule Mittel aus einem Innovationsfonds, um das Projekt „Lernräume für Verantwortung“ umzusetzen. Dieses schulweite Entwicklungsmodell soll ab dem kommenden Schuljahr den Unterricht, den Ganztag und die Sozialpädagogik systematisch miteinander verbinden und so die Schüler zu mehr Eigenverantwortung anleiten.
Ein weiteres aktuelles Thema ist die Pünktlichkeit. Um einen störungsfreien Unterricht, insbesondere in den Prüfungsphasen, zu gewährleisten, hat die Schule für die Zeit ab dem 30. März 2026 eine „Pünktlichkeitswoche“ initiiert. Dies zeigt, wie die Schulleitung auf Herausforderungen im Schulalltag reagiert. Die jüngste Schulinspektion bescheinigte der Schule bereits hervorragende Ergebnisse, insbesondere in den Bereichen Wertschätzung, Unterricht und Leitung. Die Kooperation mit der Universität Hamburg im Bereich Universal Design for Learning (UDL) zur Förderung von Chancengerechtigkeit ist ein weiterer Beleg für die innovative Ausrichtung der Schule.
Die Oberstufe an der STS Flottbek
Ein Meilenstein in der jüngeren Geschichte der Stadtteilschule Flottbek war der Aufbau einer eigenen gymnasialen Oberstufe. Seit 2022 wird diese kontinuierlich weiterentwickelt, und im Juli 2025 konnte der erste Jahrgang erfolgreich sein Abitur ablegen. Die Oberstufe ist zweizügig, was eine enge und individuelle Betreuung der Schülerinnen und Schüler ermöglicht.
Der Unterricht findet in einem eigens eingerichteten Bereich im Neubau der Schule statt, der den Bedürfnissen der Oberstufenschüler angepasst ist und über einen Gemeinschaftsraum sowie eine Küche verfügt. Alle Schüler der 11. Klassen werden mit iPads ausgestattet, um digitale und analoge Lehrmethoden zu verbinden und sie auf die digitale Transformation der Gesellschaft vorzubereiten. Die Schule bietet verschiedene Profile an, darunter:
- Hamburg als Wirtschafts- und Medienstandort: mit den Profilfächern Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (PGW), Wirtschaft und Biologie.
- Kulturwerkstatt: mit den Profilfächern Kunst, Geschichte und Pädagogik.
Die Anmeldung für die 11. Klasse steht sowohl internen als auch externen Bewerbern offen. Der Anmeldeschluss für das Schuljahr 2026/2027 war der 27. Februar 2026. Für die Aufnahme externer Schülerinnen und Schüler finden spezielle Aufnahmegespräche statt. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind auf der Schulwebsite detailliert beschrieben.
Anmeldung und wichtige Termine
Die Anmeldung für die neuen 5. Klassen an der Stadtteilschule Flottbek findet jährlich in einem von der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung festgelegten Zeitraum statt. Für das Schuljahr 2026/27 lag die Anmeldewoche für die 5. Klassen Anfang Februar. Interessierte Eltern konnten sich zuvor bei Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür im Januar oder bei Informationsabenden einen Eindruck von der Schule verschaffen.
Die Anmeldezahlen für Stadtteilschulen in Hamburg sind in den letzten Jahren stabil und liegen etwa gleichauf mit denen der Gymnasien, was die hohe Akzeptanz des Zwei-Säulen-Modells in der Hansestadt bestätigt. Im Bezirk Altona, zu dem Flottbek gehört, entscheiden sich jedoch tendenziell mehr Eltern für ein Gymnasium. Dennoch hat sich die Stadtteilschule Flottbek als attraktive Alternative etabliert, was auch auf die positive Entwicklung und die guten Ergebnisse der Schulinspektion zurückzuführen ist.
| Datum | Ereignis | Anmerkung |
|---|---|---|
| 16.01.2026 | Tag der offenen Tür | Vorstellung der Schule für zukünftige 5. Klässler |
| 02.02. – 06.02.2026 | Anmeldewoche Klasse 5 | Zentraler Zeitraum für die Schulanmeldung |
| 27.02.2026 | Anmeldeschluss Klasse 11 | Frist für die Anmeldung zur Oberstufe |
| Ab 10.04.2026 | ESA/MSA-Prüfungen | Schriftliche Abschlussprüfungen |
| Ab 21.04.2026 | Abiturprüfungen | Schriftliche Prüfungen für die Oberstufe |
| 02.07.2026 | Ausgabe der Abiturzeugnisse | Feierliche Entlassung der Abiturienten |
Kooperationen und Partnerschaften
Um das schulische Angebot zu bereichern und den Schülerinnen und Schülern vielfältige Lerngelegenheiten zu bieten, pflegt die Stadtteilschule Flottbek eine Reihe von Kooperationen. Im Ganztagsbereich arbeitet die Schule eng mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zusammen, um ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm zu gestalten. Das Mittagessen wird von einem externen Anbieter geliefert.
Im Bereich der kulturellen Bildung ist die Schule eine anerkannte TUSCH-Schule (Theater und Schule) und arbeitet mit einem Künstlerkollektiv zusammen. Diese Partnerschaft ermöglicht kreative Projekte und bereichert den Schulalltag. Eine besonders wichtige Partnerschaft besteht, wie bereits erwähnt, mit der Universität Hamburg, um moderne, inklusive Unterrichtskonzepte wie das Universal Design for Learning (UDL) zu implementieren. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Dormagen in kulturellen Projekten erweitert den Horizont der Schüler. In der Oberstufe gibt es zudem eine Kooperation mit der Esther Bejarano Schule, um das Profilangebot zu erweitern. Diese Vernetzung im Stadtteil und darüber hinaus ist ein wichtiger Teil des Schulprofils. Kritische Auseinandersetzungen, wie sie beispielsweise bei der Aufarbeitung der Geschichte von Christiane F. stattfinden, sind ebenfalls Teil des Bildungsauftrags.
Fazit: Die Stadtteilschule Flottbek als zukunftsorientierter Lernort
Die Stadtteilschule Flottbek präsentiert sich im Jahr 2026 als eine moderne und engagierte Schule, die ihren Schülerinnen und Schülern eine umfassende Bildung und individuelle Entwicklungspfade bietet. Durch die Kombination aus sozialem Lernen, starker Berufsorientierung und dem Aufbau einer eigenen Oberstufe deckt sie ein breites Spektrum ab. Innovative Projekte wie „Lernräume für Verantwortung“ und die Kooperation mit der Universität Hamburg zeigen, dass die Schule nicht stillsteht, sondern sich kontinuierlich weiterentwickelt, um den Anforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden. Für Eltern und Schüler im Hamburger Westen stellt sie eine attraktive Option im Zwei-Säulen-Schulsystem dar.