Der ESC Vote 2026 steht am 16.05.2026 wieder im Mittelpunkt des Interesses, wenn in Wien der 70. Eurovision Song Contest entschieden wird. Millionen Zuschauer in der DACH-Region und ganz Europa fiebern mit und wollen mit ihrer Stimme das Ergebnis beeinflussen. Doch das Abstimmungssystem wurde für dieses Jahr reformiert. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den neuen Regeln, den Kosten für Anrufe und SMS sowie den Unterschieden zwischen Jury- und Publikumsvoting.
Der Eurovision Song Contest ist ein Wettbewerb, bei dem die Abstimmung über Sieg oder Niederlage entscheidet. Das System kombiniert die Stimmen von nationalen Fachjurys und dem Publikum (Televoting), um ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erzielen. Für den ESC 2026 in Wien wurden einige signifikante Änderungen am Abstimmungsverfahren vorgenommen.
Änderungen beim ESC Vote 2026: Das ist neu
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat für den Eurovision Song Contest 2026 wichtige Änderungen am Votingsystem beschlossen, um die Transparenz und Fairness zu stärken. Eine der zentralsten Neuerungen ist die Wiedereinführung der professionellen Jurys in den Halbfinals. Nachdem 2023 und 2025 ausschließlich das Publikum über den Finaleinzug entschied, wird nun wieder eine 50/50-Gewichtung zwischen Jury- und Zuschauerstimmen angestrebt.
Zudem wurde die maximale Anzahl der Stimmen, die pro Person und Zahlungsmethode (Anruf, SMS, Online) abgegeben werden können, von 20 auf 10 halbiert. Diese Maßnahme soll Fans ermutigen, ihre Stimmen auf mehrere favorisierte Beiträge zu verteilen und eine Konzentration auf einen einzigen Act zu verhindern. Des Weiteren wurden die Regeln zur Promotion der Beiträge verschärft, um eine unverhältnismäßige Einflussnahme durch Dritte, einschließlich staatlicher Kampagnen, zu unterbinden.
So funktioniert der ESC Vote: Jury- und Televoting
Das Endergebnis des Eurovision Song Contest setzt sich aus zwei gleichberechtigten Teilen zusammen: dem Votum nationaler Fachjurys und dem Televoting des Publikums in den teilnehmenden Ländern. Dieses duale System soll sicherstellen, dass sowohl musikalische Qualität aus Expertensicht als auch die Popularität beim breiten Publikum in die Wertung einfließen.
Das Jury-Voting
In jedem der 35 teilnehmenden Länder bewertet eine professionelle Jury, deren Mitgliederzahl für 2026 von fünf auf sieben erhöht wurde, die Auftritte. Diese Jurys bestehen aus Musikexperten wie Journalisten, Lehrern oder Produzenten und müssen nun auch mindestens zwei Mitglieder im Alter von 18 bis 25 Jahren umfassen. Die Juroren vergeben ihre Punkte bereits während der Generalprobe am Vorabend der Live-Show. Ihre Top-10-Favoriten erhalten Punkte nach dem bekannten Schema: 12, 10, und 8 bis 1 Punkt(e).
Das Televoting des Publikums
Parallel zur Jury können die Zuschauer per Anruf, SMS oder über die offizielle ESC-App für ihre Lieblingssongs abstimmen. Eine grundlegende Regel bleibt bestehen: Man kann nicht für das eigene Land abstimmen. Die zehn meistgewählten Songs des Publikums eines Landes erhalten ebenfalls 12, 10 und 8 bis 1 Punkt(e). Im großen Finale werden zunächst die Jurypunkte von Sprechern aus jedem Land verkündet, bevor die gesammelten Televoting-Punkte addiert werden, was für maximale Spannung bis zum Schluss sorgt.
Kosten und Möglichkeiten der Abstimmung in DACH
Die Kosten für den ESC Vote variieren je nach Land und Abstimmungsmethode. Es ist ratsam, sich vor der Abstimmung über die genauen Gebühren zu informieren, um unerwartete Kosten zu vermeiden. In der DACH-Region gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Stimme abzugeben.
In Deutschland ist die Abstimmung vergleichsweise günstig. Ein Anruf aus dem Festnetz kostet in der Regel 14 Cent, eine SMS 20 Cent. Abgestimmt werden kann per Telefon unter der Nummer 01371 3636, gefolgt von der zweistelligen Startnummer des favorisierten Landes, oder per SMS an die 99599 mit der Startnummer im Text. Auch eine Online-Abstimmung über die offizielle Webseite esc.vote ist möglich, hierfür ist eine Kreditkarte erforderlich. Die deutsche Teilnehmerin, Sarah Engels, kann vom deutschen Publikum natürlich nicht gewählt werden.
Für Zuschauer in Österreich kostet jeder Anruf oder jede SMS 50 Cent. Die Telefonnummer für das Voting lautet 0901-05025, gefolgt von der Startnummer. In der Schweiz sind die Kosten höher; hier schlägt ein Anruf oder eine SMS mit 1,20 CHF zu Buche, wie aus den Vorjahren bekannt ist. Die genaue Nummer für 2026 wird während der Show bekannt gegeben.
‚Rest of the World‘-Vote: Globale Fans stimmen ab
Seit 2023 gibt es eine bedeutende Neuerung, die den ESC noch globaler macht: der „Rest of the World“-Vote. Fans aus Ländern, die nicht am Wettbewerb teilnehmen, können online über die Plattform www.esc.vote abstimmen. Alle Stimmen aus diesen Ländern werden gebündelt und zählen so viel wie die Stimmen eines einzelnen Teilnehmerlandes. Das bedeutet, dass der „Rest der Welt“ einen eigenen Satz von 12, 10 und 8 bis 1 Punkten vergibt. Die Abstimmung für diese Gruppe öffnet oft schon deutlich vor der Live-Show und kostet in der Regel 0,99 Euro pro Stimme.
Deutschlands Rolle im ESC-Finale 2026
Deutschland gehört zu den sogenannten „Big Five“, den größten Geldgebern der EBU. Aus diesem Grund ist der deutsche Beitrag, wie auch die Beiträge aus Frankreich, Großbritannien und Italien, automatisch für das große Finale am 16. Mai 2026 qualifiziert. Dieses Jahr wird Deutschland von Sarah Engels mit dem Song „Fire“ vertreten, die mit Startnummer zwei ins Rennen geht. Während das deutsche Publikum im Finale für alle anderen 24 teilnehmenden Nationen voten kann, ist es für die Halbfinals nur in einem der beiden stimmberechtigt. Diese Regelung sorgt für Fairness, da die direkt qualifizierten Länder so ebenfalls am Halbfinal-Voting beteiligt sind. Für eine erfolgreiche Platzierung sind jedoch nicht nur die Stimmen der Zuschauer entscheidend, sondern auch die Punkte der internationalen Jurys. Die Mischung aus beidem macht den Reiz und die Unvorhersehbarkeit des Wettbewerbs aus, was sich auch auf die wirtschaftliche Situation von Künstlern auswirken kann.
| Land | Anruf (Kosten pro Anruf) | SMS (Kosten pro SMS) | Online-Voting |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 0,14 € (aus dem Festnetz) | 0,20 € | Ja (esc.vote) |
| Österreich | 0,50 € | 0,50 € | Keine Angabe |
| Schweiz | ca. 1,20 CHF (basierend auf 2024) | ca. 1,20 CHF (basierend auf 2024) | Keine Angabe |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum ESC Vote
Kann ich für mein eigenes Land beim ESC abstimmen?
Nein, eine der fundamentalen Regeln des ESC-Votings besagt, dass Zuschauer und Jurys nicht für den Beitrag ihres eigenen Landes stimmen dürfen. Diese Regel soll die Fairness des Wettbewerbs gewährleisten.
Wie viele Stimmen kann ich beim ESC Vote 2026 abgeben?
Für den ESC 2026 wurde die maximale Anzahl der Stimmen pro Person und Zahlungsmethode (Telefon, SMS, online) von 20 auf 10 reduziert. Sie können diese 10 Stimmen einem einzigen Land geben oder auf mehrere Länder verteilen.
Wann beginnt das Voting im großen Finale?
Im großen Finale öffnet das Voting-Fenster in der Regel kurz vor dem ersten Auftritt und bleibt während aller Performances geöffnet. Es schließt dann etwa 40 Minuten nach dem letzten Song.
Was ist der „Rest of the World“-Vote?
Der „Rest of the World“-Vote ermöglicht es Fans aus nicht teilnehmenden Ländern, online abzustimmen. Alle diese Stimmen werden zu einem Ergebnis zusammengefasst, das wie ein zusätzliches Land gewertet wird und einen eigenen Satz von 1-12 Punkten vergibt.
Warum gibt es beim ESC sowohl eine Jury als auch ein Televoting?
Das duale System aus 50% Jury-Stimmen und 50% Publikumsstimmen wurde eingeführt, um ein ausgewogenes Ergebnis zu erzielen. Während die Jury musikalische Kriterien wie Komposition und Stimmqualität bewertet, spiegelt das Televoting die Meinung des breiten Publikums wider. Dies soll verhindern, dass nur reine Fan-Favoriten oder Nachbarschaftsvotings das Ergebnis dominieren.
Fazit
Der ESC Vote 2026 bringt mit der Wiedereinführung der Jurys im Halbfinale und der Reduzierung der maximalen Stimmenzahl wichtige Änderungen mit sich, die auf mehr Ausgewogenheit und Fairness abzielen. Für Fans in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt die Teilnahme per Anruf, SMS oder online eine spannende Möglichkeit, das Ergebnis des größten Musikwettbewerbs der Welt direkt zu beeinflussen. Es ist jedoch entscheidend, die Regeln und Kosten zu kennen, um am Finalabend in Wien bestens vorbereitet zu sein und den eigenen Favoriten die entscheidenden Punkte zu sichern. Die Kombination aus Expertenmeinung und Publikumsvotum macht den Reiz des ESC aus und wird auch 2026 wieder für einen nervenaufreibenden Abend sorgen.