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Anklam in Mecklenburg-Vorpommern ist zum Stand 11.04.2026 weit mehr als nur die Geburtsstadt des Flugpioniers Otto Lilienthal. Die Hansestadt, strategisch am Peenetal und als Tor zur Insel Usedom gelegen, entwickelt sich zu einem bemerkenswerten Zentrum für erneuerbare Energien und nachhaltige Wirtschaftskonzepte. Diese Entwicklung, gepaart mit reicher Geschichte und vielfältigen Kulturangeboten, macht Anklam zu einem aktuell viel beachteten Ort in der DACH-Region.
Inhaltsverzeichnis
Anklams reiche Geschichte: Von der Hanse bis heute
Die Geschichte von Anklam ist tief in der deutschen und europäischen Handelshistorie verwurzelt. Erstmals 1243 urkundlich als „Tanchlim“ erwähnt, erhielt die Stadt bereits 1264 das Stadtrecht und trat 1283 dem mächtigen Bund der Hanse bei. Diese Mitgliedschaft brachte der Stadt an der Peene erheblichen Wohlstand, der sich heute noch in der imposanten Backsteingotik der Kirchen und Stadttore widerspiegelt. Die strategische Lage am Fluss war entscheidend für die Entwicklung als Handelsplatz, insbesondere für den Fischfang.
Allerdings war die Historie nicht nur von Blütezeiten geprägt. Kriege wie der Dreißigjährige Krieg und die Pest hinterließen tiefe Spuren und führten zu mehrfachen Zerstörungen und Bevölkerungsverlusten. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 wurde Anklam Teil von Schwedisch-Pommern, bevor es 1720 preußisch wurde. Auch im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Zerstörungen. Der Wiederaufbau in der DDR-Zeit prägte das Stadtbild nachhaltig, bevor nach der Wiedervereinigung 1990 umfangreiche Sanierungsarbeiten begannen, um das historische Erbe zu bewahren und die Stadt modern zu gestalten.
Auf den Spuren von Otto Lilienthal in Anklam
Untrennbar mit dem Namen Anklam verbunden ist der Flugpionier Otto Lilienthal, der hier 1848 geboren wurde. Er gilt als der erste Mensch, der erfolgreich wiederholbare Gleitflüge mit einem Flugapparat absolvierte. Seine systematischen Untersuchungen und mehr als 2.000 Flüge legten den Grundstein für die moderne Luftfahrt und inspirierten Pioniere wie die Gebrüder Wright.
Das Otto-Lilienthal-Museum in seiner Geburtsstadt ist heute ein international renommierter Anziehungspunkt. Es beherbergt die weltweit größte Sammlung von Lilienthals Flugapparaten und bietet interaktive Exponate, die den Traum vom Fliegen erlebbar machen. Das Museum beschreibt eindrücklich den Weg von den ersten Flugversuchen bis zur modernen Luftfahrtgeschichte. Ein weiteres Denkmal ehrt den berühmtesten Sohn der Stadt auf dem Pferdemarkt nahe der St. Marienkirche.
Die Top-Sehenswürdigkeiten in Anklam
Neben dem Lilienthal-Museum bietet Anklam eine Reihe weiterer sehenswerter Orte, die von der langen Stadtgeschichte zeugen:
- St. Marienkirche: Eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert, die ein beeindruckendes Beispiel der Backsteingotik darstellt.
- Nikolaikirche: Ebenfalls eine gotische Hallenkirche, die im Krieg stark zerstört und seit 1995 wiederaufgebaut wurde. Sie dient heute als Kultur- und Veranstaltungsort.
- Steintor: Das mächtige Stadttor aus dem 15. Jahrhundert ist eines der Wahrzeichen Anklams und beherbergt heute das stadtgeschichtliche Museum.
- Pulverturm: Ein weiterer Überrest der mittelalterlichen Stadtbefestigung, der die Wehrhaftigkeit der Hansestadt erahnen lässt.
Ein Spaziergang durch die Altstadt führt Besucher vorbei an sanierten Bürgerhäusern und Plätzen, die zum Verweilen einladen. Die Nähe zum Wasser prägt das Stadtbild und bietet immer wieder malerische Ausblicke.
Anklam als Vorreiter der Energiewende 2026
Besonders aktuell ist die Entwicklung von Anklam zu einem Hotspot für erneuerbare Energien. Die Stadt wurde im Februar 2026 von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als „Energie-Kommune des Monats“ ausgezeichnet. Diese Ehrung würdigt den innovativen Ansatz, industrielle Transformation mit Klimaschutz zu verbinden. Richtungsweisend sind dabei zwei Projekte: das Innovationsbündnis „biogeniV“ zur nachhaltigen Nutzung biogener Reststoffe und ein geplantes Verbundkraftwerk, das mit überschüssigem erneuerbarem Strom grünen Wasserstoff und Methanol erzeugen soll.
Am 25. April 2026 findet zudem der landesweite „EnergieTag MV“ statt, dessen Vorbereitungen in Anklam koordiniert werden. Diese Initiativen zeigen, dass Anklam nicht nur seine Geschichte pflegt, sondern aktiv die Zukunft gestaltet und sich als Modellregion für die Energiewende positioniert. Diese Entwicklung schafft neue wirtschaftliche Perspektiven und macht die Stadt für Investoren und Fachkräfte interessant. Passend dazu ist für den 12. April 2026 die Bürgermeisterwahl angesetzt, bei der diese Zukunftsthemen eine wichtige Rolle spielen dürften.
Naturerlebnis Peenetal: Der Amazonas des Nordens
Die Lage am Fluss Peene beschert Anklam ein einzigartiges Naturerbe direkt vor der Haustür. Das Peenetal gilt als einer der letzten unverbauten Flüsse Deutschlands und wird wegen seiner Artenvielfalt und unberührten Landschaft oft als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet. Hier sind seltene Tiere wie Seeadler, Biber und Fischotter beheimatet.
Für Naturfreunde und Aktivurlauber ist die Region ein Paradies. Ausgedehnte Kanutouren, Solarboot-Fahrten oder geführte Moorwanderungen bieten die Möglichkeit, diese einmalige Flusslandschaft zu erkunden. Gut ausgebaute Radwege wie der Radfernweg Berlin-Usedom führen ebenfalls durch die Region und verbinden Naturerlebnisse mit kulturellen Stopps in Anklam. Der moderne Wasserwanderrastplatz der Stadt ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Touren auf dem Wasser.
Veranstaltungen und Kultur in Anklam
Anklam bietet das ganze Jahr über einen vollen Veranstaltungskalender. Zu den Höhepunkten gehören das traditionelle Hansefest, das internationale Trabi-Treffen und das Open-Air-Theater „Die Peene brennt“ der Vorpommerschen Landesbühne. Der aktuelle Kalender für April 2026 listet diverse Aktivitäten wie Erlebnis-Wanderungen, Konzerte und Theatervorstellungen. Auch für das restliche Jahr sind bereits zahlreiche Events geplant, von Tagesausflügen über Feste bis hin zu Weihnachtskonzerten, die das soziale und kulturelle Leben der Stadt bereichern. Die Kulturszene profitiert von Spielstätten wie dem Theater Anklam, dem Kino und den vielseitig genutzten Kirchen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Als Mittelzentrum verfügt Anklam über eine solide Infrastruktur mit allen Schularten, einem Krankenhaus und guten Einkaufsmöglichkeiten. Die verkehrstechnische Anbindung ist durch die Bundesstraßen B109, B110 und B197 sowie die Nähe zur Autobahn A20 gesichert. Der Bahnhof liegt an der wichtigen Eisenbahnstrecke Berlin-Rügen. Zu den größten Unternehmen am Standort gehören die Cosun Beet Company (Zuckerfabrik) und Dienstleister im Gesundheitswesen. Die Stadt fördert aktiv Investitionen und bietet attraktive Gewerbe- und Wohnflächen, um den Standort weiter zu stärken. Die zukunftsorientierten Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien dürften die wirtschaftliche Dynamik in den kommenden Jahren weiter beflügeln. Ein Blick in die Zukunft zeigt auch Investitionen in den Wohnungsbau, wie die geplanten Sanierungen und der Bau von Mieterstrommodellen durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWA. Wer sich für die wirtschaftliche Entwicklung interessiert, findet in der Debatte um den Fehlende Altersvorsorge auch gesamtgesellschaftliche Themen, die für die Region relevant sind.
Tabelle: Hansestadt Anklam in Zahlen
| Merkmal | Daten | Quelle |
|---|---|---|
| Einwohnerzahl | ca. 12.363 (Stand 2023) | Wegweiser Kommune |
| Fläche | 56,68 km² | Wikipedia |
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern | Wikipedia |
| Landkreis | Vorpommern-Greifswald | Wikipedia |
| Postleitzahl | 17389 | Wikipedia |
| Vorwahl | 03971 | Wikipedia |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Anklam
Was ist das Besondere an Anklam?
Anklam ist besonders bekannt als Geburtsstadt des Flugpioniers Otto Lilienthal. Zudem ist es eine historische Hansestadt mit bedeutenden Bauten der Backsteingotik und liegt inmitten der einzigartigen Naturlandschaft des Peenetals, auch „Amazonas des Nordens“ genannt. Aktuell macht sich die Stadt als Modellregion für die Energiewende einen Namen.
Wo liegt Anklam genau?
Anklam liegt im Nordosten Deutschlands im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt befindet sich am Fluss Peene, kurz vor dessen Mündung in den Peenestrom, und wird oft als „Tor zur Insel Usedom“ bezeichnet.
Was kann man in Anklam unternehmen?
In Anklam können Sie das Otto-Lilienthal-Museum besuchen, die historischen Kirchen St. Marien und St. Nikolai besichtigen oder im Museum im Steintor mehr über die Stadtgeschichte erfahren. Die Natur des Peenetals lädt zu Boots-, Rad- oder Wandertouren ein. Zudem gibt es ein Theater, ein Kino und regelmäßige Veranstaltungen wie das Hansefest.
Wie komme ich am besten nach Anklam?
Anklam ist gut erreichbar. Mit dem Auto über die Bundesstraßen B109, B110, B197 und die nahegelegene Autobahn A20. Die Stadt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin-Stralsund/Rügen. Auch Fernbusse wie Flixbus halten in Anklam.
Ist Anklam eine Hansestadt?
Ja, Anklam ist eine Hansestadt. Sie trat dem Hansebund bereits im Jahr 1283 bei. Seit 1990 trägt die Stadt diesen Titel auch wieder offiziell im Namen, um an ihre bedeutende Vergangenheit als Handelsstadt zu erinnern.
Fazit
Die Hansestadt Anklam präsentiert sich im Jahr 2026 als ein Ort der faszinierenden Kontraste. Sie ehrt ihr reiches Erbe als Hansestadt und Heimat Otto Lilienthals, während sie gleichzeitig mutig in die Zukunft blickt und sich als Zentrum für erneuerbare Energien etabliert. Die einzigartige Lage am „Amazonas des Nordens“ und die Nähe zur Ostseeinsel Usedom steigern die Lebensqualität und den touristischen Reiz zusätzlich. Wer eine Stadt erleben möchte, in der Geschichte, Natur und Innovation eine dynamische Verbindung eingehen, für den ist Anklam definitiv eine Reise wert. Ein Besuch könnte auch mit einem Ausflug zu anderen spannenden Orten verbunden werden, ähnlich wie bei der Analyse von Alanyaspor – Trabzonspor, wo ebenfalls lokale Gegebenheiten eine Rolle spielen.
Jonas Schmidt, Online-Redakteur
Jonas Schmidt ist erfahrener Online-Redakteur und SEO-Experte mit einem Fokus auf Regionalentwicklung, Geschichte und nachhaltige Technologien. Seit über 10 Jahren analysiert er für verschiedene Publikationen die Entwicklung von Städten und Regionen im DACH-Raum. Seine Berichterstattung basiert stets auf sorgfältiger Recherche und verifizierten Fakten. Für Altstadtkirche.de beleuchtet er Orte, die durch eine spannende Verbindung von Tradition und Moderne von sich reden machen.
Für Social Media
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