Die Rosen-Ökobilanz am Valentinstag ist alarmierend, da der immense Bedarf Deutschlands durch Importe, vor allem aus Kenia und Südamerika, gedeckt wird. Diese Praxis führt zu hohem Wasserverbrauch in ohnehin wasserarmen Regionen und zur Ausbeutung von Arbeitskräften. Trotzdem können Rosen aus Kenia, aufgrund der ganzjährigen Anbaumöglichkeiten, eine bessere Klimabilanz aufweisen als Rosen aus beheizten, europäischen Gewächshäusern. Rosen ökobilanz steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- Deutschland importiert jährlich etwa 1,2 Milliarden Rosen.
- Rosen aus Kenia können eine bessere Klimabilanz haben als Rosen aus den Niederlanden.
- Fairtrade-Rosen aus Ostafrika verursachen bis zu zwei Drittel weniger CO2-Emissionen als niederländische Rosen.
- Der Transport per Schiff ist die klimafreundlichste Option für Rosen.
| Unternehmen | Umsatz | Gewinn/Verlust | Mitarbeiterzahl | Branche | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Blumenhandel (Deutschland, gesamt) | ca. 8 Mrd. Euro | Variabel | ca. 100.000 | Floristik | Stabil |
Wie schlecht ist die Rosen-Ökobilanz wirklich?
Die Rosen-Ökobilanz wird maßgeblich durch den Anbauort, die Produktionsbedingungen und den Transport beeinflusst. Während Rosen aus afrikanischen Ländern wie Kenia aufgrund des sonnenreichen Klimas ganzjährig im Freien wachsen können, benötigen europäische Züchter beheizte Gewächshäuser, was den Energieverbrauch und somit die CO2-Emissionen in die Höhe treibt. Hinzu kommt der Transport: Der Import per Flugzeug, der schnellste Weg, um die Blumen frisch zu halten, verursacht deutlich mehr Emissionen als der Transport per Schiff. Laut einer Studie der Organisation Fairtrade verursachen Rosen aus den Niederlanden etwa 27 kg CO2-Äquivalente pro Strauß, während Rosen aus Kenia nur 9,3 kg verursachen, wenn sie per Flugzeug transportiert werden. Der Transport per Schiff reduziert die Emissionen sogar auf 1,2 kg CO2-Äquivalente.
Der deutsche Blumenmarkt ist stark von Importen abhängig. Etwa 80% der Schnittblumen, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus dem Ausland. Die Niederlande sind dabei der wichtigste Handelspartner, gefolgt von Ländern in Afrika und Südamerika.
Rosen aus Kenia oder aus Europa – was ist nachhaltiger?
Die Frage, ob Rosen aus Kenia oder aus Europa die bessere Wahl sind, ist komplex. Einerseits profitieren afrikanische Länder vom Blumenexport, der Arbeitsplätze schafft und zur wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt. Andererseits sind die Arbeitsbedingungen auf einigen Plantagen prekär, und der hohe Wasserverbrauch in ohnehin trockenen Regionen stellt ein Problem dar. Europäische Rosen hingegen haben zwar oft eine schlechtere CO2-Bilanz aufgrund des Energiebedarfs in den Gewächshäusern, unterliegen aber strengeren Umweltauflagen und Arbeitsgesetzen. Eine Studie der Universität Hohenheim kommt zu dem Schluss, dass die Wahl der nachhaltigsten Rose von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die spezifischen Anbaumethoden, die Transportwege und die sozialen Standards auf den Plantagen. (Lesen Sie auch: Valentinstag Kuss: Was Steckt Wirklich Hinter dem…)
Stern berichtet, dass Deutschland jährlich etwa 1,2 Milliarden Rosen importiert, um die Nachfrage zu decken.
Welche Rolle spielen Fairtrade-Rosen?
Fairtrade-Rosen stellen eine Möglichkeit dar, die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Blumenhandels zu reduzieren. Fairtrade-Standards garantieren faire Preise für die Produzenten, verbieten Kinderarbeit und fördern umweltfreundliche Anbaumethoden. Durch den Kauf von Fairtrade-Rosen können Verbraucher einen Beitrag zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Anbauländern leisten. Allerdings machen Fairtrade-Rosen nur einen kleinen Teil des gesamten Blumenmarktes aus. Laut Fairtrade Deutschland sind etwa 15% der in Deutschland verkauften Rosen Fairtrade-zertifiziert. Es gibt auch Kritik an Fairtrade, die besagt, dass die Standards nicht immer ausreichend kontrolliert werden und dass die Vorteile nicht immer bei den Arbeitern ankommen.
Der Valentinstag hat eine lange Tradition und geht auf das römische Fest der Lupercalia zurück. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Valentinstag zu einem Tag der Liebenden, an dem Blumen und Geschenke ausgetauscht werden. Der kommerzielle Aspekt des Valentinstags hat in den letzten Jahren jedoch zugenommen, was zu einer verstärkten Kritik an den ökologischen und sozialen Auswirkungen geführt hat.
Fairtrade Deutschland bietet weitere Informationen zu Fairtrade-Blumen und -Standards.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Verbraucher bedeutet die komplexe Rosen-Ökobilanz, dass sie bewusste Entscheidungen treffen müssen, wenn sie zum Valentinstag oder zu anderen Anlässen Rosen verschenken möchten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen zu reduzieren:
- Regionale Blumen kaufen: Saisonale Blumen aus regionalem Anbau haben in der Regel eine bessere Ökobilanz als importierte Rosen.
- Fairtrade-Rosen wählen: Fairtrade-Zertifizierungen garantieren faire Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Anbaumethoden.
- Auf den Transportweg achten: Rosen, die per Schiff transportiert werden, haben eine deutlich bessere Klimabilanz als Rosen, die per Flugzeug transportiert werden.
- Weniger ist mehr: Anstatt eines großen Rosenstraußes kann man auch eine einzelne Rose oder andere blumige Aufmerksamkeiten verschenken.
- Alternative Liebesbeweise finden: Es gibt viele andere Möglichkeiten, seine Liebe auszudrücken, die weniger umweltschädlich sind als Rosen, z.B. selbstgemachte Geschenke, gemeinsame Erlebnisse oder Spenden an wohltätige Organisationen.
Die Verbraucherzentrale bietet Beratung zu nachhaltigem Konsum und fairem Handel.
Gibt es nachhaltige Alternativen zu Rosen?
Ja, es gibt zahlreiche nachhaltige Alternativen zu Rosen, die eine geringere Umweltbelastung verursachen. Saisonale Blumen aus regionalem Anbau sind eine gute Wahl, da sie keine langen Transportwege benötigen und in der Regel ohne den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln angebaut werden. Auch Trockenblumen sind eine nachhaltige Option, da sie lange haltbar sind und keinen Wasserverbrauch verursachen. Zimmerpflanzen sind ebenfalls eine gute Alternative, da sie die Luft reinigen und das Raumklima verbessern. Darüber hinaus gibt es viele andere Möglichkeiten, seine Liebe auszudrücken, die weniger umweltschädlich sind als Blumen, z.B. selbstgemachte Geschenke, gemeinsame Erlebnisse oder Spenden an wohltätige Organisationen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Valentinstag nicht nur ein Tag der Blumen, sondern ein Tag der Liebe und Wertschätzung ist, und dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, diese auszudrücken. (Lesen Sie auch: Tarifverhandlungen öffentlichen Dienst: öffentlicher)
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Ökobilanz von Rosen oft so schlecht?
Die schlechte Ökobilanz von Rosen resultiert hauptsächlich aus dem Anbau in energieintensiven Gewächshäusern (vor allem in Europa) und den langen Transportwegen, insbesondere per Flugzeug, um die Frische zu gewährleisten. Hinzu kommen der hohe Wasserverbrauch und der Einsatz von Pestiziden im Anbau.

Sind Rosen aus Kenia immer umweltschädlicher als Rosen aus den Niederlanden?
Nein, das ist nicht zwangsläufig der Fall. Rosen aus Kenia können aufgrund des günstigen Klimas und des Anbaus im Freien eine bessere CO2-Bilanz aufweisen als niederländische Rosen aus beheizten Gewächshäusern. Allerdings spielen Transportwege und Arbeitsbedingungen eine wichtige Rolle. (Lesen Sie auch: Andrej Tschikatilo: Wie Wurde ein Lehrer zum…)
Was bedeutet Fairtrade-Zertifizierung bei Rosen?
Eine Fairtrade-Zertifizierung bei Rosen garantiert faire Preise für die Produzenten, verbietet Kinderarbeit und fördert umweltfreundliche Anbaumethoden. Sie trägt dazu bei, die sozialen und ökologischen Auswirkungen des Blumenhandels zu reduzieren.
Welche Alternativen gibt es zu Rosen am Valentinstag?
Nachhaltige Alternativen zu Rosen sind saisonale Blumen aus regionalem Anbau, Trockenblumen, Zimmerpflanzen, selbstgemachte Geschenke, gemeinsame Erlebnisse oder Spenden an wohltätige Organisationen. Der Fokus sollte auf der Geste der Liebe und Wertschätzung liegen.
Wie kann ich als Verbraucher die Rosen-Ökobilanz verbessern?
Als Verbraucher können Sie die Rosen-Ökobilanz verbessern, indem Sie regionale Blumen kaufen, Fairtrade-Rosen wählen, auf den Transportweg achten, weniger Rosen kaufen oder alternative Liebesbeweise finden, die weniger umweltschädlich sind.
Die Diskussion um die Rosen-Ökobilanz zeigt, dass auch vermeintlich unbedenkliche Konsumgüter wie Blumen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern haben können. Es liegt an den Verbrauchern, bewusste Entscheidungen zu treffen und nachhaltige Alternativen zu wählen, um einen Beitrag zu einer gerechteren und umweltfreundlicheren Welt zu leisten. Die Sensibilisierung für die Problematik der Rosen-Ökobilanz ist ein wichtiger Schritt, um langfristig Veränderungen im Blumenhandel zu bewirken. (Lesen Sie auch: Jangtse Fluss Fische: Erholung Dank Fischereiverbot?)



