DIW-Präsident Fratzscher warnt: Mehrwertsteuererhöhung wäre sozial fatal
„Wir müssen davon ausgehen, dass es sich die Koalition am Ende leicht machen wird.“ Mit diesen deutlichen Worten skizziert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), ein Szenario, das viele Bürger mit Sorge betrachten: die mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer. Eine Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte würde zwar kurzfristig die Staatskasse füllen, doch Fratzscher warnt eindringlich vor den sozialen Folgen, die vor allem Menschen mit geringem Einkommen hart treffen würden.

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- DIW-Präsident Fratzscher warnt: Mehrwertsteuererhöhung wäre sozial fatal
- Marcel Fratzscher: Vom Harvard-Absolventen zum DIW-Präsidenten
- Die drohende Mehrwertsteuererhöhung: Ein bequemer, aber riskanter Weg
- Was sind die Alternativen zur Mehrwertsteuererhöhung?
- Die soziale Frage: Wer zahlt die Zeche?
- Marcel Fratzscher privat: Was ist aktuell über ihn bekannt?
- Häufig gestellte Fragen
| Steckbrief: Marcel Fratzscher | |
|---|---|
| Vollständiger Name | Marcel Max Joachim Fratzscher |
| Geburtsdatum | 12. Januar 1971 |
| Geburtsort | Bonn, Nordrhein-Westfalen |
| Alter | 53 Jahre |
| Beruf | Ökonom, Hochschullehrer, Präsident des DIW |
| Bekannt durch | Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) |
| Aktuelle Projekte | Forschung zur sozialen Ungleichheit und Wirtschaftspolitik |
| Wohnort | Berlin |
| Partner/Beziehung | Nicht öffentlich bekannt |
| Kinder | Nicht öffentlich bekannt |
| Social Media | @MFratzscher (Twitter, ca. 70.000 Follower) |
Marcel Fratzscher: Vom Harvard-Absolventen zum DIW-Präsidenten
Marcel Fratzscher ist eine prägende Stimme in der deutschen Wirtschaftspolitik. Geboren in Bonn, absolvierte er ein beeindruckendes Studium der Volkswirtschaftslehre an der renommierten Harvard University, wo er auch promovierte. Seine akademische Laufbahn führte ihn über Stationen bei der Weltbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) bis an die Spitze des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Seit 2013 leitet er das DIW und prägt mit seinen Analysen und Kommentaren die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland maßgeblich. Wie Stern berichtet, sieht Fratzscher die Politik in der Pflicht, sozialverträgliche Lösungen für die Finanzierung des Staates zu finden.
Kurzprofil
- Studium der Volkswirtschaftslehre in Harvard
- Promotion an der Harvard University
- Tätigkeit bei der Weltbank und der EZB
- Seit 2013 Präsident des DIW Berlin
Die drohende Mehrwertsteuererhöhung: Ein bequemer, aber riskanter Weg
Fratzschers Warnung vor einer Mehrwertsteuererhöhung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung nach Wegen sucht, die enormen Haushaltslöcher der kommenden Jahre zu stopfen. Der Ökonom sieht in der Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte auf 21 Prozent eine vermeintlich einfache Lösung, um rund 30 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse zu spülen. Doch er betont gleichzeitig, dass dieser Weg sozial höchst problematisch wäre. Eine solche Maßnahme würde vor allem Haushalte mit geringem Einkommen belasten, da sie einen größeren Teil ihres Einkommens für Konsum ausgeben müssen. Dies würde die ohnehin schon bestehende soziale Ungleichheit weiter verschärfen.
Die politischen Gründe für die Bevorzugung einer Mehrwertsteuererhöhung liegen laut Fratzscher in den festgefahrenen Positionen der Koalitionspartner. Die FDP sträubt sich gegen Steuererhöhungen, während die SPD am Erhalt des Sozialstaats festhalten will. Der Abbau von Subventionen, der ebenfalls zur Konsolidierung des Haushalts beitragen könnte, findet bei beiden Parteien wenig Anklang. In dieser Situation erscheint die Mehrwertsteuererhöhung als ein politisch „bequemer Weg“, da sie weniger Widerstand innerhalb der Koalition erwarten lässt. (Lesen Sie auch: Inflationsrate steigt: Lebensmittelpreise steigen im Januar deutlich…)
Was sind die Alternativen zur Mehrwertsteuererhöhung?
Angesichts der drohenden Haushaltslöcher von über 130 Milliarden Euro in den Jahren 2027 bis 2029 fordert Fratzscher eine umfassendere Strategie, die sowohl Steuererhöhungen als auch den Abbau von Subventionen umfasst. Er plädiert insbesondere für eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer, da Deutschland Vermögen im Vergleich zu anderen Industrieländern sehr niedrig besteuert. „Hier gibt es ein großes Potenzial für Mehreinnahmen, Grund und Boden können schließlich nicht weglaufen“, argumentiert der DIW-Chef. Eine Vermögenssteuer, zumindest für Superreiche, wäre zwar wünschenswert, scheitert aber derzeit an der mangelnden internationalen Koordinierung.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Fratzscher die Abschaffung oder zumindest die Kürzung klimaschädlicher Steuersubventionen, die ein Gesamtvolumen von rund 60 Milliarden Euro haben. Konkret nennt er das Dieselprivileg, die Steuerbefreiung von Kerosin und die Pendlerpauschale. Diese Subventionen sind nicht nur klimaschädlich, sondern auch ökonomisch ineffizient, da sie falsche Anreize setzen und Ressourcen verschwenden.
Klimaschädliche Subventionen in Deutschland haben ein Volumen von etwa 60 Milliarden Euro. Dazu gehören unter anderem das Dieselprivileg und die Steuerbefreiung von Kerosin.
Die soziale Frage: Wer zahlt die Zeche?
Die Debatte um die Mehrwertsteuer Erhöhung verdeutlicht einmal mehr die zentrale Frage der sozialen Gerechtigkeit. Während eine Erhöhung der Mehrwertsteuer kurzfristig die Staatskasse füllen würde, träfe sie vor allem Menschen mit geringem Einkommen überproportional hart. Dies liegt daran, dass einkommensschwache Haushalte einen größeren Teil ihres Einkommens für Konsum ausgeben müssen und somit stärker von steigenden Preisen betroffen wären. Eine solche Maßnahme könnte die soziale Spaltung in Deutschland weiter vertiefen und das Vertrauen in die Politik untergraben. Es ist daher entscheidend, dass die Regierung bei der Suche nach Lösungen zur Konsolidierung des Haushalts die sozialen Auswirkungen berücksichtigt und Maßnahmen ergreift, die eine faire Verteilung der Lasten gewährleisten. Eine einseitige Belastung von einkommensschwachen Haushalten ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch ökonomisch kontraproduktiv, da sie die Binnennachfrage schwächt und das Wirtschaftswachstum bremst. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würde eine Mehrwertsteuererhöhung den Konsum spürbar dämpfen. (Lesen Sie auch: Verbraucherpreise Aktuell: Inflation steigt – Was Bedeutet…)
Marcel Fratzscher privat: Was ist aktuell über ihn bekannt?
Abseits der großen wirtschaftspolitischen Bühnen ist über das Privatleben von Marcel Fratzscher wenig bekannt. Er lebt in Berlin, hält sein Privatleben aber weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass er sich neben seiner Tätigkeit als DIW-Präsident auch als engagierter Hochschullehrer und Redner einen Namen gemacht hat. Seine Expertise ist gefragt, wenn es um Fragen der sozialen Ungleichheit, der europäischen Integration und der Zukunft der deutschen Wirtschaft geht.
Fratzscher nutzt auch die sozialen Medien, insbesondere Twitter, um seine Positionen zu verbreiten und mit der Öffentlichkeit in Dialog zu treten. Seine Tweets sind oft pointiert und regen zur Diskussion an. Er scheut sich nicht, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen und die Politik zum Handeln aufzufordern.
Obwohl er ein vielbeschäftigter Mann ist, legt Fratzscher Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance. Er ist sportlich aktiv und interessiert sich für Kunst und Kultur. Seine Leidenschaft für die Wirtschaftswissenschaften verbindet er mit einem ausgeprägten sozialen Verantwortungsbewusstsein. Dies spiegelt sich auch in seinen zahlreichen Publikationen und Vorträgen wider, in denen er immer wieder auf die Bedeutung einer gerechten und nachhaltigen Wirtschaftspolitik hinweist.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt ist Marcel Fratzscher?
Marcel Fratzscher wurde am 12. Januar 1971 geboren und ist somit aktuell 53 Jahre alt. Er gehört zu den jüngeren Präsidenten des DIW und prägt die wirtschaftspolitische Debatte in Deutschland maßgeblich.
Hat Marcel Fratzscher einen Partner/ist er verheiratet?
Über den Familienstand von Marcel Fratzscher ist öffentlich nichts bekannt. Er hält sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus und konzentriert sich auf seine beruflichen Tätigkeiten.
Hat Marcel Fratzscher Kinder?
Es gibt keine öffentlichen Informationen darüber, ob Marcel Fratzscher Kinder hat. Er legt großen Wert auf den Schutz seiner Privatsphäre. (Lesen Sie auch: Büro Umwandlung Wohnraum: Münchner Ten Towers als…)
Was würde eine Mehrwertsteuererhöhung für den Bürger bedeuten?
Eine Mehrwertsteuererhöhung würde die Preise für viele Waren und Dienstleistungen erhöhen. Das bedeutet, dass Verbraucher für ihren Konsum mehr bezahlen müssten, was besonders Haushalte mit geringem Einkommen belasten würde.
Welche Alternativen zur Mehrwertsteuererhöhung gibt es?
Alternativen zur Mehrwertsteuererhöhung sind unter anderem der Abbau von Subventionen, insbesondere klimaschädlicher Subventionen, sowie eine Erhöhung der Grundsteuer oder die Einführung einer Vermögenssteuer für Superreiche.





