Der Gastgewerbe Umsatzrückgang in Deutschland setzte sich 2025 fort, trotz nominal steigender Einnahmen. Hotels, Pensionen und Restaurants verzeichneten zwar einen Umsatzanstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch preisbereinigt sank der Umsatz um 2,1 Prozent. Besonders betroffen waren Gastronomiebetriebe, die mit steigenden Kosten und Konsumzurückhaltung zu kämpfen hatten, während Beherbergungsbetriebe vom starken Inlandstourismus profitierten. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen konnte den negativen Trend bisher nicht aufhalten.

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- Umsatzrückgang im Gastgewerbe: Eine Momentaufnahme der deutschen Wirtschaft
- Warum stagniert der Umsatz im Gastgewerbe trotz Steuersenkung?
- Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
- Welche langfristigen Folgen sind zu erwarten?
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Das Gastgewerbe verzeichnete 2025 real einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent.
- Beherbergungsbetriebe erlitten ein Umsatzminus von 2,0 Prozent, die Gastronomie von 2,2 Prozent.
- Trotz Mehrwertsteuersenkung stiegen die Preise in Gaststätten im Januar um 3,6 Prozent.
- Der Deutschland-Tourismus stützte die Beherbergungsbetriebe, konnte den Gesamtrückgang aber nicht verhindern.
| Unternehmen: | Umsatz | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Gastgewerbe gesamt | Nominal +1,4% | Preisbereinigt -2,1% |
| Beherbergungsbetriebe | – | Preisbereinigt -2,0% |
| Gastronomie | – | Preisbereinigt -2,2% |
| Politik: | Maßnahme | Betroffener Bereich |
| Mehrwertsteuersenkung | Senkung von 19% auf 7% | Speisen in der Gastronomie |
Umsatzrückgang im Gastgewerbe: Eine Momentaufnahme der deutschen Wirtschaft
Wie Stern berichtet, zeigt sich, dass das Gastgewerbe in Deutschland weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist. Trotz eines nominellen Umsatzwachstums von 1,4 Prozent im Jahr 2025, das durch Preiserhöhungen getrieben wurde, verzeichnete die Branche real einen Umsatzrückgang von 2,1 Prozent. Dieser Rückgang betrifft sowohl Beherbergungsbetriebe als auch die Gastronomie, wobei erstere ein Minus von 2,0 Prozent und letztere ein Minus von 2,2 Prozent hinnehmen mussten.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen, dass selbst die umsatzstarke Weihnachtszeit keine Trendwende bringen konnte. Die Gastronomie leidet besonders unter den gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel sowie der allgemeinen Konsumzurückhaltung der Bevölkerung. Während der Tourismus in Deutschland boomt und Hotels sowie Pensionen zumindest teilweise stützt, bleibt die Situation für viele Restaurants und Cafés angespannt. Die Branche kämpft mit steigenden Personal-, Energie- und Warenkosten, während die Konsumenten aufgrund der hohen Inflation zurückhaltender agieren.
Die Inflation in Deutschland lag 2025 durchschnittlich bei 6,0 Prozent. Dies führte zu einer deutlichen Kaufkraftminderung der Konsumenten, insbesondere bei nicht lebensnotwendigen Ausgaben wie Restaurantbesuchen.
Warum stagniert der Umsatz im Gastgewerbe trotz Steuersenkung?
Die Bundesregierung versuchte, die Gastronomie durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent zu entlasten. Diese Maßnahme, die seit Anfang des Jahres gilt, sollte den Betrieben helfen, ihre Preise zu senken und somit die Nachfrage anzukurbeln. Allerdings zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass dieser Effekt bisher weitgehend verpufft ist. Im Januar waren Restaurantbesuche sogar 3,6 Prozent teurer als im Vorjahr, obwohl die Steuersenkung bereits in Kraft war. (Lesen Sie auch: Nestle Aktie: Nestlé: Konzern steigert Wachstum und…)
Ein Grund dafür ist, dass viele Betriebe die Steuerersparnis nicht an die Kunden weitergeben, sondern zur Deckung gestiegener Kosten verwenden. Die Energiepreise sind weiterhin hoch, und auch die Kosten für Lebensmittel und Personal sind in den letzten Monaten gestiegen. Zudem haben viele Gastronomen während der Corona-Pandemie Schulden angehäuft, die sie nun abbauen müssen. Die Mehrwertsteuersenkung verschafft den Betrieben zwar etwas Luft, reicht aber offenbar nicht aus, um die gestiegenen Kosten vollständig zu kompensieren und gleichzeitig die Preise für die Kunden zu senken.
Kritiker der Steuersenkung argumentieren, dass sie ohnehin nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zugutekommt, nämlich denjenigen, die sich Restaurantbesuche leisten können. Sie fordern stattdessen gezielte Maßnahmen zur Unterstützung einkommensschwacher Haushalte, um die Konsumnachfrage anzukurbeln. Befürworter der Steuersenkung hingegen betonen, dass sie ein wichtiger Beitrag zur Rettung der Gastronomie sei und ohne sie die Situation noch dramatischer wäre.
Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Für Verbraucher bedeutet der Gastgewerbe Umsatzrückgang, dass Restaurantbesuche und Hotelübernachtungen teuer bleiben oder sogar noch teurer werden könnten. Die gestiegenen Preise und die allgemeine Inflation führen dazu, dass viele Menschen seltener auswärts essen gehen oder verreisen. Dies trifft vor allem Familien mit geringem Einkommen und Rentner.
Für Arbeitnehmer in der Gastronomie und Hotellerie bedeutet die Situation, dass ihre Arbeitsplätze gefährdet sind. Viele Betriebe müssen Stellen abbauen oder Kurzarbeit anmelden, um ihre Kosten zu senken. Zudem ist die Bezahlung in der Branche oft niedrig, und die Arbeitsbedingungen sind hart. Die Unsicherheit über die Zukunft der Branche macht es für viele Arbeitnehmer schwierig, langfristige Pläne zu schmieden.
Die Branche selbst steht vor großen Herausforderungen. Viele Betriebe kämpfen ums Überleben und müssen innovative Wege finden, um ihre Kosten zu senken und ihre Umsätze zu steigern. Dazu gehören beispielsweise die Einführung neuer Geschäftsmodelle wie Lieferdienste oder Kochboxen, die Anpassung der Speisekarten an die veränderten Konsumgewohnheiten der Kunden oder die verstärkte Nutzung digitaler Technologien zur Optimierung der Betriebsabläufe. Einige Betriebe setzen auch auf regionale und saisonale Produkte, um Kosten zu sparen und gleichzeitig die Qualität ihrer Speisen zu verbessern. (Lesen Sie auch: Airbus Aktie: Produktionsziel verschoben – Was bedeutet)
Im Jahr 2020, dem ersten Jahr der Corona-Pandemie, brach der Umsatz im Gastgewerbe um fast 40 Prozent ein. Viele Betriebe mussten schließen, und zahlreiche Arbeitsplätze gingen verloren. Die Branche hat sich seitdem nur langsam erholt, und die aktuellen Herausforderungen machen eine schnelle Rückkehr zur Normalität unwahrscheinlich.
Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
Auch in anderen europäischen Ländern kämpft das Gastgewerbe mit ähnlichen Problemen. In Frankreich, Italien und Spanien sind die Energie- und Lebensmittelpreise ebenfalls stark gestiegen, und die Konsumenten sind zurückhaltender geworden. Einige Länder haben jedoch gezielte Maßnahmen zur Unterstützung der Branche ergriffen, beispielsweise durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen und Getränke oder durch die Gewährung von direkten Zuschüssen an die Betriebe. Ein Bericht von Reuters zeigt, dass einige Länder sogar temporäre Mehrwertsteuersenkungen auf 5% oder weniger eingeführt haben, um die Nachfrage anzukurbeln.
Einige Experten sehen in der aktuellen Krise auch eine Chance für das Gastgewerbe, sich neu zu erfinden und nachhaltiger zu werden. Sie fordern eine stärkere Fokussierung auf regionale und saisonale Produkte, die Reduzierung von Lebensmittelabfällen und die Einführung energieeffizienter Technologien. Zudem sollten die Betriebe stärker auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen und innovative Angebote entwickeln, die den veränderten Konsumgewohnheiten Rechnung tragen.
Welche langfristigen Folgen sind zu erwarten?
Die langfristigen Folgen des Gastgewerbe Umsatzrückgangs sind noch nicht absehbar. Es ist jedoch zu befürchten, dass viele Betriebe dauerhaft schließen müssen, was zu einem Verlust von Arbeitsplätzen und einer Verarmung der gastronomischen Vielfalt führen würde. Zudem könnte die Krise dazu führen, dass die Preise in der Gastronomie langfristig steigen, was Restaurantbesuche und Hotelübernachtungen für viele Menschen unerschwinglich machen würde.
Um diese negativen Folgen abzumildern, sind gezielte Maßnahmen zur Unterstützung der Branche erforderlich. Dazu gehören beispielsweise die Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen, die Gewährung von direkten Zuschüssen an die Betriebe und die Förderung von Investitionen in energieeffiziente Technologien. Zudem sollten die Rahmenbedingungen für die Gastronomie verbessert werden, beispielsweise durch die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und die Reduzierung bürokratischer Auflagen. (Lesen Sie auch: Airbus Auslieferungen: Neuer Rekord trotz Lieferprobleme?)

Die Politik muss die Rahmenbedingungen so gestalten, dass das Gastgewerbe eine Zukunft hat. Dazu gehört auch, die steigenden Energiepreise in den Griff zu bekommen und die Inflation zu bekämpfen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Restaurantbesuche und Hotelübernachtungen auch in Zukunft für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Umsatzrückgang im Gastgewerbe 2025 tatsächlich?
Der reale Umsatzrückgang im Gastgewerbe betrug 2025 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei verzeichneten die Beherbergungsbetriebe einen Rückgang von 2,0 Prozent und die Gastronomie einen Rückgang von 2,2 Prozent.
Warum hat die Mehrwertsteuersenkung nicht den gewünschten Effekt erzielt?
Die Mehrwertsteuersenkung wurde von vielen Betrieben nicht an die Kunden weitergegeben, sondern zur Deckung gestiegener Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal verwendet. Dadurch blieben die Preise für Restaurantbesuche hoch. (Lesen Sie auch: DB Cargo Stellenabbau: 6.200 Jobs fallen Weg…)
Welche Faktoren tragen zum Umsatzrückgang im Gastgewerbe bei?
Die Hauptfaktoren sind die gestiegenen Kosten für Energie und Lebensmittel, die allgemeine Konsumzurückhaltung der Bevölkerung aufgrund der hohen Inflation und die Nachwirkungen der Corona-Pandemie.
Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um das Gastgewerbe zu unterstützen?
Mögliche Maßnahmen sind die Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung, die Gewährung von direkten Zuschüssen an die Betriebe, die Förderung von Investitionen in energieeffiziente Technologien und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Branche.
Wie wirkt sich der Umsatzrückgang auf die Beschäftigten im Gastgewerbe aus?
Der Umsatzrückgang gefährdet Arbeitsplätze in der Gastronomie und Hotellerie. Viele Betriebe müssen Stellen abbauen oder Kurzarbeit anmelden, um ihre Kosten zu senken, was die Unsicherheit der Beschäftigten erhöht.
Der anhaltende Gastgewerbe Umsatzrückgang ist ein Warnsignal für die deutsche Wirtschaft. Die Branche ist ein wichtiger Arbeitgeber und trägt wesentlich zur Lebensqualität in Deutschland bei. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam Maßnahmen ergreifen, um die Gastronomie und Hotellerie zu unterstützen und ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.




