Ab Januar 2029 müssen neue Gas- und Ölheizungen mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe betrieben werden. Die Reform des Heizungsgesetzes sieht vor, dass auf diese klimafreundlichen Kraftstoffe kein CO2-Preis fällig wird, um einen Anreiz zum Umstieg zu schaffen. Gas- und Ölheizungen bleiben somit erlaubt, jedoch unter veränderten Bedingungen.

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Zusammenfassung
- Gas- und Ölheizungen bleiben unter Auflagen erlaubt.
- Ab 2029 müssen neue Heizungen klimafreundliche Kraftstoffe nutzen.
- Kein CO2-Preis auf klimafreundliche Kraftstoffe soll Anreize schaffen.
- Die Reform betrifft sowohl Eigentümer als auch Mieter.
Die Eckpunkte der Heizungsgesetz Reform
Die Reform des Heizungsgesetzes, auch bekannt als Gebäudeenergiegesetz (GEG), ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. Ziel der Reform ist es, den Klimaschutz im Gebäudesektor voranzutreiben, ohne dabei Hausbesitzer und Mieter übermäßig zu belasten. Wie Stern berichtet, bleibt der Einbau von Öl- und Gasheizungen grundsätzlich erlaubt.
⚠️ Wichtige Details aus der Originalmeldung:
- Betrag: 16 Euro
- Betrag: 23 Euro
Ein zentraler Punkt der ursprünglichen Planung, die von dem früheren Grünen-Wirtschaftsminister Robert Habeck eingebracht wurde, war die Pflicht, dass jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollte. Diese pauschale Pflicht entfällt nun. Stattdessen setzt die Reform auf einen stufenweisen Übergang und die Förderung klimafreundlicher Alternativen. (Lesen Sie auch: Heizungsgesetz Reform: Einigung noch Heute Abend Möglich?)
Konkret bedeutet dies, dass ab Januar 2029 neu eingebaute Gas- und Ölheizungen mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Kraftstoffe betrieben werden müssen. Diese Kraftstoffe können beispielsweise Biomethan oder synthetische Kraftstoffe sein. Um den Umstieg zu erleichtern, soll auf den Anteil dieser klimafreundlichen Kraftstoffe kein CO2-Preis erhoben werden, der ansonsten auf fossile Brennstoffe fällig wird.
Was sind klimafreundliche Kraftstoffe genau?
Die Koalition definiert klimafreundliche Kraftstoffe als solche, die einen geringeren CO2-Fußabdruck haben als herkömmliche fossile Brennstoffe. Dazu zählen insbesondere Biomethan, das aus Biogasanlagen gewonnen wird, sowie synthetisch erzeugtes Methan und verschiedene Arten von Wasserstoff. Auch Bioheizöl, das beispielsweise im Öko-Landbau aus Raps, Soja oder Sonnenblumenöl hergestellt wird, zählt dazu. Die Herstellung von Biomethan kann beispielsweise aus Raps, Gülle, Stroh und anderem erfolgen.
Die ursprüngliche Fassung des Heizungsgesetzes stieß auf breite Kritik, insbesondere von der FDP und der Union. Die Reform soll nun einen pragmatischeren Ansatz verfolgen, der Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit besser in Einklang bringt.
Was bedeutet das für Bürger?
Die Reform des Heizungsgesetzes hat konkrete Auswirkungen auf Eigentümer und Mieter. Für Eigentümer bedeutet die Reform, dass sie weiterhin flexibel bei der Wahl ihrer Heizungssysteme sind. Sie können weiterhin Öl- und Gasheizungen einbauen, müssen aber ab 2029 auf klimafreundlichere Kraftstoffe umsteigen. Dies kann beispielsweise durch den Bezug von Biomethan oder synthetischen Kraftstoffen erfolgen. Die Bundesregierung plant, Anreize für den Umstieg zu schaffen, beispielsweise durch Förderprogramme und den Verzicht auf den CO2-Preis für klimafreundliche Kraftstoffe. (Lesen Sie auch: Heizungsgesetz Aktuell: Koalition vor Einigung im Streit?)
Für Mieter bedeutet die Reform, dass sie indirekt von den Entscheidungen ihrer Vermieter betroffen sind. Wenn ein Vermieter eine neue Heizung einbaut, die mit klimafreundlichen Kraftstoffen betrieben wird, kann dies langfristig zu geringeren Heizkosten führen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Kosten für den Umstieg auf klimafreundliche Kraftstoffe zunächst von den Vermietern getragen werden müssen, was sich möglicherweise in den Mietpreisen widerspiegeln könnte.
Welche finanziellen Auswirkungen sind zu erwarten?
Die finanziellen Auswirkungen der Reform sind schwer vorherzusagen, da sie von verschiedenen Faktoren abhängen, wie beispielsweise der Entwicklung der Preise für klimafreundliche Kraftstoffe und der Verfügbarkeit von Förderprogrammen. Klar ist, dass der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme und Kraftstoffe mit Investitionen verbunden ist. Die genaue Höhe dieser Investitionen hängt von der Art des Heizsystems und den individuellen Gegebenheiten des Gebäudes ab. Es ist ratsam, sich frühzeitig über Fördermöglichkeiten zu informieren und Angebote von verschiedenen Anbietern einzuholen.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die langfristige Wirtschaftlichkeit. Klimafreundliche Heizsysteme können langfristig zu geringeren Betriebskosten führen, da sie weniger Energie verbrauchen und von staatlichen Förderungen profitieren. Zudem können sie den Wert der Immobilie steigern, da sie den Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftssichere Bauweise entsprechen.
Kritik und Bedenken an der Heizungsgesetz Reform
Die Reform des Heizungsgesetzes ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass die Reform nicht weit genug geht, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Sie argumentieren, dass der stufenweise Übergang und die Erlaubnis für Öl- und Gasheizungen den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verzögern und die Abhängigkeit von Importen aufrechterhalten. Andere Kritiker bemängeln, dass die Reform zu kompliziert und bürokratisch sei und Hausbesitzer und Mieter überfordere. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) äußerte Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit von ausreichend Wasserstoff und Biomethan. Ingbert Liebig, der Hauptgeschäftsführer des VKU, sagte, dass es bislang nicht genug Wasserstoff und Biomethan gebe. (Lesen Sie auch: Check24 Kartellamt: Verzicht auf Klauseln – Was…)

Befürworter der Reform argumentieren, dass sie einen pragmatischen Ansatz verfolgt, der Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit besser in Einklang bringt. Sie betonen, dass die Reform den Hausbesitzern und Mietern mehr Flexibilität lässt und ihnen ermöglicht, ihre Heizsysteme an ihre individuellen Bedürfnisse anzupassen. Zudem verweisen sie auf die Förderprogramme und den Verzicht auf den CO2-Preis für klimafreundliche Kraftstoffe als Anreize für den Umstieg.
Im Jahr 2024 lag der Erdgasverbrauch für Raumwärme und Warmwasser in deutschen Haushalten bei rund 245 Terawattstunden (TWh). Die Biomethan-Nutzung betrug im Vergleich dazu rund zehn TWh. Studien schätzen, dass bis zum Jahr 2030 zwischen 50 und 100 TWh Biomethan bereitgestellt werden können.
Wie geht es weiter?
Die Reform des Heizungsgesetzes muss noch vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Es ist zu erwarten, dass es im parlamentarischen Verfahren noch zu Änderungen und Anpassungen kommen wird. Nach der Verabschiedung des Gesetzes müssen die entsprechenden Förderprogramme und Verordnungen angepasst werden, um die Umsetzung der Reform zu gewährleisten. Es ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über die neuen Regelungen und Fördermöglichkeiten informiert werden, um ihnen den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu erleichtern.
Die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Kerstin Andreae, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Erdgasverbrauch perspektivisch sinken werde, durch die zukünftig verstärkte Nutzung von Wärmepumpen und anderen Wärmequellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verfügbarkeit von klimafreundlichen Kraftstoffen entwickelt und wie die Bürgerinnen und Bürger die neuen Regelungen annehmen werden. (Lesen Sie auch: Fedex Klage Zölle: Trump- Gefordert – Was…)
Die Reform des Heizungsgesetzes ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in Deutschland. Sie zeigt, dass Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit keine Gegensätze sein müssen, sondern sich ergänzen können. Es ist jedoch wichtig, dass die Reform konsequent umgesetzt und durch weitere Maßnahmen ergänzt wird, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.
Biomethan gilt als wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Wärmeversorgung.




