Das Heizungsgesetz 2024, trotz einiger Erleichterungen für den Einbau von Gasheizungen, macht diese Option für die meisten Eigentümer wirtschaftlich unattraktiv. Experten raten in den meisten Fällen von der Installation einer neuen Gasheizung ab, da alternative Heizsysteme langfristig kostengünstiger und umweltfreundlicher sind.

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Auf einen Blick
- Das reformierte Heizungsgesetz 2024 erlaubt weiterhin den Einbau von Gasheizungen, macht diese aber unattraktiver.
- Verbraucherexperten raten von Gasheizungen ab, da langfristig höhere Kosten drohen.
- Alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen werden durch staatliche Förderungen attraktiver.
- Die politischen Meinungen zum Heizungsgesetz 2024 gehen weiterhin auseinander.
Reform des Heizungsgesetzes: Was bedeutet das für Bürger?
Die Reform des Heizungsgesetzes, offiziell Gebäudeenergiegesetz (GEG), zielt darauf ab, den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme zu beschleunigen. Obwohl der Einbau von Gasheizungen nicht grundsätzlich verboten ist, werden Anreize geschaffen, die den Umstieg auf erneuerbare Energien fördern. Dies betrifft vor allem die Förderprogramme und die langfristigen Betriebskosten, die bei Gasheizungen aufgrund steigender CO2-Preise höher ausfallen dürften.
Warum sich der Einbau einer Gasheizung kaum noch lohnt
Wie Stern berichtet, raten Verbraucherexperten in den meisten Fällen vom Einbau einer neuen Gasheizung ab. Dies liegt vor allem an den steigenden Kosten für fossile Brennstoffe und den CO2-Preis, der in den kommenden Jahren deutlich steigen wird. Diese Faktoren verteuern den Betrieb einer Gasheizung erheblich und machen alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen wirtschaftlich attraktiver.
Der CO2-Preis soll bis 2027 schrittweise auf 55 bis 65 Euro pro Tonne steigen. Dies verteuert das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl erheblich.
Zudem werden Gasheizungen ab 2024 nur noch unter bestimmten Bedingungen gefördert. So müssen sie beispielsweise mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien betrieben werden können, etwa durch die Beimischung von Biogas oder Wasserstoff. Diese Anforderungen erhöhen die Investitionskosten und machen den Einbau einer Gasheizung weniger attraktiv. Die Bundesregierung setzt stattdessen auf die Förderung von Heizsystemen, die vollständig auf erneuerbare Energien setzen. (Lesen Sie auch: Spritpreise Aktuell so Teuer wie 2024: Was…)
Die langfristige Perspektive spricht ebenfalls gegen Gasheizungen. Die Europäische Union plant, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 deutlich zu reduzieren und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Diese Ziele sind nur erreichbar, wenn der Gebäudesektor weitgehend auf fossile Brennstoffe verzichtet. Eigentümer, die jetzt noch in eine Gasheizung investieren, riskieren, dass diese in einigen Jahren nicht mehr den geltenden Umweltstandards entspricht und ausgetauscht werden muss.
Welche Alternativen gibt es zur Gasheizung?
Es gibt verschiedene Alternativen zur Gasheizung, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sein können. Eine der beliebtesten Optionen ist die Wärmepumpe. Sie nutzt Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser, um Gebäude zu heizen. Wärmepumpen sind besonders effizient, wenn sie mit erneuerbaren Energien betrieben werden, etwa mit Solarstrom vom eigenen Dach. Die Bundesregierung fördert den Einbau von Wärmepumpen mit attraktiven Zuschüssen, die bis zu 40 Prozent der Investitionskosten betragen können. Informationen zur Förderung von Wärmepumpen sind auf der Seite des BAFA zu finden.
Eine weitere Alternative sind Pelletheizungen, die mit Holzpellets betrieben werden. Holzpellets sind ein nachwachsender Rohstoff und gelten als CO2-neutral, da bei der Verbrennung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Bäume während ihres Wachstums aufgenommen haben. Pelletheizungen sind besonders geeignet für Gebäude mit einem hohen Wärmebedarf und können ebenfalls mit staatlichen Zuschüssen gefördert werden.
Auch der Anschluss an ein Fernwärmenetz kann eine sinnvolle Alternative sein, insbesondere in städtischen Gebieten. Fernwärme wird in der Regel in zentralen Heizkraftwerken erzeugt und über ein Netz von Rohren zu den einzelnen Gebäuden transportiert. Die Fernwärme kann aus verschiedenen Energiequellen stammen, darunter erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung oder industrielle Abwärme.
Wie reagiert die Politik auf das Heizungsgesetz 2024?
Das Heizungsgesetz 2024 war und ist weiterhin ein politisch umstrittenes Thema. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grüne und FDP hat sich auf eine Reform geeinigt, die den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme beschleunigen soll. Insbesondere die Grünen setzen sich für einen schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ein und sehen das Heizungsgesetz als wichtigen Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Die SPD betont die soziale Ausgewogenheit und fordert, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien für alle Bürger bezahlbar sein muss. (Lesen Sie auch: Heizungsgesetz Biogas: Verivox Sieht 25% Höhere Kosten)
Die FDP hingegen hat sich für eine technologieoffene Herangehensweise ausgesprochen und kritisiert das Heizungsgesetz als zu bürokratisch und einschränkend. Sie fordert, dass auch weiterhin Gasheizungen eingebaut werden dürfen, solange diese mit erneuerbaren Energien betrieben werden können. Die Oppositionsparteien CDU und CSU lehnen das Heizungsgesetz in seiner jetzigen Form ebenfalls ab und fordern eine прагматичная Lösung, die die individuellen Bedürfnisse der Eigentümer berücksichtigt. Sie kritisieren, dass das Heizungsgesetz zu einer finanziellen Belastung für viele Bürger führt und den Wohnungsmarkt verteuern könnte.
Die Debatte um das Heizungsgesetz 2024 zeigt, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien ein komplexes Thema ist, das unterschiedliche Interessen und Perspektiven berücksichtigt werden muss. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Umsetzung des Gesetzes in der Praxis gestaltet und welche Auswirkungen es auf die Bürger und den Wohnungsmarkt haben wird. Laut einem Bericht der Tagesschau, wird die Debatte um das Heizungsgesetz auch in Zukunft weitergehen.
Was sind die nächsten Schritte?
Nach der Verabschiedung des Heizungsgesetzes 2024 durch den Bundestag und den Bundesrat liegt es nun an den Bundesländern und Kommunen, die Umsetzung vor Ort zu gestalten. Dies betrifft vor allem die Ausgestaltung der Förderprogramme und die Beratung der Bürger. Eigentümer, die sich für den Umstieg auf ein klimafreundliches Heizsystem interessieren, sollten sich frühzeitig informieren und beraten lassen. Die Verbraucherzentralen bieten hierzu eine unabhängige und kompetente Beratung an.
Nutzen Sie die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen, um sich über die verschiedenen Heizsysteme und Fördermöglichkeiten zu informieren. Eine frühzeitige Planung hilft, die richtige Entscheidung zu treffen und Kosten zu sparen.

Auch die Heizungsinstallateure spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung des Heizungsgesetzes 2024. Sie müssen sich mit den neuen Anforderungen und Technologien vertraut machen und die Bürger kompetent beraten können. Die Bundesregierung plant, die Aus- und Weiterbildung der Heizungsinstallateure zu fördern, um sicherzustellen, dass ausreichend Fachkräfte für den Umstieg auf erneuerbare Energien zur Verfügung stehen. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bietet auf ihrer Website Informationen und Schulungen für Fachkräfte an. (Lesen Sie auch: Heizungsgesetz Reform: Was Bedeutet das für Hausbesitzer?)
Häufig gestellte Fragen
Was beinhaltet das Heizungsgesetz 2024 konkret?
Das Heizungsgesetz 2024, auch Gebäudeenergiegesetz (GEG) genannt, regelt die Anforderungen an Heizsysteme in Deutschland. Es zielt darauf ab, den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme zu beschleunigen und den Ausstoß von Treibhausgasen im Gebäudesektor zu reduzieren.
Welche Förderungen gibt es für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme?
Die Bundesregierung bietet attraktive Förderungen für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen, Pelletheizungen oder Solarthermieanlagen. Die Förderhöhe richtet sich nach dem gewählten Heizsystem und kann bis zu 40 Prozent der Investitionskosten betragen.
Darf ich ab 2024 keine Gasheizung mehr einbauen?
Der Einbau von Gasheizungen ist nicht grundsätzlich verboten, wird aber durch das Heizungsgesetz 2024 unattraktiver gemacht. Gasheizungen müssen ab 2024 mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien betrieben werden können, was die Investitionskosten erhöht. (Lesen Sie auch: Spritpreise Aktuell: Warum Tanken Jetzt so Teuer…)
Welche Rolle spielt der CO2-Preis beim Heizungsgesetz 2024?
Der CO2-Preis verteuert das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl erheblich. Da der CO2-Preis in den kommenden Jahren weiter steigen wird, werden alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Pelletheizungen wirtschaftlich attraktiver.
Wo kann ich mich zum Heizungsgesetz 2024 beraten lassen?
Die Verbraucherzentralen bieten eine unabhängige und kompetente Beratung zum Heizungsgesetz 2024 und den verschiedenen Heizsystemen an. Auch Heizungsinstallateure und Energieberater können Ihnen bei der Planung und Umsetzung des Umstiegs auf erneuerbare Energien helfen.
Das Heizungsgesetz 2024 markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung in Deutschland. Obwohl es weiterhin möglich ist, Gasheizungen einzubauen, sprechen die langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Perspektiven für den Umstieg auf erneuerbare Energien.




