Der geplante DB Cargo Stellenabbau von rund 6.200 Stellen bei der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn stößt auf heftigen Widerstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Gewerkschaft will diesen massiven Stellenabbau nicht hinnehmen und kündigt an, in den anstehenden Verhandlungen hart um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen und Alternativen zum Konzept vorzulegen.

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- EVG kritisiert massiven Stellenabbau bei DB Cargo
- Wie will DB Cargo den Stellenabbau umsetzen?
- EVG will Alternativen zum Stellenabbau präsentieren
- Was bedeutet der Stellenabbau für den Einzelwagenverkehr?
- Ausrichtung auf europäische Verkehre als Sanierungsmaßnahme
- Bernhard Osburg will DB Cargo wieder profitabel machen
- Ausblick: Wie geht es weiter mit DB Cargo?
EVG kritisiert massiven Stellenabbau bei DB Cargo
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat angekündigt, gegen den geplanten Stellenabbau bei DB Cargo vorzugehen. Die Gewerkschaft unterstützt zwar grundsätzlich das Sanierungskonzept, hält aber den Umfang des geplanten Personalabbaus für inakzeptabel. Sie will sich in den anstehenden Verhandlungen für den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze einsetzen.
Das ist passiert
- DB Cargo plant den Abbau von rund 6.200 Stellen in Deutschland.
- Die EVG kritisiert den Umfang des Stellenabbaus und kündigt Widerstand an.
- Die Gewerkschaft will Alternativen zum Stellenabbau entwickeln und den Vorstand in die Pflicht nehmen.
- DB Cargo will sich stärker auf europäische Verkehre ausrichten und bis 2030 eine Milliarde Euro einsparen.
Wie will DB Cargo den Stellenabbau umsetzen?
DB Cargo plant, den Stellenabbau im Rahmen eines umfassenden Sanierungskonzepts umzusetzen. Ziel ist es, das Unternehmen effizienter und wettbewerbsfähiger zu machen. Ein Teil des Konzepts ist die Bündelung des Einzelwagenverkehrs an vier Haupt- und fünf Nebenstandorten. Wie genau der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden soll, ist noch unklar. (Lesen Sie auch: DB Cargo Stellenabbau: 6.200 Jobs fallen Weg…)
EVG will Alternativen zum Stellenabbau präsentieren
Die EVG will in den Verhandlungen mit DB Cargo Alternativen zum geplanten Stellenabbau aufzeigen. Die Gewerkschaft ist der Meinung, dass ein so massiver Personalabbau die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gefährdet. Sie will den Vorstand in die Pflicht nehmen, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden, die sowohl die Interessen des Unternehmens als auch die der Beschäftigten berücksichtigen.
Was bedeutet der Stellenabbau für den Einzelwagenverkehr?
DB Cargo hält trotz der Krise am defizitären Einzelwagenverkehr fest. Dieser soll jedoch an vier Haupt- und fünf Nebenstandorten gebündelt werden. Der Einzelwagenverkehr ist für viele Industriekunden in Deutschland wichtig, da er eine flexible und individuelle Anlieferung von Gütern ermöglicht. Die EVG begrüßt das Bekenntnis von DB Cargo zum Einzelwagenverkehr, da dieser für eine Industrienation wie Deutschland unerlässlich ist, insbesondere im Hinblick auf die Klimaziele.
Ausrichtung auf europäische Verkehre als Sanierungsmaßnahme
Ein zentraler Bestandteil des Sanierungskonzepts von DB Cargo ist die stärkere Ausrichtung auf europäische Verkehre. Das Unternehmen will seine internationalen Aktivitäten ausbauen und seine Position im europäischen Schienengüterverkehr stärken. Durch die Bündelung von Ressourcen und die Optimierung von Prozessen sollen Synergieeffekte erzielt und Kosten gesenkt werden. Laut einer Meldung von Stern will DB Cargo bis 2030 rund eine Milliarde Euro einsparen. (Lesen Sie auch: Gastgewerbe Umsatzrückgang: Krise in Hotels und Restaurants?)
Der Einzelwagenverkehr bezeichnet den Transport einzelner Güterwagen, die an verschiedenen Standorten abgeholt und zu Zügen zusammengestellt werden. Am Zielort werden die Wagen wieder auseinandergenommen und zu den jeweiligen Empfängern gebracht. Diese Art des Güterverkehrs ist besonders wichtig für Unternehmen, die keine großen Mengen an Gütern auf einmal transportieren müssen.
Bernhard Osburg will DB Cargo wieder profitabel machen
Bernhard Osburg, der im Oktober die Leitung von DB Cargo übernommen hat, steht vor der großen Herausforderung, das Unternehmen wieder profitabel zu machen. DB Cargo kämpft seit Jahren mit finanziellen Problemen und hoher Verschuldung. Osburgs Sanierungskonzept soll das Unternehmen wieder auf Kurs bringen und seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Die Umsetzung des Konzepts wird jedoch mit erheblichen Einschnitten verbunden sein, insbesondere im Personalbereich. Die Gewerkschaft EVG will sicherstellen, dass die Interessen der Beschäftigten bei der Sanierung nicht zu kurz kommen.
Ausblick: Wie geht es weiter mit DB Cargo?
Die Zukunft von DB Cargo ist ungewiss. Die Umsetzung des Sanierungskonzepts wird mit erheblichen Herausforderungen verbunden sein. Der geplante Stellenabbau und die Umstrukturierung des Unternehmens werden auf Widerstand stoßen. Ob es DB Cargo gelingen wird, seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und seine finanzielle Situation zu stabilisieren, bleibt abzuwarten. Die kommenden Verhandlungen zwischen DB Cargo und der EVG werden entscheidend sein, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden, der sowohl die Interessen des Unternehmens als auch die der Beschäftigten berücksichtigt. Die Deutsche Bahn steht vor der Aufgabe, einen sozialverträglichen Stellenabbau zu gewährleisten. (Lesen Sie auch: Airbus Auslieferungen: Neuer Rekord trotz Lieferprobleme?)

Die Auseinandersetzung um den DB Cargo Stellenabbau verdeutlicht die schwierige Lage des Schienengüterverkehrs in Deutschland. Es bleibt zu hoffen, dass die Beteiligten eine Lösung finden, die sowohl die wirtschaftlichen Notwendigkeiten als auch die sozialen Belange berücksichtigt.




