Das Vergleichsportal Check24 darf Energieversorger nicht länger daran hindern, ihre Tarife anderswo günstiger anzubieten. Nach Ermittlungen des Bundeskartellamts verzichtet Check24 auf sogenannte Bestpreisklauseln. Diese Klauseln hatten den Wettbewerb verzerrt, da Energieversorger ihre Tarife auf anderen Portalen oder im Direktvertrieb nicht günstiger anbieten durften.

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Zusammenfassung
- Check24 verzichtet auf Bestpreisklauseln nach Kartellamtsermittlungen.
- Energieversorger können Tarife nun auch anderswo günstiger anbieten.
- Das Kartellamt sieht darin eine Stärkung des Wettbewerbs.
- Verbraucher profitieren von potenziell günstigeren Tarifen.
Check24 Kartellamt: Was bedeutet der Verzicht auf Preisklauseln?
Der Verzicht auf Preisklauseln bedeutet, dass Energieversorger, die ihre Tarife über Check24 anbieten, nun die Freiheit haben, diese Tarife auch auf anderen Vergleichsportalen, in ihrem eigenen Direktvertrieb oder über andere Vertriebskanäle zu günstigeren Konditionen anzubieten. Bisher waren sie durch die Klauseln faktisch daran gehindert, was den Wettbewerb einschränkte. Wie Stern berichtet, hatte das Bundeskartellamt Bedenken gegen diese Praxis geäußert.
Warum hat das Bundeskartellamt ermittelt?
Das Bundeskartellamt hatte im Juli 2025 Ermittlungen gegen Check24 eingeleitet. Der Verdacht: Wettbewerbsbeschränkende Vereinbarungen mit Energieversorgern. Konkret ging es um Preisparitäts-, Meistbegünstigungs- oder Bestpreisklauseln. Das Kartellamt befürchtete, dass diese Klauseln den Wettbewerbsdruck mindern und andere Vergleichsportale sowie alternative Vertriebswege benachteiligen könnten. Laut Kartellamtspräsident Andreas Mundt schwächten diese Klauseln den Wettbewerb.
Preisparitätsklauseln (auch Meistbegünstigungsklauseln genannt) verpflichten einen Anbieter, einem Vertragspartner die günstigsten Preise oder Konditionen einzuräumen, die er anderen Kunden gewährt. Im Kontext von Check24 bedeutete dies, dass Energieversorger ihre Tarife nirgendwo anders günstiger anbieten durften. (Lesen Sie auch: Ausländische ärzte Deutschland: Wie Wichtig Sind Sie?)
Wie profitieren Verbraucher von der Entscheidung im Fall Check24 Kartellamt?
Verbraucher profitieren von der Entscheidung, weil sie nun potenziell von günstigeren Energieangeboten profitieren können. Wenn Energieversorger nicht mehr an die Preisklauseln von Check24 gebunden sind, können sie ihre Tarife flexibler gestalten und auch über andere Kanäle preiswerter anbieten. Dies führt zu einem stärkeren Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern und Vertriebswegen, was sich letztendlich in niedrigeren Preisen für die Endkunden niederschlagen kann. Vergleichsportale erleichtern laut Andreas Mundt zwar den Anbieterwechsel und wirken wettbewerbsfördernd, wichtig sei aber auch ein funktionierender Wettbewerb zwischen den Portalen und gegenüber anderen Vertriebswegen.
Welche Rolle spielen Vergleichsportale im Energiemarkt?
Vergleichsportale wie Check24 spielen eine bedeutende Rolle im Energiemarkt. Sie ermöglichen es Verbrauchern, die Tarife verschiedener Anbieter einfach und schnell zu vergleichen und so den besten Deal zu finden. Laut dem Bundeskartellamt entfallen etwa 57 Prozent der neu abgeschlossenen Strom- und Gaslieferverträge in Deutschland auf Onlinevermittlungsdienste, wobei rund 60 bis 70 Prozent davon über Check24 abgeschlossen werden. Damit ist Check24 für viele Energieversorger der wichtigste Vertriebskanal zur Neukundengewinnung.
Nutzen Sie Vergleichsportale, um sich einen Überblick über die verschiedenen Energieangebote zu verschaffen. Achten Sie aber auch auf Angebote, die nicht auf diesen Portalen gelistet sind, beispielsweise Direktangebote der Versorger.
Wie geht es nach der Einigung im Fall Check24 Kartellamt weiter?
Nach der Einigung mit dem Bundeskartellamt hat sich Check24 verpflichtet, künftig auf die beanstandeten Preisklauseln zu verzichten. Das Unternehmen darf weder die Vertragsbeziehung noch die Höhe der Provision vom Preissetzungsverhalten des Energieversorgers auf anderen Vertriebskanälen abhängig machen. Auch eine schlechtere Platzierung oder Sichtbarkeit von Tarifen aufgrund fehlender Preisparität ist unzulässig. Das Bundeskartellamt hat die Verpflichtungszusagen von Check24 für bindend erklärt. Das Kartellamt teilte mit: „Damit wird die beanstandete Praxis beendet; zugleich konnte ein langwieriges Verfahren vermieden werden.“ (Lesen Sie auch: O2 Verlust 1&1: Wie Schmerzhaft ist der…)
Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf andere Vergleichsportale?
Die Entscheidung des Bundeskartellamts und der Verzicht von Check24 auf Preisklauseln stärkt den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Vergleichsportalen. Andere Portale haben nun eine größere Chance, sich gegenüber Check24 zu behaupten, da Energieversorger nicht mehr durch die Klauseln eingeschränkt sind, ihre Tarife dort günstiger anzubieten. Dies kann zu einer größeren Vielfalt an Angeboten und einem intensiveren Wettbewerb um die Gunst der Verbraucher führen. Heise Online berichtet, dass die Entscheidung den Markt aufmischen könnte.
Das Bundeskartellamt leitet Ermittlungen gegen Check24 wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Vereinbarungen ein.
Check24 verpflichtet sich, künftig auf Preisparitäts-, Meistbegünstigungs- oder Bestpreisklauseln zu verzichten.

Check24 Kartellamt: Was können Energieversorger jetzt tun?
Energieversorger können die neue Situation nutzen, um ihre Vertriebsstrategien zu überdenken und ihre Tarife flexibler zu gestalten. Sie haben nun die Möglichkeit, ihre Tarife auf verschiedenen Kanälen unterschiedlich zu bepreisen und so gezielt bestimmte Kundengruppen anzusprechen oder neue Märkte zu erschließen. Es ist ratsam, die Konditionen bei verschiedenen Vergleichsportalen zu prüfen und auch den Direktvertrieb zu stärken, um unabhängiger von einzelnen Plattformen zu werden. finanzen.net bietet hierzu aktuelle Marktanalysen. (Lesen Sie auch: Siemens Energy Aktie: Kursziel steigt)
Der Verzicht von Check24 auf Preisklauseln ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Wettbewerbs im Energiemarkt. Verbraucher können von potenziell günstigeren Tarifen profitieren, und andere Vergleichsportale haben eine größere Chance, sich zu etablieren. Energieversorger sollten die neue Situation nutzen, um ihre Vertriebsstrategien zu optimieren und ihre Tarife flexibler zu gestalten.
Ursprünglich berichtet von: Stern




