Greenpeace Shein unter Beschuss: Trotz Warnungen verkauft der chinesische Modehändler weiterhin Kleidung, die mit gefährlichen Chemikalien belastet ist. Die Umweltorganisation wirft Shein vor, Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung zu ignorieren und somit die Gesundheit von Verbrauchern zu gefährden. Was bedeutet das für Käufer und die Umwelt?

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- Shein – Greenpeace: Ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit?
- Welche Chemikalien sind in der Shein-Kleidung enthalten?
- Shein gelobt Besserung – Glaubwürdigkeit fraglich
- Was bedeutet das für Verbraucher?
- Die Verantwortung der Politik
- Greenpeace fordert Konsequenzen
- Was bedeutet das Ergebnis?
- Häufig gestellte Fragen
Ergebnis & Fakten
- Greenpeace wirft Shein vor, belastete Kleidung zu verkaufen.
- Bei 25 von 31 getesteten Kleidungsstücken wurden Grenzwerte überschritten.
- Gefährliche Stoffe können Krebs, Fortpflanzungsstörungen und Wachstumsstörungen verursachen.
- Shein gelobt Besserung und verspricht Maßnahmen zur Verbesserung der Schutzmaßnahmen.
Shein – Greenpeace: Ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit?
Die Vorwürfe von Greenpeace gegen Shein wiegen schwer. Die Umweltorganisation prangert an, dass der chinesische Modehändler trotz Hinweisen auf gesundheitsschädliche Chemikalien in seinen Produkten weiterhin belastete Kleidung in der EU verkauft. Wie Stern berichtet, hatte Greenpeace Shein bereits im November 2025 auf die Problematik aufmerksam gemacht.
Doch anstatt die beanstandeten Produkte dauerhaft aus dem Sortiment zu nehmen, sollen identische oder sehr ähnliche Artikel weiterhin angeboten worden sein. Eine Analyse des Bremer Umweltinstituts im Auftrag von Greenpeace im Januar dieses Jahres brachte erschreckende Ergebnisse: Bei 25 von 31 getesteten Kleidungsstücken wurden die Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung überschritten, teilweise in extremem Ausmaß.
Konkret wurden Stoffe nachgewiesen, die mit Krankheiten wie Krebs, Fortpflanzungsstörungen und Wachstumsstörungen bei Kindern sowie einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht werden. Ein Alarmsignal für Verbraucher und ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für eine nachhaltigere Modeindustrie einsetzen.
Die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) soll Mensch und Umwelt vor gefährlichen Chemikalien schützen. Sie legt Grenzwerte für bestimmte Stoffe in Produkten fest.
Welche Chemikalien sind in der Shein-Kleidung enthalten?
Greenpeace hat eine Vielzahl von Chemikalien in den Shein-Produkten nachgewiesen, die als gesundheitsschädlich gelten. Dazu gehören unter anderem:
- Phthalate: Diese Weichmacher können hormonelle Störungen verursachen und die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.
- Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS): Diese Stoffe sind persistent, reichern sich in der Umwelt an und können das Immunsystem schwächen.
- Formaldehyd: Dieses Konservierungsmittel kann Allergien auslösen und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Die genannten Chemikalien sind nur einige Beispiele für die Stoffe, die in der Shein-Kleidung gefunden wurden. Die Liste der potenziell schädlichen Substanzen ist lang und die langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit sind oft noch nicht vollständig erforscht. (Lesen Sie auch: Deutsche Rentenpolitik: Steht Deutschland vor dem Kollaps?)
Es ist wichtig zu betonen, dass die Konzentrationen der einzelnen Chemikalien variieren können. Allerdings wurden in einigen Fällen die gesetzlichen Grenzwerte deutlich überschritten, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.
Shein gelobt Besserung – Glaubwürdigkeit fraglich
Auf die Vorwürfe von Greenpeace reagierte Shein mit dem Versprechen, Besserung zu geloben. Alle in dem neuen Bericht identifizierten Produkte seien unmittelbar entfernt worden, nachdem man über die Ergebnisse informiert worden sei, hieß es von einem Sprecher. Zudem führe man eigene Tests durch und habe Maßnahmen eingeleitet, um die eigenen Schutzmaßnahmen zu verbessern.
„Wir setzen uns mit den Bedenken hinsichtlich unserer Prozesse im Umgang mit solchen Fällen auseinander und erkennen an, dass dieser Vorgang Bereiche aufzeigt, in denen unsere Kontrollen weiter gestärkt werden können“, so der Shein-Sprecher weiter.
Doch die Glaubwürdigkeit von Shein steht infrage. Bereits in der Vergangenheit gab es ähnliche Vorwürfe und Versprechen, die jedoch nicht eingehalten wurden. Kritiker bemängeln, dass Shein weiterhin auf ein Geschäftsmodell setzt, das auf extrem niedrigen Preisen und einer hohen Produktionsgeschwindigkeit basiert. Unter diesem Druck sei es kaum möglich, die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards zu gewährleisten.
Untersuchungen von Test.de zeigen, dass Schadstoffe in Textilien ein generelles Problem darstellen und nicht nur auf einzelne Marken beschränkt sind.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Die Vorwürfe gegen Shein sind ein Weckruf für alle Verbraucher, die Billigmode kaufen. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass niedrige Preise oft mit Kompromissen bei der Qualität, den Arbeitsbedingungen und der Umweltverträglichkeit einhergehen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf zertifizierte Bio-Kleidung oder Secondhand-Mode setzen.
Verbraucher können sich auch aktiv bei Shein beschweren und fordern, dass das Unternehmen seine Produktionsbedingungen verbessert und die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards transparent macht. Je mehr Druck vonseiten der Konsumenten ausgeübt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Shein tatsächlich handelt.
Es ist ratsam, Kleidungsstücke vor dem Tragen gründlich zu waschen, um mögliche Schadstoffe zu entfernen. Allerdings ist dies nur eine kurzfristige Lösung und beseitigt nicht das grundlegende Problem der belasteten Kleidung. (Lesen Sie auch: Rente über 3000: Wer Profitiert Wirklich von…)
Achten Sie beim Kauf von Kleidung auf Gütesiegel wie GOTS (Global Organic Textile Standard) oder OEKO-TEX Standard 100. Diese Zertifizierungen garantieren, dass die Textilien schadstoffarm sind.
Die Verantwortung der Politik
Nicht nur die Unternehmen und Verbraucher, sondern auch die Politik trägt eine Verantwortung. Es ist notwendig, die Kontrollen von Textilien zu verstärken und die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards durchzusetzen. Zudem sollten Anreize für eine nachhaltigere Modeindustrie geschaffen werden.
Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer neuen Textilstrategie, die darauf abzielt, die Modeindustrie nachhaltiger und kreislauffähiger zu gestalten. Es bleibt zu hoffen, dass diese Strategie tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation führt und die Verbraucher besser vor schädlichen Chemikalien in Kleidung schützt.
Eine Kennzeichnungspflicht für Textilien, die Auskunft über die verwendeten Chemikalien gibt, könnte ebenfalls dazu beitragen, das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen und die Nachfrage nach schadstoffarmen Produkten zu erhöhen. Die Bundesregierung setzt sich ebenfalls für eine nachhaltigere Textilindustrie ein.
Greenpeace fordert Konsequenzen
Greenpeace fordert von Shein konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Produktionsbedingungen und zur Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards. Die Umweltorganisation will den Druck auf das Unternehmen aufrechterhalten und die Verbraucher weiterhin über die Risiken von Billigmode informieren.
„Sheins Dreistigkeit ist erschütternd. Vor dem EU-Parlament verspricht der Konzern, Verbraucher:innen zu schützen – doch in Wahrheit verkauft Shein massiv belastete Produkte einfach weiter“, sagt Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft. „Shein ignoriert unsere Warnungen sowie gesetzliche Grenzwerte und nimmt Schäden für Mensch und Umwelt billigend in Kauf. Dieses Verhalten ist grob fahrlässig.“

Greenpeace ruft Verbraucher dazu auf, sich kritisch mit ihrem Konsumverhalten auseinanderzusetzen und auf nachhaltigere Alternativen zu setzen.
Was bedeutet das Ergebnis?
Die erneuten Vorwürfe gegen Shein zeigen, dass das Problem der belasteten Kleidung in der Modeindustrie weiterhin besteht. Es ist ein Wettlauf zwischen Unternehmen, die auf Gewinnmaximierung setzen, und Umweltorganisationen, die sich für den Schutz von Mensch und Umwelt einsetzen. Die Verbraucher stehen dabei zwischen den Fronten und müssen selbst entscheiden, welchen Produkten sie ihr Vertrauen schenken. (Lesen Sie auch: Krankmeldung Was erlaubt ist: Das Sollten Sie…)
Die Auswirkungen der Vorwürfe auf Shein sind noch nicht absehbar. Es ist jedoch zu erwarten, dass das Unternehmen unter Druck geraten wird, seine Produktionsbedingungen zu verbessern und die Einhaltung von Umwelt- und Gesundheitsstandards transparent zu machen. Ob Shein tatsächlich handelt, bleibt abzuwarten.
Greenpeace weist Shein auf mit gefährlichen Chemikalien belastete Produkte hin.
Bei 25 von 31 getesteten Kleidungsstücken werden Grenzwertüberschreitungen festgestellt.
Greenpeace erhebt erneut Vorwürfe gegen Shein wegen des Verkaufs belasteter Kleidung.
Ursprünglich berichtet von: Stern
Häufig gestellte Fragen
Welche Risiken birgt der Kauf von Billigmode von Anbietern wie Shein?
Billigmode kann mit schädlichen Chemikalien belastet sein, die gesundheitliche Risiken wie Allergien, hormonelle Störungen oder sogar Krebs verursachen können. Zudem werden oft Umweltstandards und faire Arbeitsbedingungen missachtet.
Was können Verbraucher tun, um sich vor belasteter Kleidung zu schützen?
Achten Sie auf Gütesiegel wie GOTS oder OEKO-TEX, die schadstoffarme Textilien garantieren. Waschen Sie neue Kleidungsstücke vor dem Tragen gründlich und bevorzugen Sie nachhaltige oder Secondhand-Mode.
Welche Rolle spielt Greenpeace in Bezug auf die Überwachung von Shein?
Greenpeace führt regelmäßig Untersuchungen von Textilien durch und prangert Verstöße gegen Umwelt- und Gesundheitsstandards an. Die Organisation informiert die Öffentlichkeit über die Risiken von Billigmode und fordert Unternehmen zu mehr Verantwortung auf.
Wie reagiert Shein auf die Vorwürfe von Greenpeace bezüglich der Schadstoffbelastung?
Shein verspricht Besserung und gibt an, betroffene Produkte aus dem Sortiment zu nehmen und interne Kontrollen zu verbessern. Allerdings gibt es Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Versprechen, da ähnliche Vorwürfe bereits in der Vergangenheit vorgebracht wurden.
Welche gesetzlichen Regelungen gibt es zum Schutz vor schädlichen Chemikalien in Textilien?
Die europäische Chemikalienverordnung REACH legt Grenzwerte für bestimmte Stoffe in Produkten fest. Allerdings werden diese Regelungen oft nicht ausreichend kontrolliert und durchgesetzt, was zu Verstößen führt.
Die Auseinandersetzung zwischen Greenpeace Shein ist ein Lackmustest für die Modeindustrie. Es zeigt, ob Unternehmen bereit sind, Verantwortung für Mensch und Umwelt zu übernehmen, oder ob sie weiterhin auf Kosten anderer Profite maximieren. Die Verbraucher haben es in der Hand, durch ihr Konsumverhalten ein Zeichen zu setzen und eine nachhaltigere Modeindustrie zu fördern.




