Die Aluminium-Industrie Krise in Deutschland setzt sich fort: Seit 2021 erlebt die Branche eine anhaltende Unterauslastung ihrer Kapazitäten. Trotz eines stabilen Branchenumsatzes von 22,8 Milliarden Euro im Jahr 2025, kämpfen die 237 Betriebe mit einer schwachen Nachfrage, insbesondere aus der Automobil- und Bauindustrie.

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Die wichtigsten Fakten
- Seit 2021 erlebt die deutsche Aluminiumindustrie eine Krise mit Unterauslastung der Kapazitäten.
- Die Produktion von Recycling-Aluminium sank 2025 um ein Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen.
- Der Branchenumsatz blieb 2025 mit 22,8 Milliarden Euro stabil, dank höherer Preise an der Londoner Metallbörse.
- Die schwache Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie sowie hohe Energiepreise belasten die Branche.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 22,8 Milliarden Euro (2025) |
| Mitarbeiterzahl: | 55.800 (2025) |
| Branche: | Aluminiumindustrie |
| Veränderung zum Vorjahr: | Stabiler Umsatz trotz Produktionsrückgänge |
Aluminiumindustrie in der Krise: Produktionsrückgänge und Kapazitätsauslastung
Die deutsche Aluminiumindustrie befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Wie Stern berichtet, gibt es seit 2021 kein Wachstum mehr, was vor allem auf eine mangelnde Auslastung der Produktionskapazitäten zurückzuführen ist. Die Produktionsniveaus liegen je nach Bereich zwischen 76 und 89 Prozent des Vorkrisenniveaus. Dies verdeutlicht, dass die Unternehmen zwar theoretisch mehr produzieren könnten, die Nachfrage jedoch nicht ausreicht, um die Kapazitäten voll auszuschöpfen.
Besonders betroffen ist die Produktion von Recycling-Aluminium, die im vergangenen Jahr um ein Prozent auf gut 2,7 Millionen Tonnen gesunken ist. Auch bei Strangpressprodukten, wie Stangen, Profile und Rohre, gab es einen Produktionsrückgang von einem Prozent auf 463.000 Tonnen. Die Auslastung in diesem Bereich sank auf 76 Prozent im Vergleich zu 2021. Diese Zahlen zeigen, dass bestimmte Segmente der Aluminiumindustrie stärker unter der Krise leiden als andere.
Die Aluminiumpreise an der Londoner Metallbörse (LME) haben einen wesentlichen Einfluss auf die Umsatzentwicklung der Branche. Schwankungen der Preise können die Rentabilität der Unternehmen erheblich beeinflussen.
Eine positive Entwicklung gab es hingegen bei Aluminium-Walzprodukten, wo die Produktion um zwei Prozent auf gut 1,8 Millionen Tonnen gesteigert werden konnte. Walzprodukte umfassen beispielsweise Karosserieteile, Fassadenverkleidungen oder Getränkedosen. Die Auslastung bei den Walzprodukte-Herstellern lag 2025 bei rund 89 Prozent im Vergleich zu 2021. Dieser Bereich scheint sich also besser zu entwickeln als andere Teile der Aluminiumindustrie. (Lesen Sie auch: Fahrplanauskunft Störung durch Cyberangriff Verursacht)
Welche Gründe stecken hinter der anhaltenden Krise?
Der Hauptgrund für die Unterauslastung im vierten Jahr in Folge ist laut Branchenverband eine schwache Nachfrage, insbesondere in der Automobil- und Bauindustrie sowie im Anlagenbau. Diese Branchen sind wichtige Abnehmer von Aluminiumprodukten, und ihre eigene wirtschaftliche Situation wirkt sich direkt auf die Aluminiumindustrie aus. Hinzu kommen die Standortbedingungen in Deutschland, die international nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Ein wesentlicher Kritikpunkt sind die hohen Energiepreise, die die Produktion in Deutschland verteuern.
Die hohen Energiepreise in Deutschland stellen für die energieintensive Aluminiumindustrie eine besondere Belastung dar. Im internationalen Vergleich sind die Energiekosten hierzulande oft höher, was die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass einige Unternehmen möglicherweise Produktionsstandorte ins Ausland verlagern oder Investitionen in Deutschland zurückhalten.
Zusätzlich zu den hohen Energiepreisen belasten auch steigende Lohnkosten und bürokratische Hürden die Aluminiumindustrie in Deutschland. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass die Standortbedingungen als weniger attraktiv wahrgenommen werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten, sind daher Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten und zur Reduzierung bürokratischer Auflagen erforderlich.
Wie wirken sich die hohen Energiepreise auf die Produktion aus?
Hohe Energiepreise verteuern die energieintensive Aluminiumproduktion erheblich. Dies führt zu höheren Produktionskosten und geringeren Gewinnmargen für die Unternehmen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen entweder die Preise erhöhen oder ihre Kosten senken. Preiserhöhungen können jedoch die Nachfrage beeinträchtigen, während Kostensenkungen oft mit Einsparungen bei Investitionen oder Personal verbunden sind. Einige Unternehmen erwägen daher, Produktionsstandorte ins Ausland zu verlagern, wo die Energiekosten niedriger sind.
Die Aluminiumindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland und ein bedeutender Arbeitgeber. Die Branche liefert Werkstoffe für zahlreiche Anwendungen, von der Automobilindustrie über den Bau- und Verpackungssektor bis hin zur Luft- und Raumfahrt. (Lesen Sie auch: Flugticket Steuer: Branche fordert Jetzt Massive Entlastung)
Laut Aluminium Deutschland blieb der Branchenumsatz 2025 mit 22,8 Milliarden Euro trotz der Produktionsrückgänge stabil. Dies ist vor allem auf höhere Preise an der Londoner Metallbörse zurückzuführen. Die 237 Betriebe der Branche in Deutschland beschäftigten im vergangenen Jahr 55.800 Menschen. Diese Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung der Aluminiumindustrie für Deutschland.
Die deutsche Aluminiumindustrie ist stark exportorientiert. Ein Großteil der Produktion wird ins Ausland verkauft, was die Branche anfällig für Schwankungen der Weltwirtschaft macht. Eine schwache Nachfrage in wichtigen Exportmärkten kann sich daher negativ auf die Produktionszahlen und die Auslastung der Kapazitäten auswirken.
Standortbedingungen in Deutschland: Ein Wettbewerbsnachteil?
Die Standortbedingungen in Deutschland werden von der Aluminiumindustrie zunehmend kritisch gesehen. Neben den hohen Energiepreisen werden auch bürokratische Hürden und hohe Lohnkosten als Wettbewerbsnachteile angeführt. Dies führt dazu, dass andere Länder mit günstigeren Rahmenbedingungen für Investitionen in die Aluminiumproduktion attraktiver werden.

Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Aluminiumindustrie zu erhalten, sind daher Maßnahmen zur Verbesserung der Standortbedingungen erforderlich. Dazu gehören unter anderem die Senkung der Energiekosten, die Reduzierung bürokratischer Auflagen und die Förderung von Innovationen. Auch Investitionen in Forschung und Entwicklung können dazu beitragen, die Branche zukunftsfähig zu machen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Fachkräftesicherung. Die Aluminiumindustrie benötigt qualifizierte Mitarbeiter, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Daher ist es wichtig, in die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften zu investieren und die Attraktivität der Branche für junge Menschen zu steigern. Die österreichische Plattform für Nachhaltigkeit, Ökonews, berichtet regelmäßig über die Bedeutung von Fachkräften in der Industrie. (Lesen Sie auch: Baugenehmigungen Deutschland: Trendwende im Wohnungsbau?)
Was bedeutet das für Verbraucher und Arbeitnehmer?
Die Krise in der Aluminiumindustrie kann sich auf verschiedene Weise auf Verbraucher und Arbeitnehmer auswirken. Für Verbraucher könnten steigende Preise für Aluminiumprodukte die Folge sein, wenn die Unternehmen versuchen, die höheren Produktionskosten weiterzugeben. Dies könnte sich beispielsweise bei Autos, Bauprodukten oder Verpackungen bemerkbar machen. Für Arbeitnehmer besteht die Gefahr von Arbeitsplatzverlusten, wenn Unternehmen gezwungen sind, Produktionsstandorte zu schließen oder Personal abzubauen.
Um negative Auswirkungen auf Verbraucher und Arbeitnehmer zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Politik Maßnahmen ergreift, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Aluminiumindustrie zu stärken. Dazu gehören unter anderem die Senkung der Energiekosten, die Reduzierung bürokratischer Auflagen und die Förderung von Innovationen. Auch Investitionen in Forschung und Entwicklung können dazu beitragen, die Branche zukunftsfähig zu machen.
Es ist auch wichtig, dass die Unternehmen selbst aktiv werden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise die Optimierung der Produktionsprozesse, die Entwicklung neuer Produkte und die Erschließung neuer Märkte. Auch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und anderen Unternehmen kann dazu beitragen, Innovationen voranzutreiben und die Branche zukunftsfähig zu machen. Laut dem Handelsblatt sind Investitionen in Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz entscheidend für die Zukunft der Industrie.
Die Aluminium Industrie Krise stellt eine Herausforderung für Deutschland dar. Die Bewältigung dieser Krise erfordert ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Unternehmen und Arbeitnehmern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhalten und negative Auswirkungen auf Verbraucher und Arbeitnehmer zu vermeiden.



