Neues Heizungsgesetz: Was Mieter und Eigentümer Jetzt Wissen Müssen

Das neue Heizungsgesetz erlaubt weiterhin Gas- und Ölheizungen, führt aber eine sogenannte „Bio-Treppe“ ein. Diese verpflichtet Eigentümer, bei neuen Heizungen schrittweise einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe zu verwenden. Für Mieter bedeutet dies vor allem potenzielle Mehrkosten und wenig Einfluss auf die Heizungswahl.
neues heizungsgesetz

Das neue Heizungsgesetz erlaubt weiterhin Gas- und Ölheizungen, führt aber eine sogenannte „Bio-Treppe“ ein. Diese verpflichtet Eigentümer, bei neuen Heizungen schrittweise einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe zu verwenden. Für Mieter bedeutet dies vor allem potenzielle Mehrkosten und wenig Einfluss auf die Heizungswahl.

Symbolbild zum Thema Neues Heizungsgesetz
Symbolbild: Neues Heizungsgesetz (Bild: Picsum)

Zusammenfassung

  • Gas- und Ölheizungen bleiben unter Auflagen erlaubt.
  • Eigentümer haben mehr Wahlfreiheit, aber auch neue Pflichten.
  • Mieter müssen mit steigenden Kosten rechnen.
  • Staatliche Förderung für den Umstieg auf erneuerbare Energien ist geplant.

Was bedeutet das neue Heizungsgesetz für Bürger?

Das neue Heizungsgesetz zielt darauf ab, den Anteil erneuerbarer Energien beim Heizen zu erhöhen. Für Eigentümer bedeutet dies, dass sie bei einem Heizungstausch ab 2029 schrittweise Biokraftstoffe beimischen müssen. Mieter sind indirekt betroffen, da diese Kosten auf sie umgelegt werden könnten. Der Stern berichtet ausführlich über die Details des Gesetzes.

Hintergrund und Ziele des Gebäudeenergiegesetzes

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), oft auch als neues Heizungsgesetz bezeichnet, ist ein zentraler Baustein der deutschen Klimapolitik. Es soll dazu beitragen, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, insbesondere die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor. Der Gebäudesektor ist für einen erheblichen Teil der deutschen CO2-Emissionen verantwortlich, weshalb hier ein großer Hebel zur Emissionsminderung gesehen wird. Das ursprüngliche Ziel, ab 2024 nur noch Heizungen einzubauen, die zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, wurde jedoch nachgebessert.

📌 Kontext

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt energetische Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude fest. Es regelt unter anderem die Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie die Dämmung von Gebäuden. (Lesen Sie auch: überschwemmung Brasilien: Tote und Vermisste nach Unwettern)

Die Reform des GEG war Gegenstand intensiver politischer Auseinandersetzungen. Insbesondere die Frage, wie schnell und in welchem Umfang der Umstieg auf erneuerbare Energien im Gebäudesektor erfolgen soll, war umstritten. Die Einigung der Koalition sieht nun einen schrittweisen Übergang vor, der Eigentümern mehr Flexibilität einräumt, aber auch neue Anforderungen stellt.

Welche Wahlfreiheiten und Pflichten haben Eigentümer?

Eigentümer haben weiterhin die Möglichkeit, neue Öl- und Gasheizungen einzubauen. Allerdings müssen sie ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe verwenden. Dieser Anteil beginnt bei mindestens zehn Prozent und steigt bis 2040 weiter an. Zu den klimafreundlichen Brennstoffen zählen Biomethan, synthetisch erzeugtes Methan und verschiedene Arten von Wasserstoff.

Bestehende Heizungen dürfen grundsätzlich weiterlaufen. Die neue Bio-Pflicht greift erst, wenn eine Gas- oder Ölheizung nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgetauscht wird. Wer als Eigentümer auf Wärmepumpe, Fernwärme oder eine andere erneuerbare Lösung umsteigt, kann weiterhin auf staatliche Förderung zählen. Die Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude ist bis mindestens 2029 gesichert.

💡 Tipp

Eigentümer sollten sich frühzeitig über die verschiedenen Fördermöglichkeiten informieren und Angebote für den Umstieg auf erneuerbare Energien einholen. Eine umfassende Beratung kann helfen, die beste Lösung für das jeweilige Gebäude zu finden.

Was bedeutet das neue Heizungsgesetz für Mieter?

Für Mieter bedeutet das neue Heizungsgesetz vor allem, dass sie kaum Einfluss auf die Heizungswahl haben und mit steigenden Kosten rechnen müssen. Gas und Öl mit Bioanteil sind teurer als rein fossile Brennstoffe. Für ein Einfamilienhaus mit 23.000 kWh Jahresverbrauch kann Biogas derzeit bis zu 16 Euro Mehrkosten im Monat verursachen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bietet detaillierte Informationen zum Gebäudeenergiegesetz.

Die Bundesregierung plant, Mieter vor übermäßigen Kosten zu schützen. Allerdings sind die konkreten Maßnahmen noch unklar. Es ist denkbar, dass Vermieter einen Teil der Mehrkosten selbst tragen müssen oder dass es spezielle Härtefallregelungen gibt.

Wie funktioniert die „Bio-Treppe“ im Detail?

Die „Bio-Treppe“ ist ein zentrales Element des neuen Heizungsgesetzes. Sie legt fest, welchen Anteil klimafreundliche Brennstoffe in neuen Gas- und Ölheizungen enthalten sein müssen. Ab 2029 müssen neue Heizungen mindestens zehn Prozent klimafreundliche Brennstoffe verwenden. Dieser Anteil steigt dann schrittweise an, bis er 2040 einen bestimmten Wert erreicht hat. Die genauen Stufen der „Bio-Treppe“ sind noch nicht abschließend festgelegt.

Zu den klimafreundlichen Brennstoffen zählen Biomethan, das aus Biomasse gewonnen wird, synthetisch erzeugtes Methan, das mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird, und verschiedene Arten von Wasserstoff. Energie-Experten.org bietet eine Übersicht über verschiedene klimafreundliche Brennstoffe.

Die „Bio-Treppe“ soll dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen im Gebäudesektor zu reduzieren. Durch die schrittweise Erhöhung des Anteils klimafreundlicher Brennstoffe sollen Eigentümer und Mieter langfristig auf klimaneutrale Heizsysteme umsteigen.

Politische Perspektiven und Kritik am neuen Heizungsgesetz

Das neue Heizungsgesetz ist politisch umstritten. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt zur Erreichung der Klimaziele. Kritiker bemängeln, dass das Gesetz zu teuer und bürokratisch sei und Eigentümer und Mieter überfordere.

Die Grünen fordern eine schnellere und konsequentere Umsetzung der Energiewende im Gebäudesektor. Sie kritisieren, dass das neue Heizungsgesetz zu viele Ausnahmen und Übergangsfristen enthalte und den Umstieg auf erneuerbare Energien unnötig verzögere.

Die FDP hingegen warnt vor einer zu starken Belastung von Eigentümern und Mietern. Sie fordert mehr Technologieoffenheit und plädiert dafür, auch andere klimafreundliche Technologien wie synthetische Kraftstoffe zu fördern.

Wie Stern berichtet, gab es lange Verhandlungen und Kompromisse, um eine Einigung zwischen den verschiedenen politischen Positionen zu erzielen.

Fakt Details
Bio-Anteil ab 2029 Mindestens 10 Prozent
Mehrkosten Biogas (Beispiel) Bis zu 16 Euro pro Monat
Jahresverbrauch (Beispiel) 23.000 kWh

Nächste Schritte und Ausblick

Das neue Heizungsgesetz soll noch vor dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Bis dahin müssen noch einige Details geklärt und die Förderprogramme angepasst werden. Es ist zu erwarten, dass es in den kommenden Monaten weitere politische Diskussionen und Anpassungen geben wird.

Eigentümer und Mieter sollten sich frühzeitig über die neuen Regelungen informieren und sich auf die kommenden Veränderungen vorbereiten. Eine umfassende Beratung und die Prüfung verschiedener Optionen können helfen, die beste Lösung für die jeweilige Situation zu finden.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist das Ziel des neuen Heizungsgesetzes?

Das Ziel des neuen Heizungsgesetzes ist es, den Anteil erneuerbarer Energien im Gebäudesektor zu erhöhen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Es soll dazu beitragen, die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

Welche Pflichten haben Eigentümer durch das neue Heizungsgesetz?

Eigentümer müssen ab 2029 bei neuen Gas- und Ölheizungen einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe verwenden. Bestehende Heizungen dürfen grundsätzlich weiterlaufen.

Detailansicht: Neues Heizungsgesetz
Symbolbild: Neues Heizungsgesetz (Bild: Picsum)

Mit welchen Mehrkosten müssen Mieter rechnen?

Mieter müssen mit steigenden Kosten rechnen, da Gas und Öl mit Bioanteil teurer sind als rein fossile Brennstoffe. Für ein Einfamilienhaus kann Biogas derzeit bis zu 16 Euro Mehrkosten im Monat verursachen. (Lesen Sie auch: Schneeballschlacht New York Eskaliert: Angriff auf Polizisten?)

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Umstieg auf erneuerbare Energien?

Wer als Eigentümer auf Wärmepumpe, Fernwärme oder eine andere erneuerbare Lösung umsteigt, kann weiterhin auf staatliche Förderung zählen. Die Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude ist bis mindestens 2029 gesichert.

Ab wann gilt die Pflicht zur Nutzung klimafreundlicher Brennstoffe?

Die Pflicht zur Nutzung klimafreundlicher Brennstoffe gilt ab 2029 für neue Gas- und Ölheizungen. Der Anteil klimafreundlicher Brennstoffe muss dann mindestens zehn Prozent betragen.

Das neue Heizungsgesetz stellt einen Kompromiss dar, der sowohl Klimaschutzziele als auch wirtschaftliche Interessen berücksichtigt. Ob es tatsächlich dazu beitragen wird, die Klimaziele zu erreichen, bleibt abzuwarten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die gewählten Maßnahmen ausreichen oder ob weitere Anpassungen erforderlich sind.

Illustration zu Neues Heizungsgesetz
Symbolbild: Neues Heizungsgesetz (Bild: Picsum)
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