Impfen Apotheke österreich: Mehr Schutzimpfungen Geplant?

Das Impfen in Apotheken in Österreich wird als ein möglicher Weg gesehen, um die vergleichsweise niedrigen Durchimpfungsraten im Land zu erhöhen. Während einige Gesundheitsexperten und Politiker diese Maßnahme befürworten, gibt es weiterhin Widerstand vonseiten der Ärztekammer, die Bedenken hinsichtlich der Qualität und Sicherheit der Impfungen äußert. Ziel ist es, den Zugang zur Schutzimpfung zu erleichtern
bill clinton epstein

Das Impfen in Apotheken in Österreich wird als ein möglicher Weg gesehen, um die vergleichsweise niedrigen Durchimpfungsraten im Land zu erhöhen. Während einige Gesundheitsexperten und Politiker diese Maßnahme befürworten, gibt es weiterhin Widerstand vonseiten der Ärztekammer, die Bedenken hinsichtlich der Qualität und Sicherheit der Impfungen äußert. Ziel ist es, den Zugang zur Schutzimpfung zu erleichtern und die Bevölkerung besser vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen. Wann und wo genau die Umsetzung erfolgen wird, ist noch unklar.

Symbolbild zum Thema Impfen Apotheke österreich
Symbolbild: Impfen Apotheke österreich (Bild: Picsum)

Das ist passiert

  • Österreich kämpft mit niedrigen Impfquoten im europäischen Vergleich.
  • Die Ausweitung des Impfangebots auf Apotheken wird diskutiert, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.
  • Die Ärztekammer äußert Bedenken hinsichtlich der Kompetenz und Sicherheit bei Impfungen in Apotheken.
  • Politische Entscheidungsträger prüfen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für das Vorhaben.

Impfen in Apotheken in Österreich: Ein Ausweg aus der Impfmüdigkeit?

Österreich weist im europäischen Vergleich eine unterdurchschnittliche Impfquote auf. Dies betrifft sowohl die saisonale Grippeimpfung als auch Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR) und andere impfpräventable Erkrankungen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wird intensiv über die Möglichkeit diskutiert, das Impfen in Apotheken in Österreich zu etablieren. Wie Der Standard berichtet, soll diese Maßnahme dazu beitragen, den Zugang zu Impfungen zu erleichtern und die Impfquoten nachhaltig zu steigern.

Die Idee dahinter ist, dass Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen und somit eine größere Reichweite erzielt werden kann. Viele Menschen scheuen den Gang zum Arzt aus verschiedenen Gründen, darunter Zeitmangel, Angst vor langen Wartezeiten oder schlichtweg Bequemlichkeit. Apotheken hingegen sind oft leichter erreichbar und bieten flexiblere Öffnungszeiten.

📊 Zahlen & Fakten

Laut dem Gesundheitsministerium liegt die Durchimpfungsrate gegen Masern bei Kindern in Österreich bei etwa 85%, was unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Wert von 95% liegt, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten.

Die Einführung des Impfens in Apotheken ist jedoch nicht unumstritten. Insbesondere die Ärztekammer äußert Bedenken hinsichtlich der Qualitätssicherung und der Kompetenz des Apothekenpersonals bei der Durchführung von Impfungen. Es wird argumentiert, dass Ärzte aufgrund ihrer umfassenden medizinischen Ausbildung besser in der Lage seien, mögliche Komplikationen zu erkennen und zu behandeln.

Was sind die Argumente für und gegen das Impfen in Apotheken?

Befürworter des Impfens in Apotheken argumentieren, dass Apotheker über das notwendige pharmazeutische Wissen verfügen, um Impfungen sicher und effektiv durchzuführen. Sie verweisen auf erfolgreiche Modelle in anderen Ländern, in denen das Impfen in Apotheken bereits etabliert ist. Zudem könnte die Ausweitung des Impfangebots auf Apotheken die Hausärzte entlasten und ihnen ermöglichen, sich auf komplexere medizinische Fälle zu konzentrieren.

Kritiker hingegen betonen die Notwendigkeit einer umfassenden medizinischen Betreuung vor und nach der Impfung. Sie argumentieren, dass Apotheker möglicherweise nicht in der Lage sind, alle relevanten Vorerkrankungen und Risikofaktoren zu erkennen, die eine Impfung kontraindizieren könnten. Zudem fehle es in Apotheken oft an der notwendigen Ausstattung, um im Falle von Komplikationen adäquat reagieren zu können. Die Österreichische Ärztekammer hat mehrfach ihre Ablehnung gegenüber dem Vorhaben zum Ausdruck gebracht und fordert stattdessen eine Stärkung der Impfberatung und -durchführung in den Arztpraxen. (Lesen Sie auch: Koalition österreich: Reformstau Lähmt die Regierung?)

Die Debatte dreht sich also im Kern um die Frage, wie die Impfquote in Österreich auf sichere und effektive Weise gesteigert werden kann. Während die einen auf eine niedrigschwellige Lösung durch Apotheken setzen, sehen die anderen die Verantwortung primär bei den Ärzten.

Die Österreichische Apothekerkammer setzt sich für die Stärkung der Rolle der Apotheken im Gesundheitssystem ein.

Welche Modelle für das Impfen in Apotheken gibt es international?

In vielen Ländern Europas und Nordamerikas ist das Impfen in Apotheken bereits seit Jahren gängige Praxis. In Großbritannien, Frankreich, Portugal und den USA beispielsweise bieten Apotheken eine breite Palette von Impfungen an, darunter Grippeimpfungen, Reiseimpfungen und Impfungen gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Die Erfahrungen in diesen Ländern zeigen, dass das Impfen in Apotheken zu einer deutlichen Steigerung der Impfquoten beitragen kann.

Die Modelle variieren jedoch von Land zu Land. In einigen Ländern dürfen Apotheker nur bestimmte Impfungen durchführen, während in anderen Ländern das Angebot umfassender ist. Auch die Anforderungen an die Ausbildung und Zertifizierung der Apotheker, die impfen, sind unterschiedlich. Einige Länder verlangen eine spezielle Schulung und Zertifizierung, während andere auf die reguläre pharmazeutische Ausbildung setzen.

Ein wichtiger Aspekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Ärzten. In vielen Ländern gibt es klare Richtlinien und Protokolle, die sicherstellen, dass die Impfungen in Apotheken sicher und effektiv durchgeführt werden und dass die Patienten bei Bedarf an einen Arzt überwiesen werden.

📌 Hintergrund

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) unterstützt grundsätzlich die Ausweitung des Impfangebots auf Apotheken, betont jedoch die Notwendigkeit einer klaren Regulierung und Qualitätssicherung, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.

Die Übertragbarkeit dieser Modelle auf Österreich ist jedoch nicht eins zu eins gegeben. Die spezifischen Rahmenbedingungen des österreichischen Gesundheitssystems, die rechtlichen Bestimmungen und die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure müssen berücksichtigt werden.

Wie könnte das Impfen in Apotheken in Österreich konkret aussehen?

Die konkrete Ausgestaltung des Impfens in Apotheken in Österreich ist derzeit noch Gegenstand von Diskussionen. Es gibt verschiedene Modelle, die in Betracht gezogen werden. Ein mögliches Modell wäre, dass Apotheker nach einer entsprechenden Zusatzausbildung und Zertifizierung bestimmte Impfungen durchführen dürfen, beispielsweise die saisonale Grippeimpfung oder Reiseimpfungen. Eine andere Option wäre, dass Apotheken als reine Impfstellen fungieren, in denen Ärzte die Impfungen durchführen. (Lesen Sie auch: Nepotismus Politik: Blaue EU-Fraktion in der Kritik)

Unabhängig vom gewählten Modell ist es wichtig, dass klare Qualitätsstandards und Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Dazu gehören unter anderem die Einhaltung der Hygienevorschriften, die korrekte Lagerung und Verabreichung der Impfstoffe sowie die Dokumentation der Impfungen. Zudem muss sichergestellt werden, dass die Apotheker über das notwendige Wissen verfügen, um mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen zu erkennen und zu behandeln.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Finanzierung des Impfens in Apotheken. Es ist noch unklar, wie die Kosten für die Impfungen und die Zusatzausbildung der Apotheker gedeckt werden sollen. Eine mögliche Option wäre, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen, wie es auch bei Impfungen in Arztpraxen der Fall ist.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Impfen in Apotheken müssen ebenfalls angepasst werden. Das Apothekengesetz und das Ärztegesetz müssen entsprechend geändert werden, um die Durchführung von Impfungen durch Apotheker zu ermöglichen.

Der ORF berichtet regelmäßig über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen in Österreich.

Welche Rolle spielt die Ärztekammer in der Debatte?

Die Ärztekammer spielt eine zentrale Rolle in der Debatte um das Impfen in Apotheken. Sie hat sich bisher strikt gegen die Ausweitung des Impfangebots auf Apotheken ausgesprochen und fordert stattdessen eine Stärkung der Impfberatung und -durchführung in den Arztpraxen. Die Ärztekammer argumentiert, dass Ärzte aufgrund ihrer umfassenden medizinischen Ausbildung besser in der Lage seien, die Patienten umfassend zu betreuen und mögliche Komplikationen zu behandeln.

Detailansicht: Impfen Apotheke österreich
Symbolbild: Impfen Apotheke österreich (Bild: Picsum)

Die Ärztekammer befürchtet zudem, dass das Impfen in Apotheken zu einer Kommerzialisierung des Impfens führen könnte. Sie argumentiert, dass Apotheken möglicherweise ein Interesse daran haben, möglichst viele Impfungen durchzuführen, um ihren Umsatz zu steigern. Dies könnte dazu führen, dass Patienten unnötige Impfungen erhalten oder dass die Impfberatung nicht ausreichend erfolgt.

Die Ärztekammer fordert stattdessen eine Stärkung der Impfberatung und -durchführung in den Arztpraxen. Sie schlägt vor, die Impfberatung als verpflichtende Leistung der Krankenkassen anzuerkennen und die Ärzte für die Impfberatung und -durchführung besser zu vergüten. Zudem fordert die Ärztekammer eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Bedeutung von Impfungen.

Wie geht es weiter mit dem Impfen in Apotheken in Österreich?

Die Entscheidung über die Einführung des Impfens in Apotheken in Österreich liegt letztendlich bei der Politik. Es ist zu erwarten, dass die politischen Entscheidungsträger die Argumente der verschiedenen Akteure sorgfältig abwägen und eine Entscheidung treffen werden, die im besten Interesse der Gesundheit der Bevölkerung liegt. Es ist wichtig, dass bei der Entscheidung sowohl die Aspekte der Qualitätssicherung und der Sicherheit der Patienten als auch die Aspekte der Erleichterung des Zugangs zu Impfungen berücksichtigt werden. (Lesen Sie auch: Zivildienst Inland: Bauer plant Fokus auf Regionale…)

Sollte die Politik sich für die Einführung des Impfens in Apotheken entscheiden, müssen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen entsprechend angepasst werden. Es müssen klare Qualitätsstandards und Sicherheitsvorkehrungen festgelegt werden, und die Apotheker müssen entsprechend geschult und zertifiziert werden. Zudem muss die Finanzierung des Impfens in Apotheken sichergestellt werden.

Unabhängig davon, ob das Impfen in Apotheken eingeführt wird oder nicht, ist es wichtig, die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu erhöhen. Dies kann durch eine bessere Aufklärung über die Bedeutung von Impfungen, durch eine Vereinfachung des Zugangs zu Impfungen und durch eine Stärkung des Vertrauens in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen erreicht werden. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz bietet umfangreiche Informationen zum Thema Impfen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Impfquoten in Österreich so niedrig?

Die Gründe für die niedrigen Impfquoten sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem Impfmüdigkeit, Misstrauen gegenüber Impfstoffen, mangelnde Aufklärung und ein erschwerter Zugang zu Impfungen. Auch die teilweise kritische Haltung gegenüber Impfungen in bestimmten Bevölkerungsgruppen spielt eine Rolle.

Welche Impfungen könnten in Apotheken angeboten werden?

Denkbar wären zunächst saisonale Grippeimpfungen, Reiseimpfungen (z.B. gegen Hepatitis A oder Typhus) und gegebenenfalls auch Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten. Die genaue Auswahl der Impfungen müsste jedoch noch festgelegt werden.

Welche Risiken birgt das Impfen in Apotheken?

Ein mögliches Risiko ist, dass Apotheker möglicherweise nicht in der Lage sind, alle relevanten Vorerkrankungen und Risikofaktoren zu erkennen, die eine Impfung kontraindizieren könnten. Zudem fehle es in Apotheken oft an der notwendigen Ausstattung, um im Falle von Komplikationen adäquat reagieren zu können. (Lesen Sie auch: Pilnacek Buch Klage: Polizeichef fordert Gewinn von…)

Wie werden Apotheker auf das Impfen vorbereitet?

Apotheker müssten eine spezielle Zusatzausbildung und Zertifizierung absolvieren, um Impfungen durchführen zu dürfen. Diese Ausbildung würde unter anderem Inhalte zur Impfstoffkunde, zur Impftechnik, zur Erkennung und Behandlung von Nebenwirkungen sowie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen umfassen.

Wer trägt die Kosten für das Impfen in Apotheken?

Die Finanzierung des Impfens in Apotheken ist noch unklar. Eine mögliche Option wäre, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen, wie es auch bei Impfungen in Arztpraxen der Fall ist. Es ist aber auch denkbar, dass die Patienten einen Teil der Kosten selbst tragen müssen.

Die Einführung von Impfen Apotheke österreich bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Während die Befürworter eine Erhöhung der Impfquote und eine Entlastung der Ärzte erwarten, warnen Kritiker vor möglichen Risiken und einer Kommerzialisierung des Impfens. Es bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form das Impfen in Apotheken in Österreich Realität wird.

Illustration zu Impfen Apotheke österreich
Symbolbild: Impfen Apotheke österreich (Bild: Picsum)
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