Die Erbschaftssteuer Kritik zielt darauf ab, dass die aktuelle Ausgestaltung der Steuer Schlupflöcher für Vermögende bietet und somit zu einer wachsenden Ungleichheit in der Gesellschaft beiträgt. Experten bemängeln, dass komplexe Steuergestaltungen und internationale Verlagerungen von Vermögen es Superreichen ermöglichen, die Steuerlast erheblich zu reduzieren oder ganz zu umgehen, während der Mittelstand stärker belastet wird. Dies untergräbt die Gerechtigkeit und gefährdet den sozialen Zusammenhalt.

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Das ist passiert
- Martyna Linartas kritisiert die aktuelle Erbschaftssteuer als „durchlöchert wie ein Schweizer Käse“.
- Sie sieht in der ungleichen Vermögensverteilung eine Gefahr für Demokratie und Wohlstand.
- Linartas thematisiert die Rolle von Cum-Ex-Skandalen bei der Verstärkung sozialer Ungleichheit.
- Eine faire Steuerpolitik wird als notwendiges Instrument zur Bekämpfung von Ungleichheit und zur Finanzierung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben gesehen.
Wie entsteht gesellschaftliche Ungleichheit?
Gesellschaftliche Ungleichheit entsteht durch eine Vielzahl von Faktoren, darunter ungleiche Bildungschancen, diskriminierende Strukturen und eine Steuerpolitik, die Vermögende begünstigt. Die Konzentration von Kapital in den Händen Weniger führt zu einer Verfestigung von Machtstrukturen und einer Benachteiligung breiter Bevölkerungsschichten. Auch globale wirtschaftliche Entwicklungen und technologische Veränderungen spielen eine Rolle.
Die Rolle der Erbschaftssteuer in der Vermögensverteilung
Die Erbschaftssteuer ist ein Instrument, um Vermögen umzuverteilen und so die Chancengleichheit zu erhöhen. Eine effektive Erbschaftssteuer kann dazu beitragen, die Konzentration von Vermögen in wenigen Händen zu verringern und staatliche Einnahmen zu generieren, die für öffentliche Aufgaben wie Bildung, Gesundheitswesen und Klimaschutz verwendet werden können. Wenn die Erbschaftssteuer jedoch durchlässig ist, wie von Martyna Linartas kritisiert, verliert sie ihre steuernde Wirkung und verstärkt die Ungleichheit.
Laut einer Studie der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) betrug das gesamte steuerbare Erbschaftsvermögen in der Schweiz im Jahr 2021 rund 80 Milliarden CHF. Allerdings zahlten die Erben aufgrund von Freibeträgen und Steuerbefreiungen nur einen Bruchteil davon als Erbschaftssteuer. (Lesen Sie auch: Heizungsgesetz Reform: Einigung noch Heute Abend Möglich?)
Cum-Ex-Skandale und ihre Auswirkungen auf die Steuergerechtigkeit
Cum-Ex-Skandale haben das Vertrauen in die Steuergerechtigkeit massiv erschüttert. Bei diesen komplexen Steuerhinterziehungsmodellen wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag mehrfach verkauft, um sich nicht gezahlte Steuern erstatten zu lassen. Der Schaden für die Steuerzahler geht in die Milliarden. Solche Skandale zeigen, wie anfällig das Steuersystem für Missbrauch ist und wie dringend Reformen notwendig sind, um Steuergerechtigkeit wiederherzustellen. Wie Stern berichtet, sieht Martyna Linartas in diesen Skandalen eine Gefahr für die Demokratie.
Welche Konsequenzen hat eine unfaire Steuerpolitik?
Eine unfaire Steuerpolitik hat weitreichende Konsequenzen. Sie führt nicht nur zu einer wachsenden Ungleichheit, sondern untergräbt auch das Vertrauen in den Staat und die Demokratie. Wenn Bürger das Gefühl haben, dass die Reichen ihren fairen Anteil nicht leisten, sinkt die Bereitschaft, Steuern zu zahlen und sich an gesellschaftlichen Aufgaben zu beteiligen. Dies kann zu sozialer Unruhe und politischen Instabilität führen. Zudem fehlen dem Staat wichtige Einnahmen, um in Bildung, Gesundheitswesen und Klimaschutz zu investieren. Laut einer Studie der Universität Zürich UZH führt eine höhere Steuergerechtigkeit zu einem stärkeren sozialen Zusammenhalt.
Die derzeitige Situation in der Schweiz zeigt, dass die Erbschaftssteuerreform dringend notwendig ist. Während einige Kantone die Erbschaftssteuer abgeschafft haben, erheben andere weiterhin eine Steuer, allerdings oft mit grosszügigen Ausnahmen für nahe Angehörige und Unternehmen. Dies führt zu einer Ungleichbehandlung und verzerrt den Wettbewerb. Eine landesweite Harmonisierung der Erbschaftssteuer könnte für mehr Gerechtigkeit sorgen.
Informieren Sie sich über die Erbschaftssteuergesetze in Ihrem Kanton und prüfen Sie, ob Sie von den aktuellen Regelungen betroffen sind. Eine frühzeitige Planung kann helfen, die Steuerlast zu minimieren und das Vermögen optimal zu übertragen. (Lesen Sie auch: Arbeitszeitbetrug Homeoffice: Insider Packt aus – ohne…)
Ein Vergleich der Erbschaftssteuersätze in verschiedenen Ländern zeigt, dass die Schweiz im internationalen Vergleich eher niedrig liegt. Länder wie Frankreich und Deutschland haben deutlich höhere Steuersätze, insbesondere für grosse Vermögen. Eine Anpassung der Schweizer Erbschaftssteuer an internationale Standards könnte dazu beitragen, die Steuergerechtigkeit zu erhöhen und zusätzliche Einnahmen für den Staat zu generieren. Die OECD bietet hierzu detaillierte Informationen und Vergleiche an. OECD Bericht.
Wie kann eine faire Steuerpolitik aussehen?
Eine faire Steuerpolitik zeichnet sich durch verschiedene Merkmale aus. Sie sollte transparent, einfach und nachvollziehbar sein. Schlupflöcher und Steuergestaltungen, die es Vermögenden ermöglichen, ihre Steuerlast zu reduzieren, sollten geschlossen werden. Zudem sollte die Steuerprogression erhöht werden, sodass höhere Einkommen und Vermögen stärker besteuert werden. Eine faire Steuerpolitik berücksichtigt auch die soziale Situation der Bürger und entlastet Geringverdiener. Dies könnte durch eine Erhöhung der Freibeträge und eine Senkung der Steuerlast für kleine und mittlere Einkommen erreicht werden.
Häufig gestellte Fragen
Was genau wird unter Erbschaftssteuer Kritik verstanden?
Erbschaftssteuer Kritik bezieht sich auf die Beanstandung bestehender Regelungen zur Erbschaftssteuer, insbesondere im Hinblick auf Ungleichbehandlung, Schlupflöcher für Vermögende und die daraus resultierende Verstärkung sozialer Ungleichheit. Kritiker fordern eine Reform, die zu einer gerechteren Vermögensverteilung beiträgt.
Warum wird die aktuelle Erbschaftssteuer als ungerecht empfunden?
Die aktuelle Erbschaftssteuer wird als ungerecht empfunden, weil sie oft Schlupflöcher für große Vermögen bietet, während der Mittelstand stärker belastet wird. Komplexe Steuergestaltungen und internationale Verlagerungen ermöglichen es Vermögenden, die Steuerlast zu minimieren.
Welche Auswirkungen hat eine ungerechte Erbschaftssteuer auf die Gesellschaft?
Eine ungerechte Erbschaftssteuer kann zu einer wachsenden Ungleichheit, einem Vertrauensverlust in den Staat und die Demokratie sowie zu einer Verringerung der Bereitschaft, Steuern zu zahlen, führen. Zudem fehlen dem Staat wichtige Einnahmen für öffentliche Aufgaben.
Wie könnte eine gerechtere Erbschaftssteuer gestaltet werden?
Eine gerechtere Erbschaftssteuer könnte durch die Schliessung von Schlupflöchern, die Erhöhung der Steuerprogression, die Berücksichtigung der sozialen Situation der Bürger und eine landesweite Harmonisierung der Steuergesetze erreicht werden. Auch internationale Standards sollten berücksichtigt werden. (Lesen Sie auch: Steuerfrei in den Ruhestand: BFH schützt Arbeitnehmer…)
Welche Rolle spielen Cum-Ex-Skandale im Kontext der Steuergerechtigkeit?
Cum-Ex-Skandale haben das Vertrauen in die Steuergerechtigkeit erschüttert und gezeigt, wie anfällig das Steuersystem für Missbrauch ist. Sie verdeutlichen die Notwendigkeit von Reformen, um Steuerhinterziehung zu verhindern und Steuergerechtigkeit wiederherzustellen.
Die Kritik an der Erbschaftssteuer verdeutlicht die Notwendigkeit einer umfassenden Reform der Steuerpolitik. Eine gerechtere und effektivere Erbschaftssteuer kann dazu beitragen, die soziale Ungleichheit zu verringern, das Vertrauen in den Staat zu stärken und die Finanzierung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben sicherzustellen. Es ist daher entscheidend, dass Politik und Gesellschaft den Dialog suchen und gemeinsam an einer zukunftsfähigen Steuerpolitik arbeiten.





