Der Rundfunkbeitrag ist auch am 20.02.2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein vieldiskutiertes Thema. Während die Grundidee der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in allen drei Ländern ähnlich ist, unterscheiden sich die Modelle, Kosten und rechtlichen Grundlagen erheblich. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Regelungen und Kosten des Rundfunkbeitrags in der DACH-Region.
Der Rundfunkbeitrag, oft noch als GEZ-Gebühr bezeichnet, finanziert in Deutschland die Programme von ARD, ZDF und Deutschlandradio. In Österreich wurde die GIS-Gebühr durch den ORF-Beitrag ersetzt, und in der Schweiz wird die Serafe-Abgabe erhoben. Alle Modelle sind geräteunabhängig und an den Haushalt bzw. die Betriebsstätte gebunden, was regelmäßig zu politischen und gesellschaftlichen Debatten über Notwendigkeit, Höhe und Verwendung der Gelder führt.
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland: Der Rundfunkbeitrag liegt aktuell bei 18,36 € pro Monat und Haushalt. Eine von der KEF empfohlene Erhöhung ist politisch umstritten und Gegenstand einer Verfassungsbeschwerde.
- Österreich: Der ORF-Beitrag beträgt seit 2024 monatlich 15,30 € pro Hauptwohnsitz. In einigen Bundesländern kommt eine zusätzliche Landesabgabe hinzu.
- Schweiz: Die jährliche Haushaltsabgabe (Serafe) liegt bei 335 CHF. Eine Volksinitiative zur Senkung auf 200 CHF wird am 8. März 2026 abgestimmt.
- Beitragspflicht: In allen drei Ländern gilt die Pflicht pro Haushalt (bzw. Hauptwohnsitz), unabhängig vom Besitz oder der Nutzung von Empfangsgeräten.
- Befreiung: Soziale oder gesundheitliche Gründe können in allen DACH-Ländern zu einer Befreiung oder Ermäßigung der Beitragspflicht führen.
- Unternehmen: Firmen zahlen in allen drei Ländern einen vom Umsatz oder der Mitarbeiterzahl abhängigen Beitrag.
- Inkasso: Zuständig sind der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice in Deutschland, die ORF-Beitrags Service GmbH (OBS) in Österreich und die Serafe AG in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
Der Rundfunkbeitrag in Deutschland (GEZ) 2026
In Deutschland sichert der Rundfunkbeitrag die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender. Die gesetzliche Grundlage bildet der Rundfunkbeitragsstaatsvertrag (RBStV). Die Verwaltung und der Einzug erfolgen durch den ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, den Nachfolger der Gebühreneinzugszentrale (GEZ).
Aktuelle Höhe und politische Debatte
Aktuell beträgt der Rundfunkbeitrag 18,36 € pro Monat (220,32 € pro Jahr) für jeden Haushalt. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte eine Erhöhung auf 18,94 € ab 2025 empfohlen. Diese wurde jedoch von den Bundesländern blockiert, woraufhin ARD und ZDF Verfassungsbeschwerde einlegten. Für die Zeit ab 2027 hat die KEF eine angepasste Empfehlung von 18,64 € vorgelegt, um den Sendern Planungssicherheit zu geben. Die politische Debatte über Reformen und Sparmaßnahmen bei den Sendern hält an.
Befreiung und Ermäßigung in Deutschland
Eine Befreiung von der Beitragspflicht ist aus sozialen Gründen möglich. Anspruch haben unter anderem Empfänger von Bürgergeld, Grundsicherung oder BAföG. Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere mit dem Merkzeichen „RF“ im Schwerbehindertenausweis, können eine Ermäßigung auf ein Drittel des Beitrags (6,12 € pro Monat) beantragen. Anträge müssen direkt beim Beitragsservice gestellt werden. Seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sind Zweitwohnungen von der Beitragspflicht befreit.
Wer muss den Rundfunkbeitrag in Deutschland zahlen?
Grundsätzlich ist für jede Wohnung in Deutschland ein Rundfunkbeitrag zu entrichten. Es spielt keine Rolle, ob und wie viele Geräte (Fernseher, Radio, Computer) vorhanden sind oder genutzt werden. In einer Wohngemeinschaft oder Familie muss nur eine Person angemeldet sein und den Beitrag zahlen; die Bewohner haften jedoch gesamtschuldnerisch. Unternehmen und Institutionen zahlen ebenfalls einen Beitrag, der sich nach der Anzahl der Betriebsstätten, Beschäftigten und Firmenfahrzeuge staffelt.
Der ORF-Beitrag in Österreich 2026
Seit dem 1. Januar 2024 hat der neue ORF-Beitrag die bisherige, geräteabhängige GIS-Gebühr abgelöst. Anlass war ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs, das die alte Regelung als ungerecht einstufte. Die Einhebung erfolgt nun durch die ORF-Beitrags Service GmbH (OBS), die Nachfolgerin der GIS. Die gesetzliche Grundlage ist das ORF-Beitrags-Gesetz 2024.
Höhe des ORF-Beitrags und Landesabgaben
Der ORF-Beitrag ist für die Jahre 2024 bis 2026 auf 15,30 € pro Monat festgelegt. Im Gegensatz zu Deutschland erheben einige Bundesländer zusätzlich eine Landesabgabe, wodurch die Gesamtbelastung variiert. Die höchsten zusätzlichen Abgaben fallen in der Steiermark (4,70 €) und im Burgenland (4,60 €) an, während Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg derzeit keine erheben. Der ORF-Beitrag ist, anders als die frühere GIS-Gebühr, von der Umsatzsteuer befreit.
Wer ist in Österreich beitragspflichtig?
Beitragspflichtig ist jede Adresse, an der mindestens eine volljährige Person ihren Hauptwohnsitz gemeldet hat. Nebenwohnsitze sind von der Zahlung befreit. Auch Unternehmen, die im Vorjahr kommunalsteuerpflichtig waren, müssen einen gestaffelten Beitrag entrichten. Eine Befreiung vom ORF-Beitrag ist wie zuvor bei der GIS aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen möglich, etwa für Bezieher von Sozialhilfe, Pflegegeld oder Studienbeihilfe.
Die Serafe-Abgabe in der Schweiz 2026
In der Schweiz wird die Finanzierung des öffentlichen Rundfunks (SRG SSR) durch eine geräteunabhängige Haushaltsabgabe sichergestellt. Die zuständige Erhebungsstelle ist die Serafe AG. Die Daten der Haushalte erhält die Serafe direkt von den Einwohnerregistern der Kantone und Gemeinden, eine separate Anmeldung ist nicht erforderlich.
Aktuelle Abgabenhöhe und Abstimmung im März 2026
Die jährliche Abgabe für Privathaushalte beträgt 335 CHF (Stand 2026). Am 8. März 2026 wird in der Schweiz über die Volksinitiative „200 Franken sind genug!“ abgestimmt, die eine Senkung der Haushaltsabgabe auf 200 CHF pro Jahr fordert. Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung hat der Bundesrat bereits eine schrittweise Senkung beschlossen: Ab 2027 sinkt die Abgabe auf 312 CHF und ab 2029 auf 300 CHF. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 500.000 CHF zahlen ebenfalls eine umsatzabhängige Abgabe.
Befreiungsmöglichkeiten in der Schweiz
Eine Befreiung von der Serafe-Abgabe ist nur in wenigen Fällen möglich. Anspruch haben Haushalte, in denen Personen leben, die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV beziehen. Auch taubblinde Personen können unter bestimmten Voraussetzungen befreit werden. Bis Ende 2023 war es möglich, eine Befreiung zu beantragen, wenn man über keine Empfangsgeräte verfügte; diese Opt-out-Möglichkeit ist jedoch entfallen.
Vergleich der Rundfunkfinanzierung im DACH-Raum
Die Systeme zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weisen im DACH-Raum Parallelen, aber auch deutliche Unterschiede auf. Während Deutschland das Modell mit dem höchsten Beitrag hat, ist die Debatte um Reformen und Einsparungen dort auch am intensivsten. Österreich hat mit der Umstellung auf den ORF-Beitrag eine Vereinfachung erreicht, die zusätzliche Landesabgabe sorgt aber für regionale Unterschiede. Die Schweiz setzt auf direkte Demokratie und lässt die Bevölkerung über die zukünftige Höhe mitentscheiden. Wie bereits in unserem Artikel über die Westdeutsche Allgemeine Zeitung beleuchtet, ist eine stabile Finanzierung entscheidend für die Medienvielfalt.
Video-Empfehlung: Um die komplexen Regelungen besser zu verstehen, empfehlen wir das Erklärvideo des „ZDF Magazin Royale“ zum Thema, das die Funktionsweise und die Kritik am deutschen System satirisch aufarbeitet. Suchen Sie auf YouTube nach „ZDF Magazin Royale Rundfunkbeitrag“.
| Merkmal | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Bezeichnung | Rundfunkbeitrag | ORF-Beitrag | Haushaltsabgabe (Serafe) |
| Kosten pro Monat | 18,36 € | 15,30 € (+ evtl. Landesabgabe) | ca. 27,92 CHF (335 CHF / 12) |
| Kosten pro Jahr | 220,32 € | 183,60 € (+ evtl. Landesabgabe) | 335 CHF |
| Zuständige Stelle | ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice | ORF-Beitrags Service GmbH (OBS) | Serafe AG |
| Grundlage | Pro Wohnung | Pro Hauptwohnsitz | Pro Haushalt |
| Geräteunabhängig? | Ja | Ja | Ja |
Die Debatte um die Legitimität und Höhe der Abgaben ist ein Dauerbrenner. Kritiker bemängeln mangelnde Sparsamkeit und ineffiziente Strukturen, während Befürworter die Bedeutung eines unabhängigen, starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie betonen. Dies spiegelt sich auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wider, wie etwa bei der Diskussion über die Tipps zum Energiesparen, wo ebenfalls Effizienz und Notwendigkeit im Vordergrund stehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Rundfunkbeitrag
- Muss ich den Rundfunkbeitrag auch zahlen, wenn ich kein Radio oder Fernsehen habe?
- Ja. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Abgabe geräteunabhängig und an den Haushalt bzw. Hauptwohnsitz geknüpft. Die reine Möglichkeit des Empfangs über das Internet (Computer, Smartphone) begründet die Zahlungspflicht.
- Was passiert, wenn ich den Rundfunkbeitrag nicht zahle?
- Wer den Rundfunkbeitrag nicht zahlt, erhält Mahnungen. Werden diese ignoriert, kann ein Festsetzungsbescheid ergehen, der die Grundlage für eine Zwangsvollstreckung durch Gerichtsvollzieher oder Behörden sein kann. Es können Säumniszuschläge und Mahngebühren anfallen.
- Kann ich den Rundfunkbeitrag in Raten zahlen?
- Ja, in Deutschland ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Ratenzahlung nach Absprache mit dem Beitragsservice möglich. In Österreich kann bei Zahlung per SEPA-Lastschriftmandat auch in zwei oder sechs Teilbeträgen gezahlt werden. Die Serafe in der Schweiz bietet standardmäßig eine Jahresrechnung, in Ausnahmefällen sind auch Quartalsrechnungen möglich.
- Ich ziehe um, was muss ich tun?
- In Deutschland und Österreich müssen Sie dem Beitragsservice bzw. der OBS Ihre neue Adresse mitteilen und die alte Wohnung abmelden. In der Schweiz erfolgt die Ummeldung automatisch durch die Datenübermittlung der Einwohnerregister an die Serafe.
- Warum ist der Rundfunkbeitrag keine Steuer?
- Der Rundfunkbeitrag ist eine zweckgebundene Abgabe, die direkt an die Rundfunkanstalten fließt. Steuern hingegen fließen in den allgemeinen Staatshaushalt und sind nicht zweckgebunden. Diese staatsferne Finanzierung soll die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sichern, wie es das deutsche Verfassungsrecht vorsieht.
Fazit und Ausblick
Der Rundfunkbeitrag bleibt 2026 in der gesamten DACH-Region ein zentrales Thema. Während die Modelle in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Prinzip der haushaltsbezogenen, geräteunabhängigen Finanzierung beruhen, zeigen sich in der Höhe, der politischen Akzeptanz und den Reformdebatten deutliche Unterschiede. In Deutschland hängt die zukünftige Höhe von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ab. In der Schweiz wird die Bevölkerung direkt über eine deutliche Senkung abstimmen, was die Debatte um den Service public weiter anfachen wird. Für Beitragszahler ist es entscheidend, die jeweiligen nationalen Regelungen zu kennen, um Pflichten zu erfüllen und mögliche Ansprüche auf Befreiung oder Ermäßigung geltend zu machen.
Informationen zur Autorin:
Anna Schneider ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Medienpolitik und Verbraucherschutz. Seit über 10 Jahren analysiert sie die Entwicklungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk im deutschsprachigen Raum und publiziert regelmäßig in Fachmedien.