LVB Streik aktuell: Kommt der nächste ÖPNV-Stillstand?

Ein neuer LVB Streik droht Leipzig im Februar/März 2026 lahmzulegen. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Leipziger Verkehrsbetrieben sind festgefahren. Hier finden Sie alle aktuellen Infos zu betroffenen Linien, Hintergründen und Alternativen.
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Ein neuer LVB Streik könnte Leipzig in den kommenden Tagen und Wochen lahmlegen. Nach den Arbeitsniederlegungen Anfang Februar 2026 sind die Fronten zwischen der Gewerkschaft Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Sachsen weiter verhärtet. Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Einschränkungen im Bus- und Straßenbahnverkehr einstellen. Wir fassen die aktuelle Lage für Sie zusammen.

Die Situation um den LVB Streik bleibt angespannt. Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Sachsen sind festgefahren. Verdi fordert vor allem bessere Arbeitsbedingungen zur Entlastung des Personals, darunter eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit und höhere Zuschläge. Da die Arbeitgeberseite bisher kein Entgegenkommen signalisiert hat, sind weitere, möglicherweise längere Streiks sehr wahrscheinlich. Pendler und Reisende sollten sich tagesaktuell informieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konfliktparteien: Die Gewerkschaft Verdi verhandelt mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Sachsen, der die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) vertritt.
  • Streikgrund: Kern des Konflikts sind die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag. Verdi fordert primär Entlastung für die Beschäftigten, z.B. durch Arbeitszeitverkürzung.
  • Aktueller Stand: Die Verhandlungen sind festgefahren, die Fronten verhärtet. Weitere Streiks sind sehr wahrscheinlich.
  • Betroffene Verkehrsmittel: Bei einem Streik fallen in der Regel fast alle Straßenbahn- und Buslinien der LVB aus.
  • Ausnahmen: S-Bahnen, Regionalzüge und von Subunternehmen betriebene Buslinien sind meist nicht vom LVB Streik betroffen.
  • Informationsquellen: Fahrgäste sollten sich über die App LeipzigMOVE und die Webseite der LVB tagesaktuell informieren.

Aktuelle Lage beim LVB Streik (Stand: 24. Februar 2026)

Die Lage im Tarifkonflikt des sächsischen Nahverkehrs ist weiterhin angespannt. Nach dem Warnstreik am 2. Februar 2026 kam es zu keiner nennenswerten Annäherung zwischen Verdi und dem KAV. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern eine Blockadehaltung vor und hat bereits für heute, den 24. Februar 2026, weitere Informationen angekündigt. Medienberichten zufolge halten über 80 Prozent der befragten Beschäftigten weitere Arbeitskampfmaßnahmen für notwendig, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ein erneuter, möglicherweise mehrtägiger LVB Streik noch Ende Februar oder Anfang März scheint damit unausweichlich. Ähnliche Auseinandersetzungen führen aktuell auch in anderen Regionen zu Arbeitsniederlegungen, wie der bundesweite Verdi Streik im ÖPNV zeigt.

Die Positionen der Tarifparteien

Die Gewerkschaft Verdi hat den Manteltarifvertrag für den Nahverkehr in Sachsen zum 31. Dezember 2025 gekündigt, um Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen zu erreichen. Im Fokus steht die Entlastung der Mitarbeiter, die unter hoher Belastung und Personalmangel leiden. Die Arbeitgeberseite argumentiert, dass die geforderte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich den Personalmangel weiter verschärfen und wirtschaftlich nicht tragbar sei. Ein Kompromiss ist derzeit nicht in Sicht.

Warum wird bei der LVB gestreikt? Die Hintergründe

Im Gegensatz zu vielen früheren Tarifrunden geht es beim aktuellen LVB Streik nicht primär um höhere Löhne. Die zentralen Forderungen von Verdi zielen auf eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensqualität der Beschäftigten ab. Dazu gehören:

  • Arbeitszeitreduzierung: Eine schrittweise Absenkung der Wochenarbeitszeit in Richtung 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
  • Bessere Ruhezeiten: Verbindliche und längere Ruhezeiten zwischen den Diensten.
  • Höhere Zuschläge: Deutlich höhere finanzielle Anerkennung für Arbeit an Wochenenden, Feiertagen und in der Nacht.
  • Nachwuchsförderung: Attraktivere Bedingungen für Auszubildende, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Diese Forderungen begründet die Gewerkschaft mit einem hohen Krankenstand und einer enormen Zahl an Überstunden in den Verkehrsbetrieben. Ohne Entlastung seien die Berufe im Nahverkehr nicht mehr attraktiv, was die Personalsituation weiter verschärfen würde. Eine offizielle Übersicht der Forderungen stellt Verdi Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen bereit.

Welche Linien sind vom LVB Streik betroffen?

Ein von Verdi ausgerufener ganztägiger LVB Streik führt in der Regel zur vollständigen Einstellung des Betriebs auf fast allen von den Leipziger Verkehrsbetrieben selbst betriebenen Linien. Dies betrifft sowohl das Straßenbahn- als auch das Busnetz. Erfahrungsgemäß ist mit massiven Beeinträchtigungen von den frühen Morgenstunden (ca. 3 Uhr) bis in die Nacht hinein zu rechnen.

Welche Buslinien fahren trotz Streik?

Einige Buslinien in Leipzig und dem Umland werden von Subunternehmen im Auftrag der LVB betrieben. Diese sind vom Streikaufruf an das LVB-Personal in der Regel nicht betroffen und verkehren nach Fahrplan. Fahrgäste sollten sich dennoch auf ein höheres Fahrgastaufkommen auf diesen Linien einstellen.

Verkehrsmittel Status bei LVB Streik Beispiele / Linien
LVB-Straßenbahnen Fahren nicht Linien 1, 2, 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 16
LVB-Busse Fahren überwiegend nicht z.B. Linien 70, 72, 73, 74, 89, 90
Busse von Subunternehmen Fahren in der Regel 61, 62, 66, 77, 83, 87, 88, 91, 143, 162, 172, 173, 175, 176
Flexa On-Demand Fährt in der Regel Buchung per App prüfen
S-Bahn Mitteldeutschland Fährt S1, S2, S3, S4, S5, S5X, S6
Regionalzüge (DB, Abellio etc.) Fahren RE, RB

Hinweis: Diese Übersicht basiert auf Erfahrungen vergangener Streiks. Änderungen sind jederzeit möglich. Bitte prüfen Sie Ihre Verbindung vor Fahrtantritt.

Alternativen während des Streiks in Leipzig

Wer während eines LVB Streiks mobil sein muss, sollte frühzeitig auf Alternativen umsteigen. Die S-Bahnen der DB sind die wichtigste Ausweichmöglichkeit, da sie wichtige Achsen im Stadtgebiet bedienen. Rechnen Sie hier jedoch mit sehr vollen Zügen. Weitere Optionen sind:

  • Bike-Sharing: Anbieter wie Nextbike (oft über die LeipzigMOVE-App buchbar) sind eine gute Alternative für kurze bis mittlere Strecken.
  • E-Scooter: Diverse Anbieter sind im Stadtgebiet verfügbar.
  • Fahrgemeinschaften: Sprechen Sie sich mit Kollegen oder Freunden ab.
  • Auto: Wer auf das Auto umsteigt, muss mit deutlich mehr Verkehr und vollen Parkhäusern rechnen. Das Thema der passenden Handyhalterung im Auto wird dann besonders relevant für die Navigation.

Aktuelle Informationen zum Fahrplan und zu Ausfällen stellen die Leipziger Verkehrsbetriebe auf ihrer offiziellen Webseite zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen zum LVB Streik

Wann ist der nächste LVB Streik in Leipzig?

Ein genaues Datum für den nächsten LVB Streik steht noch nicht fest. Aufgrund der festgefahrenen Tarifverhandlungen ist aber jederzeit mit neuen Streikankündigungen durch die Gewerkschaft Verdi zu rechnen, wahrscheinlich noch Ende Februar oder Anfang März 2026.

Wie lange dauert ein LVB Streik normalerweise?

Die Dauer kann variieren. Bisher handelte es sich meist um ganztägige Warnstreiks, die oft 24 Stunden oder etwas länger andauerten (z.B. von Montag 3 Uhr bis Dienstag 6 Uhr). Verdi hat jedoch angedeutet, dass bei ausbleibender Einigung auch mehrtägige Streiks möglich sind.

Fährt die S-Bahn während des LVB Streiks?

Ja, die S-Bahnen in und um Leipzig werden von der Deutschen Bahn betrieben und sind vom LVB Streik nicht betroffen. Sie sind eine wichtige Alternative, allerdings muss mit sehr hohem Fahrgastaufkommen gerechnet werden.

Bekomme ich mein Geld für das Deutschlandticket zurück?

Nein, eine anteilige Rückerstattung des Deutschlandtickets oder anderer Abonnements für Streiktage ist laut den Beförderungsbedingungen in der Regel ausgeschlossen. Streiks gelten als höhere Gewalt. Die Fahrgastrechte sehen bei Ausfällen durch Streik keine Entschädigung vor.

Wo erhalte ich die aktuellsten Informationen zum Streik?

Die verlässlichsten und schnellsten Informationen erhalten Sie direkt bei den Leipziger Verkehrsbetrieben. Nutzen Sie die App LeipzigMOVE oder die Webseite www.l.de/verkehrsbetriebe. Auch lokale Medien und Radiosender berichten zeitnah über die aktuelle Lage.

Fazit und Ausblick

Die Leipziger müssen sich auf weitere Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Ein neuerlicher LVB Streik ist angesichts der verhärteten Positionen im Tarifstreit mehr als wahrscheinlich. Solange der Kommunale Arbeitgeberverband kein verhandlungsfähiges Angebot zur Entlastung der Beschäftigten vorlegt, wird die Gewerkschaft Verdi den Druck durch Arbeitsniederlegungen aufrechterhalten. Fahrgästen bleibt nur, sich kurzfristig über die Betriebslage zu informieren und auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen. Eine schnelle Lösung des Konflikts ist für den 24.02.2026 nicht absehbar.

Autorbild von Klaus-Peter Schmidt

Klaus-Peter Schmidt

Klaus-Peter Schmidt ist unser Experte für Verkehr, Wirtschaft und lokale Nachrichten. Seit über 10 Jahren beobachtet er die Entwicklungen im öffentlichen Nahverkehr in der DACH-Region und analysiert die Hintergründe von Tarifkonflikten. Seine präzisen Berichte helfen Pendlern und Reisenden, sich auf aktuelle Herausforderungen im Mobilitätssektor vorzubereiten.

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