Kurt Waldheim: Die Affäre, die Österreich aufwühlte

Kurt Waldheim, ehemaliger UN-Generalsekretär und österreichischer Bundespräsident, geriet 1986 in die Kritik, als seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs thematisiert wurde. Die sogenannte Waldheim-Affäre führte zu einer nationalen und internationalen Debatte über Österreichs Vergangenheitsbewältigung.
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Die sogenannte Waldheim-Affäre, ausgelöst vor 40 Jahren, erlebt eine neue Aufarbeitung durch aktuelle TV-Sendungen. Anlass ist die Ausstrahlung des Dokumentarfilms „Waldheims Walzer“ im ORF und die Sendung ZIB 2 History, die sich mit den Enthüllungen rund um die NS-Vergangenheit von Kurt Waldheim beschäftigt.

Symbolbild zum Thema Kurt Waldheim
Symbolbild: Kurt Waldheim (Bild: Picsum)

Kurt Waldheim: Vom UN-Generalsekretär zum umstrittenen Bundespräsidenten

Kurt Waldheim, geboren 1918, war eine schillernde Figur der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Seine Karriere gipfelte in der Position des UN-Generalsekretärs von 1972 bis 1981. Doch der Schein des international geachteten Diplomaten begann zu bröckeln, als er 1986 für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten kandidierte. Im Wahlkampf wurden Vorwürfe laut, die seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs betrafen. Die Vereinten Nationen bieten Informationen zu allen ehemaligen Generalsekretären. (Lesen Sie auch: Juventus VS. Galatasaray: gegen: Rote Karte überschattet)

Die Enthüllungen des profil und die Reaktionen

Die Zeitschrift profil spielte eine zentrale Rolle bei der Aufdeckung der NS-Vergangenheit Kurt Waldheims. Vor 40 Jahren, am 3. März 1986, veröffentlichte das Magazin eine Titelgeschichte, die sich mit Waldheims Rolle während des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzte. Die Veröffentlichung trug dazu bei, dass sich Österreich erstmals seiner Geschichte stellen musste. Die Artikelserie löste eine Welle der Entrüstung und Kontroversen aus, die das Land spaltete.

„Waldheims Walzer“: Eine filmische Aufarbeitung

Der Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“ von Ruth Beckermann rekonstruiert die Ereignisse rund um den Bundespräsidentschaftswahlkampf 1986. Der Film zeigt, wie Kurt Waldheim auf die Vorwürfe reagierte und wie sich die österreichische Gesellschaft in Befürworter und Gegner spaltete. Die Dokumentation beleuchtet die Frage der Vergangenheitsaufarbeitung eines Landes, das lange Zeit von Mythen und Verdrängung geprägt war. Der Film wird am 25. Februar 2026 um 23:05 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt und ist danach auf ORF ON verfügbar. (Lesen Sie auch: Stillen: Kinderärzte kritisieren neue Empfehlungen)

ZIB 2 History: Ein Blick zurück

Zusätzlich zur Ausstrahlung von „Waldheims Walzer“ widmet sich auch die Sendung ZIB 2 History der Waldheim-Affäre. Am 24. Februar 2026 wird die Sendung auf ORF 2 ausgestrahlt und beleuchtet die historischen Hintergründe und die Auswirkungen der Affäre auf die österreichische Politik und Gesellschaft. Die Sendung bietet eine umfassende Analyse der Ereignisse und trägt dazu bei, die Komplexität der Thematik zu verstehen.

Die Spaltung der Gesellschaft

Die Waldheim-Affäre führte zu einer tiefen Spaltung der österreichischen Gesellschaft. Auf der einen Seite standen jene, die an der Legende des unbescholtenen Diplomaten festhalten wollten. Auf der anderen Seite forderten Kritiker eine schonungslose Aufklärung der Vergangenheit. Die Affäre zwang Österreich dazu, sich mit seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg auseinanderzusetzen und die eigene Geschichte kritisch zu hinterfragen. (Lesen Sie auch: Punch the Monkey: Was ist der Hype…)

Ausblick: Die Bedeutung für die heutige Zeit

Die Waldheim-Affäre hat bis heute Auswirkungen auf die österreichische Politik und Gesellschaft. Sie hat das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit geschärft und dazu beigetragen, dass Österreich eine aktivere Rolle bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen einnimmt. Die Affäre dient als Mahnung, die Vergangenheit nicht zu vergessen und aus den Fehlern der Geschichte zu lernen. Informationen zur österreichischen Zeitgeschichte bietet das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes.

Detailansicht: Kurt Waldheim
Symbolbild: Kurt Waldheim (Bild: Picsum)

Sendetermine im Überblick

Sendung Sender Datum Uhrzeit
Waldheims Walzer ORF 2 25. Februar 2026 23:05 Uhr
ZIB 2 History ORF 2 24. Februar 2026 (keine Uhrzeitangabe)
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Kurt Waldheim: Die Affäre, die Österreich aufwühlte

Die Waldheim-Affäre, die 1986 durch Enthüllungen des Nachrichtenmagazins „profil“ ins Rollen kam, thematisierte die NS-Vergangenheit des damaligen Präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim. Die Affäre zwang Österreich, sich mit seiner Rolle im Zweiten Weltkrieg auseinanderzusetzen und löste eine bis dahin nicht gekannte gesellschaftliche Debatte aus.
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Kurt Waldheim, ehemaliger UN-Generalsekretär und österreichischer Präsidentschaftskandidat, steht im Zentrum einer Affäre, die sich 2026 zum 40. Mal jährt. Die Enthüllungen über seine NS-Vergangenheit im Jahr 1986 lösten eine heftige Kontroverse aus und zwangen Österreich, sich seiner Geschichte zu stellen.

Symbolbild zum Thema Kurt Waldheim
Symbolbild: Kurt Waldheim (Bild: Picsum)

Hintergrund: Kurt Waldheims Aufstieg und die Verdrängung der NS-Vergangenheit

Kurt Waldheim, geboren 1918, war ein österreichischer Diplomat und Politiker. Er bekleidete hohe Ämter, darunter das des Außenministers (1968-1970) und des UN-Generalsekretärs (1972-1981). Seine erfolgreiche Karriere wurde jedoch von seiner Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg überschattet. In Österreich herrschte lange Zeit eine Verdrängung der NS-Vergangenheit vor. Mythen und Opfererzählungen prägten die öffentliche Wahrnehmung. Erst die Waldheim-Affäre brachte eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik in Gang. (Lesen Sie auch: Juventus VS. Galatasaray: gegen: Rote Karte überschattet)

Die Waldheim-Affäre: Enthüllungen und Kontroversen

Im Vorfeld der Bundespräsidentschaftswahl 1986 kamen Gerüchte über Kurt Waldheims NS-Vergangenheit auf. Das Nachrichtenmagazin „profil“ veröffentlichte am 24. Februar 2026 einen Artikel, der die Rolle Waldheims während des Zweiten Weltkriegs beleuchtete. Die „New York Times“ recherchierte ebenfalls intensiv zu diesem Thema. Konkret ging es um Waldheims Mitgliedschaft in der SA und seine Tätigkeit als Ordonnanzoffizier in der Heeresgruppe E, die für Kriegsverbrechen in Griechenland und Jugoslawien verantwortlich war.

Waldheim selbst bestritt die Vorwürfe zunächst und präsentierte sich als Opfer des Krieges. Er sprach von einer „Schmutzkampagne“ und versuchte, die Anschuldigungen als politisch motiviert darzustellen. Diese Strategie spaltete die österreichische Bevölkerung. Ein Teil der Bevölkerung glaubte Waldheim und unterstützte ihn weiterhin, während andere eine Aufklärung der Vorwürfe forderten. Die Affäre löste eine heftige Debatte über die Vergangenheitsbewältigung Österreichs aus. (Lesen Sie auch: Stillen: Kinderärzte kritisieren neue Empfehlungen)

Reaktionen und Stimmen zur Waldheim-Affäre

Die Waldheim-Affäre rief international Reaktionen hervor. Die USA setzten Kurt Waldheim auf eine „Watch List“, was einer Einreisesperre gleichkam. Israel zog seinen Botschafter aus Wien ab. Viele Intellektuelle und Künstler äußerten sich kritisch zu Waldheims Umgang mit seiner Vergangenheit. Andererseits gab es auch Stimmen, die Waldheim verteidigten und die Vorwürfe als übertrieben oder unbewiesen darstellten. Die Affäre verdeutlichte die tiefen Gräben in der österreichischen Gesellschaft bezüglich der Aufarbeitung der NS-Zeit.

„Waldheims Walzer“: Eine filmische Rekonstruktion

Der Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“ von Ruth Beckermann aus dem Jahr 2018 rekonstruiert den Bundespräsidentschaftswahlkampf 1986 und die Auseinandersetzung um Kurt Waldheims NS-Vergangenheit. Der Film zeigt, wie Waldheim mit Abwehr, Empörung und Opfererzählungen auf die Vorwürfe reagierte und wie sich die österreichische Gesellschaft in zwei unversöhnliche Lager spaltete. „Waldheims Walzer“ ist ein wichtiges Zeitdokument, das die Frage der Vergangenheitsaufarbeitung in Österreich thematisiert. (Lesen Sie auch: Punch the Monkey: Was ist der Hype…)

Die ZIB 2 History Sendung

Am 24. Februar 2026 strahlte ORF 2 die Sendung „ZIB 2 History“ aus, die sich ebenfalls mit der Waldheim-Affäre auseinandersetzte. Solche Sendungen tragen dazu bei, dass die Thematik auch nach 40 Jahren nicht in Vergessenheit gerät und weiterhin diskutiert wird.

Kurt Waldheim: Was bedeutet die Affäre für Österreich?

Die Waldheim-Affäre war ein Wendepunkt in der österreichischen Geschichte. Sie zwang das Land, sich seiner Verantwortung für die Verbrechen des Nationalsozialismus zu stellen. Die Affäre trug dazu bei, dass eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in Gang gesetzt wurde. Sie machte aber auch deutlich, wie tief die Verdrängung und die Mythenbildung in der österreichischen Gesellschaft verwurzelt waren. Die Affäre wirkt bis heute nach und erinnert daran, wie wichtig eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte ist. Die Republik Österreich hat sich seither um eine Aufarbeitung bemüht, wie man auf der offiziellen Regierungswebsite nachlesen kann. (Lesen Sie auch: Carsten Linnemann: CDU-General, Kurs & Kontroversen 2026)

Detailansicht: Kurt Waldheim
Symbolbild: Kurt Waldheim (Bild: Picsum)

Die Bundespräsidentschaftswahl 1986

Obwohl die Vorwürfe gegen Kurt Waldheim während des Wahlkampfs im Raum standen, wurde er 1986 zum Bundespräsidenten gewählt. Dies zeigt, dass ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung bereit war, Waldheims Vergangenheit zu ignorieren oder zu relativieren. Seine Wahl löste international Kritik aus und belastete das Ansehen Österreichs. Waldheim amtierte von 1986 bis 1992 als Bundespräsident.

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FAQ zu Kurt Waldheim und der Waldheim-Affäre

Sendetermine zum Thema Waldheim-Affäre im ORF
Sendung Datum Uhrzeit Sender
Waldheims Walzer 25. Februar 23:05 Uhr ORF 2
ZIB 2 History 24. Februar 2026 (keine Uhrzeit verfügbar) ORF 2
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