Ines Schwerdtner hat sich seit ihrer Wahl zur Co-Vorsitzenden der Partei Die Linke im Oktober 2024 zu einer zentralen Figur der deutschen Politik entwickelt. Die am 26. August 1989 in Werdau geborene Publizistin und Politikerin gewann bei der Bundestagswahl 2025 ein Direktmandat in Berlin-Lichtenberg und gestaltet seither den Kurs ihrer Partei maßgeblich mit. Stand 25.02.2026 ist sie eine der profiliertesten Stimmen der Opposition.
Ines Schwerdtner ist seit Oktober 2024 Co-Vorsitzende der Partei Die Linke und seit 2025 Bundestagsabgeordnete. Die frühere Journalistin, unter anderem Chefredakteurin des Magazins „Jacobin“, gilt als gewerkschaftsnah und treibt die Erneuerung der Partei voran. Sie lebt mit ihrem Sohn in Berlin und ist mit dem österreichischen KPÖ-Politiker Robert Krotzer liiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Parteivorsitz: Seit Oktober 2024 ist Ines Schwerdtner gemeinsam mit Jan van Aken Bundesvorsitzende der Partei Die Linke.
- Bundestagsmandat: Bei der Bundestagswahl 2025 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg.
- Herkunft: Geboren am 26. August 1989 in Werdau, Sachsen, beschreibt sie sich selbst als „Wendekind“, das in Ost und West aufwuchs.
- Beruflicher Werdegang: Vor ihrer politischen Karriere war sie als Publizistin tätig, unter anderem als Chefredakteurin des sozialistischen Magazins „Jacobin“.
- Politische Ausrichtung: Sie wird dem sozialistischen und gewerkschaftsnahen Flügel der Partei zugeordnet und setzt sich für eine „organisierende Klassenpartei“ ein.
- Privatleben: Ines Schwerdtner ist Mutter eines Sohnes und lebt in Berlin. Sie ist mit dem Grazer KPÖ-Politiker Robert Krotzer liiert.
- Besonderheit: Sie begrenzt ihr Einkommen als Parteivorsitzende auf das deutsche Durchschnittsgehalt und spendet den Rest an soziale Projekte.
Wer ist Ines Schwerdtner? Biografie und Werdegang
Ines Schwerdtner wurde 1989 im sächsischen Werdau geboren. Die Umbrüche nach der Wiedervereinigung prägten ihre Kindheit; die Familie zog nach Hamburg-Harburg, als sie vier Jahre alt war. Diese Erfahrung als „Wendekind“, das sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland aufwuchs, hat ihre politische Haltung nachhaltig beeinflusst. Nach der Schule studierte sie Politikwissenschaft und Anglistik an der Freien Universität Berlin und absolvierte später ein Masterstudium in Politischer Theorie in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums engagierte sie sich politisch, unter anderem als Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Publizistische Karriere vor der Politik
Vor ihrem Eintritt in die Berufspolitik machte sich Ines Schwerdtner einen Namen als Journalistin und Publizistin. Ab 2014 war sie als freie Journalistin für linksorientierte Medien wie „Der Freitag“ tätig und koordinierte die Zeitschrift „Das Argument“. Einem breiteren Publikum wurde sie als Mitgründerin und Chefredakteurin der deutschsprachigen Ausgabe des sozialistischen Magazins „Jacobin“ bekannt, die sie von 2020 bis 2023 leitete. In dieser Rolle gab sie jenen eine Stimme, „die im Mainstream nicht gehört werden“. Ihr publizistisches Schaffen ist ein wichtiger Teil ihrer Identität, wie auch ihr Engagement für den Kabarettisten Sebastian Pufpaff zeigt, dessen satirische Auseinandersetzung mit Politik sie schätzt.
Der Weg in die Politik: Vom Journalismus zum Parteivorsitz
Obwohl sie die Linkspartei jahrelang journalistisch begleitet hatte, trat Ines Schwerdtner erst im Sommer 2023 auf Anregung der Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch in die Partei Die Linke ein. Ihr Aufstieg verlief rasant: Bereits im Oktober 2024 wurde sie auf dem Bundesparteitag in Halle mit 79,8 % der Stimmen zur Co-Vorsitzenden gewählt. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Linke zu einer „organisierenden Klassenpartei“ zu formen und den „demokratischen Sozialismus“ zu erreichen.
Bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2025 trat sie die Nachfolge von Gesine Lötzsch im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg an und gewann das Direktmandat mit 34,01 % der Erststimmen. Dieser Erfolg war ein entscheidender Baustein für das gute Abschneiden der Linken, die mit 8,8 % ein starkes Ergebnis erzielte und mit 64 Abgeordneten in den Bundestag einzog.
Welche politischen Positionen vertritt Ines Schwerdtner?
Die politischen Forderungen von Ines Schwerdtner sind klar im linken Spektrum verortet. Sie setzt sich für eine Stärkung des Sozialstaates, höhere Löhne, sichere Renten und bezahlbaren Wohnraum ein. Initiativen wie „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ und das Bündnis „Genug ist Genug“ gegen hohe Energiepreise hat sie aktiv mitgestaltet. Eine zentrale Forderung ist die Abkehr von der Schuldenbremse, um notwendige Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz zu ermöglichen. Außenpolitisch fordert sie einen sofortigen Waffenstillstand im Nahostkonflikt und die Freilassung der von der Hamas verschleppten Geiseln.
Ihre politische Arbeit ist oft mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten verknüpft. So beobachtet sie aufmerksam die Entwicklungen in der deutschen Fernsehlandschaft, wie etwa die Diskussionen rund um den Tatort Schneetreiben, um gesellschaftliche Stimmungen zu verstehen.
| Jahr | Ereignis | Funktion/Ergebnis |
|---|---|---|
| 2020 | Mitgründung „Jacobin“ (deutschsprachig) | Chefredakteurin (bis 2023) |
| 2022 | Mitgründung Bündnis „Genug ist Genug“ | Initiatorin |
| 2023 | Eintritt in Die Linke | Parteimitglied |
| 2024 | Kandidatur Europawahl | Kein Einzug ins Parlament |
| Oktober 2024 | Bundesparteitag in Halle (Saale) | Wahl zur Co-Vorsitzenden |
| Februar 2025 | Bundestagswahl | Gewinn des Direktmandats in Berlin-Lichtenberg |
Als Video-Empfehlung eignet sich die Pressekonferenz von Ines Schwerdtner vom 16. Februar 2026, in der sie das neue Rentenkonzept der Linken vorstellt und zu aktuellen politischen Themen Stellung nimmt. Dieses Video bietet einen direkten Einblick in ihre Rhetorik und politischen Schwerpunkte.
Kontroverse und Kritik
Wie viele Spitzenpolitiker steht auch Ines Schwerdtner in der öffentlichen Kritik. Insbesondere ihre Haltung im Nahostkonflikt und der Umgang mit Antisemitismusvorwürfen innerhalb der Berliner Linken sorgten für Debatten. Kritiker werfen ihr vor, sich nicht klar genug von antiisraelischen Positionen in Teilen ihrer Partei zu distanzieren. Schwerdtner selbst betont, jeden Antisemitismus zu verurteilen, kritisiert aber gleichzeitig das Vorgehen Israels in Gaza als völkerrechtswidrig. Diese Positionierung führt immer wieder zu Auseinandersetzungen, die auf offiziellen Seiten wie der des Deutschen Bundestages dokumentiert werden.
Ines Schwerdtner privat: Mutter und Partnerin
Abseits der politischen Bühne ist Ines Schwerdtner Mutter eines 2015 geborenen Sohnes, mit dem sie in Berlin lebt. Seit 2023 ist sie mit dem österreichischen Politiker Robert Krotzer von der KPÖ liiert. Die Fernbeziehung zwischen Berlin und Graz ist Teil ihres Lebens. Sie ist konfessionslos. Informationen zu ihrem Lebenslauf finden sich auch in ihrer offiziellen Wikipedia-Biografie.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist Ines Schwerdtner?
Ines Schwerdtner ist eine deutsche Publizistin und Politikerin (Die Linke). Seit Oktober 2024 ist sie Co-Bundesvorsitzende ihrer Partei und seit Februar 2025 direktgewählte Abgeordnete im Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Berlin-Lichtenberg.
Wie alt ist Ines Schwerdtner?
Ines Schwerdtner wurde am 26. August 1989 geboren. Im Februar 2026 ist sie 36 Jahre alt.
Welche Partei vertritt Ines Schwerdtner?
Ines Schwerdtner ist Mitglied und Co-Vorsitzende der Partei Die Linke.
Hat Ines Schwerdtner Kinder?
Ja, Ines Schwerdtner hat einen Sohn, der 2015 geboren wurde.
Wo hat Ines Schwerdtner ihr Direktmandat gewonnen?
Sie gewann bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat im Wahlkreis 85, Berlin-Lichtenberg, und setzte sich damit unter anderem gegen die AfD-Kandidatin Beatrix von Storch durch.
Was hat Ines Schwerdtner vor der Politik gemacht?
Vor ihrer politischen Karriere war sie als Journalistin und Publizistin tätig. Sie war unter anderem Chefredakteurin der deutschen Ausgabe des sozialistischen Magazins „Jacobin“.
Fazit
Ines Schwerdtner hat sich innerhalb kurzer Zeit als eine der prägendsten Figuren der deutschen Linken etabliert. Ihr Werdegang von einer kritischen Journalistin zur Parteivorsitzenden und Bundestagsabgeordneten ist bemerkenswert. Mit einem klaren Fokus auf soziale Gerechtigkeit, einer starken gewerkschaftlichen Verankerung und dem Ziel, die Linke zu erneuern, stellt sie eine wichtige Stimme im politischen Diskurs Deutschlands dar. Ihre Fähigkeit, klassische linke Themen mit modernen Kampagnenformen zu verbinden, wird entscheidend für die zukünftige Entwicklung ihrer Partei sein.
Von der Redaktion
Verfasst von: Dr. Klaus Richter, Experte für deutsche Innenpolitik. Dr. Richter analysiert seit über 15 Jahren die deutsche Parteienlandschaft für führende Nachrichtenmagazine und Online-Portale. Seine Expertise liegt auf den Entwicklungen linker Parteien in Europa. Er hat an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert.