Der Hamburger SV und die deutsche Fußballwelt trauern um eine ihrer größten Ikonen: Horst Schnoor ist am heutigen 25. Februar 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Der legendäre Torhüter, der mit dem HSV die Deutsche Meisterschaft 1960 und den DFB-Pokal 1963 gewann, prägte eine ganze Ära und bleibt als Rekord-Torwart des Vereins unvergessen.
Das Wichtigste in Kürze
- Tod einer Legende: Horst Schnoor verstarb am 25. Februar 2026 im Alter von 91 Jahren.
- Vereinstreue: Er absolvierte zwischen 1952 und 1967 insgesamt 507 Pflichtspiele für den Hamburger SV.
- Rekordhalter: Bis heute ist er der Torhüter mit den meisten Einsätzen in der Geschichte des HSV. Nur Manfred Kaltz und Uwe Seeler haben mehr Spiele für den Verein bestritten.
- Größte Erfolge: Schnoor wurde 1960 Deutscher Meister und 1963 DFB-Pokalsieger mit den „Rothosen“.
- Spitzname: Sein langjähriger Weggefährte Uwe Seeler nannte ihn einst den „Mann der tausend Hände“.
- Historischer Moment: Er war der erste Bundesliga-Torwart in der Geschichte des Hamburger SV.
- Ehrung: 2007 wurde er als erster Torhüter mit einem Handabdruck auf dem HSV „Walk of Fame“ verewigt.
HSV trauert um Horst Schnoor
Die Nachricht vom Tod der Vereinsikone Horst Schnoor löste am Mittwoch große Bestürzung aus. Der Hamburger SV bestätigte den Trauerfall in einer offiziellen Mitteilung. „Der Hamburger SV gedenkt mit Horst Schnoor eines der größten Keeper und Persönlichkeiten seiner Vereinsgeschichte und drückt seiner Familie sowie allen Freunden sein tiefstes Mitgefühl aus. Ruhe in Frieden, Nummer 1!“, so der Verein. Schnoor, der am 11. April 1934 in Hamburg geboren wurde, war das Sinnbild für Verlässlichkeit und Vereinstreue.
Er begann seine Laufbahn beim Langenhorner TSV, bevor er 1949 in die Jugend des HSV wechselte. Bereits 1952, mit nur 18 Jahren, rückte er in die erste Mannschaft auf und sollte für die nächsten 15 Jahre der unumstrittene Stammtorhüter der „Rautenträger“ werden. Sein Debüt in der damals erstklassigen Oberliga Nord gab er am 23. August 1952. Damit begann eine Karriere, die ihn zu einer der prägendsten Figuren des deutschen Nachkriegsfußballs machen sollte.
Die Karriere einer Legende: Von der Oberliga zur Meisterschaft
Die Ära von Horst Schnoor beim HSV war von zahlreichen Erfolgen gekrönt. Insbesondere in der Oberliga Nord dominierte der Verein das Geschehen nach Belieben. Schnoor feierte mit seiner Mannschaft insgesamt zehnmal die Meisterschaft in der Oberliga Nord. Diese Dominanz war die Grundlage für die regelmäßige Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.
Der absolute Höhepunkt seiner Karriere war zweifellos der Gewinn der Deutschen Meisterschaft am 25. Juni 1960. In einem dramatischen Finale in Frankfurt am Main besiegte der HSV den 1. FC Köln mit 3:2. Horst Schnoor war dabei der sichere Rückhalt einer Mannschaft, die von seinem Freund und Ausnahmestürmer Uwe Seeler angeführt wurde. Drei Jahre später, 1963, folgte der nächste große Titel: der Gewinn des DFB-Pokals durch einen klaren 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund. Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der Bundesliga 1963. Schnoor ging als erster Bundesliga-Torhüter des HSV in die Geschichte ein und sicherte seinem Team beim 1:1 in Münster den ersten Punkt.
Der „Mann der tausend Hände“ und seine Rekorde
Seinen Spitznamen „Mann der tausend Hände“ erhielt Horst Schnoor von niemand Geringerem als Uwe Seeler, der damit die unglaublichen Reflexe und die Sicherheit seines Torhüters beschrieb. Die Zahlen belegen diese Einschätzung eindrucksvoll. In seinen 507 Pflichtspielen für den HSV hielt er 139-mal seinen Kasten sauber – ein weiterer Vereinsrekord. Seine Bedeutung für den Verein wird auch durch die Liste der Rekordspieler deutlich: Nur die Feldspieler Manfred Kaltz (744) und Uwe Seeler (587) trugen häufiger das Trikot mit der Raute.
Trotz seiner herausragenden und konstant starken Leistungen blieb ihm eine Karriere in der A-Nationalmannschaft verwehrt. Bundestrainer Sepp Herberger setzte auf andere Torhüter, was viele Experten bis heute nicht nachvollziehen können. Schnoor absolvierte lediglich zwei Spiele für die B-Nationalmannschaft. Seine internationale Klasse bewies er jedoch eindrucksvoll in den Europapokalspielen, insbesondere 1961 gegen den FC Barcelona, was ihm sogar ein Transferangebot der Katalanen einbrachte, das er jedoch ausschlug. Seine Loyalität galt dem HSV. Mehr über die aktuellen Entwicklungen im Fußball, wie etwa den Showdown zwischen Atalanta und Dortmund, können Sie an anderer Stelle nachlesen.
| Zeitraum | Verein | Spiele (Pflicht) | Wichtigste Erfolge |
|---|---|---|---|
| 1952–1969 | Hamburger SV | 507 | Deutscher Meister 1960, DFB-Pokalsieger 1963 |
| – | – | – | 10x Meister Oberliga Nord |
| – | – | – | Deutscher Vizemeister 1957, 1958 |
| – | – | – | DFB-Pokalfinalist 1956, 1967 |
Ein Leben für den HSV – auch nach der Karriere
Seine aktive Laufbahn beendete Horst Schnoor 1969, nachdem ihn Verletzungen zurückwarfen und Özcan Arkoç zur neuen Nummer eins im Tor wurde. Doch dem Fußball und vor allem seinem HSV blieb der zweifache Familienvater ein Leben lang eng verbunden. Als eine von vielen HSV-Legenden, die in Norderstedt ihr Zuhause fanden, war er ein regelmäßiger und gern gesehener Gast bei den Heimspielen im Volksparkstadion. Er pflegte den Kontakt zu alten Weggefährten und repräsentierte den Verein bei zahlreichen Anlässen. Manchmal sind es auch ungelöste Kriminalfälle, die die Öffentlichkeit über Jahrzehnte beschäftigen, ähnlich wie die Erinnerung an große Sportler.
Eine besondere Ehre wurde ihm am 8. August 2007 zuteil: Als erster Torhüter überhaupt wurde er mit einem Handabdruck auf dem „Walk of Fame“ des HSV am Uwe-Seeler-Fuß verewigt – eine Anerkennung seiner einzigartigen Stellung in der Club-Historie. Seinen 90. Geburtstag im April 2024 feierte er im Kreise anderer HSV-Torwartgrößen wie Rudi Kargus, Richard Golz und René Adler.
Stimmen zum Tod von Horst Schnoor
Die Anteilnahme am Tod von Horst Schnoor ist in der gesamten Fußballgemeinde groß. Ehemalige Mitspieler, Vereinsvertreter und Fans würdigen ihn nicht nur als herausragenden Sportler, sondern auch als bescheidenen und loyalen Menschen. Seine Leistungen auf dem Platz und seine Persönlichkeit abseits davon haben ihm einen festen Platz in den Herzen der HSV-Fans und in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs gesichert. Die offizielle Mitteilung des Hamburger SV unterstreicht die tiefe Trauer und den Respekt vor seiner Lebensleistung. Er hinterlässt eine große Lücke, doch die Erinnerung an den „Mann der tausend Hände“ wird für immer bleiben.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Horst Schnoor
Wann und woran ist Horst Schnoor gestorben?
Horst Schnoor ist am 25. Februar 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben. Über die genaue Todesursache wurden keine öffentlichen Angaben gemacht.
Was waren die größten Erfolge von Horst Schnoor?
Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem Hamburger SV im Jahr 1960 und der Sieg im DFB-Pokal 1963.
Wie viele Spiele hat Horst Schnoor für den HSV gemacht?
Horst Schnoor absolvierte insgesamt 507 Pflichtspiele für den Hamburger SV und ist damit der Rekord-Torhüter des Vereins.
Warum hat Horst Schnoor nie für die deutsche Nationalmannschaft gespielt?
Obwohl er als einer der besten Torhüter seiner Zeit galt, wurde Horst Schnoor vom damaligen Bundestrainer Sepp Herberger nie für die A-Nationalmannschaft nominiert. Die genauen Gründe dafür sind nicht eindeutig überliefert, es wird jedoch vermutet, dass Herberger andere Torhüter-Typen bevorzugte.
Ist Horst Schnoor mit Stefan Schnoor verwandt?
Nein, trotz des gleichen Nachnamens und der gemeinsamen Vergangenheit beim HSV sind Horst Schnoor und der spätere HSV-Spieler Stefan Schnoor nicht miteinander verwandt. Dies bestätigte Stefan Schnoor laut Wikipedia mehrfach.
Fazit
Mit Horst Schnoor verliert der deutsche Fußball eine wahre Legende, deren Name untrennbar mit dem Hamburger SV verbunden ist. Als Meister von 1960, Pokalsieger von 1963 und Rekordspieler hat er Sportgeschichte geschrieben. Doch über die Titel und Rekorde hinaus wird er als loyaler Sportsmann und als „Mann der tausend Hände“ in Erinnerung bleiben, der für eine ganze Generation von Fußballfans ein Idol war.