Holcim, einer der weltweit führenden Anbieter von Baustoffen und -lösungen, steht am 27.02.2026 im Fokus von Anlegern und Industrie. Nach einem Jahr mit strategischen Neuausrichtungen, der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts und einem neuen CEO, blickt die Branche gespannt auf die Umsetzung der „NextGen Growth 2030“-Strategie. Insbesondere die Themen Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft prägen die Agenda des Schweizer Konzerns.
Holcim ist ein globaler Konzern für innovative und nachhaltige Baulösungen mit Hauptsitz in der Schweiz. Das Unternehmen, das zement, Zuschlagstoffe, Transportbeton und weitere Baustoffe anbietet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Baubranche durch grüne Produkte wie ECOPact-Beton und ECOPlanet-Zement zu dekarbonisieren. Die strategische Ausrichtung konzentriert sich stark auf Kreislaufwirtschaft und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
Inhaltsverzeichnis
Führungswechsel und Strategie 2030
Seit Mai 2024 steht Miljan Gutovic an der Spitze von Holcim. Er trat die Nachfolge von Jan Jenisch an, der sich auf seine Rolle als Verwaltungsratspräsident konzentriert und die Abspaltung sowie den Börsengang des Nordamerika-Geschäfts leitet. Gutovic, seit 2018 im Vorstand, war maßgeblich an der Transformation des Unternehmens beteiligt und soll nun die „NextGen Growth 2030“-Strategie umsetzen.
Diese Strategie löst den vorherigen Plan „Strategy 2025 – Accelerating Green Growth“ ab und fokussiert sich nach dem Spin-off des US-Geschäfts auf profitables Wachstum in Europa, Lateinamerika, Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Ein zentrales Element ist die Expansion im Bereich hochwertiger Baulösungen und die Stärkung der Nachhaltigkeitsführerschaft. Holcim plant zudem, seine M&A-Aktivitäten fortzusetzen; für 2026 sind rund 15 weitere, meist kleinere Übernahmen geplant, insbesondere in den Bereichen Recycling und Zuschlagstoffe. Zudem könnte die BASF Prognose 2026 für die Chemiebranche auch Auswirkungen auf Zulieferer im Bausektor haben.
Finanzielle Performance: Holcim im Überblick
Holcim hat das Geschäftsjahr 2025 mit starken Ergebnissen abgeschlossen und alle selbst gesteckten Ziele erreicht. Das Unternehmen verzeichnete ein zweistelliges Wachstum des wiederkehrenden EBIT und eine branchenführende Marge von 18,3 %. Der Nettoumsatz lag nach der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts bei 15,72 Milliarden CHF. Der Free Cash Flow stieg auf 2,15 Milliarden CHF.
Für die Zukunft plant das Unternehmen, zwischen 2025 und 2030 zwischen 18 und 22 Milliarden CHF in organisches Wachstum und wertsteigernde Akquisitionen zu investieren. Analysten sehen für die Holcim Aktie unterschiedliche Prognosen für 2026, die von verhalten optimistisch bis positiv reichen, was die strategische Neuausrichtung und den Fokus auf nachhaltige Produkte widerspiegelt.
Nachhaltigkeit als Wachstumstreiber bei Holcim
Nachhaltigkeit ist das Kernstück der Strategie von Holcim. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette zu erreichen, was von der Science Based Targets initiative (SBTi) validiert wurde.
Grüne Produkte und Kreislaufwirtschaft
Ein wesentlicher Hebel zur Dekarbonisierung sind die „grünen“ Produktlinien. ECOPlanet, ein Zement mit einem um mindestens 30 % geringeren CO2-Fußabdruck, ist bereits in über 30 Märkten verfügbar. ECOPact, der CO2-reduzierte Beton, soll bis 2025 einen Anteil von 25 % am Transportbeton-Umsatz erreichen. Diese Produkte ermöglichen es Kunden, den ökologischen Fußabdruck ihrer Bauprojekte signifikant zu senken.
Zudem treibt Holcim die Kreislaufwirtschaft mit seiner ECOCycle®-Technologieplattform voran. Ziel ist es, Bau- und Abbruchabfälle zu recyceln und in neuen Baulösungen wiederzuverwenden. Bis 2030 will das Unternehmen 20 Millionen Tonnen dieser Materialien recyceln, nachdem das Ziel von 10 Millionen Tonnen für 2025 bereits vorzeitig erreicht wurde. Dies schont nicht nur natürliche Ressourcen, sondern reduziert auch Deponieabfälle.
Innovation und Investitionen
Holcim investiert gezielt in Technologien zur CO2-Reduktion. Ein Schlüsselprojekt ist „Carbon2Business“ im Zementwerk Lägerdorf, Deutschland, wo ab 2029 jährlich über 1,2 Millionen Tonnen CO2 abgeschieden und als Rohstoff für andere Industrien nutzbar gemacht werden sollen. Auch in den Schweizer Werken sind Investitionen von rund 278 Millionen US-Dollar geplant, um den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Partnerschaften, wie die mit neustark zur CO2-Speicherung in Restwasser, unterstreichen den Innovationsanspruch. Die Digitalisierung, wie die Automatisierung von Umweltproduktdeklarationen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Holcim in der DACH-Region
In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ist Holcim stark vertreten und treibt auch hier die Transformation voran. Das Werk in Lägerdorf (Deutschland) ist ein Vorzeigeprojekt für die CO2-Abscheidung. In der Schweiz werden signifikante Mittel in die Modernisierung der Zementwerke investiert, um Umweltauflagen zu erfüllen und die Emissionen zu senken. In Österreich erreicht das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits einen hohen Anteil an Kreislaufwirtschaft in seinem Portfolio. Projekte wie der Tech Cluster Zug in der Schweiz, bei dem klimafreundlicher Beton zum Einsatz kommt, zeigen die praktische Anwendung der nachhaltigen Produkte.
Herausforderungen und Kritik
Trotz der ambitionierten Nachhaltigkeitsziele sieht sich Holcim auch Kritik und rechtlichen Herausforderungen gegenüber. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen werfen dem Unternehmen Greenwashing vor und bezweifeln die Glaubwürdigkeit der Netto-Null-Ziele. Ein konkreter Fall ist die Klage von Bewohnern der indonesischen Insel Pulau Pari, die Holcim für Klimaschäden mitverantwortlich machen und Entschädigung fordern. Ein Schweizer Gericht hat die Klage Ende 2025 für zulässig erklärt, was einen Präzedenzfall schaffen könnte. Auch in Uganda gibt es Vorwürfe bezüglich Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden durch eine Tochtergesellschaft, die das Unternehmen jedoch zurückweist. Diese Fälle verdeutlichen den wachsenden Druck auf multinationale Konzerne, Verantwortung für ihre globalen Emissionen und deren Folgen zu übernehmen. Die Situation erinnert an Debatten um die Verantwortung von Unternehmen, wie sie auch im Zusammenhang mit Skandalen wie dem um Sarah Ferguson und Epstein geführt wurden.
Video: Einblicke in die Vision von Holcim
Holcim Kennzahlen 2025
| Kennzahl | Wert (2025) | Quelle |
|---|---|---|
| Nettoumsatz (restated) | 15,72 Mrd. CHF | |
| Wiederkehrendes EBIT | 2,88 Mrd. CHF | |
| Wiederkehrende EBIT-Marge | 18,3 % | |
| Free Cash Flow | 2,15 Mrd. CHF | |
| EPS (vor Wertminderung/Devestitionen) | 3,22 CHF | |
| Vorgeschlagene Dividende pro Aktie | 1,70 CHF |
Fazit: Holcim auf dem Weg zum grünen Bauführer?
Holcim befindet sich inmitten einer tiefgreifenden Transformation. Die strategische Neuausrichtung unter CEO Miljan Gutovic, der Fokus auf nachhaltige Produkte und die Kreislaufwirtschaft sowie die soliden Finanzergebnisse für 2025 zeichnen das Bild eines Unternehmens, das die Dekarbonisierung als profitablen Wachstumstreiber versteht. Die Investitionen in neue Technologien und die konsequente Umsetzung der „NextGen Growth 2030“-Strategie könnten Holcim tatsächlich zum führenden Partner für nachhaltiges Bauen machen. Allerdings werden der Umgang mit Greenwashing-Vorwürfen und die juristischen Auseinandersetzungen entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Konzerns sein. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die ambitionierten Ziele von Holcim in vollem Umfang erreicht werden können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Holcim
- Wer ist der CEO von Holcim?
- Der CEO von Holcim ist seit dem 1. Mai 2024 Miljan Gutovic. Er folgte auf Jan Jenisch, der nun als Verwaltungsratspräsident amtiert.
- Was sind die wichtigsten Nachhaltigkeitsziele von Holcim?
- Holcim hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Wichtige Zwischenziele sind die Skalierung nachhaltiger Produkte wie ECOPlanet und ECOPact sowie das Recycling von 20 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfällen bis 2030.
- Was ist Holcim ECOPlanet und ECOPact?
- ECOPlanet ist eine Reihe von Zementen, die einen um mindestens 30% geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zu Standardzement haben. ECOPact ist eine Marke für CO2-reduzierten Beton, der ebenfalls eine CO2-Reduktion von mindestens 30% ohne Kompensation ermöglicht.
- Wie hat sich die Holcim-Aktie 2025 entwickelt?
- Die finanzielle Performance von Holcim im Jahr 2025 war stark, mit einem zweistelligen Wachstum des wiederkehrenden EBIT und einer branchenführenden Marge von 18,3%. Dies spiegelt die erfolgreiche Umsetzung der Unternehmensstrategie wider, auch nach der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts.
- Welche Kritik gibt es an Holcim?
- Kritiker werfen Holcim Greenwashing vor und stellen die Effektivität seiner Klimastrategie infrage. Zudem ist das Unternehmen mit Klagen konfrontiert, wie der von Bewohnern einer indonesischen Insel, die Holcim für Klimaschäden mitverantwortlich machen.