Die Möbelindustrie krise in Deutschland spitzt sich zu, da die Konsumzurückhaltung und die Nachwirkungen der Corona-Pandemie die Umsätze belasten. Die Branche verzeichnet seit Jahren sinkende Erlöse, und die erhoffte Belebung des Marktes ist bisher ausgeblieben.

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- Umsatzrückgang in der Möbelindustrie setzt sich fort
- Warum hält sich die Konsumstimmung zurück?
- Welche Rolle spielen die Nachwirkungen der Pandemie?
- Wie steht die deutsche Möbelindustrie im internationalen Vergleich da?
- Was bedeutet die Möbelindustrie krise für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Welche Lösungsansätze gibt es für die Möbelindustrie?
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Umsatz der deutschen Möbelhersteller auf dem niedrigsten Stand seit 2009.
- Kaufzurückhaltung der Verbraucher als Hauptgrund für die Krise.
- Nachwirkungen der Corona-Pandemie verstärken den negativen Trend.
- Küchengeschäft stabiler als Polster- und Wohnraummöbel.
- Schwierige Lage vor allem auf dem deutschen Markt.
| Unternehmen | Umsatz | Gewinn/Verlust | Mitarbeiterzahl | Branche | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutsche Möbelindustrie | 15,8 Mrd. Euro | Nicht angegeben | Nicht angegeben | Möbelherstellung | -3,4% |
Umsatzrückgang in der Möbelindustrie setzt sich fort
Die deutsche Möbelindustrie befindet sich in einer anhaltenden Krise. Wie Stern berichtet, sank der Umsatz im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent auf knapp 15,8 Milliarden Euro. Dies ist der niedrigste Wert seit 2009. Bereits in den Jahren zuvor hatte die Branche mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Besonders betroffen sind Polster- und Wohnraummöbel, während sich das Küchengeschäft etwas stabiler zeigt.
Der deutsche Markt, auf den zwei Drittel der Erlöse entfallen, erweist sich als besonders schwierig. Die erhoffte Belebung der Nachfrage blieb aus, was die Situation für die heimischen Hersteller weiter verschärft. Die Gründe für die Krise sind vielfältig und reichen von einer allgemeinen Konsumzurückhaltung bis hin zu den Nachwirkungen der Corona-Pandemie.
Der Umsatz der deutschen Möbelindustrie lag im Jahr 2025 bei 15,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der deutsche Markt trägt mit zwei Dritteln zum Gesamtumsatz bei.
Warum hält sich die Konsumstimmung zurück?
Ein wesentlicher Faktor für die Möbelindustrie krise ist die schlechte Konsumstimmung. Viele Verbraucher in Deutschland halten ihr Geld zusammen und scheuen größere Ausgaben. Laut Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM), konkurriert die Branche mit anderen Bedürfnissen der Konsumenten. Statt in Möbel zu investieren, geben viele Menschen ihr Geld lieber für kurzfristige Vergnügungen wie Reisen aus.
Der Kauf von Möbeln wird oft als langfristige Investition betrachtet, die sich leicht aufschieben lässt. „Auch wenn das Sofa nicht mehr schön ist, hält es vielleicht bei manchen Menschen doch noch ein Jahr länger als ursprünglich geplant“, so Kurth. Diese Zurückhaltung der Verbraucher setzt die Möbelindustrie zusätzlich unter Druck. (Lesen Sie auch: Verbraucherpreise Aktuell: Inflation steigt – Was Bedeutet…)
Dirk Tesch, Präsident des Handelsverbands Möbel und Küchen, bestätigt diese Einschätzung. „Möbel sind nach wie vor kostenintensive Anschaffungen, während Kundinnen und Kunden zunehmend preissensibel reagieren“, sagt Tesch. Aus Verunsicherung würden größere Investitionen häufig verschoben. Das Handelsforschungsinstitut IFH Köln prognostiziert für das Jahr 2025 einen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent im Möbelhandel.
Das IFH Köln ist ein renommiertes Institut für Handelsforschung in Deutschland.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in anderen Branchen wider, die von der Konsumlaune der Bevölkerung abhängig sind. Die Angst vor Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit trägt dazu bei, dass die Menschen ihr Geld zusammenhalten.
Die Konsumstimmung in Deutschland wird regelmäßig durch Umfragen und Indikatoren erfasst. Diese geben Aufschluss über die Bereitschaft der Verbraucher, Geld auszugeben und größere Anschaffungen zu tätigen.
Welche Rolle spielen die Nachwirkungen der Pandemie?
Die Corona-Pandemie hat die Möbelindustrie zusätzlich belastet. Während der Pandemie hatten viele Haushalte Käufe vorgezogen und ihre Wohnungen neu eingerichtet. Durch die Lockdowns und die vermehrte Zeit zu Hause stieg der Bedarf an neuen Möbeln. Dieser Effekt ist jedoch mittlerweile verpufft, und der Markt ist gesättigt. Ein Sofa oder ein Esstisch wird schließlich nicht alle zwei Jahre neu gekauft.
Zudem haben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt. Viele Menschen haben Angst vor Arbeitsplatzverlust und Einkommenseinbußen, was ihre Konsumbereitschaft weiter einschränkt. Die Kombination aus gesättigtem Markt und wirtschaftlicher Unsicherheit stellt die Möbelindustrie vor große Herausforderungen.
Wie steht die deutsche Möbelindustrie im internationalen Vergleich da?
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch in anderen Ländern ist die Möbelindustrie von sinkenden Umsätzen und einer schwachen Konsumstimmung betroffen. Allerdings gibt es auch Unterschiede. So sind beispielsweise die skandinavischen Länder traditionell stark im Möbeldesign und -export, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. (Lesen Sie auch: Altersvorsorge: Wie viel Vermögen man in welchem…)
Die deutsche Möbelindustrie muss sich daher stärker auf ihre Stärken konzentrieren und innovative Produkte entwickeln, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Eine Möglichkeit ist die verstärkte Nutzung digitaler Vertriebskanäle und die Anpassung an die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten.
Das Statistische Bundesamt (Destatis) bietet detaillierte Informationen über die deutsche Möbelindustrie.
Was bedeutet die Möbelindustrie krise für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Die Möbelindustrie krise hat vielfältige Auswirkungen. Für Verbraucher bedeutet sie, dass sie möglicherweise von sinkenden Preisen und Sonderangeboten profitieren können. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass die Qualität der Möbel leidet, wenn die Hersteller unter Kostendruck geraten.
Für Arbeitnehmer in der Möbelindustrie drohen Arbeitsplatzverluste und Kurzarbeit. Viele Unternehmen sind gezwungen, Stellen abzubauen und ihre Produktion zu reduzieren. Dies betrifft nicht nur die Möbelhersteller selbst, sondern auch Zulieferer und Dienstleister.
Die Branche insgesamt muss sich auf eine schwierige Zeit einstellen. Es ist zu erwarten, dass es zu Konsolidierungen und Insolvenzen kommen wird. Nur Unternehmen, die sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen und innovative Produkte anbieten, werden langfristig überleben können.

Die aktuelle Situation in der Möbelindustrie kann zu Lieferverzögerungen und Qualitätsproblemen führen. Verbraucher sollten sich daher vor dem Kauf gründlich informieren und auf Gütesiegel achten.
Welche Lösungsansätze gibt es für die Möbelindustrie?
Um die Möbelindustrie krise zu überwinden, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Zum einen müssen die Unternehmen ihre Produkte und Vertriebskanäle an die veränderten Bedürfnisse der Konsumenten anpassen. Dazu gehört die verstärkte Nutzung digitaler Technologien und die Entwicklung nachhaltiger Produkte. (Lesen Sie auch: Strompreise Senken: Bis zu 700 Euro Ersparnis…)
Zum anderen ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für die Möbelindustrie zu verbessern. Dazu gehört die Förderung von Innovationen und die Senkung der Bürokratie. Auch eine Stärkung der Kaufkraft der Verbraucher könnte dazu beitragen, die Nachfrage nach Möbeln anzukurbeln.
Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, den Verbänden und der Politik erforderlich, um die Herausforderungen der Möbelindustrie zu meistern. Nur gemeinsam können die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden.
Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) setzt sich für die Interessen der Branche ein.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der aktuelle Umsatz der deutschen Möbelindustrie?
Der Umsatz der deutschen Möbelindustrie betrug im Jahr 2025 knapp 15,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist der niedrigste Stand seit 2009.
Welche Gründe gibt es für die aktuelle Krise der Möbelindustrie?
Die Hauptgründe für die Krise sind die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit. Viele Menschen geben ihr Geld lieber für kurzfristige Bedürfnisse aus. (Lesen Sie auch: Hapag Lloyd Zim: Übernahme macht zur Nummer…)
Welche Bereiche der Möbelindustrie sind besonders betroffen?
Besonders betroffen sind Polster- und Wohnraummöbel, während sich das Küchengeschäft etwas stabiler zeigt. Der deutsche Markt, auf den zwei Drittel der Erlöse entfallen, erweist sich als besonders schwierig.
Was können Unternehmen tun, um die Krise zu überwinden?
Welche Rolle spielt die Politik bei der Bewältigung der Krise?
Die Möbelindustrie krise stellt eine große Herausforderung für die Branche dar. Nur durch Anpassung an die veränderten Marktbedingungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Verbänden und Politik kann die Krise überwunden und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden. Die kommenden Jahre werden zeigen, welche Unternehmen sich behaupten können und welche auf der Strecke bleiben.



