Elektroschrott Telefonzellen: Was passiert mit den alten Telefonzellen, die einst das Stadtbild prägten, nachdem die Telekom sie außer Betrieb genommen hat? Viele der rund 160.000 ehemaligen Telefonzellen in Deutschland stehen noch immer ungenutzt herum, oft in desolatem Zustand. Der Abbau der ausgedienten Telefonzellen gestaltet sich als langwieriger Prozess, der weit hinter den ursprünglichen Zeitplänen zurückliegt.

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Die wichtigsten Fakten
- Ehemals 160.000 Telefonzellen in Deutschland, nun viele als Elektroschrott.
- Telekom schaltete 2023 die letzten 12.000 Telefonzellen ab.
- Abbauziel bis Ende 2025 wurde nicht erreicht.
- Hohe Unterhaltskosten bei geringem Umsatz pro Zelle.
- Verzögerungen durch bürokratische Hürden und Personalmangel.
Elektroschrott Telefonzellen: Ein Relikt der Vergangenheit
Die einst allgegenwärtigen Telefonzellen sind im Zeitalter von Smartphones und Mobilfunknetzen zu einem Relikt der Vergangenheit geworden. Die Deutsche Telekom hatte einst rund 160.000 öffentliche Fernsprecher in Betrieb. Mit dem Siegeszug des Mobiltelefons wurden diese jedoch zunehmend überflüssig. Im Januar 2023 schaltete die Telekom die letzten 12.000 Telefonzellen ab. Was mit diesen Telefonzellen geschehen soll, war bereits im Vorfeld geplant, jedoch gestaltet sich die Umsetzung schwierig.
Vielerorts stehen die grauen Metallkonstruktionen noch immer am Straßenrand, oft beschmiert, demoliert und mit herausragenden Kabeln. Ein trauriges Bild, das den schleppenden Abbau der Telefonzellen verdeutlicht. Wie Stern berichtet, hatte die Telekom ursprünglich geplant, alle Telefonzellen bis Ende 2025 abzubauen, doch dieses Ziel wurde verfehlt.
Die Deutsche Telekom argumentiert, dass der Betrieb der Telefonzellen aufgrund der geringen Nutzung und der hohen Unterhaltskosten nicht mehr wirtschaftlich sei. Im Jahr 2022 generierte fast jede dritte Telefonzelle keinen Umsatz mehr, während die durchschnittlichen Einnahmen pro Zelle nur wenige Euro im Monat betrugen.
Warum dauert der Abbau der Telefonzellen so lange?
Der Abbau der Telefonzellen erweist sich als komplexer und zeitaufwendiger als ursprünglich angenommen. Die Telekom nennt verschiedene Gründe für die Verzögerung. Einer der Hauptgründe sind bürokratische Hürden. Für den Abbau der Telefonzellen sind Genehmigungen der Kommunen erforderlich. Dieser Prozess kann sich in die Länge ziehen, insbesondere wenn es um Standorte in denkmalgeschützten Bereichen geht. (Lesen Sie auch: Rente ohne Arbeit: Welche Ansprüche Habe Ich…)
Ein weiterer Faktor ist der Personalmangel. Die Telekom verfügt nicht über ausreichend Personal, um den Abbau der Telefonzellen in dem geplanten Zeitraum zu bewältigen. Hinzu kommt die Logistik. Der Transport und die Entsorgung der Telefonzellen sind aufwendig und kostspielig. Die alten Telefonzellen müssen fachgerecht demontiert und entsorgt werden, um Umweltschäden zu vermeiden. Die einzelnen Bauteile einer Telefonzelle müssen getrennt entsorgt werden, um eine möglichst hohe Recyclingquote zu erzielen. Das Bundesumweltministerium setzt sich für eine hohe Recyclingquote bei Elektroschrott ein.
Zudem gestaltet sich die Suche nach geeigneten Entsorgungsunternehmen schwierig. Nicht alle Unternehmen sind auf die Entsorgung von Telefonzellen spezialisiert, und die Kapazitäten sind begrenzt.
Was passiert mit den abgebauten Telefonzellen?
Die abgebauten Telefonzellen werden in der Regel recycelt. Die wertvollen Metalle, wie Stahl, Aluminium und Kupfer, werden zurückgewonnen und wiederverwertet. Einige Telefonzellen werden auch an Privatpersonen oder Unternehmen verkauft, die sie als Dekorationsobjekte oder für andere Zwecke nutzen möchten. So finden die Telefonzellen eine neue Verwendung, die über den ursprünglichen Zweck hinausgeht.
Einige Kommunen nutzen die alten Telefonzellen auch als Bücherschränke oder als Ladestationen für E-Bikes. Diese kreativen Umnutzungen tragen dazu bei, die Telefonzellen vor der Verschrottung zu bewahren und ihnen eine neue Funktion im öffentlichen Raum zu geben. Die Idee, die Telefonzellen einer neuen Nutzung zuzuführen, ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ein Zeichen für den Wandel der Zeit.
Elektroschrott enthält oft Schadstoffe, die bei unsachgemäßer Entsorgung die Umwelt belasten können. Daher ist es wichtig, Elektroschrott fachgerecht zu entsorgen, um die Umwelt zu schützen und die wertvollen Rohstoffe zurückzugewinnen. (Lesen Sie auch: Start-up mit Promi-Glanz: Vom Hobby zum Hype:…)
Die Umweltauswirkungen von Elektroschrott Telefonzellen
Die unsachgemäße Entsorgung von Elektroschrott, zu dem auch die alten Telefonzellen zählen, stellt ein erhebliches Umweltproblem dar. Elektroschrott enthält oft Schadstoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium und bromierte Flammschutzmittel, die bei unsachgemäßer Behandlung in die Umwelt gelangen und Boden, Wasser und Luft verunreinigen können. Dies kann zu gesundheitlichen Schäden bei Mensch und Tier führen.
Daher ist es von entscheidender Bedeutung, Elektroschrott fachgerecht zu entsorgen und die enthaltenen Wertstoffe zurückzugewinnen. Durch das Recycling von Elektroschrott können wertvolle Ressourcen geschont und die Umweltbelastung reduziert werden. Die Deutsche Telekom ist verpflichtet, die alten Telefonzellen fachgerecht zu entsorgen und die Umweltstandards einzuhalten. Die Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Umweltauswirkungen kontinuierlich zu reduzieren.
Die Menge an Elektroschrott weltweit nimmt stetig zu. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2019 weltweit rund 53,6 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren weiter steigen, da immer mehr elektronische Geräte auf den Markt kommen und die Lebenszyklen der Geräte immer kürzer werden.
Wie geht es weiter mit dem Abbau der Telefonzellen?
Die Telekom hat angekündigt, den Abbau der Telefonzellen in den kommenden Monaten zu beschleunigen. Das Unternehmen will die Zusammenarbeit mit den Kommunen intensivieren und zusätzliche Entsorgungsunternehmen beauftragen. Ziel ist es, den Abbau der Telefonzellen bis Ende 2026 abzuschließen. Ob dieses Ziel erreicht werden kann, bleibt abzuwarten.

Die alten Telefonzellen sind ein Symbol für eine vergangene Ära der Kommunikation. Sie erinnern an eine Zeit, in der das Mobiltelefon noch nicht allgegenwärtig war und die Menschen auf öffentliche Fernsprecher angewiesen waren, um miteinander in Kontakt zu treten. Auch wenn die Telefonzellen heute weitgehend überflüssig sind, haben sie doch einen Platz in der deutschen Geschichte und Kultur. Die alten grauen Zellen werden aber auch durch neue Errungenschaften ersetzt. So soll das 5G-Netz in Deutschland weiter ausgebaut werden. (Lesen Sie auch: Kündigung bei Krankheit: Was ist erlaubt? Ihre…)
Häufig gestellte Fragen
Warum werden die Telefonzellen abgebaut?
Die Telefonzellen werden abgebaut, weil sie aufgrund der Verbreitung von Mobiltelefonen kaum noch genutzt werden. Die Unterhaltskosten sind im Vergleich zu den Einnahmen zu hoch, was den Betrieb unwirtschaftlich macht. Hinzu kommt, dass die Technik veraltet ist und nicht mehr dem Stand der Zeit entspricht.
Was kostet der Abbau einer Telefonzelle?
Die Kosten für den Abbau einer Telefonzelle variieren je nach Standort und den damit verbundenen Aufwendungen. Die Telekom hat keine genauen Zahlen veröffentlicht, aber es ist davon auszugehen, dass die Kosten mehrere Hundert Euro pro Zelle betragen können. Hinzu kommen die Kosten für den Transport und die Entsorgung.
Wer ist für den Abbau der Telefonzellen zuständig?
Die Deutsche Telekom ist für den Abbau der Telefonzellen verantwortlich. Das Unternehmen hat den Abbauprozess selbst initiiert und ist für die Organisation und Durchführung zuständig. Die Kommunen sind in den Abbauprozess involviert, da sie Genehmigungen erteilen müssen. (Lesen Sie auch: Rente 4100 Brutto: So Hoch ist Ihre…)
Was passiert mit den Telefonzellen, die nicht abgebaut werden können?
In einigen Fällen ist der Abbau von Telefonzellen nicht möglich, beispielsweise wenn sie in denkmalgeschützten Bereichen stehen oder aus anderen Gründen nicht entfernt werden können. In diesen Fällen bleiben die Telefonzellen in der Regel stehen, auch wenn sie nicht mehr in Betrieb sind. Oft werden sie aber auch einer neuen Nutzung zugeführt.
Wie viele Telefonzellen gibt es noch in Deutschland?
Nach der Abschaltung der letzten 12.000 Telefonzellen im Januar 2023 gibt es in Deutschland nur noch wenige öffentliche Telefonzellen. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt, da die Telekom den Abbauprozess noch nicht abgeschlossen hat. Es ist aber davon auszugehen, dass es sich nur noch um eine geringe Zahl handelt.
Der Abbau der Elektroschrott Telefonzellen ist ein notwendiger Schritt, um das Stadtbild von den Relikten einer vergangenen Ära zu befreien und die Umwelt zu schützen. Auch wenn der Prozess länger dauert als geplant, ist es wichtig, dass die alten Telefonzellen fachgerecht entsorgt und die wertvollen Rohstoffe recycelt werden. Der Abbau der Telefonzellen ist ein Beispiel dafür, wie sich die Technologie und die Kommunikation im Laufe der Zeit verändern und wie alte Technologien durch neue ersetzt werden.




