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Boris Herrmann, Deutschlands prominentester Profisegler, ist auch am 27.02.2026 eine der prägendsten Figuren des internationalen Hochseesegelns. Nach einem herausfordernden Abschluss der Vendée Globe 2024/25 richtet der in Oldenburg geborene Skipper seinen Kompass neu aus. Zwischen neuen Renneinsätzen, dem Bau einer neuen Yacht und seinem unermüdlichen Einsatz für den Klimaschutz bleibt Herrmann eine zentrale Figur im Segelsport und darüber hinaus.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Karriere-Highlight: Boris Herrmann war der erste Deutsche, der an der prestigeträchtigen Vendée Globe (2020/21) teilnahm und mit Platz 5 ein historisches Ergebnis erzielte.
- Jüngstes Rennergebnis: Bei der Vendée Globe 2024/25 belegte Herrmann nach 80 Tagen, 10 Stunden, 16 Minuten und 41 Sekunden auf See den 12. Platz.
- Nächstes großes Rennen 2026: Herrmann und sein Team Malizia werden am Ocean Race Atlantic teilnehmen, das im September 2026 in New York startet.
- Klimaschutz-Mission: Mit seiner Kampagne „A Race We Must Win“ verbindet er den Segelsport mit Wissenschaft und Bildung, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.
- Neue Projekte: 2026 steht im Zeichen des Baus einer neuen Rennyacht. Zudem wurde das Forschungsschiff „Malizia Explorer“ erworben, um die wissenschaftliche Mission zu erweitern.
- Team & Boot: Sein Team Malizia und die Yacht Malizia-Seaexplorer sind zentrale Bestandteile seiner Kampagnen. Die Seaexplorer wird nach dem Ocean Race Europe 2025 an ein anderes Team übergeben.
- Auszeichnungen: Für sein Engagement erhielt Herrmann 2024 den Deutschen Meerespreis.
Wer ist Boris Herrmann?
Geboren am 28. Mai 1981 in Oldenburg, ist Boris Herrmann Deutschlands erfolgreichster und bekanntester Hochseesegler. Seine Leidenschaft für das Segeln wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Neben seiner sportlichen Karriere absolvierte er ein Wirtschaftsstudium in Bremen mit Schwerpunkt auf nachhaltigem Management, was sein späteres Engagement für den Umweltschutz maßgeblich prägte. Herrmann hat bereits sechsmal die Welt umsegelt und an den härtesten Rennen teilgenommen, darunter das The Ocean Race und die prestigeträchtige Vendée Globe, eine Non-Stop-Regatta für Einhandsegler um die Welt.
Seinen internationalen Durchbruch im Mainstream erlebte Boris Herrmann mit seiner erstmaligen Teilnahme an der Vendée Globe 2020/21. Als erster Deutscher überhaupt beendete er das Rennen und sorgte mit einem fünften Platz für eine Sensation, obwohl eine Kollision kurz vor dem Ziel eine noch bessere Platzierung verhinderte. Dieser Erfolg machte ihn zu einem Star weit über die Segelszene hinaus und zu einem gefragten Botschafter für den Klimaschutz.
Vendée Globe 2024/25: Herrmanns Kampf zurück an die Weltspitze
Die Erwartungen an Boris Herrmann für seine zweite Vendée Globe, die im November 2024 startete, waren hoch. Mit seiner neuen, speziell für ihn konstruierten Yacht Malizia-Seaexplorer galt er als einer der Favoriten. Das Rennen entwickelte sich jedoch zu einer Zerreißprobe. Herrmann hatte mit einer Reihe technischer Probleme und widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen. Unter anderem wurde sein Boot von einem Blitz getroffen, was die Elektronik beschädigte, und ein Schaden am Backbord-Foil bremste ihn auf dem Atlantik aus.
Trotz dieser Rückschläge bewies Herrmann enormen Kampfgeist. Er kletterte mehrfach in den Mast, um Reparaturen durchzuführen, und kämpfte sich zurück ins Feld. Am Ende überquerte er am 29. Januar 2025 nach etwas mehr als 80 Tagen die Ziellinie in Les Sables-d’Olonne als Zwölfter. Auch wenn das Ergebnis hinter den eigenen Erwartungen zurückblieb, war das Ankommen nach einem so fordernden Rennen ein persönlicher Erfolg und ein Beweis seiner außergewöhnlichen mentalen Stärke.
Zukunftspläne 2026: Neues Boot, neue Rennen für Boris Herrmann
Das Jahr 2026 markiert für Boris Herrmann und sein Team Malizia einen Neuanfang. Im Mittelpunkt steht der Bau einer neuen IMOCA-Rennyacht, die im Sommer 2026 vom Stapel laufen soll. Dieses neue Boot wird die Basis für die kommenden Kampagnen sein, einschließlich der nächsten Weltumsegelung. Parallel zu diesen Vorbereitungen bleibt der sportliche Kalender nicht leer.
Ein Highlight für 2026 ist die Teilnahme am The Ocean Race Atlantic. Dieses neue Transatlantik-Rennen startet am 2. September 2026 in New York und führt die IMOCA-Flotte mit voller Besatzung nach Europa. Für Herrmann ist das Rennen eine willkommene Rückkehr zum Teamsegeln: „Es ist fantastisch, mit einer Crew zu segeln. In den Events des Ocean Race ist es ein bisschen wie eine Familie, man teilt intensive Momente“, so Herrmann. Die Malizia-Seaexplorer, sein bewährtes Boot, wird nach dem Ocean Race Europe 2025 an das Team von Francesca Clapcich übergeben, die damit ihre eigene Vendée-Globe-Kampagne startet. Passend dazu könnten Sie auch unseren Artikel über die Karriere von Arnold Schwarzenegger lesen, einer weiteren Ikone, die sich immer wieder neu erfunden hat.
Klimaschutz auf hoher See: „A Race We Must Win“
Boris Herrmann ist mehr als nur ein Segler; er ist ein überzeugter Klimabotschafter. Seine Kampagne „A Race We Must Win – Climate Action Now!“ ist das Herzstück seiner Arbeit. An Bord seiner Yacht befindet sich ein Ozean-Labor, das während der Rennen kontinuierlich wissenschaftliche Daten wie CO2-Gehalt, Temperatur und Salzgehalt des Wassers misst. Diese Daten werden an renommierte Institute wie das Max-Planck-Institut für Meteorologie und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel weitergeleitet.
Die Messungen aus entlegenen Meeresregionen, insbesondere dem Südpolarmeer, sind für die Klimaforschung von unschätzbarem Wert. Um dieses Engagement weiter auszubauen, hat das Team Malizia 2025 das Forschungsschiff „Malizia Explorer“ erworben. Dieses Schiff soll für dedizierte Forschungsexpeditionen genutzt werden, um das Bewusstsein für die Gesundheit der Ozeane weiter zu schärfen. Herrmann nutzt seine globale Plattform, um die Öffentlichkeit aufzurütteln und für den Schutz der Meere zu werben. Sein Handeln erinnert daran, dass auch im eigenen Zuhause ein Beitrag geleistet werden kann, beispielsweise indem man lernt, wie man Essensreste nicht in der Toilette entsorgt.
Team Malizia: Die Crew hinter dem Erfolg
Hinter den Erfolgen von Boris Herrmann steht ein starkes internationales Team: das Team Malizia. Gegründet wurde es 2016 gemeinsam mit Pierre Casiraghi, dem Vizepräsidenten des Yacht Club de Monaco. Das Team kümmert sich nicht nur um die technische Vorbereitung der Yacht und die Logistik, sondern auch um die wissenschaftliche Mission und das Bildungsprogramm „My Ocean Challenge“, das von Herrmanns Frau Birte Lorenzen-Herrmann mitentwickelt wurde.
| Jahr | Ereignis | Ergebnis/Anmerkung |
|---|---|---|
| 2020/21 | Vendée Globe | 5. Platz (erster deutscher Teilnehmer) |
| 2022 | Stapellauf der Malizia-Seaexplorer | Neues IMOCA-Boot vom Designbüro VPLP |
| 2023 | The Ocean Race | 3. Platz |
| 2024 | Deutscher Meerespreis | Auszeichnung für Engagement im Meeresschutz |
| 2024/25 | Vendée Globe | 12. Platz |
| 2025 | Erwerb der „Malizia Explorer“ | Erweiterung der wissenschaftlichen Mission |
| 2026 | The Ocean Race Atlantic | Geplante Teilnahme im September |
Boris Herrmann Privat: Zwischen Ozean und Familie
Wenn Boris Herrmann nicht monatelang allein auf den Weltmeeren unterwegs ist, lebt er mit seiner Frau Birte Lorenzen-Herrmann und der gemeinsamen Tochter in Hamburg. Die Familie ist sein großer Rückhalt. Insbesondere die emotionale Wiedervereinigung nach den langen, entbehrungsreichen Rennen zeigt die Bedeutung dieses privaten Ankerplatzes. Seine Frau Birte ist aktiv in die Projekte des Teams involviert und treibt vor allem das Bildungsprogramm voran, das Kindern die Themen Ozean und Klimawandel näherbringt. Diese Verbindung von Extremsport, Wissenschaft und Familie macht die Persönlichkeit Boris Herrmann so faszinierend und nahbar.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Boris Herrmann
Welches Ergebnis hat Boris Herrmann bei der letzten Vendée Globe erzielt?
Boris Herrmann beendete die Vendée Globe 2024/2025 auf dem 12. Platz. Er benötigte für die Weltumsegelung 80 Tage, 10 Stunden, 16 Minuten und 41 Sekunden.
Was ist das nächste große Rennen von Boris Herrmann?
Das nächste große geplante Rennen ist The Ocean Race Atlantic, ein Mannschaftsrennen über den Atlantik, das im September 2026 in New York startet.
Wofür setzt sich Boris Herrmann neben dem Segeln ein?
Boris Herrmann ist ein engagierter Klimaschutz-Botschafter. Mit seiner Kampagne „A Race We Must Win“ sammelt er auf seinen Reisen wichtige Ozeandaten für die Klimaforschung und setzt sich für den Schutz der Meere ein.
Mit welchem Boot segelt Boris Herrmann?
Bis 2025 segelte Boris Herrmann auf der IMOCA-Yacht „Malizia-Seaexplorer“. Für die kommenden Kampagnen ab Mitte 2026 ist ein neues Boot im Bau.
Hat Boris Herrmann eine Familie?
Ja, Boris Herrmann ist mit Birte Lorenzen-Herrmann verheiratet und hat eine Tochter. Die Familie lebt in Hamburg.
Fazit
Boris Herrmann bleibt auch 2026 eine der spannendsten Persönlichkeiten im deutschen Sport. Seine Karriere ist eine beeindruckende Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, mentaler Stärke und einem tiefen Engagement für den Planeten. Während die Vorbereitungen für die nächste Generation seiner Rennyacht auf Hochtouren laufen, beweist er mit der Teilnahme am Ocean Race Atlantic und der Erweiterung seiner wissenschaftlichen Mission, dass er noch lange nicht am Ziel ist. Sein Weg zeigt, wie man die Plattform des Spitzensports nutzen kann, um für ein größeres Ziel zu kämpfen – ein Rennen, das wir alle gewinnen müssen. Weitere spannende Persönlichkeiten finden Sie in unserer Rubrik Aus der Schatzkiste.