Schaeffler Neue Geschäftsfelder umfassen humanoide Robotik, die Verteidigungsindustrie und die Raumfahrt, um die Abhängigkeit vom Automobilsektor zu verringern. Das Ziel ist, bis 2035 zehn Prozent des Umsatzes aus diesen neuen Bereichen zu generieren. Aktuell sieht sich Schaeffler mit großem Interesse an Prototypen für humanoide Roboter konfrontiert.

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- Wie plant Schaeffler, sich von der Automobilindustrie zu emanzipieren?
- Humanoide Roboter als Zukunftstreiber
- Eintritt in die Verteidigungsindustrie: Ein strategischer Schritt?
- Automobilbereich bleibt wichtig
- Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Historischer Vergleich: Die Transformation der deutschen Industrie
- Welche Risiken birgt die Diversifizierung?
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Schaeffler strebt an, bis 2035 zehn Prozent des Umsatzes aus neuen Geschäftsfeldern zu erzielen.
- Humanoide Robotik und die Verteidigungsindustrie sind zentrale Wachstumsbereiche.
- Das Unternehmen verzeichnet bereits großes Interesse an Prototypen für Roboter.
- Lieferketten für die Verteidigungsindustrie sollen unabhängig von China und den USA gestaltet werden.
| Unternehmen: | Schaeffler |
|---|---|
| Umsatz: | 24 Milliarden Euro (jährlich) |
| Mitarbeiterzahl: | 110.000 (weltweit) |
| Branche: | Automobilzulieferer, Maschinenbau |
| Veränderung zum Vorjahr: | abhängig von Geschäftsfeld |
Wie plant Schaeffler, sich von der Automobilindustrie zu emanzipieren?
Schaeffler, traditionell stark im Automobilzulieferbereich verwurzelt, verfolgt eine Strategie der Diversifizierung, um sich von der konjunkturellen Anfälligkeit dieser Branche zu lösen. Das Unternehmen setzt dabei auf neue Geschäftsfelder wie die Entwicklung von Komponenten für humanoide Roboter, die Belieferung der Verteidigungsindustrie und perspektivisch auch auf die Raumfahrt. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2035 zehn Prozent des Gesamtumsatzes – etwa 3 Milliarden Euro bei einem prognostizierten Umsatz von 30 Milliarden Euro – aus diesen neuen Bereichen zu generieren.
Humanoide Roboter als Zukunftstreiber
Die Entwicklung von humanoiden Robotern stellt einen vielversprechenden Wachstumsbereich für Schaeffler dar. Laut einer Meldung von Stern sieht sich das Unternehmen derzeit mit einer hohen Nachfrage nach Prototypen konfrontiert. Schaeffler kann dabei auf seine Expertise in der Präzisionsmechanik und Leistungselektronik zurückgreifen, was den Einstieg in diesen Markt erleichtert. Die Anwendungsmöglichkeiten für humanoide Roboter sind vielfältig und reichen von der Unterstützung in der Produktion bis hin zu Serviceleistungen im Gesundheitswesen.
Die Diversifizierung von Geschäftsfeldern ist eine gängige Strategie für Unternehmen, um Risiken zu minimieren und neue Wachstumspotenziale zu erschließen. Der Automobilsektor befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Wandels hin zur Elektromobilität, was traditionelle Zulieferer vor große Herausforderungen stellt. Die Erschließung neuer Märkte kann die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern. (Lesen Sie auch: Ihre Gewinnzahlen Vom 25. Februar 2026 Prüfen…)
Eintritt in die Verteidigungsindustrie: Ein strategischer Schritt?
Die Belieferung der Verteidigungsindustrie stellt einen weiteren Pfeiler der Diversifizierungsstrategie von Schaeffler dar. Das Unternehmen liefert bereits Elektromotoren an den Drohnenbauer Helsing. Allerdings ist dieser Schritt nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass die Rüstungsindustrie ethisch fragwürdig sei und nicht zu einem Unternehmen passen würde, das sich traditionell auf zivile Anwendungen konzentriert hat. Befürworter argumentieren hingegen, dass die Verteidigungsindustrie ein stabiles und wachstumsstarkes Geschäftsfeld darstellt und zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen kann.
Ein wichtiger Aspekt ist die Gestaltung der Lieferketten für die Verteidigungsindustrie. Schaeffler plant, diese unabhängig von Produkten aus China und möglichst auch aus den USA zu gestalten. Dies erfordert den Aufbau alternativer Bezugsquellen, beispielsweise für die in den Motoren verbauten Magnete. Die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Regionen soll so reduziert und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.
Automobilbereich bleibt wichtig
Trotz der Diversifizierungsbemühungen bleibt der Automobilbereich auch in Zukunft ein Hauptfeld für Schaeffler. Komponenten für Verbrennungsmotoren werden noch lange Zeit benötigt, insbesondere für das margenstarke Reparaturgeschäft. Im Bereich der Elektromobilität sieht sich Schaeffler ebenfalls gut positioniert. Das Unternehmen profitiert von der Fusion mit dem Elektroantriebsspezialisten Vitesco, die Schaeffler zu einem der zehn größten Zulieferer weltweit gemacht hat.
Laut Reuters ist der Wettbewerb im Bereich der Elektromobilität allerdings hoch.
Schaeffler ist ein deutsches Unternehmen mit einer langen Tradition im Bereich der Wälzlagertechnik. Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und hat sich im Laufe der Jahre zu einem globalen Player entwickelt. Neben der Automobilindustrie beliefert Schaeffler auch andere Branchen wie den Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt und die Windenergie. (Lesen Sie auch: Nvidia Aktien: Aktie erlebt Kurssprung nach Rekordzahlen)
Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Für Verbraucher könnte die Diversifizierung von Schaeffler langfristig zu innovativeren Produkten und Dienstleistungen führen, insbesondere im Bereich der Robotik. Für Arbeitnehmer bedeutet die Expansion in neue Geschäftsfelder potenziell neue Arbeitsplätze und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Branche insgesamt profitiert von der Innovationskraft eines etablierten Unternehmens wie Schaeffler, das neue Technologien vorantreibt und zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland beiträgt.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Die Etablierung in neuen Märkten erfordert hohe Investitionen und Know-how. Die Konkurrenz in den neuen Geschäftsfeldern ist groß. Es bleibt abzuwarten, ob Schaeffler seine ambitionierten Ziele erreichen kann.
Die IG Metall äußert sich kritisch über die Pläne.
Historischer Vergleich: Die Transformation der deutschen Industrie
Die Diversifizierungsstrategie von Schaeffler erinnert an die Transformation vieler deutscher Industrieunternehmen im Laufe der Jahrzehnte. In den 1980er Jahren standen beispielsweise viele Stahlunternehmen vor ähnlichen Herausforderungen wie heute die Automobilzulieferer. Der Strukturwandel führte dazu, dass sich viele Unternehmen neu ausrichten und in neue Geschäftsfelder investieren mussten. Die Erfahrungen aus dieser Zeit zeigen, dass eine erfolgreiche Diversifizierung eine langfristige Strategie, hohe Investitionen und qualifizierte Mitarbeiter erfordert.
Ein Beispiel für einen gelungenen Wandel ist ThyssenKrupp.
Welche Risiken birgt die Diversifizierung?
Obwohl die Diversifizierung als Strategie zur Risikominimierung gilt, birgt sie auch eigene Risiken. Der Eintritt in neue Märkte erfordert erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Zudem besteht das Risiko, dass sich Schaeffler in den neuen Geschäftsfeldern nicht gegen etablierte Wettbewerber durchsetzen kann. Eine zu starke Diversifizierung kann zudem dazu führen, dass sich das Unternehmen verzettelt und seine Kernkompetenzen vernachlässigt. Es ist daher entscheidend, dass Schaeffler seine Diversifizierungsstrategie sorgfältig plant und umsetzt. (Lesen Sie auch: Nvidia Quartalszahlen: Rekordumsatz Dank KI-Boom!)
Häufig gestellte Fragen
Welches Umsatzziel verfolgt Schaeffler mit den neuen Geschäftsfeldern?
Schaeffler plant, bis zum Jahr 2035 zehn Prozent seines Gesamtumsatzes aus neuen Geschäftsfeldern wie Robotik, Verteidigung und Raumfahrt zu generieren. Bei einem prognostizierten Umsatz von 30 Milliarden Euro im Jahr 2035 entspräche dies einem Umsatz von 3 Milliarden Euro.
Warum setzt Schaeffler auf eine Diversifizierung der Geschäftsfelder?
Die Diversifizierung dient dazu, die Abhängigkeit vom Automobilsektor zu verringern und neue Wachstumspotenziale zu erschließen. Der Automobilmarkt befindet sich im Umbruch, und Schaeffler möchte sich durch die Erschließung neuer Märkte zukunftssicher aufstellen. (Lesen Sie auch: Aktie Nvidia: KI-Boom treibt Umsatzwachstum auf Rekordniveau)
In welchen Bereichen sieht Schaeffler die größten Wachstumschancen?
Schaeffler sieht großes Potenzial in der Entwicklung von Komponenten für humanoide Roboter, der Belieferung der Verteidigungsindustrie und perspektivisch auch in der Raumfahrt. Insbesondere die Robotik wird als vielversprechender Wachstumsbereich angesehen.
Wie will Schaeffler die Lieferketten für die Verteidigungsindustrie gestalten?
Schaeffler plant, die Lieferketten für die Verteidigungsindustrie unabhängig von Produkten aus China und möglichst auch aus den USA zu gestalten. Dies erfordert den Aufbau alternativer Bezugsquellen, beispielsweise für die in den Motoren verbauten Magnete.
Bleibt der Automobilbereich auch in Zukunft wichtig für Schaeffler?
Ja, trotz der Diversifizierungsbemühungen bleibt der Automobilbereich ein Hauptfeld für Schaeffler. Komponenten für Verbrennungsmotoren werden noch lange benötigt, und Schaeffler sieht sich auch im Bereich der Elektromobilität gut positioniert.
Die Diversifizierungsstrategie von Schaeffler stellt einen wichtigen Schritt dar, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Ob die neuen Geschäftsfelder die Erwartungen erfüllen können, bleibt abzuwarten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Schaeffler den Wandel erfolgreich gestalten und sich als breit aufgestellter Technologiekonzern etablieren kann. Für Anleger bedeutet dies, die Entwicklung des Unternehmens und die Erfolge in den neuen Geschäftsfeldern genau zu beobachten.





