Børge Brende verlässt das WEF nach einer Untersuchung zu seinen Kontakten mit Jeffrey Epstein. Trotz fehlender neuer Erkenntnisse zieht er die Konsequenzen.
Børge Brende, ehemaliger norwegischer Außenminister und Präsident des Weltwirtschaftsforums WEF, tritt von seinem Amt zurück.
Brende begründete seinen Rücktritt in einer Mitteilung vom Donnerstag damit, dass das Forum seine Arbeit ohne Ablenkungen fortsetzen solle. Er blicke auf achteinhalb lohnende Jahre zurück, erklärte der frühere norwegische Außenminister. In einer zweiten Mitteilung erklärten die Co-Vorsitzenden des Stiftungsrats, André Hoffmann und Larry Fink, sie akzeptierten die Entscheidung Brendes.
Der norwegischen Zeitung „Dagens Næringsliv“ sagte Brende, dass es naheliegend sei, zurückzutreten: „Nach acht Jahren in dieser Position bin ich zu dem Schluss gekommen, dass sowohl das WEF als auch ich selbst am meisten davon profitieren, wenn ich nun den Staffelstab an jemand anderen weitergebe. Die externe Überprüfung hat keine Umstände aufgedeckt, die nicht bereits bekannt sind und in den Medien ausführlich behandelt wurden. Dennoch kann diese Angelegenheit in Zukunft leicht die Aufmerksamkeit von der wichtigen Arbeit ablenken, die wir leisten.“ Børge Brende hatte den Posten seit 2017 inne.
Dem Rücktritt ging eine unabhängige Untersuchung zu den Kontakten Brendes zum verurteilten und verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein durch externe Anwälte voraus. Diese sei nun abgeschlossen und habe keine weiteren Bedenken über das bereits Bekannte hinaus ergeben, hieß es in der Mitteilung weiter. Einer Offenlegung des US-Justizministeriums zufolge hatte der Norweger drei Geschäftsessen mit Epstein und kommunizierte auch per E-Mail und SMS mit dem US-Millionär.
Brende wies in „Dagens Næringsliv“ Spekulationen zurück, dass er mehr Kontakte zu Epstein hatte als über die bislang bekannten hinaus.
Roche-Vizepräsident Hoffmann und Blackrock-Chef Fink dankten Brende für seine Führung während einer wichtigen Reformphase und das erfolgreiche Jahrestreffen in Davos. Zum Interimspräsidenten wurde der gegenwärtige Managing Director des WEF, Alois Zwinggi, ernannt. Der Stiftungsrat werde nun die Suche nach einer dauerhaften Nachfolge einleiten.
Quelle: Stern
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