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Steuererklärung Krankheitskosten: So geht der Abzug Wirklich!

Wer gesundheitsbezogene Ausgaben hat, kann unter Umständen durch die Steuererklärung Krankheitskosten geltend machen. Allerdings sind die Hürden hoch: Nur außergewöhnliche Belastungen, die einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens übersteigen, wirken sich steuermindernd aus. Zudem müssen die Kosten medizinisch notwendig und oft durch ein Attest nachgewiesen sein.

Symbolbild: Steuererklärung Krankheitskosten (Bild: Picsum)

Kernpunkte

  • Krankheitskosten können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
  • Die Kosten müssen medizinisch notwendig sein und oft durch ein Attest oder Rezept belegt werden.
  • Es gibt eine zumutbare Eigenbelastung, die vom Einkommen und Familienstand abhängt.
  • Auch Kosten für Fitnessstudios und andere Gesundheitsmaßnahmen können unter bestimmten Voraussetzungen absetzbar sein.

Wie funktioniert die Steuererklärung mit Krankheitskosten?

Die steuerliche Berücksichtigung von Krankheitskosten erfolgt über den Ansatz als außergewöhnliche Belastungen. Das bedeutet, dass nur die Ausgaben, die über die sogenannte zumutbare Eigenbelastung hinausgehen, steuerlich wirksam werden. Diese Eigenbelastung wird individuell berechnet und hängt vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Die genauen Prozentsätze sind im Einkommensteuergesetz festgelegt.

Welche Krankheitskosten sind absetzbar?

Grundsätzlich können alle Kosten abgesetzt werden, die zur Heilung einer Krankheit oder zur Linderung von Beschwerden entstanden sind und die medizinisch notwendig sind. Hierzu zählen:

  • Arzt- und Zahnarztkosten: Behandlungskosten, Zuzahlungen, Kosten für Medikamente (verschreibungspflichtig und unter Umständen auch rezeptfreie bei Vorlage eines Attests).
  • Kosten für Heilbehandlungen: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie (durch Arzt oder Heilpraktiker verordnet).
  • Medizinische Hilfsmittel: Brillen, Hörgeräte, Prothesen, Rollstühle (ärztliche Verordnung erforderlich).
  • Kosten für Kuren: Hier ist vorab ein amtsärztliches Gutachten erforderlich, das die Notwendigkeit der Kur bescheinigt.
  • Kosten für Krankenhausaufenthalte: Eigenanteile und Zuzahlungen.
  • Fahrtkosten: Zum Arzt, zur Therapie, ins Krankenhaus (gegebenenfalls Kilometerpauschale ansetzen).
  • Kosten für eine Haushaltshilfe: Wenn der Steuerpflichtige aufgrund von Krankheit seinen Haushalt nicht mehr selbst führen kann und eine Haushaltshilfe benötigt.
💡 Tipp

Sammeln Sie alle Belege, Rechnungen, Atteste und Verordnungen im Laufe des Jahres, um bei der Steuererklärung alles griffbereit zu haben.

Fitnessstudio und Steuererklärung: Geht das?

Die Kosten für ein Fitnessstudio sind grundsätzlich nicht als Krankheitskosten absetzbar. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn die sportliche Betätigung aufgrund einer ärztlichen Verordnung erfolgt und unter fachkundiger Anleitung (z.B. durch einen Physiotherapeuten) durchgeführt wird, können die Kosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Wichtig ist, dass die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme durch ein Attest belegt wird und die Kosten für die spezielle Therapie gesondert ausgewiesen sind. (Lesen Sie auch: Rentenerhöhung 2026: So Viel Rente Bekommen Sie…)

Ein allgemeiner Mitgliedsbeitrag für ein Fitnessstudio reicht in der Regel nicht aus. Anders sieht es aus, wenn es sich um eine Reha-Maßnahme handelt, die in einem Fitnessstudio durchgeführt wird. In diesem Fall können die Kosten unter Umständen abgesetzt werden, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Welche Rolle spielt das Attest bei der Steuererklärung?

Das Attest spielt eine entscheidende Rolle bei der steuerlichen Anerkennung von Krankheitskosten. Es dient als Nachweis, dass die entstandenen Kosten medizinisch notwendig waren. In vielen Fällen ist ein Attest zwingend erforderlich, um die Kosten überhaupt absetzen zu können. Dies gilt insbesondere für:

  • Rezeptfreie Medikamente, die nicht von der Krankenkasse erstattet werden.
  • Kosten für alternative Behandlungsmethoden (z.B. Homöopathie).
  • Kosten für Kuren (hier ist ein amtsärztliches Gutachten erforderlich).
  • Kosten für sportliche Aktivitäten, die der Therapie dienen (z.B. Fitnessstudio).

Das Attest muss von einem Arzt oder Heilpraktiker ausgestellt werden und die medizinische Notwendigkeit der Behandlung oder Maßnahme bestätigen.

⚠️ Wichtig

Bewahren Sie das Attest gut auf, da es bei der Steuererklärung zusammen mit den anderen Belegen eingereicht werden muss.

Fallbeispiel: So setzen Sie Krankheitskosten richtig ab

Nehmen wir an, Herr Müller hat im Jahr 2023 folgende Krankheitskosten gehabt: (Lesen Sie auch: Kündigung bei Krankheit: Darf Mein Chef Mich…)

  • Arztkosten: 500 Euro (davon 100 Euro Zuzahlungen)
  • Medikamente (verschreibungspflichtig): 300 Euro
  • Physiotherapie (ärztlich verordnet): 800 Euro
  • Brille (ärztlich verordnet): 400 Euro

Herr Müller ist verheiratet, hat keine Kinder und ein zu versteuerndes Einkommen von 51.130 Euro. Seine zumutbare Eigenbelastung beträgt 4 % seines Einkommens, also 2.045,20 Euro. Seine gesamten Krankheitskosten belaufen sich auf 2.000 Euro. Da diese unter seiner zumutbaren Eigenbelastung liegen, kann er keine Krankheitskosten in seiner Steuererklärung geltend machen.

Hätte Herr Müller jedoch zusätzliche Kosten in Höhe von 3.580 Euro für eine notwendige Operation gehabt, wären seine gesamten Krankheitskosten auf 5.580 Euro gestiegen. Nach Abzug der zumutbaren Eigenbelastung von 2.045,20 Euro könnte er 3.534,80 Euro als außergewöhnliche Belastung in seiner Steuererklärung angeben und somit seine Steuerlast mindern.

Wie hoch ist die zumutbare Belastungsgrenze?

Die zumutbare Belastungsgrenze wird individuell berechnet und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Gesamtbetrag der Einkünfte
  • Familienstand
  • Anzahl der Kinder

Die Prozentsätze für die Berechnung der zumutbaren Eigenbelastung sind im Einkommensteuergesetz (§ 33 EStG) festgelegt. Sie staffeln sich wie folgt:

* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte bis 15.340 Euro: 5 % für Alleinstehende, 4 % für Verheiratete
* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 15.341 Euro bis 51.130 Euro: 6 % für Alleinstehende, 5 % für Verheiratete
* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte über 51.130 Euro: 7 % für Alleinstehende, 6 % für Verheiratete

Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld oder einen Freibetrag besteht, reduziert sich die zumutbare Eigenbelastung um einen Prozentpunkt. (Lesen Sie auch: Droneshield Aktie: Gewinnzahlen lassen Kurs steigen –…)

Symbolbild: Steuererklärung Krankheitskosten (Bild: Picsum)

Wie Stern berichtet, ist es ratsam, sich im Zweifelsfall von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten zu lassen, um die individuelle zumutbare Eigenbelastung korrekt zu berechnen und alle absetzbaren Krankheitskosten geltend zu machen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. bietet ebenfalls Informationen zu diesem Thema. Auch die Seite des Bundesfinanzministeriums kann hier hilfreich sein.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Nachweise benötige ich für die Steuererklärung bei Krankheitskosten?

Sie benötigen Rechnungen über die entstandenen Kosten, ärztliche Verordnungen oder Atteste, Quittungen über Zuzahlungen und gegebenenfalls Nachweise über die Notwendigkeit von Kuren oder Hilfsmitteln. Bewahren Sie alle Belege sorgfältig auf.

Können auch Kosten für alternative Behandlungsmethoden abgesetzt werden?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können auch Kosten für alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie oder Akupunktur abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die Behandlung von einem Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt wird und die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest belegt ist. (Lesen Sie auch: Bauwirtschaft Entwicklung: Trendwende bringt neue Aufträge)

Was passiert, wenn die Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet hat?

Wenn die Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet hat, können Sie nur den Eigenanteil, den Sie selbst getragen haben, als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Legen Sie der Steuererklärung den Erstattungsnachweis der Krankenkasse bei.

Gibt es eine Frist, innerhalb derer Krankheitskosten geltend gemacht werden müssen?

Krankheitskosten können in der Steuererklärung für das Jahr geltend gemacht werden, in dem sie entstanden sind. Die Steuererklärung muss in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Bei Beauftragung eines Steuerberaters verlängert sich die Frist.

Können auch Fahrtkosten zu Selbsthilfegruppen abgesetzt werden?

Ja, Fahrtkosten zu Selbsthilfegruppen können unter Umständen als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden, wenn die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe ärztlich empfohlen wurde und die Gruppe sich mit einer Krankheit befasst, an der Sie selbst leiden.

Die steuererklärung krankheitskosten kann komplex sein, aber mit sorgfältiger Dokumentation und gegebenenfalls professioneller Hilfe lassen sich Steuervorteile erzielen. Es lohnt sich, alle relevanten Belege zu sammeln und die Möglichkeiten der steuerlichen Absetzbarkeit zu prüfen.

Symbolbild: Steuererklärung Krankheitskosten (Bild: Picsum)
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