Wer gesundheitsbezogene Ausgaben hat, kann unter Umständen durch die Steuererklärung Krankheitskosten geltend machen. Allerdings sind die Hürden hoch: Nur außergewöhnliche Belastungen, die einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens übersteigen, wirken sich steuermindernd aus. Zudem müssen die Kosten medizinisch notwendig und oft durch ein Attest nachgewiesen sein.
Die steuerliche Berücksichtigung von Krankheitskosten erfolgt über den Ansatz als außergewöhnliche Belastungen. Das bedeutet, dass nur die Ausgaben, die über die sogenannte zumutbare Eigenbelastung hinausgehen, steuerlich wirksam werden. Diese Eigenbelastung wird individuell berechnet und hängt vom Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder ab. Die genauen Prozentsätze sind im Einkommensteuergesetz festgelegt.
Grundsätzlich können alle Kosten abgesetzt werden, die zur Heilung einer Krankheit oder zur Linderung von Beschwerden entstanden sind und die medizinisch notwendig sind. Hierzu zählen:
Sammeln Sie alle Belege, Rechnungen, Atteste und Verordnungen im Laufe des Jahres, um bei der Steuererklärung alles griffbereit zu haben.
Die Kosten für ein Fitnessstudio sind grundsätzlich nicht als Krankheitskosten absetzbar. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn die sportliche Betätigung aufgrund einer ärztlichen Verordnung erfolgt und unter fachkundiger Anleitung (z.B. durch einen Physiotherapeuten) durchgeführt wird, können die Kosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Wichtig ist, dass die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme durch ein Attest belegt wird und die Kosten für die spezielle Therapie gesondert ausgewiesen sind. (Lesen Sie auch: Rentenerhöhung 2026: So Viel Rente Bekommen Sie…)
Ein allgemeiner Mitgliedsbeitrag für ein Fitnessstudio reicht in der Regel nicht aus. Anders sieht es aus, wenn es sich um eine Reha-Maßnahme handelt, die in einem Fitnessstudio durchgeführt wird. In diesem Fall können die Kosten unter Umständen abgesetzt werden, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
Das Attest spielt eine entscheidende Rolle bei der steuerlichen Anerkennung von Krankheitskosten. Es dient als Nachweis, dass die entstandenen Kosten medizinisch notwendig waren. In vielen Fällen ist ein Attest zwingend erforderlich, um die Kosten überhaupt absetzen zu können. Dies gilt insbesondere für:
Das Attest muss von einem Arzt oder Heilpraktiker ausgestellt werden und die medizinische Notwendigkeit der Behandlung oder Maßnahme bestätigen.
Bewahren Sie das Attest gut auf, da es bei der Steuererklärung zusammen mit den anderen Belegen eingereicht werden muss.
Nehmen wir an, Herr Müller hat im Jahr 2023 folgende Krankheitskosten gehabt: (Lesen Sie auch: Kündigung bei Krankheit: Darf Mein Chef Mich…)
Herr Müller ist verheiratet, hat keine Kinder und ein zu versteuerndes Einkommen von 51.130 Euro. Seine zumutbare Eigenbelastung beträgt 4 % seines Einkommens, also 2.045,20 Euro. Seine gesamten Krankheitskosten belaufen sich auf 2.000 Euro. Da diese unter seiner zumutbaren Eigenbelastung liegen, kann er keine Krankheitskosten in seiner Steuererklärung geltend machen.
Hätte Herr Müller jedoch zusätzliche Kosten in Höhe von 3.580 Euro für eine notwendige Operation gehabt, wären seine gesamten Krankheitskosten auf 5.580 Euro gestiegen. Nach Abzug der zumutbaren Eigenbelastung von 2.045,20 Euro könnte er 3.534,80 Euro als außergewöhnliche Belastung in seiner Steuererklärung angeben und somit seine Steuerlast mindern.
Die zumutbare Belastungsgrenze wird individuell berechnet und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten Faktoren sind:
Die Prozentsätze für die Berechnung der zumutbaren Eigenbelastung sind im Einkommensteuergesetz (§ 33 EStG) festgelegt. Sie staffeln sich wie folgt:
* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte bis 15.340 Euro: 5 % für Alleinstehende, 4 % für Verheiratete
* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 15.341 Euro bis 51.130 Euro: 6 % für Alleinstehende, 5 % für Verheiratete
* Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte über 51.130 Euro: 7 % für Alleinstehende, 6 % für Verheiratete
Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld oder einen Freibetrag besteht, reduziert sich die zumutbare Eigenbelastung um einen Prozentpunkt. (Lesen Sie auch: Droneshield Aktie: Gewinnzahlen lassen Kurs steigen –…)
Wie Stern berichtet, ist es ratsam, sich im Zweifelsfall von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beraten zu lassen, um die individuelle zumutbare Eigenbelastung korrekt zu berechnen und alle absetzbaren Krankheitskosten geltend zu machen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. bietet ebenfalls Informationen zu diesem Thema. Auch die Seite des Bundesfinanzministeriums kann hier hilfreich sein.
Sie benötigen Rechnungen über die entstandenen Kosten, ärztliche Verordnungen oder Atteste, Quittungen über Zuzahlungen und gegebenenfalls Nachweise über die Notwendigkeit von Kuren oder Hilfsmitteln. Bewahren Sie alle Belege sorgfältig auf.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können auch Kosten für alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie oder Akupunktur abgesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die Behandlung von einem Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt wird und die medizinische Notwendigkeit durch ein Attest belegt ist. (Lesen Sie auch: Bauwirtschaft Entwicklung: Trendwende bringt neue Aufträge)
Wenn die Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet hat, können Sie nur den Eigenanteil, den Sie selbst getragen haben, als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Legen Sie der Steuererklärung den Erstattungsnachweis der Krankenkasse bei.
Krankheitskosten können in der Steuererklärung für das Jahr geltend gemacht werden, in dem sie entstanden sind. Die Steuererklärung muss in der Regel bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingereicht werden. Bei Beauftragung eines Steuerberaters verlängert sich die Frist.
Ja, Fahrtkosten zu Selbsthilfegruppen können unter Umständen als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden, wenn die Teilnahme an der Selbsthilfegruppe ärztlich empfohlen wurde und die Gruppe sich mit einer Krankheit befasst, an der Sie selbst leiden.
Die steuererklärung krankheitskosten kann komplex sein, aber mit sorgfältiger Dokumentation und gegebenenfalls professioneller Hilfe lassen sich Steuervorteile erzielen. Es lohnt sich, alle relevanten Belege zu sammeln und die Möglichkeiten der steuerlichen Absetzbarkeit zu prüfen.
Diane Kruger hat in München "Bluey"-Geschichten auf Deutsch vorgelesen. Warum die Serie für sie und…
Ein tragischer Arbeitsunfall an einem Windrad in Hessen forderte am frühen Mittwochmorgen das Leben zweier…
„Unter dem Meer, unter dem Meer, da ist es besser als jedes Konzert…“ Wer kennt…
Der Vorwurf des unberechtigten Fernbleibens vom Arbeitsplatz steht im Raum, nachdem Führungskräfte des Tesla-Werks in…
Das Supersportwagen Fahrtraining auf Eis bietet Autofahrern einzigartige Möglichkeiten, die Fahrzeugkontrolle in Extremsituationen zu verbessern.…
Das Heizungsgesetz, das den Einsatz von Biobrennstoffen fördert, kann für Verbraucher höhere Kosten bedeuten. Aktuell…