Start-ups locken mit Freiheit und Flexibilität, doch durch die hohe Arbeitsdichte drohen Burnouts. Eine neue Studie zeigt die wachsende Sorge der Gründer um ihre Mitarbeiter.
Start-ups gelten als attraktive Arbeitgeber. Hohe Eigenverantwortung, flexible Arbeitsmodelle, Work-Life-Balance und flache Hierarchien sind nur einige Faktoren, die einen Unterschied machen. Doch die hohe Arbeitsbelastung gerade in den ersten Jahren nach der Gründung wird zunehmend zum gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter. (Lesen Sie auch: Ostervilm vor Rügen: Käufer von DDR-Insel: „Wir…)
In einer aktuellen Studie des Start-up-Bundesverbandes und der Techniker Krankenkasse geben zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Gründer an, dass die hohe Arbeitsdichte ein zunehmendes Risiko für die Gesundheit darstelle. Als Stressfaktor für die mentale Gesundheit sehen die Befragten vor allem das Thema berufliche Unsicherheit (62 Prozent). Gleichzeitig wächst die Sorge bei Gründern vor Burnout-Erkrankungen in ihren Unternehmen. Schon heute betrachten 45 Prozent der Befragten Burnout als zentrales Risiko für die Gesundheit der Mitarbeiter, 66 Prozent der Gründer glauben, dass psychische Überlastung in fünf Jahren ein Gesundheitsrisiko sein wird – ein Plus von 21 Prozent.
Die Daten sind alarmierend. Schließlich wächst die Bedeutung von Start-ups für die deutsche Wirtschaft. So ist die Zahl der Neugründungen im vergangenen Jahr auf 3568 geklettert – fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Bei der feierlichen Verleihung der Start-up-Awards Ende Mai stellte Bundeskanzler Friedrich Merz die Bedeutung von Gründerinnen und Gründern für die wirtschaftliche Erneuerung heraus und warb für mehr Tempo bei der Modernisierung des Standorts Deutschland. „Ohne sie geht es nicht“, sagte Merz. Deutschland müsse „schneller, einfacher und digitaler“ werden. Wer als Unternehmerin oder Unternehmer täglich Risiken eingehe, verdiene mehr Aufmerksamkeit und bessere Rahmenbedingungen. (Lesen Sie auch: Interview: „Anfangs habe ich mich mit Einsatz…)
Doch das schwierige ökonomische Umfeld hinterlässt erkennbar Spuren in der Gründerszene. Die negativen Folgen der hohen Arbeitsbelastung führen zwar dazu, dass für fast 80 Prozent der Befragten Gesundheit eine große Rolle spielt. Doch den meisten Start-ups fehlt das Geld für Gesundheitsmaßnahmen. Laut der aktuellen Studie stellen nur 51 Prozent der jungen Unternehmen finanzielle Ressourcen für das Thema Gesundheit bereit. Wollen Start-ups attraktive Arbeitgeber bleiben, müssen sie hier dringend etwas ändern.
Die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes unterstützt eine Mehrheit der Gründer trotz der hohen Arbeitsdichte. 60 Prozent der Befragten befürworten eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit. Die Bundesregierung will die starre Grenze von acht Stunden am Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von bis zu 48 Stunden ersetzen. Dadurch können Arbeitstage bei erhöhtem Bedarf verlängert werden, solange die Wochenarbeitszeit eingehalten wird. (Lesen Sie auch: Pilzdiebe: „Jeder von denen hat ein Messer…)
Ursprünglich berichtet von: Stern
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