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Börsencrash durch Etfs? Warnung vor Risiko durch Passive Anlagen

Ein Börsencrash durch ETFs? Experten warnen, dass die zunehmende Beliebtheit von Exchange Traded Funds (ETFs) das Risiko eines Börsencrashs erhöhen könnte. Die passiven Investitionen verstärken den Boom bestimmter Aktien, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), was zu einer Konzentration von Risiken und potenziellen Überbewertungen führt.

Symbolbild: Börsencrash Durch Etfs (Bild: Picsum)

Finanz-Fakten

  • ETFs verzeichnen seit Jahren ein starkes Wachstum.
  • KI-Aktien haben in den letzten Monaten überdurchschnittlich zugelegt.
  • Eine hohe Konzentration von Investitionen in bestimmte Sektoren birgt Risiken.
  • Passive Investments können Marktbewegungen verstärken.
AKTIEN: Aktueller Kurs, Veränderung (%), 52-Wochen-Hoch/Tief, Marktkapitalisierung, KGV, Dividende
KRYPTO: Aktueller Kurs, Veränderung 24h/7d/30d, Marktkapitalisierung, Handelsvolumen
→ ALLE Zahlen mit Datum: ‚Stand: Datum‘

Die wachsende Beliebtheit von ETFs und das Risiko eines Börsencrashs

Die Popularität von ETFs hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Anleger schätzen die einfache Handhabung, die breite Diversifikation und die niedrigen Kosten dieser Anlageform. ETFs bilden in der Regel einen Index ab, beispielsweise den DAX oder den S&P 500, und ermöglichen es Anlegern, mit einem einzigen Kauf in eine Vielzahl von Aktien zu investieren. Diese Entwicklung hat zu einem massiven Kapitalfluss in ETFs geführt, was wiederum Auswirkungen auf die einzelnen Aktienmärkte hat.

Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, sehen Experten in dieser Entwicklung jedoch auch Gefahren. Die passive Natur der ETFs, bei der Aktien automatisch gemäß ihrer Gewichtung im Index gekauft werden, kann Marktbewegungen verstärken und zu Überbewertungen führen. Insbesondere in Sektoren wie der künstlichen Intelligenz (KI) beobachten Analysten eine zunehmende Konzentration von Investitionen, was das Risiko eines Börsencrashs durch ETFs erhöhen könnte.

📈 Marktdaten

Das verwaltete Vermögen in ETFs ist in den letzten zehn Jahren exponentiell gestiegen. Laut einer Studie von Bloomberg belief es sich Ende 2023 auf über 10 Billionen US-Dollar weltweit.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist der Boom von KI-Aktien. Unternehmen wie Nvidia, Microsoft und Alphabet haben in den letzten Monaten massive Kurssteigerungen erlebt, was zum Teil auf die hohe Nachfrage durch ETFs zurückzuführen ist. Da diese Aktien einen großen Anteil an vielen wichtigen Indizes haben, werden sie von ETFs automatisch gekauft, was die Nachfrage und damit die Kurse weiter in die Höhe treibt. Diese Dynamik kann zu einer Blasenbildung führen, bei der die Kurse nicht mehr durch fundamentale Daten, sondern durch spekulative Erwartungen getrieben werden. (Lesen Sie auch: Schrecklicher Unfall bei Olympia: Kamila Sellier verletzt)

Wie funktioniert die Verstärkung von Marktbewegungen durch ETFs?

ETFs verstärken Marktbewegungen durch ihren passiven Anlageansatz. Wenn ein Index, den ein ETF abbildet, steigt, fließen in der Regel neue Gelder in den ETF. Diese Gelder werden dann verwendet, um die im Index enthaltenen Aktien zu kaufen, was deren Kurse weiter erhöht. Umgekehrt, wenn ein Index fällt, müssen ETFs Anteile verkaufen, um die Abflüsse zu bedienen, was die Kurse zusätzlich unter Druck setzt. Dieser Mechanismus kann zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung führen, bei der anfängliche Marktbewegungen durch die Aktivitäten von ETFs verstärkt werden.

Die Konzentration von Investitionen in bestimmte Sektoren verschärft dieses Problem. Wenn ein Sektor, wie beispielsweise die KI-Branche, überproportional in einem Index gewichtet ist, werden ETFs gezwungen, einen großen Teil ihrer Gelder in diese Aktien zu investieren. Dies führt zu einer noch stärkeren Nachfrage und potenziellen Überbewertung. Sollte sich die Stimmung gegenüber diesem Sektor ändern, könnte es zu massiven Verkäufen durch ETFs kommen, was einen schnellen und heftigen Kurssturz auslösen könnte. Laut Handelsblatt beobachten Analysten diese Entwicklung mit Sorge.

📌 Hintergrund

Der Begriff „passives Investieren“ bezieht sich auf eine Anlagestrategie, bei der ein Index oder Markt benchmark abgebildet wird, anstatt aktiv einzelne Aktien auszuwählen. ETFs sind ein beliebtes Instrument für passives Investieren.

Die Rolle der KI-Aktien im aktuellen Marktumfeld

KI-Aktien haben in den letzten Monaten eine herausragende Rolle im aktuellen Marktumfeld gespielt. Die Erwartungen an das Wachstumspotenzial der KI-Technologie haben zu einem regelrechten Hype geführt, der sich in den Aktienkursen widerspiegelt. Unternehmen wie Nvidia, die Chips für KI-Anwendungen herstellen, haben von dieser Entwicklung besonders profitiert. Deren Aktienkurs hat sich seit Anfang 2023 mehr als verdreifacht. Auch andere Technologieunternehmen, die in den Bereich KI investieren, wie Microsoft und Alphabet, haben deutliche Kursgewinne erzielt.

Diese Kurssteigerungen haben jedoch auch zu einer erhöhten Volatilität geführt. Da die Bewertungen vieler KI-Aktien bereits sehr hoch sind, besteht das Risiko, dass Anleger bei den ersten Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstums oder negativen Nachrichten ihre Anteile verkaufen. Dies könnte zu einem Dominoeffekt führen, bei dem ETFs gezwungen sind, ihre Positionen abzubauen, was die Kurse weiter in den Keller schickt. Zuletzt war der Kurs von Nvidia im Oktober 2022 auf diesem Niveau, bevor er seinen Aufstieg begann. Ein ähnliches Szenario könnte sich wiederholen, wenn die Erwartungen an die KI-Branche nicht erfüllt werden. (Lesen Sie auch: Finma Radicant: Untersuchung nach dem Banken-Aus Gestartet)

Was bedeutet das für Anleger?

Experten sehen die wachsende Popularität von ETFs und die Konzentration von Investitionen in bestimmte Sektoren als Warnsignal. Sie raten Anlegern, ihre Portfolios sorgfältig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Eine breitere Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Regionen kann dazu beitragen, das Risiko eines Börsencrashs zu reduzieren. Darüber hinaus sollten Anleger die Bewertungen einzelner Aktien kritisch hinterfragen und sich nicht von kurzfristigen Hypes blenden lassen. Analysten von finanzen.net empfehlen, auf Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten und nachhaltigem Wachstumspotenzial zu setzen.

Es ist wichtig zu betonen, dass ETFs nicht per se schlecht sind. Sie können eine sinnvolle Ergänzung für ein diversifiziertes Portfolio sein. Anleger sollten sich jedoch der Risiken bewusst sein und ihre Anlageentscheidungen nicht ausschließlich auf passive Strategien stützen. Eine aktive Steuerung des Portfolios und eine regelmäßige Überprüfung der Anlagestrategie können dazu beitragen, das Risiko eines Börsencrashs durch ETFs zu minimieren.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

Wie kann man sich vor einem möglichen Börsencrash schützen?

Um sich vor einem möglichen Börsencrash durch ETFs zu schützen, gibt es verschiedene Strategien, die Anleger in Betracht ziehen können. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Diversifikation des Portfolios. Anstatt sich ausschließlich auf ETFs zu konzentrieren, die bestimmte Indizes oder Sektoren abbilden, sollten Anleger auch in andere Anlageklassen wie Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe investieren. Eine breitere Diversifikation kann dazu beitragen, das Risiko zu streuen und Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen Bereich auszugleichen.

Eine weitere Möglichkeit, das Risiko zu reduzieren, ist die aktive Steuerung des Portfolios. Anstatt blind einem Index zu folgen, können Anleger einzelne Aktien oder Sektoren übergewichten oder untergewichten, je nachdem, wie sie deren перспектиiven einschätzen. Dies erfordert jedoch eine fundierte Analyse der Märkte und Unternehmen sowie ein aktives Management des Portfolios. Alternativ können Anleger auch auf aktiv gemanagte Fonds setzen, bei denen ein Fondsmanager die Anlageentscheidungen trifft. (Lesen Sie auch: Immobilienpreise steigen: Traum Vom Eigenheim in Gefahr?)

Symbolbild: Börsencrash Durch Etfs (Bild: Picsum)

Zusätzlich können Anleger Stop-Loss-Orders verwenden, um ihre Verluste zu begrenzen. Eine Stop-Loss-Order ist ein Auftrag an den Broker, eine Aktie oder einen ETF zu verkaufen, wenn der Kurs unter einen bestimmten Wert fällt. Dies kann dazu beitragen, größere Verluste zu vermeiden, wenn der Markt plötzlich einbricht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Stop-Loss-Orders nicht immer garantiert werden können, insbesondere in sehr volatilen Märkten.

2020
Corona-Crash

Der Corona-Crash im Frühjahr 2020 war ein weiteres Beispiel für einen plötzlichen und unerwarteten Markteinbruch. Die Kurse erholten sich jedoch schnell wieder.

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Häufig gestellte Fragen

Was genau sind ETFs?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines bestimmten Index abbilden. Sie ermöglichen es Anlegern, mit einem einzigen Kauf in einen ganzen Markt oder Sektor zu investieren. (Lesen Sie auch: Warren Buffett Portfolio: Geheime Strategie vor dem…)

Warum sind ETFs so beliebt?

ETFs sind beliebt, weil sie kostengünstig, transparent und einfach zu handeln sind. Sie bieten eine breite Diversifikation und ermöglichen es Anlegern, passiv in den Markt zu investieren.

Welche Risiken bergen ETFs?

ETFs bergen Risiken wie Marktvolatilität, Konzentrationsrisiken und das Risiko von Tracking Errors. Zudem können sie Marktbewegungen verstärken und zu Überbewertungen führen.

Wie kann ich mein Portfolio vor einem Börsencrash schützen?

Um Ihr Portfolio vor einem Börsencrash zu schützen, sollten Sie auf Diversifikation, aktive Steuerung und Stop-Loss-Orders setzen. Eine regelmäßige Überprüfung Ihrer Anlagestrategie ist ebenfalls wichtig.

Sind ETFs für jeden Anleger geeignet?

ETFs können für viele Anleger geeignet sein, aber nicht für jeden. Es ist wichtig, die eigenen Anlageziele, Risikobereitschaft und Kenntnisse über die Märkte zu berücksichtigen, bevor man in ETFs investiert.

Die zunehmende Beliebtheit von ETFs hat das Potenzial, Marktbewegungen zu verstärken und zu einer Konzentration von Investitionen in bestimmte Sektoren zu führen. Dies birgt Risiken, insbesondere im Hinblick auf einen möglichen Börsencrash durch ETFs. Anleger sollten sich dieser Risiken bewusst sein und ihre Portfolios entsprechend anpassen. Eine breite Diversifikation, aktive Steuerung und regelmäßige Überprüfung der Anlagestrategie können dazu beitragen, das Risiko zu minimieren.
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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