BASF Stellenabbau: Der weltgrößte Chemiekonzern beschleunigt seinen Sparkurs und streicht bis Ende 2025 rund 4.800 Stellen weltweit. Grund dafür sind Kostendruck, Überkapazitäten und hohe Energiepreise, die das Unternehmen zu diesem Schritt zwingen. Die Hälfte der betroffenen Stellen entfällt auf Deutschland, was die Bedeutung des Stammwerks Ludwigshafen unterstreicht.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 73,9 Milliarden Euro (2023) |
| Gewinn/Verlust: | Verlust von 627 Millionen Euro (2023) |
| Mitarbeiterzahl: | 112.247 (Ende 2023) |
| Branche: | Chemie |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz -11,1%, Gewinn deutlich gesunken |
Der Chemiekonzern BASF sieht sich weiterhin mit schwierigen Marktbedingungen konfrontiert. Wie Stern berichtet, erwartet Vorstandschef Markus Kamieth keine schnelle Erholung und bezeichnet das Jahr 2026 als weiteres Übergangsjahr. Der Konzern kämpft mit einer Reihe von Herausforderungen, darunter Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohe Energiepreise und eine unzureichende Auslastung des Stammwerks in Ludwigshafen. Diese Faktoren haben BASF dazu veranlasst, seinen Sparkurs zu verschärfen und Stellen abzubauen.
Finanzvorstand Dirk Elvermann gab bekannt, dass bis Ende des vergangenen Jahres bereits jährliche Kostensenkungen von rund 1,7 Milliarden Euro erreicht wurden. Das avisierte Ziel wurde damit um 100 Millionen Euro übertroffen. Nun peilt BASF jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Milliarden Euro bis Ende des laufenden Jahres an, anstatt der ursprünglich geplanten 2,1 Milliarden Euro. Die Einmalkosten für diese Aufwendungen werden auf insgesamt 1,9 Milliarden Euro beziffert.
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) betont, dass die gesamte Branche unter den hohen Energiekosten in Deutschland leidet. Im internationalen Vergleich sei die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Chemieunternehmen stark beeinträchtigt.
Der BASF Stellenabbau betrifft vor allem die Standorte in Deutschland, insbesondere das Stammwerk in Ludwigshafen, wo etwa ein Drittel der weltweiten Belegschaft beschäftigt ist. Rund 4.800 Mitarbeiter werden das Unternehmen zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 verlassen. Etwa die Hälfte davon entfällt laut BASF auf Deutschland. Auch die Zahl der Führungskräfte wurde bereits um elf Prozent reduziert. Ende 2025 beschäftigte BASF damit noch knapp 108.300 Mitarbeiter weltweit.
Trotz des Stellenabbaus haben Management und Arbeitnehmervertreter eine Vereinbarung erzielt, die betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt. Dies soll den betroffenen Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit geben und den sozialen Härten des Stellenabbaus entgegenwirken. (Lesen Sie auch: BASF Prognose 2026: Was Anleger Jetzt Wissen…)
Das Stammwerk Ludwigshafen beschäftigt rund 33.000 Mitarbeiter und ist damit der größte Standort von BASF weltweit. Der Konzern betreibt insgesamt über 390 Produktionsstandorte in mehr als 80 Ländern.
Die Gründe für den BASF Stellenabbau sind vielfältig. Zum einen belasten hohe Energiepreise, insbesondere in Europa, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Zum anderen kämpft BASF mit Überkapazitäten am Weltmarkt, die zu einem erheblichen Preisdruck führen. Hinzu kommt eine zu geringe Auslastung des Stammwerks in Ludwigshafen, was die Produktionskosten weiter erhöht.
Ein weiterer Faktor ist die schwache Konjunktur in wichtigen Absatzmärkten, insbesondere in der Automobilindustrie und der Bauwirtschaft. Diese Branchen sind wichtige Kunden von BASF, und ihre schwache Nachfrage hat negative Auswirkungen auf den Umsatz und den Gewinn des Unternehmens.
Der Stellenabbau bei BASF hat Auswirkungen auf verschiedene Bereiche. Für die betroffenen Arbeitnehmer bedeutet er Unsicherheit und möglicherweise den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die Vereinbarung zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen in Ludwigshafen bis 2028 mildert die Auswirkungen jedoch ab.
Für die Verbraucher sind die Auswirkungen des Stellenabbaus weniger direkt spürbar. Allerdings könnte der Sparkurs von BASF langfristig zu höheren Preisen für chemische Produkte führen, da das Unternehmen versucht, seine Kosten zu senken und seine Profitabilität zu verbessern.
Für die Chemiebranche insgesamt ist der Stellenabbau bei BASF ein Zeichen für die schwierigen Zeiten, in denen sich die Branche befindet. Andere Chemieunternehmen könnten ebenfalls gezwungen sein, Stellen abzubauen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. (Lesen Sie auch: Chemietarif Verhandlungen: Keine Einigung in Zweiter Runde)
Die aktuelle Situation erinnert an die Ölkrise der 1970er Jahre, als ebenfalls hohe Energiepreise und eine schwache Konjunktur die Chemieindustrie belasteten. Damals kam es ebenfalls zu Stellenabbau und Umstrukturierungen in der Branche.
Deutschland steht im internationalen Vergleich als Produktionsstandort für die Chemieindustrie unter Druck. Die hohen Energiepreise und die zunehmende Bürokratie belasten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Chemieunternehmen. Andere Länder, insbesondere in Asien und Nordamerika, bieten günstigere Rahmenbedingungen für die Chemieproduktion.
Die deutsche Bundesregierung hat zwar Maßnahmen zur Entlastung der energieintensiven Industrien angekündigt, aber es ist fraglich, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemieindustrie langfristig zu sichern. Einige Unternehmen erwägen bereits, Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlagern.
BASF investiert massiv in den neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang. Mit Investitionen von 8,7 Milliarden Euro ist dies das größte Einzelinvestitionsprojekt in der Geschichte des Unternehmens. Im ersten Betriebsjahr wird jedoch ein leicht negativer Ergebnisbeitrag erwartet.
BASF verfolgt eine Reihe von Strategien, um die Krise zu bewältigen. Neben dem Sparkurs und dem Stellenabbau setzt das Unternehmen auf Innovationen und neue Geschäftsmodelle. BASF investiert verstärkt in Forschung und Entwicklung, um neue Produkte und Technologien zu entwickeln, die energieeffizienter und umweltfreundlicher sind.
Darüber hinaus versucht BASF, seine Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern und verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe und Recycling zu setzen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. (Lesen Sie auch: Chemietarif Verhandlungen: Einigung für 585.000 Beschäftigte?)
Vorstandschef Markus Kamieth äußerte sich zufrieden mit den Fortschritten beim Senken der Kosten. BASF sei deutlich schlanker geworden. Allerdings habe die chemische Industrie weltweit mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Auch im laufenden Jahr rechnet der Manager nicht mit einer kurzfristigen Erholung.
Etwa die Hälfte der weltweit 4.800 abzubauenden Stellen entfallen auf Deutschland. Dies unterstreicht die Bedeutung des Stammwerks Ludwigshafen, wo ein Großteil der deutschen Belegschaft von BASF beschäftigt ist.
Management und Arbeitnehmervertreter haben eine Vereinbarung getroffen, die betriebsbedingte Kündigungen am Standort Ludwigshafen bis Ende 2028 ausschließt. Diese Maßnahme soll den betroffenen Mitarbeitern Sicherheit geben.
BASF kämpft mit Kostendruck, Überkapazitäten am Weltmarkt, hohen Energiepreisen und einer zu geringen Auslastung am Stammwerk in Ludwigshafen. Diese Herausforderungen zwingen das Unternehmen zum Handeln. (Lesen Sie auch: Arbeitslosenzahlen Deutschland: Warum die Zahl so Hoch…)
BASF peilt nun jährliche Kosteneinsparungen von 2,3 Milliarden Euro bis Ende des laufenden Jahres an. Ursprünglich waren 2,1 Milliarden Euro geplant. Die Einmalkosten für die Aufwendungen werden auf 1,9 Milliarden Euro beziffert.
Der ifo-Institut prognostiziert, dass die deutsche Wirtschaft auch im kommenden Jahr nur langsam wachsen wird. Dies dürfte die Situation für die Chemieindustrie weiter erschweren.
Der BASF Stellenabbau und die damit verbundene Neuausrichtung des Unternehmens sind ein deutliches Signal für die Herausforderungen, vor denen die deutsche Chemieindustrie steht. Es bleibt abzuwarten, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit von BASF langfristig zu sichern und die negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten zu minimieren.
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