Der Chef des Keksherstellers Bahlsen, Alexander Kühnen, positioniert sich klar gegen die AfD und ruft Unternehmen zu einem stärkeren Engagement für demokratische Werte auf. Kühnen betont, dass die Werte des Unternehmens nicht mit den Positionen der AfD vereinbar seien, insbesondere in Bezug auf Themen wie Remigration und offene Handelsbeziehungen. Bahlsen AFD steht dabei im Mittelpunkt.
Alexander Kühnen, der Chef des bekannten Keksherstellers Bahlsen, hat sich in einem Interview deutlich von der AfD distanziert und gleichzeitig ein stärkeres Engagement von Unternehmen für die Demokratie gefordert. Laut einer Meldung von Stern betonte Kühnen, dass die Werte seines Unternehmens nicht mit den politischen Zielen der AfD vereinbar seien.
Kühnen begründet seine Haltung sowohl mit den Werten des Unternehmens als auch mit wirtschaftlichen Überlegungen. Er argumentiert, dass Bahlsen als international agierendes Unternehmen auf Fachkräfte aus dem Ausland, offenen Handel in Europa und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen angewiesen sei. Die AfD hingegen vertrete Positionen, die diesen Interessen zuwiderlaufen würden. Abschottende Vorstellungen und die Ablehnung von Vielfalt seien mit der Unternehmenskultur von Bahlsen unvereinbar.
Remigration, ein Begriff der in rechtsextremen Kreisen verwendet wird, bezeichnet die (oft zwangsweise) Rückführung von Menschen mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer. Kritiker sehen darin einen Verstoß gegen humanitäre Werte und das Grundgesetz. (Lesen Sie auch: Werte in der Wirtschaft: Bahlsen-Chef zieht Grenze…)
Kühnen unterstreicht, dass die deutsche Wirtschaft, und damit auch Bahlsen, auf qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen ist. Die demografische Entwicklung in Deutschland führe dazu, dass ohne Zuwanderung der Fachkräftebedarf nicht gedeckt werden könne. Die AfD hingegen propagiere eine restriktive Einwanderungspolitik, die diesen Bedarf gefährden würde. Zudem betont Kühnen die Bedeutung des offenen Handels in Europa für den Unternehmenserfolg von Bahlsen. Die AfD stelle jedoch die Europäische Union und den freien Warenverkehr in Frage, was negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte.
Der Bahlsen-Chef appelliert an andere Unternehmer, ebenfalls Haltung zu zeigen und sich für die Demokratie einzusetzen. „Als Wirtschaftslenker tragen wir Verantwortung – und zwar eine große“, so Kühnen. Er wünsche sich, dass Menschen in Führungspositionen ihre Möglichkeiten stärker nutzten, um einen Beitrag zum Schutz der Demokratie zu leisten. Dies beinhalte auch, sich öffentlich gegen Parteien und politische Strömungen zu positionieren, die demokratische Werte in Frage stellen.
Unternehmen können auf verschiedene Weise Haltung zeigen: durch öffentliche Stellungnahmen, Spenden an gemeinnützige Organisationen, Unterstützung von Bildungsprojekten oder die Förderung von Vielfalt und Inklusion im eigenen Unternehmen.
Kühnen zufolge spielt Haltung auch innerhalb des Unternehmens eine immer größere Rolle. Grundlage dafür seien vier Werte, an denen sich Bahlsen im Alltag orientiere: Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden seien daraus konkrete Verhaltensweisen für den Arbeitsalltag erarbeitet worden – etwa wertschätzende Zusammenarbeit, Verantwortung und ehrliches Feedback. „Heute gilt: Auch wenn du hier der Pförtner bist, kannst du mir genauso Feedback geben wie jeder andere im Unternehmen“, sagte Kühnen. (Lesen Sie auch: Insolvenzen Deutschland: Welche Firmen Sind Betroffen?)
Bislang hat sich die AfD nicht offiziell zu den Äußerungen von Alexander Kühnen geäußert. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Partei die Kritik zurückweisen und ihrerseits die wirtschaftlichen Argumente der AfD betonen wird. Die AfD argumentiert, dass ihre Politik langfristig zu einer Stärkung der deutschen Wirtschaft führen werde, indem sie beispielsweise Bürokratie abbaut, die Energiepreise senkt und die Binnennachfrage stärkt. Kritiker werfen der Partei jedoch vor, dass ihre Politik protektionistisch und isolationistisch sei und somit den internationalen Handel und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährde. Laut dem Handelsblatt sind die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der AfD oft widersprüchlich und wenig durchdacht.
Die Positionierung von Unternehmen wie Bahlsen kann für Bürger ein wichtiges Signal sein. Sie zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung keine Gegensätze sein müssen. Wenn Unternehmen sich aktiv für demokratische Werte einsetzen, kann dies dazu beitragen, das Vertrauen in die Wirtschaft zu stärken und ein Bewusstsein für die Bedeutung von Vielfalt und Toleranz zu schaffen. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die Unternehmen vor einer zu starken Politisierung warnen. Sie argumentieren, dass sich Unternehmen primär auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und politische Neutralität wahren sollten, um keine Kunden zu verprellen.
Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet Informationen zur Funktionsweise und den Grundlagen der Demokratie.
Unternehmen haben eine gesellschaftliche Verantwortung und können durch ihr Handeln einen Beitrag zur Stärkung der Demokratie und zur Förderung von Werten wie Toleranz und Vielfalt leisten. Zudem kann Haltung zeigen auch positive Auswirkungen auf das Image und die Reputation eines Unternehmens haben.
Eine politische Positionierung kann dazu führen, dass sich Kunden oder Mitarbeitende von einem Unternehmen abwenden, insbesondere wenn sie andere politische Ansichten vertreten. Zudem besteht die Gefahr, dass Unternehmen für ihre Positionen kritisiert oder boykottiert werden.
Unternehmen können ihre Werte im Arbeitsalltag verankern, indem sie diese klar kommunizieren, in ihre Unternehmensleitlinien aufnehmen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden konkrete Verhaltensweisen für den Arbeitsalltag erarbeiten. Zudem ist es wichtig, dass Führungskräfte die Werte vorleben und ein entsprechendes Arbeitsumfeld schaffen.
Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei, die seit 2017 im Deutschen Bundestag vertreten ist. Sie vertritt Positionen, die sich gegen Einwanderung, den Euro und die Europäische Union richten. Die Partei wird von Kritikern oft als rechtsextrem und rassistisch eingestuft. Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz wird ein Teil der AfD beobachtet. (Lesen Sie auch: Brexit Fleischexporte: Dramatischer Einbruch in die EU?)
Die AfD hat durch ihre politische Agenda und ihre öffentliche Rhetorik Einfluss auf die deutsche Wirtschaft. Ihre Forderungen nach einer restriktiveren Einwanderungspolitik und einer Infragestellung der EU können Unsicherheiten bei Unternehmen hervorrufen und Investitionen hemmen. Auch die Debatte über Remigration, die von einigen AfD-Politikern gefordert wird, könnte sich negativ auf das Image Deutschlands als weltoffenes und attraktives Wirtschaftsland auswirken.
Die klare Abgrenzung des Bahlsen-Chefs von der AfD und seine Forderung nach mehr Haltung von Unternehmen sind ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung in der Wirtschaft. Es bleibt abzuwarten, ob sich weitere Unternehmen dem Beispiel von Bahlsen anschließen und sich ebenfalls öffentlich gegen politische Strömungen positionieren, die demokratische Werte in Frage stellen.
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