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Förderung 24 Stunden Pflege: Hilfsorganisationen Fordern Mehr Geld

Die Förderung der 24-Stunden-Pflege in Österreich steht in der Kritik, da Organisationen wie Caritas, Hilfswerk und Malteser Care eine „völlige Schieflage“ bei den Förderungen und eine „Scheinheiligkeit“ im Umgang mit dieser Betreuungsform beklagen. Wer fordert mehr Geld, warum und wo sehen die Organisationen die Probleme? Förderung 24 Stunden Pflege steht dabei im Mittelpunkt.

Symbolbild: Förderung 24 Stunden Pflege (Bild: Picsum)

Zusammenfassung

  • Kritik an der unzureichenden finanziellen Unterstützung der 24-Stunden-Pflege.
  • Forderung nach einer Erhöhung der Fördermittel, um die steigenden Kosten zu decken.
  • Hinweis auf die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Kosten und den gewährten Zuschüssen.
  • Appell an die Politik, die Bedeutung der 24-Stunden-Pflege anzuerkennen und entsprechend zu handeln.

Warum ist die Förderung der 24-Stunden-Pflege so wichtig?

Die 24-Stunden-Pflege ermöglicht es pflegebedürftigen Menschen, in ihrem eigenen Zuhause betreut zu werden, anstatt in ein Pflegeheim umziehen zu müssen. Dies trägt maßgeblich zur Lebensqualität bei und entlastet gleichzeitig die stationären Pflegeeinrichtungen. Eine adäquate finanzielle Unterstützung ist daher unerlässlich, um diese Form der Betreuung zugänglich und bezahlbar zu machen.

Wie Der Standard berichtet, sehen Caritas, Hilfswerk und Malteser Care dringenden Handlungsbedarf. Die Organisationen kritisieren, dass die derzeitige Förderung der 24-Stunden-Pflege nicht den tatsächlichen Kosten entspricht und somit eine „völlige Schieflage“ entstanden ist.

Die steigenden Kosten für Pflegekräfte, Unterkunft und Verpflegung würden die finanzielle Belastung für pflegebedürftige Menschen und ihre Familien erheblich erhöhen. Ohne eine entsprechende Anpassung der Fördermittel drohe die 24-Stunden-Pflege für viele unerschwinglich zu werden.

📌 Hintergrund

Die 24-Stunden-Pflege wird in Österreich hauptsächlich von selbstständigen Personenbetreuerinnen und -betreuern durchgeführt, die in den Haushalten der Pflegebedürftigen leben und diese rund um die Uhr betreuen. Die Kosten für diese Betreuung werden teilweise durch staatliche Fördermittel gedeckt.

Die Kritikpunkte im Detail

Die Organisationen bemängeln vor allem die Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Kosten für die 24-Stunden-Betreuung und den gewährten Zuschüssen. Die Fördersätze seien seit Jahren nicht an die gestiegenen Lebenshaltungskosten und die höheren Löhne der Betreuungskräfte angepasst worden. Dies führe dazu, dass pflegebedürftige Menschen und ihre Familien einen immer größeren Teil der Kosten selbst tragen müssten. (Lesen Sie auch: Wehrpflicht Verlängerung: Kommt die Dienstpflicht Reform?)

Zudem kritisieren die Organisationen die „Scheinheiligkeit“ im Umgang mit der 24-Stunden-Pflege. Einerseits werde die Bedeutung dieser Betreuungsform für die Entlastung des Gesundheitssystems und die Lebensqualität der Betroffenen betont, andererseits würden die notwendigen finanziellen Mittel nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt.

Die Caritas, das Hilfswerk und Malteser Care fordern daher eine deutliche Erhöhung der Fördermittel für die 24-Stunden-Pflege, um die steigenden Kosten zu decken und die Bezahlbarkeit dieser Betreuungsform sicherzustellen. Sie appellieren an die Politik, die Notwendigkeit einer adäquaten finanziellen Unterstützung anzuerkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Eine mögliche Lösung wäre die Anpassung der Fördersätze an einen aktuellen Index, der die Lebenshaltungskosten und Lohnentwicklungen berücksichtigt.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die unterschiedlichen Förderrichtlinien in den einzelnen Bundesländern. Dies führe zu einer Ungleichbehandlung von pflegebedürftigen Menschen, je nachdem in welchem Bundesland sie leben. Eine bundesweit einheitliche Regelung wäre wünschenswert, um eine gerechtere Verteilung der Fördermittel zu gewährleisten.

Das Sozialministerium bietet Informationen zur 24-Stunden-Betreuung.

Welche Auswirkungen hat die mangelnde Förderung?

Die unzureichende Förderung der 24-Stunden-Pflege hat weitreichende Konsequenzen. Zum einen droht die Qualität der Betreuung zu leiden, da sich viele Familien gezwungen sehen, bei den Kosten zu sparen und beispielsweise auf qualifizierte Betreuungskräfte zu verzichten. Zum anderen könnte die Zahl der Menschen steigen, die auf eine stationäre Pflege angewiesen sind, was wiederum das Gesundheitssystem zusätzlich belasten würde.

Darüber hinaus könnte die mangelnde Förderung dazu führen, dass immer mehr Betreuungskräfte aus dem Ausland abwandern, da sie in anderen Ländern bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Entlohnung vorfinden. Dies würde die Versorgungslage in Österreich weiter verschärfen. (Lesen Sie auch: Wechsel Wiener Stadtregierung: Gaál geht – Wer…)

⚠️ Wichtig

Es ist wichtig zu beachten, dass die 24-Stunden-Pflege nicht nur für pflegebedürftige Menschen von Bedeutung ist, sondern auch für ihre Angehörigen. Viele Angehörige sind aufgrund der Betreuungssituation stark belastet und können ihrer Berufstätigkeit nur eingeschränkt nachgehen. Eine adäquate 24-Stunden-Pflege kann hier eine wichtige Entlastung bieten.

Wie könnte eine Lösung aussehen?

Um die genannten Probleme zu lösen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Neben einer deutlichen Erhöhung der Fördermittel und einer bundesweit einheitlichen Regelung wäre es auch wichtig, die Arbeitsbedingungen der Betreuungskräfte zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise eine faire Entlohnung, eine angemessene Unterkunft und regelmäßige Fortbildungen.

Auch die Qualitätssicherung der 24-Stunden-Pflege sollte verstärkt werden, um sicherzustellen, dass die Betreuung den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen entspricht. Dies könnte beispielsweise durch regelmäßige Kontrollen und Beratungsangebote erreicht werden.

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz ist eine wichtige Anlaufstelle für Informationen zum Thema Pflege.

Die Organisationen fordern auch eine stärkere Anerkennung der Leistungen der pflegenden Angehörigen. Diese würden oft an ihre Grenzen stoßen und bräuchten mehr Unterstützung, beispielsweise in Form von Beratungsangeboten oder Entlastungsdiensten. Die Kombination aus professioneller 24-Stunden-Pflege und der Unterstützung durch Angehörige könne eine optimale Versorgung gewährleisten.

Symbolbild: Förderung 24 Stunden Pflege (Bild: Picsum)

Aktueller Stand und Ausblick

Die Diskussion um die Förderung der 24-Stunden-Pflege ist in vollem Gange. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik die Notwendigkeit einer Anpassung der Fördermittel erkennt und entsprechende Maßnahmen ergreift. Die Caritas, das Hilfswerk und Malteser Care werden sich weiterhin für eine Verbesserung der Situation einsetzen und auf die Probleme aufmerksam machen. (Lesen Sie auch: Wien entzog acht privaten Kindergärten Förderungen)

Die demografische Entwicklung in Österreich zeigt, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Daher ist es unerlässlich, die 24-Stunden-Pflege als wichtige Säule der pflegerischen Versorgung zu stärken und ihre Bezahlbarkeit sicherzustellen. Andernfalls droht eine Überlastung des Gesundheitssystems und eine Verschlechterung der Lebensqualität vieler Menschen.

Der ORF berichtet regelmäßig über Entwicklungen im Bereich der Pflege.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Personengruppen profitieren von der 24-Stunden-Pflege?

Die 24-Stunden-Pflege richtet sich an Menschen mit einem hohen Pflegebedarf, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Behinderung nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen. Sie ermöglicht es diesen Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben.

Wie hoch sind die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung?

Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung variieren je nach Pflegebedarf, Qualifikation der Betreuungskraft und Region. Sie setzen sich aus dem Gehalt der Betreuungskraft, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie eventuellen Vermittlungsgebühren zusammen. (Lesen Sie auch: Faschingsumzug Graz 2026: Der komplette Guide für…)

Welche Voraussetzungen müssen für die Förderung der 24-Stunden-Pflege erfüllt sein?

Die Voraussetzungen für die Förderung der 24-Stunden-Pflege sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. In der Regel müssen ein bestimmter Pflegebedarf nachgewiesen und bestimmte Einkommensgrenzen eingehalten werden. Auch die Betreuungskraft muss bestimmte Qualifikationen erfüllen.

Wie finde ich eine geeignete 24-Stunden-Betreuungskraft?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine geeignete 24-Stunden-Betreuungskraft zu finden. Man kann sich an Vermittlungsagenturen wenden, die auf die Vermittlung von Betreuungskräften spezialisiert sind, oder selbstständig nach einer Betreuungskraft suchen, beispielsweise über Online-Portale oder Anzeigen.

Welche Alternativen gibt es zur 24-Stunden-Pflege?

Alternativen zur 24-Stunden-Pflege sind beispielsweise die ambulante Pflege, bei der Pflegekräfte stundenweise ins Haus kommen, die Tagespflege, bei der pflegebedürftige Menschen tagsüber in einer Einrichtung betreut werden, oder die stationäre Pflege in einem Pflegeheim.

Die Notwendigkeit einer angepassten Förderung der 24-Stunden-Pflege ist unumstritten, um die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in Österreich langfristig sicherzustellen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern.

Symbolbild: Förderung 24 Stunden Pflege (Bild: Picsum)
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