Drei Jahrzehnte schwieg Daryl Hannah über ihre Beziehung zu John F. Kennedy Jr. Jetzt meldet sie sich mit harscher Kritik an „Love Story“.
Die Schauspielerin Daryl Hannah, 65, hat nach rund drei Jahrzehnten erstmals ihr Schweigen über ihre Beziehung zu John F. Kennedy Jr. (1960-1999) gebrochen. Anlass für diesen ungewöhnlichen Schritt ist die Darstellung ihrer Person in der Serie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“ von Produzent Ryan Murphy. In einem Essay für die „New York Times“ kritisiert Hannah scharf, dass die Figur in der Serie in keiner Weise ihrem tatsächlichen Leben, ihrem Verhalten oder der Realität ihrer damaligen Partnerschaft entspreche.
Die Entscheidung, sie als „irritierend, egozentrisch, quengelig und unangemessen“ darzustellen, sei ihrer Meinung nach kein Zufall, sondern eine bewusste Fehldarstellung, so Hannah. Besonders empört zeigt sie sich über spezifische Szenen, wie etwa eine in der Serie gezeigte Kokain-Party, bei der Drogen auf einem unersetzlichen Erbstück der Kennedy-Familie platziert werden.
„Ich habe in meinem Leben noch nie Kokain konsumiert oder Partys veranstaltet, auf denen Kokain konsumiert wurde“, schreibt die Schauspielerin. Zudem weist sie Vorwürfe zurück, sie habe jemals Druck in Richtung einer Hochzeit ausgeübt oder den Tod von Jacqueline Kennedy Onassis (1929-1994) in pietätloser Weise kommentiert.
Es sei „entsetzlich“ für sie, dass sie sich „überhaupt gegen eine Fernsehserie verteidigen muss“, schreibt Daryl Hannah und erklärt, warum sie trotz zahlreicher Gerüchte über Jahre zur Beziehung zu JFK Jr. geschwiegen hat: „Ich habe lange geglaubt, dass die Auseinandersetzung mit Verzerrungen diese oft noch verstärkt.“ Mit Blick auf die Serie ergänzt sie: „Ich habe eine Reihe von unverschämten Lügen, miesen Geschichten und unvorteilhaften Charakterisierungen ertragen. Aber mein Schweigen sollte nicht mit der Zustimmung zu Lügen verwechselt werden.“
In der neun Folgen umfassenden Serie wird Daryl Hannah von der Schauspielerin Dree Hemingway verkörpert. Bereits kurz nach der Veröffentlichung der Serie kam in sozialen Medien die Frage auf, warum der Charakter der Hannah im Vergleich zu den anderen Protagonisten so auffallend unsympathisch gezeichnet wurde.
Viele Zuschauer empfanden die Darstellung als einseitig und darauf ausgelegt, Carolyn Bessette (gespielt von Sarah Pidgeon) als die einzig wahre Liebe im Leben von JFK Jr. zu legitimieren.
Daryl Hannah ist mit ihrer Kritik an der Produktion nicht allein: Auch Mitglieder der Kennedy-Familie äußerten sich kritisch über die Kommerzialisierung und fiktionalisierte Aufarbeitung privater Tragödien. Jack Schlossberg, 33, der Enkel von US-Präsident John F. Kennedy (1917-1963) und Neffe von JFK Jr., bezeichnete die Serie als „grotesk“ und sagte: „Der Typ hat keine Ahnung, wovon er redet.“
Die Serie erzählt die turbulente Liebesgeschichte von JFK Jr. und seiner Ehefrau Carolyn (1966-1999) bis zu ihrem tragischen Ende bei einem Flugzeugabsturz 1999 in der Nähe von Martha’s Vineyard.
Quelle: Gala
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