„Ich bin morgens oft müde, weil ich nachts noch zu lange am Handy hänge.“ Dieser Satz, der so oder so ähnlich aus dem Mund vieler Teenager kommt, verdeutlicht ein wachsendes Problem: Social Media und Jugendliche. Das endlose Scrollen auf Plattformen wie TikTok und Instagram kann zu Schlafmangel, Selbstzweifeln und sogar Cybermobbing führen. Doch wie gefährlich sind diese digitalen Welten wirklich für junge Menschen?
Die Nutzung von Social Media durch Jugendliche ist ein weit verbreitetes Phänomen. Studien zeigen, dass junge Menschen einen erheblichen Teil ihres Tages online verbringen. Die sogenannte JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest ermittelte im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Smartphone-Bildschirmzeit von knapp vier Stunden täglich bei 12- bis 19-Jährigen. Eine Untersuchung von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kam für Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren auf etwa zweieinhalb Stunden täglicher Nutzung sozialer Medien an einem Wochentag.
Die Auswirkungen der Social-Media-Nutzung auf Jugendliche sind vielfältig und komplex. Einerseits können soziale Medien die Kommunikation und den Austausch mit Freunden fördern, andererseits bergen sie auch Risiken. Schlafmangel ist eine häufige Folge, da viele Jugendliche bis spät in die Nacht auf ihren Smartphones aktiv sind. Dies kann zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und einer Beeinträchtigung der schulischen Leistungen führen. Wie Stern berichtet, beschäftigen sich Studien schon seit längerem mit den Folgen, wenn Kinder und Jugendliche große Teile ihres Tages mit Scrollen verbringen.
Ein weiterer negativer Aspekt ist der Vergleich mit anderen Nutzern. Insbesondere Plattformen wie Instagram, die stark auf visuelle Inhalte setzen, können bei Jugendlichen zu Selbstzweifeln und einem negativen Körperbild führen. Die dort präsentierten Schönheitsideale sind oft unrealistisch und werden durch Filter und Bearbeitungsprogramme noch verstärkt. Dies kann zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit und dem Wunsch nach Schönheitsoperationen führen. Psychologin Isabel Brandhorst von der Universität Tübingen betont, dass wissenschaftlich gut belegt ist, dass eine gesteigerte Nutzung von sozialen Medien mit einem geringeren Selbstwertgefühl einhergehen kann. (Lesen Sie auch: Kalenderblatt 14 Februar: Was an Diesem Tag…)
Ermutigen Sie Ihr Kind, kritisch mit den Inhalten in sozialen Medien umzugehen und sich bewusst zu machen, dass viele Bilder und Videos bearbeitet sind.
Cybermobbing ist ein weiteres ernstes Problem im Zusammenhang mit sozialen Medien. Beleidigungen, Drohungen und Bloßstellungen können über das Internet schnell verbreitet werden und für die Betroffenen schwerwiegende psychische Folgen haben. Viele Jugendliche trauen sich nicht, über ihre Erfahrungen zu sprechen, was die Situation noch verschlimmern kann. Laut einer Studie von BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) ist jeder fünfte Jugendliche bereits Opfer von Cybermobbing geworden.
Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Begleitung ihrer Kinder in der digitalen Welt. Es ist wichtig, frühzeitig über die Risiken und Chancen von Social Media zu sprechen und klare Regeln für die Nutzung festzulegen. Dazu gehört beispielsweise die Vereinbarung von Bildschirmzeiten, die Überprüfung der Privatsphäre-Einstellungen und die Sensibilisierung für Cybermobbing. Auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste der Kinder ist wichtig, damit sie sich bei Problemen an ihre Eltern wenden können. Die Initiative klicksafe bietet umfangreiche Informationen und Materialien für Eltern und Jugendliche zum Thema sichere Internetnutzung.
Auch Schulen können einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten. Medienkompetenz sollte fester Bestandteil des Unterrichts sein, um Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien zu schulen. Dazu gehört nicht nur die Vermittlung von technischem Wissen, sondern auch die Förderung von kritischem Denken und die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen. Einige Schulen setzen bereits auf Projekte und Workshops, in denen Schüler lernen, wie sie sich vor Cybermobbing schützen und wie sie verantwortungsvoll mit ihren Daten umgehen können. Die CDU plant auf ihrem Parteitag eine Debatte über bundesweit strengere Handy-Regeln an Schulen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu fördern. (Lesen Sie auch: Intervallfasten Studie: Ist der Abnehm-Hype Wirklich Gerechtfertigt)
Viele Schulen bieten Beratungsangebote für Schüler und Eltern zum Thema Mediennutzung an. Nutzen Sie diese Angebote, um sich umfassend zu informieren und individuelle Fragen zu klären.
Es ist wichtig, Kindern und Jugendlichen Alternativen zur Social-Media-Nutzung aufzuzeigen. Hobbys wie Sport, Musik, Kunst oder Handwerk können nicht nur die Kreativität fördern, sondern auch soziale Kontakte außerhalb der digitalen Welt ermöglichen. Auch gemeinsame Aktivitäten mit der Familie, wie Ausflüge, Spieleabende oder das Kochen von Mahlzeiten, können dazu beitragen, die Bindung zu stärken und die Bildschirmzeit zu reduzieren. Eine niederländische Langzeitstudie aus dem Fachjournal „Communication Research“ von 2021 ergab, dass 28 Prozent der befragten Jugendlichen angaben, dass sich ihr Wohlbefinden durch Social-Media-Nutzung verschlechtert, während 26 Prozent Verbesserungen erlebten.
Die meisten Social-Media-Plattformen haben ein Mindestalter von 13 Jahren. Es ist wichtig, dass Eltern sich über die Nutzungsbedingungen der einzelnen Plattformen informieren und ihre Kinder entsprechend aufklären.
Anzeichen für eine Sucht können sein, dass Ihr Kind ständig an sein Smartphone denkt, unruhig oder gereizt wird, wenn es nicht online sein kann, und soziale Kontakte vernachlässigt.
Es ist ratsam, das Profil auf „privat“ zu stellen, sodass nur Freunde und Bekannte die Beiträge sehen können. Zudem sollten Kinder darauf achten, keine persönlichen Informationen wie Adresse oder Telefonnummer preiszugeben.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind über den Vorfall und dokumentieren Sie die Beleidigungen oder Drohungen. Melden Sie den Vorfall bei der Social-Media-Plattform und erstatten Sie gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei. (Lesen Sie auch: Kormoran Angelhaken: Vogel Sucht Hilfe in Bremer…)
Ja, es gibt verschiedene Apps, mit denen Eltern die Bildschirmzeit ihrer Kinder begrenzen, den Zugriff auf bestimmte Apps sperren und die Online-Aktivitäten überwachen können. Diese sollten aber in Absprache mit dem Kind eingesetzt werden.
Social Media und Jugendliche – ein Thema, das Eltern, Pädagogen und die Politik gleichermaßen beschäftigt. Es ist wichtig, einen ausgewogenen Umgang mit digitalen Medien zu finden, der die Chancen nutzt und die Risiken minimiert. Ein offener Dialog, klare Regeln und die Förderung von alternativen Freizeitaktivitäten sind dabei entscheidend. Ein konkreter Tipp für Familien: Legen Sie gemeinsam einen „digitalen Detox-Tag“ pro Woche fest, an dem alle Familienmitglieder auf Smartphones, Tablets und Computer verzichten und stattdessen Zeit miteinander verbringen. So können Sie gemeinsam neue Erfahrungen sammeln und die Beziehungen innerhalb der Familie stärken.
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