Hochschulgründungen in Deutschland hinken im europäischen Vergleich hinterher. Eine aktuelle Studie zeigt, dass deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen weniger erfolgreiche Start-ups hervorbringen als ihre europäischen Pendants. Die Gründe dafür sind vielfältig, von Schwierigkeiten bei der Wachstumsfinanzierung bis zur Abwanderung von Talenten ins Ausland, insbesondere im Biotech-Bereich. Hochschulgründungen Deutschland steht dabei im Mittelpunkt.
| Event | Ergebnis | Datum | Ort | Schlüsselmomente |
|---|---|---|---|---|
| Studie zu Hochschulgründungen | Deutschland im unteren Mittelfeld | 2024 | Europa | Wachstumsfinanzierung, Abwanderung in die USA |
Deutschland schneidet im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bei der Anzahl erfolgreicher Hochschulgründungen schlechter ab. Auf 100 Millionen Euro Budget kommen hierzulande lediglich 9,7 Gründungen. Im Gegensatz dazu liegt Andorra mit 52,2 Gründungen an der Spitze, obwohl das Land nur eine einzige Einrichtung in der Studie berücksichtigt. Ein Grund für das deutsche Abschneiden ist die Schwierigkeit, nach der Frühphase ausreichend Kapital für das Wachstum zu generieren. Viele Gründer, insbesondere im Bereich Biotech, sehen sich gezwungen, in die USA abzuwandern, wo die Bedingungen für Wachstum besser sind.
Die Studie wurde von AlpMomentum, Redstone, der Technischen Universität München und der Universität Trier durchgeführt. Sie untersuchte die Anzahl erfolgreicher Gründungen pro 1.000 europäische Universitäten und 50 öffentliche Forschungseinrichtungen.
Die Studie, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt, analysierte die Gründungsaktivitäten von 1.000 europäischen Universitäten und 50 öffentlichen Forschungseinrichtungen. Dabei wurden erhebliche Unterschiede festgestellt. Pro 100 Millionen Euro Budget variiert die Anzahl der Start-ups zwischen 1 und 80. Wie Stern berichtet, schneiden Business Schools, wenig überraschend, besonders gut ab, da sie viele angehende Unternehmer anziehen. Redstone-Gründer Michael Brehm erklärt, dass die Effizienz mit der Größe der Einrichtungen tendenziell abnimmt. Öffentliche Forschungseinrichtungen schneiden im Vergleich relativ schlecht ab. (Lesen Sie auch: Luftkühler Wasser im Test: Welches Modell Kühlt…)
Die Autoren der Studie haben die Gründungsaktivitäten über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Monaten im vergangenen Jahr untersucht. Dabei zeigte sich, dass die bloße Anzahl der Gründungen nicht der einzige Erfolgsfaktor ist. Vielmehr kommt es auf die Qualität und das Wachstumspotenzial der Start-ups an. Hier sieht Jörn Block, Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Trier, der an der Untersuchung beteiligt war, Nachholbedarf für Deutschland.
Ein entscheidender Punkt ist die Finanzierung. „An Frühphasenkapital kommt man in Deutschland über staatliche Stipendien schon ganz gut“, sagt Jörn Block von der Universität Trier. „Schwieriger wird es, wenn man wachsen will.“ Dies ist zwar nicht der Hauptfokus der Studie, spielt aber eine wichtige Rolle. Die mangelnden Wachstumsperspektiven in Deutschland könnten Gründer davon abhalten, überhaupt ein Unternehmen zu gründen oder sie dazu bewegen, direkt ins Ausland zu gehen. Dieser „Brain Drain“ betrifft insbesondere den Biotech-Sektor, wo viele Talente in die USA abwandern, wo die Förderbedingungen und Wachstumschancen deutlich besser sind.
Wie die Bundesregierung betont, gibt es zahlreiche Förderprogramme für Start-ups in Deutschland. Allerdings scheinen diese Programme nicht immer ausreichend zu sein, um den Bedürfnissen schnell wachsender Unternehmen gerecht zu werden. Oftmals fehlt es an Venture Capital und an einem Ökosystem, das Innovation und Wachstum aktiv unterstützt.
Im relativ erfolgreichen England zeigt sich ein anderes Bild. Dort gibt es nicht nur eine hohe Anzahl von Gründungen, sondern auch eine starke Unterstützung für Start-ups in der Wachstumsphase. Dies führt dazu, dass viele Unternehmen langfristig in England bleiben und dort Arbeitsplätze schaffen. In Deutschland hingegen verlassen viele Start-ups das Land, um in einem innovationsfreundlicheren Umfeld zu expandieren. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern, um diesen Trend umzukehren und Deutschland als attraktiven Standort für Hochschulgründungen zu etablieren. (Lesen Sie auch: Handy Kühler: So bleibt Dein Smartphone Cool…)
Ein möglicher Ansatzpunkt wäre die Stärkung des Venture-Capital-Marktes. Hier besteht in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch erheblicher Nachholbedarf. Zudem sollten bürokratische Hürden abgebaut und die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gefördert werden. Nur so kann ein innovationsfreundliches Ökosystem entstehen, das Hochschulgründungen in Deutschland nachhaltig unterstützt.
Die Studie zeigt, dass Deutschland sein Potenzial im Bereich der Hochschulgründungen noch nicht voll ausschöpft. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sind gezielte Maßnahmen zur Förderung von Start-ups in der Wachstumsphase erforderlich. Dies betrifft insbesondere die Bereitstellung von ausreichend Venture Capital, den Abbau bürokratischer Hürden und die Schaffung eines innovationsfreundlichen Ökosystems. Nur so kann Deutschland als attraktiver Standort für Hochschulgründungen etabliert und der „Brain Drain“ gestoppt werden.
Die Ergebnisse der Studie sollten als Weckruf für Politik und Wirtschaft dienen. Es ist an der Zeit, die Rahmenbedingungen für Hochschulgründungen in Deutschland zu verbessern und das Land zu einem Hotspot für Innovation und Unternehmertum zu machen. Denn erfolgreiche Start-ups schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sondern tragen auch zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum technologischen Fortschritt bei. Laut dem RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, können Hochschulgründungen einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten.
Ein Hauptgrund ist die Schwierigkeit, nach der Frühphase ausreichend Kapital für das Wachstum zu generieren. Viele Gründer, besonders im Biotech-Bereich, wandern in die USA ab, wo die Bedingungen besser sind.
Die Verfügbarkeit von Venture Capital, der Abbau bürokratischer Hürden und die Schaffung eines innovationsfreundlichen Ökosystems sind entscheidende Faktoren für den Erfolg von Hochschulgründungen.
Staatliche Stipendien helfen zwar in der Frühphase, sind aber oft nicht ausreichend, um den Bedürfnissen schnell wachsender Unternehmen gerecht zu werden. Es bedarf weiterer Unterstützung in der Wachstumsphase. (Lesen Sie auch: Warum Feiern Wir Pfingsten? Teste Dein Wissen…)
Hochschulen sollten die Zusammenarbeit mit Unternehmen fördern, Gründer besser unterstützen und ein innovationsfreundliches Umfeld schaffen, um mehr Studierende zur Gründung zu ermutigen.
Besonders betroffen ist der Biotech-Sektor, wo viele Talente aufgrund besserer Förderbedingungen und Wachstumschancen in die USA abwandern.
Die Studie zeigt deutlich, dass Deutschland im Bereich der Hochschulgründungen noch Luft nach oben hat. Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, müssen die Rahmenbedingungen verbessert und ein innovationsfreundliches Ökosystem geschaffen werden. Nur so kann Deutschland sein volles Potenzial ausschöpfen und zu einem attraktiven Standort für Gründer werden.
Entdecken Sie das filmische Universum von Matthew Vaughn im Jahr 2026. Von seinen Anfängen mit…
Die Universitäten in Österreich verzeichnen seit Jahren einen Rückgang bei der Zahl der heimischen Studierenden.…
Das Erwin Heri Interview beleuchtet die Gefahren von übermäßiger Risikoaversion bei der Geldanlage. Der renommierte…
Das russische Supermodel Natalia Vodianova, bekannt für ihre beeindruckende Karriere und ihr soziales Engagement, überraschte…
„Wir haben ihnen doch alles ermöglicht!“, klagt Katharina. Sie und ihr Mann Stefan haben sich…
Auch in der Rente sind Sie steuerpflichtig – im Prinzip. Allerdings gibt es verschiedene Freibeträge.…