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Disney KI: Kampf gegen TikToks Videogenerator Seedance

Disney KI im Visier von Hollywood: Der Unterhaltungsriese geht gegen Bytedance vor, den Eigentümer von TikTok, wegen dessen neuer KI-Software Seedance 2.0. Diese Software ist in der Lage, täuschend echt wirkende Videoclips zu erzeugen, was in Hollywood Besorgnis auslöst, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der eigenen Charaktere und Marken.

Symbolbild: Disney KI (Bild: Picsum)

Zusammenfassung

  • Disney geht gegen Bytedance wegen der KI-Software Seedance 2.0 vor.
  • Die Software kann realistische Videoclips erstellen, was Urheberrechtsbedenken auslöst.
  • Disney befürchtet die unerlaubte Nutzung seiner „Star Wars“- und Marvel-Figuren.
  • Die Motion Picture Association (MPA) fordert Bytedance zur Wahrung von Urheberrechten auf.
  • Disney lizenziert seine Figuren an OpenAI, geht aber gegen andere KI-Entwickler vor.

Hollywoods Kampf gegen KI-generierte Inhalte

Die Filmindustrie beobachtet mit Argwohn, wie künstliche Intelligenz (KI) immer besser darin wird, realistische Videos zu erstellen. Ein besonders aufsehenerregendes Beispiel war ein KI-generiertes Video, das die Schauspieler Tom Cruise und Brad Pitt in einer Kampfszene auf einem Hausdach zeigte. Wie Stern berichtet, hat dieser Clip Hollywood alarmiert und die Debatte um Urheberrechte und den Schutz von geistigem Eigentum neu entfacht.

Die Fähigkeit von KI, täuschend echte Videos zu produzieren, birgt ein erhebliches Risiko für die Filmindustrie. Nicht nur können Szenen und Darsteller ohne Zustimmung der Rechteinhaber nachgebildet werden, sondern auch die Qualität und der Ruf etablierter Marken können Schaden nehmen. Dies führt zu einem verstärkten Fokus auf den Schutz von Charakteren und Inhalten, insbesondere durch Unternehmen wie Disney, die ein umfangreiches Portfolio an bekannten Figuren und Geschichten besitzen.

Disney geht gegen Bytedance vor

Der Disney-Konzern hat nun rechtliche Schritte gegen Bytedance eingeleitet, den chinesischen Mutterkonzern der beliebten Social-Media-Plattform TikTok. Anlass ist die KI-Software Seedance 2.0, die von Bytedance entwickelt wurde und in der Lage ist, aus Textvorgaben realistische Videoclips zu generieren. Disney befürchtet, dass diese Technologie missbraucht werden könnte, um urheberrechtlich geschützte Charaktere und Inhalte ohne Genehmigung zu verwenden. Konkret geht es um Figuren aus dem „Star Wars“-Universum und dem Marvel-Superhelden-Universum, die in KI-generierten Clips aufgetaucht sein sollen. Disney hat Bytedance ein Unterlassungsschreiben geschickt, um die weitere Nutzung der Software in Bezug auf seine Marken zu unterbinden.

Diese Maßnahme von Disney unterstreicht die wachsende Besorgnis in der Unterhaltungsindustrie über die potenziellen Auswirkungen von KI auf Urheberrechte und geistiges Eigentum. Der Fall zeigt, dass Unternehmen bereit sind, rechtliche Schritte einzuleiten, um ihre Marken zu schützen und die unbefugte Nutzung ihrer Charaktere zu verhindern.

Was ist Seedance 2.0 und wie funktioniert es?

Seedance 2.0 ist ein KI-Modell, das von Bytedance entwickelt wurde, um Videos aus Textbeschreibungen zu generieren. Diese Technologie, auch bekannt als Text-to-Video-KI, nutzt komplexe Algorithmen des maschinellen Lernens, um die in einem Text beschriebenen Szenen, Charaktere und Aktionen visuell darzustellen. Der Benutzer gibt eine Textvorgabe ein, die detailliert beschreibt, was im Video zu sehen sein soll, und die KI erzeugt dann ein kurzes Video, das dieser Beschreibung entspricht. (Lesen Sie auch: Smartphone Nachts Ausschalten: Darum ist es so…)

Die Funktionsweise von Seedance 2.0 basiert auf der Analyse großer Mengen von Videodaten, um Muster und Beziehungen zwischen Textbeschreibungen und visuellen Inhalten zu erlernen. Die KI verwendet diese gelernten Muster, um neue Videos zu generieren, die den Textvorgaben entsprechen. Je größer die Datenmenge und je komplexer die Algorithmen, desto realistischer und überzeugender sind die erzeugten Videos.

💡 Gut zu wissen

Text-to-Video-KI-Modelle wie Seedance 2.0 nutzen sogenannte „Generative Adversarial Networks“ (GANs). Dabei konkurrieren zwei neuronale Netze miteinander: Ein Generator, der Videos erzeugt, und ein Diskriminator, der versucht, gefälschte von echten Videos zu unterscheiden. Durch dieses Zusammenspiel verbessert sich die Qualität der generierten Videos stetig.

So funktioniert es in der Praxis

Obwohl Seedance 2.0 nicht öffentlich zugänglich ist, können ähnliche KI-Videogeneratoren wie OpenAI’s Sora einen Eindruck von den Möglichkeiten dieser Technologie vermitteln. Um ein Video mit Sora zu erstellen, gibt der Nutzer eine detaillierte Textbeschreibung ein, beispielsweise „Eine Katze, die Skateboard fährt, in einer sonnigen Stadt“. Sora analysiert diese Beschreibung und generiert ein kurzes Video, das die beschriebene Szene darstellt. Die Qualität und Realitätsnähe der Videos hängen von der Komplexität der Beschreibung und der Leistungsfähigkeit des KI-Modells ab.

In der Praxis können solche KI-Videogeneratoren für verschiedene Zwecke eingesetzt werden, von der Erstellung von Werbematerialien und Erklärvideos bis hin zur Entwicklung von Spezialeffekten für Filme und Spiele. Allerdings birgt die Technologie auch Risiken, insbesondere im Hinblick auf die Verbreitung von Desinformation und die Verletzung von Urheberrechten.

Vorteile und Nachteile

KI-Videogeneratoren bieten eine Reihe von Vorteilen. Sie ermöglichen die schnelle und kostengünstige Erstellung von Videos, ohne dass teure Ausrüstung oder professionelle Filmteams erforderlich sind. Sie eröffnen neue kreative Möglichkeiten, indem sie es Nutzern ermöglichen, ihre Ideen in bewegte Bilder umzusetzen, auch wenn sie keine Vorkenntnisse in der Videoproduktion haben. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, den Zugang zu Bildung und Information zu verbessern, indem sie die Erstellung von Erklärvideos und Lernmaterialien erleichtern.

Allerdings gibt es auch erhebliche Nachteile. Die Technologie kann missbraucht werden, um Fake News und Desinformation zu verbreiten, indem täuschend echte Videos von Personen oder Ereignissen erstellt werden, die in Wirklichkeit nie stattgefunden haben. Zudem besteht die Gefahr von Urheberrechtsverletzungen, wenn KI-Modelle dazu verwendet werden, urheberrechtlich geschützte Charaktere oder Inhalte ohne Genehmigung zu reproduzieren. Ein weiteres Problem ist die mögliche Verdrängung von Arbeitsplätzen in der Film- und Videoproduktionsindustrie, wenn KI-generierte Inhalte menschliche Kreativität ersetzen. (Lesen Sie auch: Heimnetzwerk: Endlich verständlich: Das ist der Unterschied…)

Vergleich mit OpenAI’s Sora

OpenAI’s Sora ist ein weiteres prominentes Beispiel für ein Text-to-Video-KI-Modell. Im Vergleich zu Seedance 2.0, über das nur wenige Details öffentlich bekannt sind, hat Sora bereits für Aufsehen gesorgt und eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit erlangt. Sora zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, Videos mit hoher Detailgenauigkeit und Realitätsnähe zu erzeugen. Es kann komplexe Szenen mit mehreren Charakteren, detaillierten Hintergründen und realistischen Bewegungen darstellen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Sora und Seedance 2.0 liegt in der Lizenzierung und den Urheberrechtsbestimmungen. Disney hat OpenAI eine Lizenz zur Nutzung seiner Figuren in Sora-Videos gewährt und eine Milliarde Dollar in das Unternehmen investiert. Dies deutet darauf hin, dass Disney eine kontrollierte Nutzung seiner Marken in KI-generierten Inhalten anstrebt. Im Gegensatz dazu scheint Bytedance mit Seedance 2.0 einen anderen Ansatz zu verfolgen, der möglicherweise weniger Rücksicht auf Urheberrechte nimmt, was zu den rechtlichen Schritten von Disney geführt hat.

📌 Hintergrund

Die Motion Picture Association (MPA), ein Branchenverband, der die Interessen der großen Hollywood-Studios vertritt, hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und Bytedance aufgefordert, Urheberrechte zu wahren. Der Chef der MPA, Charles Rivkin, betonte die Bedeutung des Schutzes von geistigem Eigentum und forderte Bytedance auf, sicherzustellen, dass Seedance 2.0 keine Urheberrechte verletzt.

Die Rolle von Netflix

Während einige Akteure in der Filmindustrie besorgt über die Auswirkungen von KI sind, zeigt sich Netflix gelassener. Bela Bajaria, die Inhaltechefin von Netflix, äußerte sich zuversichtlich, dass KI die menschliche Kreativität nicht verdrängen wird. Sie lobte zwar den Clip mit Tom Cruise und Brad Pitt als „coole Actionszene“, glaubt aber nicht, dass KI-generierte Inhalte die Art und Weise, wie Menschen Filme und Serien konsumieren, grundlegend verändern werden.

Netflix‘ Haltung deutet darauf hin, dass das Unternehmen KI eher als Werkzeug zur Unterstützung der Kreativität betrachtet denn als Bedrohung. Netflix setzt bereits KI-Technologien ein, um Empfehlungen für seine Nutzer zu personalisieren und Produktionsprozesse zu optimieren. Es ist wahrscheinlich, dass Netflix auch in Zukunft KI nutzen wird, um seine Inhalte zu verbessern und neue Möglichkeiten für das Storytelling zu erschließen.

Symbolbild: Disney KI (Bild: Picsum)

Die rechtliche Lage und DSGVO

Die rechtliche Lage im Bereich KI und Urheberrecht ist komplex und entwickelt sich ständig weiter. In vielen Ländern, darunter auch in der Europäischen Union, sind Urheberrechte durch Gesetze geschützt, die die unbefugte Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken verbieten. Dies gilt auch für KI-generierte Inhalte, die urheberrechtlich geschützte Elemente enthalten. Die Durchsetzung dieser Gesetze kann jedoch schwierig sein, insbesondere wenn die KI-Modelle in Ländern entwickelt wurden, in denen die Urheberrechtsgesetze weniger streng sind. (Lesen Sie auch: Patentstreit Telefon: Bells Listiger Sieg vor 150…)

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) spielt ebenfalls eine Rolle, insbesondere wenn KI-Modelle dazu verwendet werden, Videos von Personen ohne deren Zustimmung zu erstellen. Die DSGVO schützt die persönlichen Daten von Einzelpersonen und schreibt vor, dass die Verarbeitung dieser Daten, einschließlich der Erstellung von Videos, auf einer rechtlichen Grundlage beruhen muss, beispielsweise auf der Einwilligung der betroffenen Person. Die Verletzung der DSGVO kann zu hohen Geldstrafen führen.

Ausblick

Der Fall Disney gegen Bytedance ist ein wichtiger Präzedenzfall, der die zukünftige Entwicklung von KI und Urheberrecht maßgeblich beeinflussen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte entscheiden werden und welche Auswirkungen dies auf die Nutzung von KI-Technologien in der Unterhaltungsindustrie haben wird. Eines ist jedoch sicher: Die Debatte um KI, Urheberrecht und den Schutz von geistigem Eigentum wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum geht Disney gegen Bytedance vor?

Disney hat Bytedance wegen dessen KI-Software Seedance 2.0 verklagt, da befürchtet wird, dass diese Software urheberrechtlich geschützte Charaktere aus „Star Wars“ und dem Marvel-Universum ohne Genehmigung verwendet.

Was ist Seedance 2.0 und wie funktioniert diese Software?

Seedance 2.0 ist eine KI-Software von Bytedance, die Videos aus Textvorgaben generiert. Sie analysiert Textbeschreibungen und erzeugt kurze Videos, die den beschriebenen Szenen und Aktionen entsprechen. (Lesen Sie auch: WhatsApp Hack: So Schützen Sie Ihr Konto…)

Welche Risiken birgt die Verwendung von KI zur Videogenerierung?

Die Risiken umfassen die Verbreitung von Fake News, Urheberrechtsverletzungen durch die unbefugte Nutzung geschützter Inhalte und die mögliche Verdrängung von Arbeitsplätzen in der Filmindustrie.

Wie unterscheidet sich OpenAI’s Sora von Seedance 2.0?

Sora, von OpenAI, ist öffentlichkeitswirksamer und Disney hat eine Lizenz zur Nutzung seiner Figuren in Sora-Videos gewährt. Bei Seedance 2.0 gibt es Bedenken hinsichtlich der Urheberrechte, was zu rechtlichen Schritten führte.

Wie positioniert sich Netflix im Umgang mit KI-Technologien?

Netflix betrachtet KI eher als Werkzeug zur Unterstützung der Kreativität und zur Verbesserung von Inhalten, anstatt als Bedrohung für die menschliche Kreativität in der Film- und Serienproduktion.

Die Auseinandersetzung zwischen Disney und Bytedance verdeutlicht, dass die rasante Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz die Filmindustrie vor neue Herausforderungen stellt. Der Schutz von geistigem Eigentum und die Wahrung von Urheberrechten sind dabei von zentraler Bedeutung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und die technologischen Möglichkeiten in Zukunft entwickeln werden, und wie die Filmindustrie auf diese Veränderungen reagieren wird. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind komplex und es ist wichtig, dass Unternehmen und Entwickler sich ihrer Verantwortung bewusst sind und sicherstellen, dass ihre KI-Anwendungen keine Urheberrechte verletzen oder missbraucht werden, um Desinformationen zu verbreiten.

Symbolbild: Disney KI (Bild: Picsum)
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