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Nummernschild Wofür: Steht das kleine

Das kleine „W“ auf einem Nummernschild – wofür steht es? Es handelt sich um ein sogenanntes Wechselkennzeichen, das die gemeinsame Nutzung eines Kennzeichens für zwei Fahrzeuge derselben Klasse ermöglicht. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten, was viele Autofahrer nicht wissen. Nummernschild Wofür steht dabei im Mittelpunkt.

Symbolbild: Nummernschild Wofür (Bild: Picsum)

Auto-Fakten

  • Wechselkennzeichen sind nur für Fahrzeuge derselben Klasse zulässig.
  • Beide Fahrzeuge dürfen nicht gleichzeitig im Straßenverkehr bewegt werden.
  • Das „W“ steht für „Wechsel“ und befindet sich über der Stempelplakette.
  • Wechselkennzeichen können Kosten sparen, aber auch kompliziert sein.

Nummernschild: Wofür steht das „W“ und was bedeutet es für Autofahrer?

Wie Stern berichtet, begegnet man im deutschen Straßenverkehr immer wieder unterschiedlichen Kennzeichenvarianten. Neben roten Kennzeichen für Händler oder grünen Kennzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge gibt es auch das Wechselkennzeichen, erkennbar an dem kleinen „W“ über der Stempelplakette. Doch was steckt dahinter und wann ist ein Wechselkennzeichen sinnvoll? Und vor allem: Was müssen Autofahrer beachten?

VERKEHRSRECHT Details zum Wechselkennzeichen
Voraussetzungen Fahrzeuge müssen in dieselbe Klasse fallen (z.B. zwei PKW oder zwei Motorräder).
Nutzung Es darf immer nur eines der beiden Fahrzeuge mit dem Wechselkennzeichen gefahren werden.
Kennzeichenaufbau Gemeinsamer Teil mit „W“ und individueller Teil mit der letzten Ziffer.

Was ist ein Wechselkennzeichen genau?

Ein Wechselkennzeichen ist eine spezielle Form des Kfz-Kennzeichens, die es ermöglicht, zwei Fahrzeuge mit demselben Kennzeichen zuzulassen. Das kleine „W“ über der Zulassungsplakette signalisiert, dass es sich um ein solches Kennzeichen handelt. Die Idee dahinter ist, dass nicht immer beide Fahrzeuge gleichzeitig genutzt werden und somit Kosten gespart werden können. Es handelt sich um eine Möglichkeit, die Kfz-Steuer und Versicherungskosten zu reduzieren, da man nur für ein Kennzeichen zahlt. Allerdings sind an die Nutzung eines Wechselkennzeichens strenge Regeln geknüpft.

🚗 ADAC-Info

Ein Wechselkennzeichen kann sich lohnen, wenn Sie beispielsweise ein Saisonfahrzeug (z.B. ein Motorrad) und ein Alltagsauto besitzen. Die Kostenersparnis sollte jedoch gegen den Aufwand und die Einschränkungen abgewogen werden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die wichtigste Voraussetzung für ein Wechselkennzeichen ist, dass die beiden Fahrzeuge, die sich das Kennzeichen teilen, in dieselbe Fahrzeugklasse fallen müssen. Das bedeutet, dass man beispielsweise zwei PKW, zwei Motorräder oder zwei Anhänger mit einem Wechselkennzeichen zulassen kann. Eine Kombination aus beispielsweise einem PKW und einem Motorrad ist jedoch nicht möglich. Zudem dürfen beide Fahrzeuge nicht gleichzeitig im Straßenverkehr bewegt werden. Es gilt das Prinzip „entweder – oder“. Nur eines der beiden Fahrzeuge darf jeweils mit dem Wechselkennzeichen unterwegs sein. (Lesen Sie auch: Nummernschild: Wofür steht das kleine „W“? Seltenes…)

Darüber hinaus müssen beide Fahrzeuge auf denselben Halter zugelassen sein. Eine Übertragung des Wechselkennzeichens auf andere Personen ist nicht möglich. Auch muss die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) für beide Fahrzeuge entsprechend angepasst werden. Es empfiehlt sich, vor der Beantragung eines Wechselkennzeichens die individuellen Gegebenheiten und Nutzungsgewohnheiten genau zu prüfen, um festzustellen, ob sich diese Kennzeichenart tatsächlich lohnt.

Wie ist ein Wechselkennzeichen aufgebaut?

Ein Wechselkennzeichen besteht aus zwei Teilen: einem gemeinsamen Teil und einem fahrzeugbezogenen Teil. Der gemeinsame Teil enthält das Unterscheidungszeichen des Zulassungsbezirks (z.B. LB für Ludwigsburg), die Stempelplakette mit dem Landeswappen, das „W“ für Wechselkennzeichen und einen Teil der Erkennungsnummer. Der fahrzeugbezogene Teil enthält die letzte Ziffer der Erkennungsnummer sowie die HU-Plakette (Hauptuntersuchung). Dieser Teil ist fest mit dem jeweiligen Fahrzeug verbunden und wird beim Wechsel des Kennzeichens nicht getauscht.

Beim Wechsel des Kennzeichens zwischen den beiden Fahrzeugen muss der gemeinsame Teil des Kennzeichens umgesteckt werden. Der fahrzeugbezogene Teil verbleibt am jeweiligen Fahrzeug. Es ist wichtig, dass das Kennzeichen an beiden Fahrzeugen ordnungsgemäß angebracht und gut lesbar ist. Verstöße gegen diese Vorschriften können mit Bußgeldern geahndet werden.

💡 Tipp

Fotografieren Sie das Kennzeichen an beiden Fahrzeugen, bevor Sie es wechseln. So haben Sie im Zweifelsfall einen Nachweis über die korrekte Anbringung.

Was bedeutet das für Autofahrer?

Für Autofahrer bedeutet das Wechselkennzeichen in erster Linie eine potenzielle Kostenersparnis bei Kfz-Steuer und Versicherung. Allerdings ist die Nutzung an bestimmte Bedingungen geknüpft. Wer beispielsweise ein Wechselkennzeichen für ein Alltagsauto und einen Oldtimer nutzen möchte, kann von den günstigeren Steuersätzen für Oldtimer profitieren. Allerdings darf der Oldtimer dann nicht gleichzeitig mit dem Alltagsauto gefahren werden. (Lesen Sie auch: Drogenfahrt in Bad Ischl: Fahrer wirft Cannabis)

Ein weiterer Vorteil kann sein, dass man bei der Versicherung unter Umständen von günstigeren Konditionen profitiert, da die Fahrzeuge nicht gleichzeitig genutzt werden können. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass bei einem Unfall mit dem Fahrzeug, an dem das Wechselkennzeichen gerade nicht angebracht ist, unter Umständen der Versicherungsschutz entfallen kann. Daher sollte man sich vorab genau über die Versicherungsbedingungen informieren.

Welche Nachteile hat ein Wechselkennzeichen?

Neben den Vorteilen gibt es auch einige Nachteile, die man bei der Entscheidung für ein Wechselkennzeichen bedenken sollte. Zum einen ist der Aufwand beim Wechseln des Kennzeichens nicht zu unterschätzen. Wer häufig zwischen den Fahrzeugen wechselt, muss jedes Mal das Kennzeichen ummontieren. Das kann auf Dauer lästig werden.

Zum anderen ist die Flexibilität eingeschränkt. Man kann nie spontan mit beiden Fahrzeugen gleichzeitig unterwegs sein. Auch bei Fahrten ins Ausland kann es zu Problemen kommen, da nicht alle Länder Wechselkennzeichen akzeptieren. Es empfiehlt sich, vor einer Auslandsreise die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes zu prüfen.

Ein weiterer Nachteil kann darin bestehen, dass bei einem Verkauf eines der beiden Fahrzeuge das Wechselkennzeichen unter Umständen nicht beibehalten werden kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das andere Fahrzeug nicht mehr auf denselben Halter zugelassen ist.

Wechselkennzeichen in Österreich und der Schweiz

Auch in Österreich und der Schweiz gibt es ähnliche Regelungen für Wechselkennzeichen, allerdings mit einigen Unterschieden. In Österreich sind Wechselkennzeichen unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls möglich, jedoch an strengere Auflagen geknüpft als in Deutschland. So müssen beispielsweise beide Fahrzeuge auf denselben Zulassungsbesitzer zugelassen sein und in derselben Fahrzeugklasse fallen. Zudem ist die Anzahl der Fahrzeuge, die sich ein Wechselkennzeichen teilen dürfen, begrenzt. (Lesen Sie auch: Fahrzeugtest: Der Xpeng G6 zeigt, warum deutsche…)

Symbolbild: Nummernschild Wofür (Bild: Picsum)

In der Schweiz gibt es das sogenannte „Wechselschild“, das ebenfalls die gemeinsame Nutzung eines Kennzeichens für mehrere Fahrzeuge ermöglicht. Allerdings ist die Nutzung des Wechselschilds in der Schweiz an noch strengere Bedingungen geknüpft als in Österreich. So müssen beispielsweise alle Fahrzeuge, die sich ein Wechselschild teilen, auf denselben Halter zugelassen sein und in derselben Kategorie (z.B. Personenwagen) eingetragen sein. Zudem ist die Anzahl der Fahrzeuge, die sich ein Wechselschild teilen dürfen, auf maximal zwei begrenzt.

Es ist ratsam, sich vor der Beantragung eines Wechselkennzeichens oder Wechselschilds in den jeweiligen Ländern genau über die geltenden Bestimmungen zu informieren. Die ADAC bietet hierzu umfassende Informationen und Beratung an.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Vorteil eines Wechselkennzeichens?

Der Hauptvorteil eines Wechselkennzeichens liegt in der möglichen Kostenersparnis bei Kfz-Steuer und Versicherung, da nur ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge bezahlt werden muss. Dies kann sich lohnen, wenn nicht beide Fahrzeuge gleichzeitig genutzt werden. (Lesen Sie auch: Tipps ADAC: Vom: Sonnenschutz für Autos: So)

Darf ich mit einem Wechselkennzeichen zwei unterschiedliche Fahrzeugklassen fahren?

Nein, das ist nicht erlaubt. Ein Wechselkennzeichen darf nur für Fahrzeuge derselben Klasse verwendet werden, beispielsweise zwei PKW oder zwei Motorräder. Eine Kombination aus PKW und Motorrad ist nicht zulässig.

Was passiert, wenn ich mit beiden Fahrzeugen gleichzeitig fahre, die ein Wechselkennzeichen nutzen?

Das ist nicht erlaubt und kann zu einem Bußgeld führen. Zudem kann der Versicherungsschutz für das Fahrzeug, an dem das Kennzeichen gerade nicht angebracht ist, entfallen. Es darf immer nur eines der beiden Fahrzeuge mit dem Wechselkennzeichen gefahren werden.

Kann ich ein Wechselkennzeichen auch im Ausland nutzen?

Nicht alle Länder akzeptieren Wechselkennzeichen. Es ist ratsam, sich vor einer Auslandsreise über die jeweiligen Bestimmungen des Reiselandes zu informieren, um Probleme zu vermeiden. Im Zweifelsfall sollte man auf ein herkömmliches Kennzeichen zurückgreifen.

Wie wechsle ich das Kennzeichen zwischen den beiden Fahrzeugen?

Beim Wechseln des Kennzeichens muss der gemeinsame Teil des Kennzeichens (mit dem „W“) umgesteckt werden. Der fahrzeugbezogene Teil (mit der letzten Ziffer und der HU-Plakette) verbleibt am jeweiligen Fahrzeug.

Das Wechselkennzeichen ist eine interessante Option für Autofahrer, die zwei Fahrzeuge besitzen und diese nicht gleichzeitig nutzen. Allerdings sollte man sich vor der Entscheidung genau über die Vor- und Nachteile informieren und prüfen, ob die individuellen Gegebenheiten die Nutzung eines Wechselkennzeichens sinnvoll erscheinen lassen. Ein Gespräch mit der Zulassungsstelle oder dem Versicherer kann hierbei hilfreich sein. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bietet ebenfalls Informationen zum Thema.

Symbolbild: Nummernschild Wofür (Bild: Picsum)
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