State of the Union – State of the Union 2026: Analyse, Uhrzeit & alle Infos
Winfried Kretschmann prägte als erster grüner Ministerpräsident Deutschlands über ein Jahrzehnt die Politik in Baden-Württemberg und darüber hinaus. Mit seinem angekündigten Rückzug im Frühjahr 2026 geht eine bemerkenswerte politische Karriere zu Ende. Der Stand vom 23.02.2026 zeigt einen Politiker, der für seinen pragmatischen, wertkonservativen Kurs bekannt ist und die Grünen weit über ihr Kernmilieu hinaus wählbar machte.
Winfried Kretschmann, geboren am 17. Mai 1948 in Spaichingen, ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und seit dem 12. Mai 2011 amtierender Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Seine politische Laufbahn ist einzigartig: Vom Mitbegründer der Grünen im Land bis zum dienstältesten amtierenden Ministerpräsidenten Deutschlands. Sein pragmatischer Politikstil, den er selbst als „grün-konservativ“ bezeichnet, ermöglichte Koalitionen mit SPD und später CDU und sicherte ihm hohe persönliche Zustimmungswerte.
Winfried Kretschmann wurde am 17. Mai 1948 in Spaichingen, Baden-Württemberg, geboren. Seine Eltern waren nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ermland in Ostpreußen vertriebene Katholiken. Er wuchs auf der Schwäbischen Alb auf und besuchte ein katholisches Internat. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst studierte er in Stuttgart an der Universität Hohenheim Biologie und Chemie für das Lehramt an Gymnasien. Bevor er sich vollständig der Politik widmete, arbeitete er als Lehrer an verschiedenen Schulen.
Seine politische Sozialisation begann während der Studentenbewegung. Von 1973 bis 1975 war er Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW), eine Phase, die er später als „politischen Irrweg“ bezeichnete. Diese frühe Erfahrung steht im Kontrast zu seiner späteren Entwicklung hin zu einem der prominentesten Vertreter des realpolitischen und konservativen Flügels seiner Partei.
Der politische Aufstieg von Winfried Kretschmann ist eng mit der Geschichte der Grünen in Baden-Württemberg verknüpft. 1979 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Landesverbandes. Bereits 1980 zog er erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg ein. Seine parlamentarische Arbeit wurde von einer zweijährigen Tätigkeit als Grundsatzreferent im ersten grünen Umweltministerium in Hessen unter Joschka Fischer unterbrochen.
Über die Jahre festigte er seine Position in der Landespolitik, wurde 2002 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag und führte seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahlen 2006 und 2011. Der Wahlsieg 2011 war historisch: Angetrieben von der Debatte um das Bahnprojekt Stuttgart 21 und der Nuklearkatastrophe von Fukushima brachen die Grünen die seit 58 Jahren andauernde Vormachtstellung der CDU in Baden-Württemberg und Winfried Kretschmann wurde zum ersten grünen Regierungschef eines deutschen Bundeslandes gewählt. Ein Thema, das die Gemüter erhitzt, ist auch die Debatte um die Homöopathie-Kritik, die oft weltanschauliche Gräben aufzeigt.
Seit seiner Wahl am 12. Mai 2011 hat Winfried Kretschmann das Land als Ministerpräsident geführt. Zunächst in einer Koalition mit der SPD (2011-2016), gelang es ihm 2016, die Grünen zur stärksten Kraft zu machen – ein Novum bei einer deutschen Landtagswahl. Seither regiert er in einer Koalition mit dem ehemaligen politischen Gegner, der CDU. Auch 2021 wurde er im Amt bestätigt.
Seine Amtszeit ist geprägt von einem Politikstil, den er selbst als „Politik des Gehörtwerdens“ bezeichnete, mit einem Fokus auf Bürgerbeteiligung. Wirtschaftspolitisch verfolgte er das Ziel, den starken Industriestandort Baden-Württemberg durch ökologische Modernisierung zukunftsfest zu machen. Themen wie der Ausbau erneuerbarer Energien und die Transformation der Automobilindustrie standen im Zentrum seiner Agenda. Von 2012 bis 2013 bekleidete er zudem das Amt des Bundesratspräsidenten.
Kretschmanns Erfolg basiert maßgeblich auf seinem pragmatischen und undogmatischen Politikstil. Er versteht sich als „grüner Konservativer“ und verbindet ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Vernunft und wertkonservativen Haltungen. Diese Positionierung ermöglichte es ihm, weit über die grüne Stammwählerschaft hinaus Anklang zu finden und das Vertrauen des industriell geprägten und eher konservativen Bundeslandes zu gewinnen. Dieses Phänomen wird oft als „Kretschmann-Effekt“ bezeichnet.
Er scheute sich nicht, unpopuläre Entscheidungen zu treffen oder von Parteilinien abzuweichen, etwa bei Debatten über Steuererhöhungen oder die Flüchtlingspolitik 2015, bei der er den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel unterstützte. Seine ruhige, besonnene und oft väterlich wirkende Art trug maßgeblich zu seinen hohen persönlichen Beliebtheitswerten bei. Die Komplexität politischer Entscheidungen zeigt sich auch in anderen Bereichen, wie die Diskussionen rund um das Thema Was darf man krankgeschrieben? verdeutlichen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1979 | Mitgründer von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg |
| 1980 | Erster Einzug in den Landtag von Baden-Württemberg |
| 2002 | Wahl zum Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag |
| 2011 | Wahl zum ersten grünen Ministerpräsidenten Deutschlands |
| 2012-2013 | Präsident des Deutschen Bundesrates |
| 2016 | Die Grünen werden unter seiner Führung stärkste Kraft bei der Landtagswahl |
| 2021 | Dritte Wahl zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg |
| 2026 | Angekündigter Abschied aus der aktiven Politik |
Abseits der politischen Bühne ist Winfried Kretschmann seit 1975 mit seiner Frau Gerlinde verheiratet. Gerlinde Kretschmann, eine pensionierte Grundschullehrerin, war selbst politisch in der Kommunalpolitik für die Grünen aktiv. Das Paar hat drei erwachsene Kinder und lebt in Sigmaringen. Kretschmann ist praktizierender Katholik und hat nie einen Hehl aus seinem Glauben gemacht, der seine wertkonservative Grundhaltung mitprägt. Seine Frau beschrieb in Interviews, dass sein politisches Engagement oft bedeutete, dass sie die Kindererziehung größtenteils allein verantwortete.
Nach 15 Jahren an der Regierungsspitze und fast 46 Jahren im Parlament hat Winfried Kretschmann seinen Rückzug aus der aktiven Politik angekündigt. Anfang Februar 2026 hielt er seine letzte Rede im Stuttgarter Landtag. Bei der Landtagswahl am 8. März 2026 wird er nicht mehr kandidieren. Er begründete seinen Rückzug mit der hohen Belastung des Amtes, insbesondere durch die Dauerkrisen der letzten Jahre. Sein Abschied markiert nicht nur für die Grünen, sondern für die gesamte politische Landschaft in Deutschland das Ende einer Ära. Die Partei stellt sich für die Zeit nach ihm neu auf, um das politische Erbe zu sichern und in eine neue Zukunft zu führen.
Für weitere Informationen zur offiziellen Biografie bietet das Staatsministerium Baden-Württemberg eine ausführliche Übersicht. Eine detaillierte politische Laufbahn findet sich zudem auf Wikipedia.
Winfried Kretschmann ist seit dem 12. Mai 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Er wird zum Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2026 aus dem Amt scheiden und war dann 15 Jahre Regierungschef.
Winfried Kretschmann hat seinen Rückzug mit der hohen Belastung des Amtes begründet, die insbesondere durch die andauernden Krisen wie die Corona-Pandemie geprägt war. Er wird bei der Landtagswahl 2026 nicht mehr kandidieren.
Winfried Kretschmann ist Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Er war 1979 einer der Mitbegründer des Landesverbandes in Baden-Württemberg.
Er ist seit 1975 mit Gerlinde Kretschmann verheiratet. Sie ist pensionierte Grundschullehrerin und war ebenfalls für die Grünen in der Kommunalpolitik aktiv. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.
Als „Kretschmann-Effekt“ wird seine Fähigkeit bezeichnet, aufgrund seines pragmatischen, bürgerlichen und wertkonservativen Politikstils Wählerstimmen weit über das klassische grüne Milieu hinaus, insbesondere aus dem konservativen Lager, zu gewinnen. Seine persönliche Popularität übersteigt oft die seiner Partei.
Die politische Laufbahn von Winfried Kretschmann ist eine Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie grüne Politik in einem konservativ geprägten Industrieland mehrheitsfähig werden kann. Er hat bewiesen, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze sein müssen und hat mit seinem pragmatischen Stil die politische Kultur verändert. Sein Rücktritt im Jahr 2026 markiert eine Zäsur. Sein Erbe ist die Etablierung der Grünen als Regierungspartei im bürgerlichen Spektrum und der Beweis, dass ein anderer, dialogorientierter Politikstil möglich ist. Die Herausforderung für seine Nachfolger wird sein, diesen Erfolg in eine neue politische Ära zu übertragen.
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