Newcastle Qarabağ – Newcastle – Qarabağ: Analyse, Prognose & Aufstellung
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Gustav-Adolf „Täve“ Schur, eine der prägendsten Figuren des deutschen Sports, feiert am 23. Februar 2026 seinen 95. Geburtstag. Als zweifacher Amateur-Weltmeister und Sieger der Friedensfahrt wurde er zum Volkshelden der DDR. Seine Karriere und sein Leben danach sind ein Spiegelbild deutscher Geschichte, geprägt von sportlichen Triumphen, unerschütterlicher politischer Haltung und anhaltenden Debatten, die bis heute nachwirken.
Die Karriere von Täve Schur begann erst spät, mit 19 Jahren, doch sie entwickelte sich rasant. Am 20.02.2026 blickt Deutschland auf eine Legende, deren Einfluss weit über den Radsport hinausging und die auch im hohen Alter noch immer polarisiert.
Gustav-Adolf Schur, geboren in Heyrothsberge bei Magdeburg, absolvierte zunächst eine Lehre zum Maschinenmechaniker. Seine Leidenschaft für den Radsport entdeckte er erst um 1950. Sein Talent war jedoch unübersehbar. Innerhalb kürzester Zeit stieg er in die höchste Leistungsklasse des DDR-Radsports auf.
Seine größten Erfolge feierte er in den 1950er-Jahren. 1955 gewann er als erster Deutscher die Internationale Friedensfahrt, das wichtigste Amateur-Etappenrennen der Welt, oft als „Tour de France des Ostens“ bezeichnet. Diesen Triumph konnte er 1959 wiederholen. Gekrönt wurde seine Karriere durch die beiden aufeinanderfolgenden Weltmeistertitel im Straßenrennen der Amateure 1958 in Reims und 1959 in Zandvoort. Bei den Olympischen Spielen gewann er als Teil der gesamtdeutschen Mannschaft 1956 in Melbourne Bronze und 1960 in Rom Silber.
Ein Ereignis, das den Mythos Täve Schur unsterblich machte, war die Weltmeisterschaft 1960 auf dem Sachsenring. Als amtierender Weltmeister und Top-Favorit verzichtete er vor heimischem Publikum auf seine eigene Siegchance. In einer taktischen Meisterleistung half er seinem Teamkollegen Bernhard Eckstein, den Weltmeistertitel für die DDR zu sichern. Diese selbstlose Geste festigte seinen Ruf als fairer Sportsmann und Teamplayer und wurde zum Symbol für den Kollektivgedanken im DDR-Sport.
Täve Schur war mehr als nur ein erfolgreicher Sportler. Er verkörperte das Ideal des „sozialistischen Sportlers“: bescheiden, bodenständig und ein Arbeiterjunge, der es an die Weltspitze geschafft hatte. Seine neunmalige Wahl zum „DDR-Sportler des Jahres“ zwischen 1953 und 1961 ist ein Beleg für seine immense Popularität. Er gab dem jungen Staat DDR sportliches Selbstbewusstsein und Identität. Seine Erfolge, insbesondere bei der Friedensfahrt, waren nicht nur sportliche, sondern auch politische Siege im Systemwettstreit des Kalten Krieges. Wie wir bereits in unserem Artikel über die Verstrickungen von Sport und Politik bei Olympia 2026 analysiert haben, ist diese Dynamik kein neues Phänomen.
Schurs Leben war untrennbar mit der DDR verbunden. Von 1958 bis zur Wiedervereinigung war er Abgeordneter der SED in der Volkskammer. Auch nach 1990 blieb er politisch aktiv und saß von 1998 bis 2002 für die PDS (heute Die Linke) im Deutschen Bundestag. Er engagiert sich bis heute für seine Partei auf lokaler Ebene.
Diese politische Treue ist gleichzeitig der Kern der Kritik an seiner Person. Kritiker werfen ihm vor, ein Propagandainstrument der DDR-Führung gewesen zu sein und das Unrechtssystem bis heute zu verklären. Besonders seine Haltung zum staatlich organisierten Doping im DDR-Sport sorgt für anhaltende Kontroversen. Schur bestreitet die Existenz von Zwangsdoping und verharmlost dessen Ausmaß, was ihm scharfe Kritik von Dopingopfern und Sporthistorikern einbringt. Diese unaufgearbeitete Vergangenheit ist der Hauptgrund, warum ihm die Aufnahme in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ bisher verwehrt wurde.
Auch mit 95 Jahren ist Täve Schur eine öffentliche Figur. Er lebt in seinem Geburtsort Heyrothsberge in Sachsen-Anhalt und ist geistig und körperlich aktiv. 2023 sorgte ein Sturz vom Dach seines Hauses für Schlagzeilen, von dem er sich aber erstaunlich schnell erholte. Er nimmt regelmäßig an öffentlichen Veranstaltungen teil, gibt Interviews und ist bei Treffen von Radsport-Veteranen präsent. Im September 2025 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet, was seine anhaltende Bedeutung in seiner Heimatregion unterstreicht.
Die Frage, ob Täve Schur in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen werden sollte, spaltet die Öffentlichkeit. Befürworter, darunter viele ostdeutsche Sportfans und Politiker der Linkspartei, verweisen auf seine unbestrittenen sportlichen Verdienste und seine Vorbildfunktion für Generationen. Gegner argumentieren, dass eine Aufnahme aufgrund seiner politischen Vergangenheit und seiner Haltung zum DDR-Doping nicht tragbar sei. Die Jury der Sporthilfe lehnte seine Aufnahme mehrfach ab und erklärte, dass es keinen weiteren Anlauf geben werde. Die Debatte zeigt, wie schwierig der Umgang mit dem Erbe des DDR-Sports auch über 35 Jahre nach dem Mauerfall noch ist. Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, wie sie auch im Fall von Tonya Harding und Nancy Kerrigan geführt wird, bleibt ein sensibles Thema.
| Jahr | Erfolg | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1953-1961 | DDR-Sportler des Jahres | Neunmal in Folge |
| 1954-1961 | DDR-Meister (Straße) | Sechsfacher Titelgewinner |
| 1955 | Gesamtsieg Friedensfahrt | Als erster Deutscher |
| 1956 | Olympische Bronze | Mannschaftswertung in Melbourne |
| 1958 | Amateur-Weltmeister | Straßenrennen in Reims |
| 1959 | Amateur-Weltmeister | Titelverteidigung in Zandvoort |
| 1959 | Gesamtsieg Friedensfahrt | Zweiter Gesamtsieg |
| 1960 | Olympisches Silber | Mannschaftszeitfahren in Rom |
| 1960 | Vize-Weltmeister | Unterstützte Teamkollege Eckstein zum Sieg |
| 2025 | Verdienstorden Sachsen-Anhalt | Auszeichnung für sein Lebenswerk |
Video-Empfehlung: Für einen visuellen Einblick in seine Karriere empfiehlt sich die Suche nach der MDR-Dokumentation „Täve Schur wird Radweltmeister der Amateure“ auf YouTube, die historische Aufnahmen seines WM-Sieges 1958 zeigt.
Täve Schur wurde am 23. Februar 1931 geboren. Im Jahr 2026 feiert er seinen 95. Geburtstag.
Seine größten Erfolge waren die zwei Weltmeistertitel im Straßenrennen der Amateure 1958 und 1959 sowie die beiden Gesamtsiege bei der Internationalen Friedensfahrt 1955 und 1959.
Ja, Täve Schur hat vier Kinder. Sein Sohn Jan Schur wurde 1988 in Seoul Olympiasieger im 100-km-Mannschaftszeitfahren und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters.
Die Kontroverse um Täve Schur rührt von seiner ungebrochenen Loyalität zur DDR und deren politischem System her. Insbesondere seine Verharmlosung des staatlich organisierten Dopingsystems der DDR wird ihm von Kritikern vorgeworfen.
Täve Schur lebt bis heute in seinem Geburtsort Heyrothsberge, einer Ortschaft der Gemeinde Biederitz in Sachsen-Anhalt, nahe Magdeburg.
Täve Schur bleibt auch im hohen Alter eine Figur von historischer Dimension, deren Lebensweg die Komplexität der deutschen Nachkriegsgeschichte widerspiegelt. Einerseits ist er der gefeierte Radsport-Held, dessen Erfolge Millionen Menschen begeisterten und der für seine Fairness und Bescheidenheit verehrt wurde. Andererseits steht er für eine unkritische Verbundenheit mit dem DDR-System, die viele Fragen offenlässt und eine gesamtdeutsche Würdigung erschwert. Seine Geschichte ist ein Beleg dafür, dass sportliche Leistung und gesellschaftliche Verantwortung nicht immer voneinander zu trennen sind und wird wohl auch in Zukunft Anlass für Diskussionen bleiben. Eine umfassende Biografie auf Wikipedia bietet weitere Details zu seiner komplexen Laufbahn.
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