Die St. Sebaldus Kirche in Nürnberg zählt zu den bedeutendsten evangelisch-lutherischen Gotteshäusern Deutschlands und beeindruckt nicht nur durch ihre imposante Architektur, sondern auch durch ihre faszinierende Geschichte. Als älteste Pfarrkirche der Stadt wurde sie dem Heiligen Sebaldus, dem Stadtpatron Nürnbergs, gewidmet und vereint in ihrer Bauweise romanische und gotische Elemente, die Besucher aus aller Welt in ihren Bann ziehen.
Besonders bekannt ist die Kirche für das prachtvolle Sebaldusgrab, ein Meisterwerk der Bronzegießkunst von Peter Vischer und seinen Söhnen, das zwischen 1508 und 1519 geschaffen wurde. Trotz schwerer Beschädigungen während des Zweiten Weltkriegs wurde die St. Sebaldus Kirche liebevoll restauriert und birgt heute zahlreiche kunsthistorische Schätze, die von der reichen kulturellen Tradition Nürnbergs zeugen und die einzigartige Stellung dieses Gotteshauses in der deutschen Kirchengeschichte unterstreichen.
Bauzeitraum: 1225-1379, mit romanischem Ostbau und gotischem Hallenchor
Besonderheit: Beherbergt das berühmte Sebaldusgrab, ein Meisterwerk der deutschen Spätgotik
Status: UNESCO-Weltkulturerbe als Teil der Nürnberger Altstadt
Die St. Sebaldus Kirche vereint in ihrer architektonischen Gestaltung sowohl romanische als auch gotische Stilelemente, wobei der gotische Hallenchor aus dem 14. Jahrhundert mit seinen imposanten Fenstern besonders hervorsticht. Die majestätischen Doppeltürme, die das Stadtbild Nürnbergs bis heute prägen, wurden zwischen 1309 und 1345 errichtet und verkörpern die Meisterschaft mittelalterlicher Baukunst. Im Inneren beeindruckt die dreischiffige Basilika durch ihre harmonischen Proportionen und die filigrane Maßwerkgestaltung, die das einfallende Licht in mystischer Weise filtert. Als eines der bedeutendsten kirchlichen Bauwerke der deutschen Gotik verbindet die St. Sebaldus Kirche meisterhaft konstruktive Präzision mit spiritueller Ausdruckskraft und zeugt vom handwerklichen Können der Nürnberger Bauhütte.
Die Geschichte der St. Sebaldus Kirche reicht bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück, als um 1230 mit dem Bau der ursprünglichen romanischen Basilika begonnen wurde. Bereits um 1275 erfolgte der Umbau des Ostchors im frühgotischen Stil, was den architektonischen Wandel dieser Zeit widerspiegelt. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche erheblich erweitert, wobei die charakteristischen Doppeltürme der Westfassade entstanden, die bis heute das Stadtbild Nürnbergs prägen. Die Bedeutung des Gotteshauses wuchs stetig, nachdem Sebaldus, der Schutzpatron der Stadt, hier seine letzte Ruhestätte fand und die Kirche 1361 zur Pfarrkirche des nördlichen Stadtteils erhoben wurde. Mit der Erhebung Nürnbergs zur Reichsstadt entwickelte sich die St. Sebaldus Kirche nicht nur zu einem religiösen Zentrum, sondern auch zu einem Symbol bürgerlichen Selbstbewusstseins und städtischer Macht im mittelalterlichen Nürnberg.
Baubeginn der romanischen Basilika um 1230, spätere Umgestaltung im gotischen Stil
Benannt nach dem Stadtpatron Sebaldus, dessen Grab sich in der Kirche befindet
Seit 1361 Pfarrkirche des nördlichen Stadtteils von Nürnberg
Das bronzene Sebaldus-Grabmal von Peter Vischer und seinen fünf Söhnen, erschaffen zwischen 1508 und 1519, gilt als Meisterwerk der Nürnberger Bronzegusskunst und zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken der Spätgotik und Frührenaissance in Deutschland. In seinem Inneren birgt es den Schrein mit den Gebeinen des Heiligen Sebaldus, der als Stadtpatron von Nürnberg verehrt wird und der Kirche ihren Namen gab. Die filigranen Figuren und Verzierungen des Grabmals vereinen auf einzigartige Weise christliche Motive mit antiken und humanistischen Elementen und spiegeln den kulturellen Übergang vom Mittelalter zur Renaissance wider. Trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs blieb das Sebaldus-Grabmal nahezu unbeschädigt und zieht noch heute zahlreiche Kunstliebhaber und Pilger an, die die meisterhafte Handwerkskunst und die spirituelle Bedeutung dieses Juwels der deutschen Sakralkunst bewundern.
Während der Luftangriffe auf Nürnberg im Zweiten Weltkrieg wurde die St. Sebaldus Kirche im Januar 1945 durch Brandbomben schwer beschädigt, wobei das Dach vollständig ausbrannte und große Teile des wertvollen Inventars vernichtet wurden. Die mittelalterliche Bausubstanz blieb jedoch weitgehend erhalten, was den Wiederaufbau nach Kriegsende ermöglichte, der unter der Leitung von Architekt Julius Lincke bereits 1957 begann. In mühevoller Kleinarbeit wurden die beschädigten Gewölbe restauriert, historische Glasfenster rekonstruiert und das Sebaldusgrab behutsam wieder instand gesetzt, was die Bedeutung des Gotteshauses als wichtiges Symbol für die kulturelle Identität Nürnbergs unterstrich. Nach jahrzehntelangen Arbeiten konnte die Kirche 1957 wieder eingeweiht werden und erstrahlt heute in neuem Glanz als beeindruckendes Zeugnis deutscher Kirchenbaukunst und erfolgreicher Rekonstruktion nach Kriegszerstörung.
Im Inneren der St. Sebaldus Kirche werden kunsthistorische Schätze von unschätzbarem Wert bewahrt, darunter das prachtvolle Sebaldusgrab von Peter Vischer d. Ä., das zwischen 1508 und 1519 geschaffen wurde und als Meisterwerk der Bronzegusskunst der deutschen Renaissance gilt. Zu den besonderen Reliquien zählt der silberne Schrein mit den Gebeinen des heiligen Sebaldus, dem Schutzpatron der Kirche, der seit dem 14. Jahrhundert zahlreiche Pilger anzieht. Kunsthistorisch bedeutsam ist auch der Schreyer-Landauer-Altar von Adam Kraft aus dem späten 15. Jahrhundert, der mit seinen detaillierten Steinmetzarbeiten die Leidensgeschichte Christi eindrucksvoll darstellt. Die Glasfenster des Ostchores aus dem 14. Jahrhundert gehören zu den ältesten erhaltenen Kirchenfenstern Deutschlands und beeindrucken mit ihren leuchtenden Farben und biblischen Darstellungen. Besucher können zudem das filigrane Sakramentshaus von Adam Kraft bewundern, eine über 18 Meter hohe gotische Turmkonstruktion, die von drei knienden Figuren getragen wird und als technische Meisterleistung der Spätgotik gilt.
Das Sebaldusgrab (1508-1519) von Peter Vischer d. Ä. gilt als eines der bedeutendsten Bronzekunstwerke der deutschen Renaissance und enthält die Reliquien des Heiligen.
Die gotischen Glasfenster im Ostchor zählen mit ihrer Entstehung im 14. Jahrhundert zu den ältesten erhaltenen Kirchenfenstern in Deutschland.
Das Sakramentshaus von Adam Kraft erreicht eine Höhe von 18 Metern und wird von drei lebensgroßen Figuren des Meisters und seiner Gesellen getragen.
Die St. Sebaldus Kirche in Nürnberg beherbergt mehrere bemerkenswerte Orgeln, die über Jahrhunderte hinweg den sakralen Raum mit ihrem majestätischen Klang erfüllten. Die Hauptorgel, ein Meisterwerk des renommierten Orgelbauers Johannes Strebel, wurde 1906 fertiggestellt und überstand als eines der wenigen Instrumente die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschädigt. Im Laufe der Jahrhunderte erklangen in den Mauern von St. Sebaldus insgesamt fünf verschiedene Hauptorgeln, wobei die heutige Rieger-Orgel mit ihren 3.702 Pfeifen und 60 Registern seit ihrer Einweihung im Jahr 1975 Besucher und Musikliebhaber gleichermaßen begeistert.
| Orgel | Baujahr | Erbauer | Register | Pfeifen |
|---|---|---|---|---|
| Hauptorgel (aktuell) | 1975 | Rieger Orgelbau | 60 | 3.702 |
| Strebel-Orgel | 1906 | Johannes Strebel | 46 | ca. 2.800 |
| Chororgel | 1997 | Klais Orgelbau | 15 | 982 |
Seit ihrer Gründung im 13. Jahrhundert entwickelte sich die St. Sebaldus Kirche zum spirituellen Herzstück der Reichsstadt Nürnberg, wo Gläubige Trost, Orientierung und Gemeinschaft fanden. Als Grabstätte des Stadtpatrons Sebaldus zog die Kirche über Jahrhunderte hinweg Pilger aus nah und fern an, die am prachtvollen Sebaldusgrab um Fürsprache und Heilung beteten. Trotz der Einführung der Reformation 1525, die das religiöse Leben grundlegend veränderte, blieb St. Sebaldus ein Ort kontinuierlicher geistlicher Bedeutung und wurde zum Symbol protestantischer Identität in Franken. Bis heute verkörpert die Kirche als lebendige Gemeinde und beeindruckendes Baudenkmal die spirituelle Tradition Nürnbergs, in der sich mittelalterliche Frömmigkeit mit reformatorischem Erbe zu einer einzigartigen geistlichen Atmosphäre verbindet.
Bei Ihrem Besuch der Sebalduskirche sollten Sie unbedingt die beeindruckende Sebaldusgrabstätte besichtigen, ein Meisterwerk Peter Vischers aus Bronze, das zu den bedeutendsten Kunstwerken der Kirche zählt. Nehmen Sie sich Zeit, die kunstvollen Glasfenster zu bewundern, darunter das berühmte Markgrafenfenster aus dem 14. Jahrhundert, das mit seinen leuchtenden Farben die Kirche in mystisches Licht taucht. Ein Aufstieg auf den Turm bietet Ihnen einen atemberaubenden Blick über die Altstadt Nürnbergs und lohnt sich besonders bei gutem Wetter. Vergessen Sie nicht, auch die Schwalbennestorgel zu entdecken, die nicht nur optisch beeindruckt, sondern bei den regelmäßigen Orgelkonzerten mit ihrem majestätischen Klang das Kirchenschiff erfüllt.
Die Errichtung des Gotteshauses begann um 1225 im romanischen Stil mit dem Ostchor und dem Querhaus. Der westliche Teil des Sakralbaus wurde zwischen 1309 und 1345 in gotischem Stil ergänzt. Besonders bemerkenswert ist die doppelchörige Anlage – der Ostchor im romanischen und der Westchor im gotischen Baustil. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchengebäude bis 1957 wiederhergestellt. Die Mischung der Baustile macht den Dom zu einem architektonischen Kleinod der mittelalterlichen Baukunst und zu einem der bedeutendsten Wahrzeichen der Nürnberger Altstadt.
Das Sebaldusgrab zählt zu den herausragendsten Kunstwerken der Spätgotik und frühen Renaissance. Es wurde zwischen 1508 und 1519 von Peter Vischer dem Älteren und seinen fünf Söhnen geschaffen. Dieses Meisterwerk der Bronzegießkunst umhüllt den Schrein mit den Gebeinen des Heiligen Sebaldus, dem Stadtpatron Nürnbergs. Das Grabmal präsentiert sich als reich verzierter Baldachin auf zwölf Schnecken und ist mit zahlreichen Figuren geschmückt – von christlichen Heiligen bis zu mythologischen Gestalten. Die filigrane Ausführung und der Detailreichtum des Monuments machen es zum künstlerischen Highlight im Inneren der Kirche und zu einem bedeutenden Zeugnis der Nürnberger Handwerkskunst.
Als älteste Pfarrkirche Nürnbergs verkörpert der Sebaldus-Dom die spirituelle und kulturelle Identität der Stadt. Der nach dem Stadtpatron benannte Sakralbau fungierte jahrhundertelang als religiöses Zentrum für die Bürger und den Rat der Reichsstadt. Seit der Reformation ist das Gotteshaus evangelisch-lutherisch. Die Bedeutung des Bauwerks geht jedoch weit über die religiöse Funktion hinaus – es ist ein historisches Symbol für den einstigen Reichtum und die Macht Nürnbergs. Noch heute dient die Kirche als wichtiger Versammlungsort für die Gemeinde und zieht als architektonisches Juwel zahlreiche Besucher an. Für viele Nürnberger ist der markante Kirchenbau mit seinen beiden Türmen ein Stück Heimat und Teil ihrer städtischen Identität.
Das Kircheninnere beherbergt zahlreiche Kunstschätze von unschätzbarem Wert. Besonders beeindruckend sind die mittelalterlichen Buntglasfenster, darunter das berühmte Markgrafenfenster aus dem 14. Jahrhundert. Zu den Highlights zählen auch das geschnitzte Kruzifix von Veit Stoß, der Englische Gruß von Tilman Riemenschneider sowie mehrere bemerkenswerte Altäre und Epitaphien. Kunsthistorisch bedeutsam sind die Skulpturen an der sogenannten „Brautpforte“ an der Nordseite, die zu den frühesten gotischen Skulpturenensembles in Deutschland gehören. Die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert und die eindrucksvolle Orgel mit ihrem kunstvoll gestalteten Prospekt vervollständigen das reiche Inventar dieses sakralen Schatzkästchens und vermitteln einen umfassenden Einblick in die Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit.
Die Besichtigungszeiten des Gotteshauses sind montags bis samstags von 9:00 bis 18:00 Uhr und sonntags von 13:00 bis 18:00 Uhr (außerhalb von Gottesdienstzeiten). Fachkundige Führungen werden mehrmals wöchentlich angeboten – reguläre Touren finden dienstags, donnerstags und samstags um 11:00 Uhr statt. Für Gruppen besteht die Möglichkeit, Spezialführungen zu vereinbaren, die auf bestimmte Themen wie Architektur, Kunstgeschichte oder die Reformation eingehen. Während der Adventszeit und zu besonderen kirchlichen Anlässen kann es zu geänderten Öffnungszeiten kommen. Der Eintritt in die Basilika ist frei, für Führungen wird ein kleiner Beitrag erhoben, der der Erhaltung des historischen Bauwerks zugute kommt. Audioguides stehen in mehreren Sprachen zur Verfügung.
Die St. Sebaldus Kirche liegt zentral in der Nürnberger Altstadt am Sebalder Platz, unweit des Hauptmarktes. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Sakralbau am einfachsten über die U-Bahn-Haltestelle „Lorenzkirche“ (U1), von wo aus ein kurzer Fußweg von etwa 10 Minuten durch die historische Altstadt führt. Alternativ verkehren mehrere Buslinien mit Halt am „Hauptmarkt“. Für Autofahrer empfiehlt sich die Nutzung der umliegenden Parkhäuser wie das Parkhaus „Hauptmarkt“ oder „Sebalder Höfe“, da Parkplätze in unmittelbarer Nähe des Kirchengebäudes sehr begrenzt sind. Fahrradständer befinden sich auf dem Sebalder Platz. Für mobilitätseingeschränkte Besucher gibt es einen barrierefreien Zugang auf der Nordseite des Bauwerks.
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