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ARD-Fehler erinnert an Relotius: Ein “ Moment“?

Der Begriff „Relotius Moment“ macht aktuell die Runde, nachdem die ARD einen Fehler in einem Beitrag über den CDU-Parteitag einräumen musste. In dem „Bericht aus Berlin“ wurde ein Bild von Angela Merkel gezeigt, das den Eindruck erweckte, sie würde der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef applaudieren. Tatsächlich stammte das Bild jedoch von einer früheren Rede von Merz, Merkel hatte den Saal bei der Wahl bereits verlassen. Die Frage ist nun, ob es sich hierbei um einen solchen „Relotius Moment“ handelt.

Symbolbild: Relotius Moment (Bild: Picsum)

Was bedeutet „Relotius Moment“? Ein Blick zurück

Der Begriff „Relotius“ ist untrennbar mit dem Namen Claas Relotius verbunden, einem ehemaligen Star-Reporter des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Im Dezember 2018 wurde bekannt, dass Relotius in zahlreichen ArtikelnReportagen gefälschte Zitate, erfundene Szenen und frei erfundene Personen verwendet hatte. Der Fall erschütterte den deutschen Journalismus und führte zu einer breiten Debatte über journalistischeEthik, Sorgfaltspflicht und die Glaubwürdigkeit von Medien. Eine ausführliche Chronologie des Falls bietet beispielsweise Spiegel Online.

Der Begriff „Relotius“ oder eben „Relotius Moment“ wird seither als Synonym für journalistische Fälschungen, Manipulationen und das bewusste Verbreiten von Unwahrheiten verwendet. Er steht für einenSuper-GAU im Journalismus, der das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien nachhaltig beschädigen kann. (Lesen Sie auch: Classifica Sanremo 2026: 2026: Erste Wertungen)

Der ARD-Fehler beim CDU-Parteitag: Ein „Relotius Moment“?

Im aktuellen Fall geht es um einen Beitrag im ARD-„Bericht aus Berlin“ vom 22. Februar 2026. Wie die Zeit Online berichtet, wurde in dem Beitrag ein Bild von Angela Merkel gezeigt, das den Eindruck erweckte, sie würde der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef Beifall spenden. Tatsächlich hatte Merkel den Saal zu diesem Zeitpunkt aber bereits verlassen. Das Bild stammte von einer früheren Rede von Merz.

Die ARD räumte den Fehler ein und entschuldigte sich bei den Zuschauern. In einem Korrektur-Hinweis auf ihrer Webseite heißt es: „In der Sendung vom 22.02.2026 war in einem Beitrag über den CDU-Parteitag zu sehen, wie Angela Merkel nach der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef Beifall spendet. Dieses Bild ist jedoch früher, nach der Rede von Friedrich Merz, entstanden. Wir haben das Bild aus dem Beitrag entfernt und stellen eine neue Fassung der kompletten Sendung in die ARD-Mediathek. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.“

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) kommentierte den Vorfall mit den Worten: „Nicht nur im ZDF gilt: Es ist keine Kleinigkeit, wenn eine Sendung Bilder im falschen Kontext zeigt.“ (Lesen Sie auch: Rafael Olarra: Was macht der Ex-Fußballer heute?…)

Reaktionen und Einordnung

Die Reaktionen auf den ARD-Fehler fielen unterschiedlich aus. Während einige den Fehler als „Relotius Moment“ bezeichneten und der ARD Manipulation vorwarfen, sahen andere darin lediglich ein Versehen, das zwar unglücklich, aber nicht böswillig sei. Unstrittig ist, dass der Vorfall dem Ansehen der ARD geschadet hat und die Debatte über die Glaubwürdigkeit von Medien neu entfacht hat.

Es stellt sich die Frage, wie ein solcher Fehler überhaupt passieren konnte. War es mangelnde Sorgfalt, eine bewusste Manipulation oder einfach nur ein unglückliches Versehen? Die ARD selbst spricht von einem Fehler und hat sich für diesen entschuldigt. Ob es sich tatsächlich um einen „Relotius Moment“ handelt, ist letztlich eine Frage der Interpretation.

„Relotius Moment“: Was bedeutet das für die Zukunft des Journalismus?

Der Fall Relotius hat dem Journalismus einen schweren Schlag versetzt. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien ist seitdem angekratzt. Umso wichtiger ist es, dass Medienhäuser und Journalisten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und alles dafür tun, um die Glaubwürdigkeit des Journalismus wiederherzustellen. Dazu gehört eine sorgfältige Recherche, eine transparente Arbeitsweise und die Bereitschaft, Fehler einzugestehen und zu korrigieren. (Lesen Sie auch: Alpamare Pfäffikon: Deckenbröckel sorgt)

Der aktuelle Fall zeigt, dass auch im Jahr 2026 Fehler passieren können. Es ist wichtig, diese Fehler offen anzusprechen und daraus zu lernen, um zu verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholen. Nur so kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Medien langfristig gesichert werden.

Symbolbild: Relotius Moment (Bild: Picsum)

Die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender, wie der ARD, ist dabei von besonderer Bedeutung. Sie haben einen besonderen Auftrag zur Objektivität und Ausgewogenheit. Umso wichtiger ist es, dass sie diesem Auftrag gerecht werden und Fehler vermeiden.

Die Lehren aus dem Fall Relotius

Der Fall Relotius hat eine Reihe von Lehren für den Journalismus mit sich gebracht: (Lesen Sie auch: Rafael Olarra: Was steckt hinter den Fotos…)

  • Sorgfaltspflicht: Journalisten müssen ihre Informationen sorgfältig recherchieren und überprüfen.
  • Quellenkritik: Quellen müssen kritisch hinterfragt und überprüft werden.
  • Transparenz: Die Arbeitsweise von Journalisten muss transparent sein.
  • Fehlerkultur: Fehler müssen offen angesprochen und korrigiert werden.
  • Ethik: Journalisten müssen sich an ethische Grundsätze halten.

ARD Korrekturen im Überblick

Die ARD veröffentlicht regelmäßig Korrekturen zu ihren Sendungen und Beiträgen. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der aktuellen Korrekturen:

Datum Sendung Fehler Korrektur
22.02.2026 Bericht aus Berlin Falsches Bild von Angela Merkel Bild entfernt, neue Fassung in der Mediathek
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