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8 Geheimnisse der Marienkirche Lübeck

Die Marienkirche in Lübeck gehört nicht nur zu den bedeutendsten Bauwerken der Backsteingotik, sondern birgt auch faszinierende Geheimnisse, die selbst vielen Einheimischen verborgen bleiben. Als höchstes Backsteingewölbe der Welt und Vorbild für über 70 Kirchen im Ostseeraum hat dieses architektonische Meisterwerk seit ihrer Grundsteinlegung im Jahr 1277 zahlreiche Mythen und Legenden angesammelt, die bis heute die Besucher in ihren Bann ziehen.

Hinter den mächtigen Mauern verbergen sich kunstvolle Details, verborgene Räume und überraschende Geschichten, die von der reichen Geschichte der Hansestadt zeugen. Von der astronomischen Uhr über mittelalterliche Wandmalereien bis hin zu den im Zweiten Weltkrieg herabgestürzten Glocken – die acht Geheimnisse der Marienkirche offenbaren unerwartete Einblicke in die spirituelle und kulturelle Bedeutung dieses außergewöhnlichen Gotteshauses, das seit Jahrhunderten das Stadtbild Lübecks prägt.

Die St. Marienkirche wurde zwischen 1277 und 1351 erbaut und erreicht eine Höhe von 125 Metern.

Nach schweren Bombentreffern im Jahr 1942 stürzten die Glocken der Kirche herab und liegen bis heute als Mahnmal im Kirchenschiff.

Als Meisterwerk der norddeutschen Backsteingotik diente die Marienkirche als architektonisches Vorbild für mehr als 70 weitere Kirchen im Ostseeraum.

Die Marienkirche in Lübeck: Ein architektonisches Meisterwerk der Backsteingotik

Die Marienkirche in Lübeck gilt als eines der herausragendsten Beispiele der norddeutschen Backsteingotik und diente als Vorbild für zahlreiche Kirchenbauten im gesamten Ostseeraum. Mit ihren beeindruckenden 125 Metern hohen Doppeltürmen überragt sie die Silhouette der Hansestadt und war bei ihrer Fertigstellung im 14. Jahrhundert das drittgrößte Kirchengebäude im Ostseeraum. Die klare architektonische Linienführung, die imposanten Gewölbe und die meisterhafte Ausnutzung der Möglichkeiten des Backsteinbaus zeugen von der außergewöhnlichen handwerklichen Kunstfertigkeit der mittelalterlichen Baumeister. Als Hauptkirche der Hansestadt spiegelt sie nicht nur die religiöse Bedeutung, sondern auch den wirtschaftlichen Wohlstand und das kulturelle Selbstbewusstsein des mittelalterlichen Lübecks wider.

Geschichte der Lübecker Marienkirche: Von den Anfängen bis heute

Die Marienkirche zu Lübeck wurde im Jahr 1250 als eines der ersten Bauwerke in der norddeutschen Backsteingotik begonnen und prägt seither das Stadtbild der Hansestadt maßgeblich. Als Pfarrkirche der wohlhabenden Kaufleute entwickelte sie sich im Mittelalter zum religiösen Zentrum Lübecks und übertraf mit ihren 125 Meter hohen Doppeltürmen sogar den Dom an Bedeutung. Während ihrer langen Geschichte erlebte die Kirche zahlreiche Umbauten und Erweiterungen, wobei besonders die prächtigen Kapellenanbauten des 14. und 15. Jahrhunderts sowie die reiche Innenausstattung vom Wohlstand der Hansestadt zeugen. In der Brandnacht vom 28. auf den 29. März 1942 wurde das Gotteshaus durch einen alliierten Bombenangriff schwer beschädigt, wobei besonders der Einsturz der Gewölbe und die Zerstörung wertvoller Kunstwerke wie der Astronomischen Uhr einen schweren kulturellen Verlust bedeuteten. Nach umfangreichen Wiederaufbauarbeiten, die sich über Jahrzehnte erstreckten, erstrahlt die Marienkirche heute wieder in alter Pracht und ist nicht nur ein bedeutendes Zeugnis hanseatischer Kirchenbaukunst, sondern auch ein lebendiger Ort des Glaubens und der Kultur.

Baujahr: Baubeginn um 1250, Fertigstellung der Hauptbauphase um 1350

Architekturstil: Norddeutsche Backsteingotik, Vorbild für mehr als 70 Kirchen im Ostseeraum

Höhe der Türme: 125 Meter, einst die höchsten Türme der Welt

Kunstschätze der St. Marienkirche Lübeck entdecken

Die St. Marienkirche Lübeck beherbergt eine beeindruckende Sammlung kunsthistorischer Schätze, die Besucher aus aller Welt anzieht. Besonders hervorzuheben ist der berühmte Totentanz, eine mittelalterliche Darstellung der Vergänglichkeit, sowie die astronomische Uhr von 1561, die zu den ältesten und kunstvollsten ihrer Art in Europa zählt. Die prächtigen Schnitzaltäre und zahlreichen Gemälde zeugen vom einstigen Reichtum der Hansestadt und dem Kunstverständnis ihrer Bürger. Ein weiteres Highlight bildet die Triumphkreuzgruppe von Bernt Notke aus dem 15. Jahrhundert, die in ihrer monumentalen Ausdruckskraft die Bedeutung der Kirche als kulturelles Zentrum des mittelalterlichen Lübecks unterstreicht.

Die Türme der Marienkirche Lübeck als Wahrzeichen der Hansestadt

Die markanten Doppeltürme der Marienkirche ragen mit einer Höhe von 125 Metern majestätisch über die Altstadt Lübecks hinaus und sind bereits von weitem sichtbar. Seit Jahrhunderten dienen die imposanten, mit grüner Patina überzogenen Kupfertürme Seefahrern als wichtige Orientierungspunkte und sind zu einem unverwechselbaren Symbol der alten Hansestadt geworden. Die gotischen Türme, deren Silhouette das berühmte Stadtpanorama prägt, entstanden im 14. Jahrhundert und überragen bis heute alle anderen Kirchbauten der Stadt. Nach ihrer Beschädigung im Zweiten Weltkrieg wurden die Turmspitzen originalgetreu wiederhergestellt und verkörpern nun wieder den stolzen Bürgersinn der mittelalterlichen Kaufmannstadt, die ihren Reichtum und ihre Frömmigkeit in diesem architektonischen Meisterwerk vereinte.

  • Die Doppeltürme der Marienkirche erreichen eine Höhe von 125 Metern.
  • Die grün patinierten Kupfertürme dienten Seefahrern als wichtige Orientierungspunkte.
  • Die gotischen Türme aus dem 14. Jahrhundert überragen alle anderen Kirchbauten Lübecks.
  • Nach Kriegszerstörungen wurden die Turmspitzen originalgetreu rekonstruiert.

Bedeutende Ereignisse in der Marienkirche zu Lübeck

Die Marienkirche zu Lübeck war im Laufe ihrer Geschichte Schauplatz zahlreicher bedeutender Ereignisse, die tief in der kulturellen und religiösen Identität der Hansestadt verwurzelt sind. Am 28. März 1942 fiel die Kirche einem verheerenden Bombenangriff zum Opfer, bei dem große Teile des Gebäudes zerstört und unersetzliche Kunstschätze, darunter die berühmte Totentanz-Kapelle, vernichtet wurden. Ein musikalischer Meilenstein war die Uraufführung von Dietrich Buxtehudes Abendmusiken, die die Kirche zu einem Zentrum des norddeutschen Musiklebens im Barock machten. Der junge Johann Sebastian Bach pilgerte 1705 eigens nach Lübeck, um Buxtehudes Orgelspiel in der Marienkirche zu erleben – eine Begegnung, die sein eigenes Schaffen nachhaltig beeinflussen sollte. Im Dezember 1951 wurde die wiederhergestellte Kirche in einem feierlichen Gottesdienst neu geweiht, was einen wichtigen Schritt in der Nachkriegsgeschichte Lübecks markierte.

Die Zerstörung durch Bombenangriffe am 28. März 1942 gilt als eine der größten kulturellen Tragödien in der Geschichte der Kirche.

Dietrich Buxtehude wirkte von 1668 bis 1707 als Organist an der Marienkirche und begründete die berühmten „Abendmusiken“.

Die Wiedereinweihung 1951 nach dem Wiederaufbau symbolisierte die kulturelle und spirituelle Erneuerung Lübecks nach dem Zweiten Weltkrieg.

Musikalische Tradition der Lübecker Marienkirche

Die musikalische Tradition der Lübecker Marienkirche reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als Komponisten wie Franz Tunder und Dietrich Buxtehude hier als Organisten wirkten und die berühmten Abendmusiken begründeten. Die Kirchenmusik erlebte in der Marienkirche ihre Blütezeit, als selbst Johann Sebastian Bach im Jahr 1705 eigens zu Fuß von Arnstadt nach Lübeck pilgerte, um Buxtehudes Orgelspiel zu erleben und von ihm zu lernen. Bis heute setzt die Marienkirche diese reiche musikalische Tradition fort und ist ein bedeutendes Zentrum für Kirchenmusik in Norddeutschland, wo regelmäßig Konzerte mit historischen Orgeln und Aufführungen geistlicher Werke stattfinden.

Musikalische Fakten zur Marienkirche Details
Anzahl der Orgeln 4 (Hauptorgel, Totentanzorgel, Stellwagenorgel, Chororgel)
Älteste erhaltene Orgel Stellwagenorgel (1637-1641)
Berühmte Organisten Franz Tunder (1641-1667), Dietrich Buxtehude (1668-1707)
Bedeutende musikalische Tradition Abendmusiken (seit 1646)
Jährliche Konzerte Etwa 60-80 Veranstaltungen

Die Marienkirche Lübeck im Zweiten Weltkrieg und ihr Wiederaufbau

Die Marienkirche Lübeck erlitt während des Luftangriffs auf Lübeck in der Palmnacht vom 28. auf den 29. März 1942 schwere Beschädigungen, wobei insbesondere das Dach und große Teile des Inventars durch Feuer zerstört wurden. Trotz der Bemühungen der Feuerwehr und zahlreicher Helfer gingen bedeutende Kunstschätze wie die berühmte astronomische Uhr und wertvolle Glasmalereien unwiederbringlich verloren. Der Wiederaufbau begann unmittelbar nach Kriegsende und erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte, wobei die Kirche schrittweise wieder für Gottesdienste geöffnet wurde, während die Restaurierungsarbeiten noch andauerten. Die vollständige Wiederherstellung der Marienkirche gilt als herausragendes Beispiel für den Umgang mit kriegszerstörtem Kulturerbe und die Verbindung von historischer Substanz mit moderner Restaurierungstechnik.

  • Schwere Zerstörung durch den Luftangriff in der Palmnacht 1942
  • Verlust bedeutender Kunstschätze und historischer Ausstattungsstücke
  • Jahrzehntelanger Wiederaufbau nach Kriegsende
  • Vorbildliche Restaurierung als Symbol für den Umgang mit kriegszerstörtem Kulturerbe

Besuchertipps: Die Marienkirche in Lübeck optimal erkunden

Für ein optimales Erlebnis in der Marienkirche Lübeck empfehlen wir einen Besuch am frühen Vormittag, wenn das einfallende Licht durch die Kirchenfenster besonders beeindruckend ist. Die stündlichen Führungen bieten faszinierende Einblicke in die Geschichte des Gotteshauses und machen auch auf leicht zu übersehende Details wie die mittelalterlichen Schnitzereien im Chorgestühl aufmerksam. Ein Highlight für Kulturinteressierte ist das tägliche Orgelkonzert um 12 Uhr, bei dem die weltberühmte Orgel in ihrer vollen Klangpracht erlebt werden kann. Vergessen Sie nicht, vor Ihrem Besuch die aktuellen Öffnungszeiten zu prüfen, da die Kirche gelegentlich für Gottesdienste oder Sonderveranstaltungen geschlossen sein kann.

Häufige Fragen zur Marienkirche Lübeck

Wann wurde die Marienkirche in Lübeck erbaut?

Die Errichtung des Sakralbaus begann um 1250 und dauerte etwa 100 Jahre. Der mächtige Backsteindom wurde als Ersatz für einen älteren Vorgängerbau konzipiert und gilt als Pionierbauwerk der norddeutschen Backsteingotik. Mit seiner monumentalen Architektur prägte der Kirchenbau das Stadtbild Lübecks maßgeblich und diente als Vorbild für über 70 weitere Gotteshäuser im gesamten Ostseeraum. Die Marienkirche wurde als Hauptpfarrkirche des Rates und der Bürgerschaft errichtet und demonstrierte den Wohlstand der freien Hansestadt.

Was ist das Besondere an der Architektur der Lübecker Marienkirche?

Der imposante Sakralbau ist ein Meisterwerk der Backsteingotik mit einem innovativen architektonischen Konzept. Mit einer Höhe des Mittelschiffgewölbes von 38,5 Metern war die Marienkirche bei ihrer Fertigstellung das höchste Backsteingewölbe der Welt. Charakteristisch sind die beiden 125 Meter hohen Westtürme, die das Stadtbild Lübecks bis heute prägen. Das dreischiffige Langhaus mit Querschiff und Umgangschor folgt dem Basilikaschema. Besonders bemerkenswert sind die hohen Fenster mit ihrem Maßwerk und die Gewölbeform, die sich an französischen Kathedralen orientiert, aber in Backstein umgesetzt wurde – eine technische Meisterleistung mittelalterlicher Baukunst.

Welche historischen Ereignisse haben die Marienkirche geprägt?

Das Gotteshaus erlebte mehrere einschneidende Momente in seiner Geschichte. Besonders verheerend war die Bombardierung Lübecks in der Palmnacht 1942, bei der das Kirchenschiff schwer beschädigt wurde – die Glocken stürzten ab und der Dachstuhl sowie große Teile der wertvollen Innenausstattung wurden zerstört. Zuvor prägte die Reformation ab 1531 das religiöse Leben im Dom wesentlich. Als Hauptkirche der Hansestadt war der Sakralbau auch Zeuge wichtiger politischer Entwicklungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte ein jahrzehntelanger Wiederaufbau, der erst in den 1980er Jahren weitgehend abgeschlossen wurde. Heute ist das Bauwerk ein zentrales Denkmal hanseatischer Geschichte.

Welche berühmten Kunstwerke kann man in der Marienkirche besichtigen?

Das bedeutendste Kunstwerk im Inneren des Gotteshauses ist die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert, die zu den ältesten noch funktionierenden mechanischen Uhren der Welt gehört. Besonders beeindruckend ist auch der Hochaltar, ein spätgotisches Meisterwerk mit kostbaren Schnitzereien. Der Taufstein aus Bronze von 1337 gehört zu den herausragenden Exemplaren seiner Art. Weitere Highlights sind die mittelalterlichen Chorgestühle, verschiedene Kapellen mit ihren Altaraufsätzen sowie die bemerkenswerten Epitaphien und Grabplatten bedeutender Lübecker Bürger. Nach der Zerstörung 1942 wurden einige Ausstattungsstücke rekonstruiert, während andere als Mahnmal in ihrem beschädigten Zustand belassen wurden.

Wie sind die Öffnungszeiten und was kostet der Eintritt in die Marienkirche Lübeck?

Der sakrale Bau ist ganzjährig für Besichtigungen zugänglich, wobei die Öffnungszeiten saisonal variieren. In der Hauptsaison (April bis Oktober) ist das Gotteshaus in der Regel täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, während in den Wintermonaten (November bis März) kürzere Besichtigungszeiten von etwa 10 bis 16 Uhr gelten. Der Basiseintritt beträgt 4 Euro für Erwachsene, ermäßigte Tickets kosten 2,50 Euro. Kinder unter 6 Jahren haben freien Zugang. Während der Gottesdienste und kirchlichen Veranstaltungen ist keine touristische Besichtigung möglich. Für Führungen durch den Dom wird ein Aufpreis erhoben. Diese Informationen können sich ändern, daher empfiehlt sich vorab ein Blick auf die aktuelle Webseite.

Welche Bedeutung hat die Marienkirche für die Musik und Orgelkultur?

Der Backsteindom verfügt über eine herausragende Orgellandschaft und gilt als bedeutendes Zentrum der Kirchenmusik. Die Hauptorgel mit ihren über 5.000 Pfeifen zählt zu den größten Instrumenten Norddeutschlands. Besonders wertvoll ist das Klangkonzept, das sowohl barocke als auch romantische Elemente vereint. Berühmte Komponisten wie Dietrich Buxtehude wirkten als Organisten an der Marienkirche und prägten die europäische Musikgeschichte. Johann Sebastian Bach pilgerte eigens nach Lübeck, um Buxtehudes Orgelspiel zu erleben. Bis heute finden regelmäßig Konzerte und Orgelvorführungen im sakralen Bauwerk statt. Die Akustik des Kirchenraums ist für ihre besondere Qualität bekannt und macht musikalische Darbietungen zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis.

Altstadtkirche

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