Laridschani – Laridschani: Tod von Ali Laridschani erschüttert Iran
Die Nachricht vom Tod Ali Laridschanis am 17.03.2026 erschüttert die politische Landschaft des Iran inmitten einer schweren Krise. Der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats und eine Schlüsselfigur des Regimes wurde nach israelischen Angaben bei einem gezielten Luftangriff in Teheran getötet. Sein Tod markiert einen Wendepunkt für die mächtige Laridschani-Familie, die seit Jahrzehnten die Politik der Islamischen Republik mitprägt.
Ali Laridschani, eine der beständigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten im Iran, ist tot. Laut übereinstimmenden Berichten, die vom israelischen Verteidigungsministerium bestätigt wurden, kam der 67-jährige Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats in der Nacht zum 17. März 2026 bei einem Luftangriff ums Leben. Dieser Vorfall ereignet sich in einer Phase extremer Spannungen nach dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei und dem sogenannten „Zwölftagekrieg“ zwischen dem Iran und Israel im Sommer 2025.
Ali Ardeschir Laridschani, geboren am 3. Juni 1958 in Nadschaf, Irak, war eine zentrale Figur in der iranischen Politik. Als Sohn des Großajatollahs Haschem-Amoli entstammte er einer der einflussreichsten Theologenfamilien des Landes. Seine Ausbildung war bemerkenswert vielfältig: Er studierte nicht nur in den religiösen Seminaren von Ghom, sondern erwarb auch einen Abschluss in Mathematik und Informatik sowie einen Doktortitel in westlicher Philosophie über Immanuel Kant an der Universität Teheran. Diese ungewöhnliche Kombination aus theologischem Hintergrund und westlicher Bildung prägte seine politische Laufbahn.
Seine Karriere umfasste nahezu alle Schlüsselinstitutionen des Staates. Er diente in den Revolutionsgarden, war Kulturminister, leitete über ein Jahrzehnt den staatlichen Rundfunk (IRIB) und amtierte von 2008 bis 2020 als Parlamentspräsident. International wurde er vor allem als Chefunterhändler Irans bei den Atomverhandlungen von 2005 bis 2007 bekannt. Obwohl er als konservativ galt, wurde er später zu einem Befürworter des Wiener Atomabkommens von 2015 und galt als pragmatischer Verhandler. Seine politische Karriere schien nach einer gescheiterten Präsidentschaftskandidatur 2021 beendet, doch nach dem „Zwölftagekrieg“ 2025 wurde er reaktiviert und erneut zum Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats ernannt, eine Position, die er bis zu seinem Tod innehatte.
Der Name Laridschani steht nicht nur für eine Person, sondern für eine ganze Familie, die oft als die „Kennedys des Iran“ bezeichnet wird. Fünf Brüder stiegen nach der Islamischen Revolution von 1979 in hohe Staatsämter auf und bildeten ein mächtiges politisches Netzwerk. Sie kontrollierten zeitweise zwei der drei Gewalten des Staates – die Legislative durch Ali und die Judikative durch Sadegh – und hatten erheblichen Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik.
Diese Machtkonzentration führte zu internen Rivalitäten, aber auch zu einer gegenseitigen Absicherung. Die Familie galt als dem Obersten Führer Ali Chamenei loyal, verfolgte jedoch auch eigene Interessen, was immer wieder zu Spannungen mit anderen Machtzirkeln, insbesondere den Hardlinern um die Revolutionsgarden, führte. Die politische Zukunft der Familie nach dem Tod ihres prominentesten Mitglieds ist nun ungewiss. Ein Thema, das in diesem Zusammenhang ebenfalls für Aufsehen sorgte, ist der Prozess um Christina Block, der die Komplexität internationaler Rechtsstreitigkeiten aufzeigt.
Sadegh Amoli Laridschani, geboren 1961, ist der wohl konservativste der Brüder. Von 2009 bis 2019 leitete er als Oberster Richter die iranische Justiz und war für die harte Verfolgung von Oppositionellen und Aktivisten bekannt. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche umstrittene Urteile gefällt, darunter auch gegen Minderjährige. Die USA verhängten 2018 Sanktionen gegen ihn wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen. Aktuell ist Sadegh Laridschani Vorsitzender des Schlichtungsrates, eines Gremiums, das zwischen Parlament und Wächterrat vermittelt. Sein Einfluss hat jedoch nach Korruptionsvorwürfen und der offenen Kritik an der Nichtzulassung seines Bruders Ali zur Präsidentschaftswahl 2021 abgenommen.
Der älteste Bruder, Mohammad-Dschawad Laridschani, ist ein Mathematiker und Philosoph, der lange Zeit als außenpolitischer Funktionär und Berater Chameneis tätig war. Er leitete den Menschenrechtsrat der iranischen Justiz und wurde international für seine Verteidigung der iranischen Menschenrechtsbilanz scharf kritisiert. Beispielsweise bezeichnete er die hohe Zahl an Hinrichtungen, vor allem von Drogenhändlern, als notwendige Maßnahme, für die man dem Iran danken müsse. Seine Äußerungen trugen maßgeblich zum negativen Bild der Menschenrechtslage im Iran bei, das von UN-Sonderberichterstattern wie Ahmed Shaheed gezeichnet wurde. Er steht für den ideologischen Flügel der Familie, der die Prinzipien der Islamischen Revolution nach außen vertritt.
Ali Laridschani wurde nach dem militärischen Scheitern der Hisbollah und anderer pro-iranischer Milizen im „Zwölftagekrieg“ 2025 reaktiviert, um die Beziehungen zu den regionalen Stellvertretern neu zu ordnen. Seine Ernennung galt als Signal gegen die Hardliner der Revolutionsgarden. Nach dem Tod von Ali Chamenei bei US-israelischen Angriffen zählte er zu den wichtigsten Krisenmanagern des Landes, dessen Aufgabe es war, das Regime nach innen zu stabilisieren und nach außen zu verteidigen. Erst am 16. März 2026 bekräftigte er in einem Schreiben den Widerstandskurs des Iran gegen die USA und Israel, die er als „großen und den kleinen Satan“ bezeichnete. Sein Tod ist ein schwerer Schlag für das iranische Regime, das mitten in einem eskalierenden Konflikt mit dem Iran eine seiner erfahrensten Führungsfiguren verliert.
Die Tötung von Ali Laridschani wurde vom israelischen Verteidigungsminister Israel Katz bestätigt. Teheran hat sich bisher nicht offiziell geäußert. Der Vorfall dürfte die Spannungen in der Region weiter verschärfen und zu einer unkalkulierbaren Reaktion des Iran führen. Analysten sehen in dem Tod Laridschanis eine erhebliche Schwächung der pragmatischeren Kräfte innerhalb des Regimes und eine mögliche Stärkung der Hardliner. Sein Tod hinterlässt ein Machtvakuum in einer Zeit, in der das Land nach dem Tod Chameneis und der Ernennung von dessen Sohn Modschtaba zum Nachfolger ohnehin in einer fragilen Übergangsphase steckt. Die langfristigen Folgen für die Stabilität des Iran und die gesamte Nahost-Region sind derzeit noch nicht absehbar.
| Name | Geburtsjahr | Wichtige Ämter | Aktueller Status (März 2026) |
|---|---|---|---|
| Ali Laridschani | 1958 | Parlamentspräsident (2008–2020), Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats (2005–2007, 2025–2026) | Verstorben am 17.03.2026 |
| Sadegh Laridschani | 1961 | Chef der Justiz (2009–2019), Mitglied des Wächterrats | Vorsitzender des Schlichtungsrats |
| Mohammad-Dschawad Laridschani | 1951 | Stellv. Außenminister, Sekretär des Hohen Rats für Menschenrechte | Politiker und Berater |
| Bagher Laridschani | 1961 | Kanzler der Teheraner Universität für Medizinische Wissenschaften | Mediziner und Akademiker |
| Fazel Laridschani | 1953 | Kulturattaché in Ottawa | Physiker und ehemaliger Diplomat |
Ali Laridschani war ein hochrangiger iranischer Politiker. Er war unter anderem Parlamentspräsident, Atom-Chefunterhändler und zuletzt Generalsekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Er wurde am 17. März 2026 bei einem Luftangriff getötet.
Der Name steht für eine der mächtigsten politischen Familien im Iran. Die fünf Laridschani-Brüder hatten und haben wichtige Positionen in Politik, Justiz und Wissenschaft inne und prägten die Islamische Republik über Jahrzehnte.
Von 2005 bis 2007 war er der Chefunterhändler des Iran bei den Atomgesprächen mit den westlichen Mächten. Später unterstützte er als Parlamentspräsident das Atomabkommen von 2015, was ihn von den Hardlinern unterschied.
Sein Bruder Sadegh Laridschani war zehn Jahre lang Chef der Justiz und gilt als Hardliner. Mohammad-Dschawad war als Diplomat und Leiter des Menschenrechtsrates eine bekannte, aber umstrittene Figur.
Sein Tod ist ein schwerer Verlust für das iranische Regime in einer Zeit großer Instabilität. Es wird erwartet, dass dies die Spannungen mit Israel und den USA weiter verschärft und das Machtgefüge innerhalb des Iran verändert.
Der Tod von Ali Laridschani beendet die Karriere einer der prägendsten Figuren der iranischen Politik und hinterlässt eine Lücke, die in der aktuellen Krisenlage schwer zu füllen sein wird. Als pragmatischer Konservativer navigierte er jahrzehntelang durch die komplexen Machtstrukturen Teherans. Sein gewaltsames Ende symbolisiert die extreme Eskalation im Nahen Osten und stellt die politische Zukunft der gesamten Laridschani-Dynastie sowie die Stabilität des iranischen Regimes selbst infrage.
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