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Krankenkasse Franchise: Erhöhung in der Schweiz geplant

Die Schweizer Krankenkassenlandschaft steht vor einer Veränderung: Der Bundesrat plant, die Mindestfranchise, also den Betrag, den Versicherte im Krankheitsfall selbst übernehmen müssen, von derzeit 300 auf 400 Franken zu erhöhen. Dieser Schritt soll die Eigenverantwortung der Bevölkerung stärken und gleichzeitig den Prämienanstieg bremsen. Doch die Pläne sind nicht unumstritten und werfen Fragen nach der sozialen Gerechtigkeit auf.

Symbolbild: Krankenkasse Franchise (Bild: Picsum)

Hintergrund: Das System der Franchise in der Schweizer Krankenversicherung

In der Schweiz ist die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) für alle Einwohnerinnen und Einwohner Pflicht. Diese Grundversicherung deckt die Kosten für medizinische Behandlungen bei Krankheit, Unfall und Mutterschaft. Versicherte können zwischen verschiedenen Franchise-Modellen wählen. Die Krankenkasse Franchise ist dabei ein zentrales Element: Sie bestimmt, bis zu welcher Höhe sich Versicherte an den Kosten beteiligen, bevor die Krankenkasse einspringt. Neben der Mindestfranchise von derzeit 300 Franken gibt es auch höhere Wahlfranchisen, die im Gegenzug zu tieferen Prämien führen. Wer also bereit ist, im Krankheitsfall einen höheren Betrag selbst zu tragen, zahlt monatlich weniger Prämie. Ein Merkblatt des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erklärt die Details.

Der Selbstbehalt ergänzt die Franchise. Er beträgt zehn Prozent der Kosten, welche die versicherte Person nach Ausschöpfung der Franchise übernehmen muss, jedoch maximal 700 Franken pro Jahr. (Lesen Sie auch: Franchise Krankenkasse: Erhöhung der Mindestfranchise)

Aktuelle Entwicklung: Bundesrat will Mindestfranchise erhöhen

Nun plant der Bundesrat, die Mindestfranchise von 300 auf 400 Franken anzuheben. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Versicherten stärker an den Gesundheitskosten zu beteiligen und sie so zu einem bewussteren Umgang mit medizinischen Leistungen zu bewegen. Befürworter argumentieren, dass eine höhere Franchise dazu anregt, Bagatellfälle selbst zu behandeln und Arztbesuche bei kleineren Beschwerden zu vermeiden. Dies könne langfristig zu einer Entlastung des Gesundheitssystems und somit zu tieferen Prämien führen. Wie SRF berichtet, verspricht sich der Bundesrat von diesem Schritt eine Stärkung der Eigenverantwortung.

Konkret würde die Erhöhung bedeuten, dass Erwachsene künftig mindestens die ersten 400 Franken der Kosten für Arztbesuche, Medikamente oder Spitalaufenthalte selbst bezahlen müssen. Erst wenn diese Summe überschritten ist, übernimmt die Krankenkasse die restlichen Kosten (abzüglich des Selbstbehalts).

Reaktionen: Lob von FDP und SVP, Kritik von linker Seite

Die Pläne des Bundesrats stoßen auf unterschiedliche Reaktionen. Während bürgerliche Parteien wie FDP und SVP die Erhöhung der Krankenkasse Franchise begrüßen, kommt von linker Seite Kritik. FDP-Gesundheitspolitiker und Ständerat Josef Dittli zeigte sich gegenüber SRF positiv überrascht von dem Vorstoß: „Der Entscheid ist mutig – ich finde ihn sehr gut.“ Er argumentiert, dass die Mindestfranchise seit 2004 nicht mehr erhöht wurde, obwohl Löhne und Teuerung gestiegen seien. Auch aus der SVP kommen positive Signale. (Lesen Sie auch: Martina Salomon bleibt Herausgeberin des "Kurier": Verträge)

Kritiker bemängeln hingegen, dass eine Erhöhung der Franchise vor allem Menschen mit geringem Einkommen und ältere Menschen belasten würde. Sie argumentieren, dass diese Gruppen ohnehin schon stark unter den steigenden Krankenkassenprämien leiden und eine weitere finanzielle Belastung sie dazu zwingen könnte, auf notwendige medizinische Behandlungen zu verzichten. Die Sozialistin Baume äusserte sich laut blue News kritisch und wirft dem Bundesrat vor, den Bürgern ans Portemonnaie zu gehen. Sie forderte stattdessen andere Maßnahmen zur Kostensenkung im Gesundheitswesen.

Was bedeutet die Erhöhung der Krankenkasse Franchise? Ein Ausblick

Die geplante Erhöhung der Mindestfranchise ist Teil einer umfassenderen Debatte über die steigenden Kosten im Schweizer Gesundheitswesen. Es ist zu erwarten, dass die Diskussion über die Franchise auch in Zukunft weitergehen wird. Denkbar sind beispielsweise Modelle, die eine stärkere Differenzierung der Franchise nach Einkommen oder Alter vorsehen. Auch alternative Finanzierungsmodelle für das Gesundheitswesen, wie beispielsweise eine einkommensabhängige Prämie, werden diskutiert.

Für Versicherte bedeutet die Erhöhung der Krankenkasse Franchise zunächst einmal eine finanzielle Mehrbelastung im Krankheitsfall. Es ist daher ratsam, die individuellen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten genau zu prüfen und gegebenenfalls die Wahlfranchise anzupassen. Wer beispielsweise selten zum Arzt geht und über genügend finanzielle Reserven verfügt, kann von einer höheren Wahlfranchise profitieren und so Prämien sparen. (Lesen Sie auch: Sophie Passmann: "Wie kann sie nur?" –…)

Symbolbild: Krankenkasse Franchise (Bild: Picsum)
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Häufig gestellte Fragen zu krankenkasse franchise

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Franchise-Optionen in der Schweiz:

Franchise (CHF) Zielgruppe Mögliche Prämienersparnis
300 (Mindestfranchise) Erwachsene
500 Erwachsene Gering
1000 Erwachsene Mittel
1500 Erwachsene Hoch
2000 Erwachsene Sehr hoch
0 Kinder

Quelle: Eigene Recherche

Wer sich weitergehend informieren möchte, findet auf der Comparis-Webseite weitere Erklärungen.

Symbolbild: Krankenkasse Franchise (Bild: Picsum)
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