Hermann Göring – Hermann Göring: Hitlers Paladin & verurteilter Kriegsverbrecher
Hermann Göring war bis kurz vor Kriegsende eine der zentralen und mächtigsten Figuren des NS-Regimes und als designierter Nachfolger Adolf Hitlers der „zweite Mann im Staat“. Am 09.05.2026 jährt sich das Kriegsende in Europa zum 81. Mal, ein Anlass, die Biografien der Hauptverantwortlichen zu beleuchten. Göring, einst gefeierter Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, häufte im Dritten Reich eine beispiellose Machtfülle an, war maßgeblich für die Aufrüstung, die Verfolgung politischer Gegner und den Holocaust mitverantwortlich und wurde schließlich in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt.
Hermann Wilhelm Göring war eine komplexe und brutale Persönlichkeit, die durch extreme Eitelkeit, Machtgier und Skrupellosigkeit gekennzeichnet war. Als Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Beauftragter für den Vierjahresplan und Gründer der Gestapo war er an entscheidenden Stellen an der Festigung der NS-Diktatur und der Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs beteiligt. Seine Verantwortung für die „Arisierung“ jüdischen Eigentums und die Beauftragung zur Organisation der „Endlösung der Judenfrage“ machen ihn zu einer Schlüsselfigur des Völkermords.
Geboren am 12. Januar 1893 in Rosenheim, war Hermann Göring der Sohn eines Diplomaten. Seine Kindheit verbrachte er teilweise auf Burgen, die seinem jüdischen Patenonkel Hermann von Epenstein gehörten. Nach einer Ausbildung an einer Kadettenanstalt nahm er als Jagdflieger am Ersten Weltkrieg teil und wurde für 22 Luftsiege mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet, der höchsten preußischen Tapferkeitsauszeichnung. Diese militärische Vergangenheit verschaffte ihm später Ansehen in der aufstrebenden NSDAP.
Nach dem Krieg lernte er 1922 Adolf Hitler kennen und trat der NSDAP bei. Hitler ernannte ihn zum Führer der Sturmabteilung (SA), der paramilitärischen Kampforganisation der Partei. Beim gescheiterten Hitlerputsch 1923 wurde Göring schwer verletzt und floh ins Ausland. Während der Behandlung seiner Verletzungen entwickelte er eine Morphiumabhängigkeit, die ihn bis zu seinem Lebensende begleiten sollte. Nach einer Amnestie kehrte er 1927 nach Deutschland zurück und wurde 1928 in den Reichstag gewählt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann der rasante Aufstieg von Hermann Göring. Hitler holte ihn als Reichsminister ohne Geschäftsbereich in sein Kabinett. Zudem wurde er preußischer Innenminister und Reichskommissar für die Luftfahrt. In seiner Funktion als preußischer Innenminister kontrollierte er die größte Polizeimacht im Reich und nutzte diese zur Verfolgung politischer Gegner. Er gründete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und war maßgeblich an der Errichtung der ersten Konzentrationslager beteiligt. 1933 wurde er zudem zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt.
Eine seiner wirtschaftlich bedeutendsten Rollen übernahm er 1936 als Beauftragter für den Vierjahresplan. Mit weitreichenden Vollmachten sollte er die deutsche Wirtschaft innerhalb von vier Jahren kriegsfähig machen. Dieses Programm zielte auf wirtschaftliche Autarkie und eine forcierte Aufrüstung der Wehrmacht ab. Göring gründete in diesem Zuge unter anderem die Reichswerke Hermann Göring, um die heimische Erzförderung zu steigern. Seine Machtfülle war enorm; er galt bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als die unangefochtene Nummer zwei hinter Hitler, der ihn am 1. September 1939 auch öffentlich zu seinem Nachfolger bestimmte.
Eine zentrale Machtposition hatte Hermann Göring als Oberbefehlshaber der Luftwaffe inne. Entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrags befahl Hitler ihm bereits 1935 den Aufbau einer deutschen Luftwaffe. Göring, selbst ein dekorierter Flieger des Ersten Weltkriegs, stürzte sich mit Eifer in diese Aufgabe. Er setzte vor allem auf den Bau von Offensivflugzeugen, was sich später als strategischer Fehler erweisen sollte.
Zunächst feierte die Luftwaffe unter Görings Führung Erfolge, etwa im Spanischen Bürgerkrieg und in den Blitzkriegen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Doch die Niederlage in der Luftschlacht um England 1940 markierte einen Wendepunkt. Görings Ansehen bei Hitler und in der deutschen Öffentlichkeit begann zu sinken, als die Luftwaffe weder die alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte verhindern noch die eingekesselte 6. Armee in Stalingrad aus der Luft versorgen konnte. Sein Einfluss schwand zusehends, auch wenn er seine Titel und Ämter bis kurz vor Kriegsende behielt.
Hermann Göring war einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermord an den europäischen Juden. Er war eine treibende Kraft bei der systematischen Ausplünderung und Verfolgung der jüdischen Bevölkerung. Nach den Novemberpogromen 1938 erließ er die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“. Er war es auch, der eine „Sühneleistung“ von einer Milliarde Reichsmark von den deutschen Juden forderte.
Seine direkte Beteiligung an der Organisation des Holocaust ist durch ein entscheidendes Dokument belegt: Am 31. Juli 1941 beauftragte Göring den Chef des Reichssicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, schriftlich, „alle erforderlichen Vorbereitungen […] für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflussgebiet in Europa zu treffen“. Dieser Befehl gilt als eine entscheidende Etappe auf dem Weg zur Wannseekonferenz und der systematischen Ermordung von sechs Millionen Juden. Göring war somit nicht nur Mitwisser, sondern aktiver Organisator des Genozids. Eine tiefere Auseinandersetzung mit den Symptomen und der Forschung zu chronischen Krankheiten, die auch Überlebende des Holocaust betreffen können, findet sich im Artikel über die ME/CFS Krankheit.
Kurz vor Kriegsende versuchte Göring, die Macht zu übernehmen, als er glaubte, Hitler sei in Berlin handlungsunfähig. Er schickte am 23. April 1945 ein Telegramm an Hitler, in dem er anbot, die Führung zu übernehmen. Hitler wertete dies als Hochverrat, entzog Göring all seine Ämter und befahl seine Verhaftung. Am 8. Mai 1945 geriet Göring in amerikanische Gefangenschaft.
Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher war Hermann Göring der ranghöchste Angeklagte. Er verteidigte sich redegewandt, leugnete aber seine Verantwortung nicht vollständig. Am 1. Oktober 1946 wurde er in allen vier Anklagepunkten – Verschwörung gegen den Weltfrieden, Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit – schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt. Seiner Hinrichtung entzog er sich in der Nacht zum 15. Oktober 1946 durch Suizid. Er starb durch die Einnahme einer versteckten Zyankalikapsel in seiner Zelle. Die Problematik der Altersvorsorge für die Nachkriegsgeneration wird im Beitrag zur Rentenproblematik der Boomer beleuchtet.
Neben seiner politischen Macht war Göring für seine Gier nach Kunst und Luxus bekannt. Er trug eine riesige private Kunstsammlung zusammen, die nach Hitlers Sammlung für das geplante „Führermuseum“ in Linz die zweitgrößte im Dritten Reich war. Ein Großteil der Werke stammte aus Raubkunst, insbesondere aus beschlagnahmtem jüdischem Besitz in den besetzten Gebieten. Die Sammlung umfasste tausende Gemälde, Skulpturen, Möbel und andere Kunstgegenstände, die er in seinem prunkvollen Anwesen „Carinhall“ in der Schorfheide ausstellte. Das Deutsche Historische Museum stellt eine Datenbank zur Kunstsammlung Görings zur Verfügung, die der Provenienzforschung dient.
Der Gefängnispsychologe in Nürnberg, Gustave Gilbert, beschrieb Hermann Göring als „leutseligen Psychopathen“. Er war bekannt für seine Eitelkeit, seinen Pomp und seine extravagante Kleidung. Er heiratete zweimal: 1922 die Schwedin Carin von Kantzow, die 1931 starb und die er kultisch verehrte. Sein Jagdschloss „Carinhall“ benannte er nach ihr. 1935 heiratete er die Schauspielerin Emmy Sonnemann, mit der er eine Tochter hatte.
Trotz seines jovialen Auftretens war Göring von extremer Brutalität und Rücksichtslosigkeit geprägt. Er war verantwortlich für den Tod unzähliger Menschen und zeigte bis zuletzt kaum Reue. In einem letzten Brief an Winston Churchill, geschrieben wenige Tage vor seinem Suizid, versuchte er, die britische Politik für den Krieg verantwortlich zu machen und stilisierte sich selbst als Verteidiger Europas gegen den „Bolschewismus“.
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 12. Januar 1893 | Geburt in Rosenheim | |
| 1914–1918 | Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Jagdflieger | |
| November 1922 | Eintritt in die NSDAP, wird Führer der SA | |
| 9. November 1923 | Teilnahme am Hitlerputsch, schwere Verletzung und Flucht | |
| 30. August 1932 | Wahl zum Reichstagspräsidenten | |
| 30. Januar 1933 | Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Preußischer Innenminister | |
| März 1935 | Ernennung zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe | |
| 18. Oktober 1936 | Beauftragter für den Vierjahresplan | |
| 31. Juli 1941 | Beauftragung Heydrichs mit der „Gesamtlösung der Judenfrage“ | |
| 23. April 1945 | Von Hitler aller Ämter enthoben und zur Verhaftung ausgeschrieben | |
| 1. Oktober 1946 | Urteil im Nürnberger Prozess: Tod durch den Strang | |
| 15. Oktober 1946 | Suizid durch Zyankali in seiner Nürnberger Zelle |
Hermann Göring war eine der mächtigsten Figuren im NS-Staat. Er war unter anderem Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Beauftragter für den Vierjahresplan, preußischer Ministerpräsident, Reichstagspräsident und Gründer der Gestapo. Hitler hatte ihn offiziell zu seinem Nachfolger ernannt, womit er der „zweite Mann im Staat“ war.
Ja, Hermann Göring trug eine erhebliche Mitverantwortung für den Holocaust. Er trieb die „Arisierung“ (Enteignung) jüdischen Eigentums voran und erteilte am 31. Juli 1941 Reinhard Heydrich den schriftlichen Auftrag zur Organisation der „Gesamtlösung der Judenfrage“, was ein entscheidender Schritt zur systematischen Ermordung der europäischen Juden war.
Hermann Göring wurde im Nürnberger Prozess zum Tode durch den Strang verurteilt. Er entzog sich der Hinrichtung jedoch durch Suizid. In der Nacht vor der geplanten Vollstreckung, am 15. Oktober 1946, nahm er in seiner Zelle eine versteckte Kapsel mit Zyankali ein und starb.
Der Vierjahresplan war ein 1936 von Hitler initiiertes Wirtschaftsprogramm, dessen Durchführung Hermann Göring übertragen wurde. Ziel war es, die deutsche Wirtschaft und Armee innerhalb von vier Jahren kriegsbereit zu machen. Schwerpunkte waren die forcierte Aufrüstung und das Erreichen von wirtschaftlicher Unabhängigkeit (Autarkie), insbesondere bei Rohstoffen.
Ja, Hermann Göring war der ranghöchste Angeklagte im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen vier Anklagepunkten (Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.
Die Biografie von Hermann Göring zeigt den Aufstieg eines dekorierten Kriegshelden zu einem der skrupellosesten und mächtigsten Männer des NS-Regimes. Seine Karriere ist untrennbar mit der Errichtung der Diktatur, der Aufrüstung für den Angriffskrieg und den Verbrechen des Holocaust verbunden. Göring nutzte seine Positionen zur persönlichen Bereicherung und zur brutalen Durchsetzung der nationalsozialistischen Ideologie. Sein Prozess in Nürnberg und sein anschließender Suizid markierten das Ende eines Mannes, der als einer der Hauptarchitekten der Katastrophen des 20. Jahrhunderts in die Geschichte einging.
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