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Harald Martenstein: Der Kolumnist zwischen BILD & Preis

Der Journalist und Autor Harald Martenstein sorgt auch zum Jahresbeginn am 26.02.2026 für Schlagzeilen und Debatten im deutschen Feuilleton. Kaum ein anderer Kolumnist polarisiert so beständig wie der 1953 in Mainz geborene Schriftsteller. Mit dem Wechsel von der Wochenzeitung „Die Zeit“ zur „Bild“ und der Zuerkennung des Deutschen Sprachpreises 2026 stehen die Zeichen erneut auf Veränderung und Diskussion.

Harald Martenstein ist ein deutscher Journalist, Kolumnist und Schriftsteller, der für seine pointierten und oft kontroversen Texte bekannt ist. Anfang 2026 beendete er seine langjährige Kolumne im „Zeit-Magazin“ und schreibt seit Februar 2026 für die „Bild“-Zeitung. Zudem wurde ihm der Deutsche Sprachpreis 2026 zuerkannt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wechsel zur „Bild“: Seit Februar 2026 schreibt Harald Martenstein die tägliche Kolumne „Mail von Martenstein“ für die „Bild“-Zeitung und tritt die Nachfolge des verstorbenen Franz Josef Wagner an.
  • Ende beim „Zeit-Magazin“: Nach 24 Jahren beendete Martenstein im Januar 2026 seine Kolumne im „Zeit-Magazin“.
  • Deutscher Sprachpreis 2026: Am 20. Februar 2026 wurde bekannt, dass Martenstein den Deutschen Sprachpreis 2026 erhält. Die Preisverleihung soll am 12. Juni in Kassel erfolgen.
  • Aktuelle Kontroverse: Im Februar 2026 sorgte seine Teilnahme an Milo Raus Theater-Inszenierung „Prozess gegen Deutschland“ für Debatten.
  • Weitere Tätigkeit: Seine wöchentliche Kolumne „Neben der Spur“ in der „Welt am Sonntag“ führt er fort.
  • Biografisches: Geboren am 9. September 1953 in Mainz, ist Martenstein ein mehrfach ausgezeichneter Journalist, u.a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis (2004).
  • Öffentliche Auftritte: Für 2026 sind diverse Lesungen und Bühnenauftritte geplant, unter anderem in Berlin.

Ein Kolumnist wechselt das Lager: Martensteins neue Wege

Ein Paukenschlag für viele seiner langjährigen Leser war die Nachricht im Januar 2026: Nach 24 Jahren beendete Harald Martenstein seine wöchentliche Kolumne im renommierten „Zeit-Magazin“. Doch die publizistische Rente trat er keineswegs an. Stattdessen folgte ein Wechsel, der in der Medienbranche für erhebliches Aufsehen sorgte und die Frage aufwarf, wie sich die öffentliche Debatte verändert.

Von „Post von Wagner“ zu „Mail von Martenstein“

Seit Anfang Februar 2026 schreibt Martenstein für die „Bild“-Zeitung. Unter dem Titel „Mail von Martenstein“ tritt er die Nachfolge der legendären Kolumne „Post von Wagner“ des im Oktober 2025 verstorbenen Franz Josef Wagner an. Dieser Schritt wurde von vielen Beobachtern als bemerkenswert eingestuft, markiert er doch den Übergang von einem eher linksliberalen zu einem Boulevardmedium. Martenstein selbst erklärte, er wolle versuchen, „auf meine Art völlig verrückt zu sein“. Seine wöchentliche Kolumne „Neben der Spur“ in der „Welt am Sonntag“, die er seit seinem ebenfalls kontroversen Abschied vom „Tagesspiegel“ im Jahr 2022 schreibt, führt er parallel weiter.

Die Causa „Tagesspiegel“ und der Vorwurf der Zensur

Der Wechsel zur „Welt am Sonntag“ war das Ergebnis eines tiefen Zerwürfnisses mit seiner ehemaligen Redaktion beim Berliner „Tagesspiegel“. Die Chefredaktion hatte 2022 eine seiner Kolumnen offline genommen und sich vom Inhalt distanziert. Martenstein warf der Redaktion daraufhin vor, einer nicht existenten „Protestwelle“ nachgegeben zu haben und verließ die Zeitung nach fast 30 Jahren. Dieser Vorfall prägt bis heute die Debatte um Meinungsfreiheit und „Cancel Culture“, ein Thema, das Harald Martenstein immer wieder aufgreift.

Ausgezeichnet und umstritten: Der Deutsche Sprachpreis 2026

Mitten in die Debatte um seinen Wechsel zur „Bild“ platzte am 20. Februar 2026 die Meldung, dass Harald Martenstein der Deutsche Sprachpreis 2026 zuerkannt wird. Die Henning-Kaufmann-Stiftung würdigte ihn als einen der renommiertesten Kommentatoren, der „das publizistische Handwerk meisterhaft beherrsche“. Die Jury lobte seine Texte als witzig, reflektiert und „nie ins Korsett politischer Korrektheit eingeschnürt“. Die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises soll am 12. Juni in Kassel stattfinden.

Theater-Kontroverse um „Prozess gegen Deutschland“

Fast zeitgleich sorgte der Kolumnist mit einem Auftritt am Thalia Theater in Hamburg für neue Diskussionen. Im Rahmen der Lessingtage 2026 wirkte er an der Inszenierung „Prozess gegen Deutschland“ des Schweizer Regisseurs Milo Rau mit. In seiner vieldiskutierten Rede kritisierte er die Debatte um ein mögliches AfD-Verbot und warf den Befürwortern vor, die Demokratie zu beschädigen. Der Auftritt wurde von seinen Anhängern als „Lehrstück zur Demokratie“ gefeiert, während Kritiker ihm eine Verharmlosung rechter Positionen vorwarfen. Diese Art von Kontroverse erinnert an andere gesellschaftliche Debatten, wie sie beispielsweise im Kontext der SWR Wahlarena 2026 geführt werden.

Harald Martenstein als Schriftsteller und Persönlichkeit

Neben seiner Tätigkeit als Kolumnist ist Harald Martenstein auch ein erfolgreicher Buchautor. Seine Romane wie „Heimweg“ (2007) oder „Wut“ (2021) sowie zahlreiche Sammlungen seiner Kolumnen finden eine breite Leserschaft. Seine Texte zeichnen sich durch eine Mischung aus Alltagsbeobachtung, Satire und einer oft als provokant empfundenen Zuspitzung aus.

Biografischer Werdegang

Harald Martenstein, geboren am 9. September 1953, studierte Geschichte und Romanistik in Freiburg. Seine journalistische Karriere begann bei der „Stuttgarter Zeitung“, bevor er lange Jahre für den „Tagesspiegel“ tätig war. Er ist Träger zahlreicher renommierter Journalistenpreise, darunter der Egon-Erwin-Kisch-Preis (2004), der Henri-Nannen-Preis (2008) und der Theodor-Wolff-Preis (2012). Eine Übersicht über seine Auszeichnungen findet sich auf der Wikipedia-Seite des Autors.

Tabelle: Ausgewählte Auszeichnungen von Harald Martenstein

Jahr Auszeichnung
2004 Egon-Erwin-Kisch-Preis
2007 Corine (Debütpreis)
2008 Henri-Nannen-Preis (Kategorie Humor)
2012 Theodor-Wolff-Preis
2023 Medienpreis für Sprachkritik
2026 Deutscher Sprachpreis

Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Daten von Wikipedia.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Harald Martenstein

Für welche Zeitungen schreibt Harald Martenstein aktuell im Jahr 2026?

Seit Februar 2026 schreibt Harald Martenstein die tägliche Kolumne „Mail von Martenstein“ für die „Bild“-Zeitung. Außerdem erscheint weiterhin seine wöchentliche Kolumne „Neben der Spur“ in der „Welt am Sonntag“.

Warum hat Harald Martenstein beim „Zeit-Magazin“ aufgehört?

Harald Martenstein beendete seine Kolumne im „Zeit-Magazin“ im Januar 2026 nach 24 Jahren. In seinem letzten Text dankte er unter anderem seinen Kritikern. Genaue Gründe für das Ende wurden nicht explizit genannt, der Abschied erfolgte jedoch kurz vor seinem Wechsel zur „Bild“-Zeitung.

Welchen Preis hat Harald Martenstein 2026 gewonnen?

Harald Martenstein wurde mit dem Deutschen Sprachpreis 2026 ausgezeichnet. Die Jury würdigte damit sein publizistisches Handwerk und seine zeitgemäße, witzige und reflektierte Sprache, die sich nicht in ein Korsett politischer Korrektheit zwängen lasse.

Was war die Kontroverse um Martenstein und den „Tagesspiegel“?

Im Jahr 2022 löschte die Chefredaktion des „Tagesspiegel“ eine online veröffentlichte Kolumne von Martenstein und distanzierte sich davon. Martenstein sah darin einen Akt der Zensur, der nicht mit ihm abgesprochen war, und beendete daraufhin nach Jahrzehnten die Zusammenarbeit.

Wo kann man Harald Martenstein 2026 live erleben?

Für 2026 sind mehrere Lesungen und Bühnenauftritte von Harald Martenstein geplant. Termine gibt es unter anderem für „Die Jubiläums-Show“ in den Wühlmäusen in Berlin im September 2026 sowie für weitere Lesungen in Ettersburg und Kühlungsborn. Tickets sind bei bekannten Vorverkaufsstellen wie Eventim erhältlich.

Fazit

Harald Martenstein bleibt auch 2026 eine der prägendsten und umstrittensten Stimmen im deutschen Journalismus. Sein Wechsel zur „Bild“-Zeitung, der ihm verliehene Deutsche Sprachpreis und seine pointierten Einlassungen zu politischen Debatten zeigen einen Autor, der die Konfrontation nicht scheut und die Grenzen des Sagbaren immer wieder neu auslotet. Ob man ihn als scharfsinnigen Beobachter der Gesellschaft oder als Provokateur betrachtet – eines ist sicher: Harald Martenstein sorgt weiterhin für Gesprächsstoff.

Über den Autor

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